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Aalen ist eine Stadt im Osten Baden-Württembergs etwa 67 km östlich von und 48 km nördlich von . Sie ist die Kreisstadt und größte Stadt des Ostalbkreises sowie der gesamten Region Ostwürttemberg, in der sie ein Mittelzentrum bildet. Sie ist nicht zu verwechseln mit der Stadt in Westfalen. Die Einwohnerzahl der Stadt überschritt 1946 die Grenze von 20.000. Am 1. August 1947 wurde zur „unmittelbaren Kreisstadt” und mit Inkrafttreten der baden-württembergischen Gemeindeordnung am 1. April 1956 kraft Gesetzes zur Großen Kreisstadt erklärt. Mit den Gemeinden Essingen und Hüttlingen hat die Stadt eine Verwaltungsgemeinschaft vereinbart. GeografieGeografische LageAalen liegt im Tal des oberen Kocher, nach dessen Austritt aus der östlichen Schwäbischen Alb, die sich südlich und südöstlich von ausbreitet. Die Aal mündet im Stadtzentrum in den Kocher. Nördlich der Stadt schließen sich die Ellwanger Berge an. Der Kocher betritt von Oberkochen kommend im Süden das Stadtgebiet, durchfließt dann in nördlicher Richtung den Stadtteil Unterkochen, anschließend die Kernstadt und den Stadtteil Wasseralfingen, um es dann im Norden in Richtung Hüttlingen wieder zu verlassen. In der Nähe Aalens entspringen auch die Flüsse Rems (bei Essingen, westlich von ) und Jagst (bei Unterschneidheim östlich von ), beide – wie der Kocher – Nebenflüsse des Neckars. NachbargemeindenFolgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt . Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Süden genannt: Oberkochen, Essingen, Heuchlingen, Abtsgmünd, Neuler, Hüttlingen, Rainau, Westhausen, Lauchheim, Bopfingen und Neresheim (alle Ostalbkreis) sowie an der Brenz und Königsbronn (beide Landkreis ). StadtgliederungDas Stadtgebiet Aalens besteht aus der Kernstadt, der 1938 eingegliederten Gemeinde Unterrombach und den im Rahmen der Gebietsreform der 1970er Jahre eingegliederten Gemeinden Dewangen, Ebnat, Fachsenfeld, Hofen, Unterkochen, Waldhausen sowie der Stadt Wasseralfingen. Die erst bei der jüngsten Gebietsreform eingegliederten Gemeinden werden auch als „Stadtbezirke” bezeichnet und sind zugleich Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung, d. h. sie haben jeweils einen von der Bevölkerung bei jeder Kommunalwahl neu zu wählenden Ortschaftsrat, dessen Vorsitzender der Ortsvorsteher ist. Zur Kernstadt bzw. zu den eingegliederten Gemeinden gehören eine Vielzahl meist räumlich getrennter Wohnplätze oder Ortsteile. Davon haben die meisten eine lange eigenständige Geschichte. Andere wiederum wurden auch als neue Baugebiete angelegt, erhielten dann einen eigenen Namen, haben aber oftmals keine festgelegten Grenzen. Im Einzelnen gehören
RaumplanungAalen bildet ein Mittelzentrum innerhalb der Region Ostwürttemberg. Zum Mittelbereich gehören die Städte und Gemeinden im zentralen und östlichen Teil des Ostalbkreises, und zwar Abtsgmünd, Bopfingen, Essingen, Hüttlingen, am Ries, Lauchheim, Neresheim, Oberkochen, Riesbürg und Westhausen. Verflechtungen gibt es mit dem benachbarten Mittelzentrum in . GeschichteOb eine Stadtgründung der Staufer oder der Grafen von Öttingen im 13. Jahrhundert war, steht nicht fest. Die Grafen von Öttingen sind jedenfalls die ersten bezeugten Stadtherren. Von ihnen kam die Stadt ans Reich. war von 1360 bis 1803 eine Reichsstadt (oft fälschlich: freie Reichsstadt). 1339 wurde sie als „stat”, 1340 als „oppidum” bezeichnet. 1385 taucht der Titel „civitas” im Stadtsiegel auf. Ein großes Territorium konnte sich nicht erwerben. Außer der eigentlichen Stadt gehörten nur wenige nahe gelegene kleinere Weiler zum „Staatsgebiet”. 1575 führte die Stadt unter Beistand des Württembergers Jakob Andreä die Reformation ein. 1628 konnte vorübergehend wieder den Katholizismus durchsetzen (bis 1632). 1803 kam die Reichsstadt nach dem Frieden von Lunéville zum Kurfürstentum (später Königreich) Württemberg und wurde Sitz eines Oberamtes. Aus einigen Weilern, die teilweise zu , teilweise aber auch der Herrschaft Wöllwarth gehörten, wurde 1811 die Gemeinde Unterrombach gebildet. Die östlichen Weiler Aalens kamen zur Gemeinde Unterkochen. 1935 begannen die Eingemeindungen benachbarter Orte. 1938 wurde das Oberamt in den Landkreis überführt und die Gemeinde Unterrombach aufgelöst. Deren Gebiet kam größtenteils zu , der Ort Hammerstadt kam jedoch zur Gemeinde Dewangen, Forst, Rauental und Vogelsang zu Essingen (bis 1952 gehörte dann die gesamte ehemalige Gemeinde Unterrombach mit Ausnahme von Forst zu , Forst blieb bis heute bei Essingen). 1952 kam mit ganz Württemberg zum Land Baden-Württemberg. Bei der Kreisreform zum 1. Januar 1973 wurde der Landkreis Bestandteil des Ostalbkreises. blieb beziehungsweise wurde Kreisstadt des neuen Kreises. 1975 erreichte das Stadtgebiet seine heutige Ausdehnung. 1992 fanden in die Heimattage Baden-Württemberg statt. Geschichte der StadtteileDewangen wurde erstmals im 12. Jahrhundert als „Tenwangen” erwähnt. Es gehörte dem Kloster . Im 14. Jahrhundert war er als Lehen dem Gmünder Geschlecht „im Steinhaus” vergeben. Dann gelangte es an das Spital , doch gab es weiterhin ellwangisches Lehen. 1802 wurde Dewangen württembergisch und gehörte zum Oberamt . Auch die zu Dewangen gehörigen Weiler waren größtenteils ellwangisch. Ebnat wurde 1298 als „Ebenoet” erstmals erwähnt. Über das Kloster Neresheim kam der Ort an die Grafen von Öttingen, die als Klostervögte die Herrschaft ausübten, doch traten sie 1764 ihre Rechte an das Kloster Neresheim ab. 1803 fiel der Ort zunächst an das Haus Thurn und Taxis, 1806 an und 1810 kam er zu Württemberg, wo er dem Oberamt Neresheim angehörte. Bei dessen Auflösung 1938 kam Ebnat zum Landkreis . Fachsenfeld wurde 1230 als „Vachsenvelt” erstmals erwähnt. Der Ort war Teil der Burg (heute ein zu Fachsenfeld gehöriger Wohnplatz). Um 1400 gehörte der Ort den Herren von Wöllwarth, die 1591 die Reformation einführten. Erst 1806 kam der Ort an Württemberg und gehörte fortan zum Oberamt . Hofen wurde 1397 als „Dorf” bezeichnet. Bis 1404 gehörte der Ort zur Burg Hohenalfingen, dann zur Herrschaft Wasseralfingen und kam 1553 zum Stift . 1802 kam Hofen zu Württemberg und gehörte zunächst zur Gemeinde Wasseralfingen, wurde dann aber 1845 eine selbständige Gemeinde im Oberamt . 1859 erhielt die Gemeinde auch die Weiler Oberalfingen und Heimatsmühle von der Gemeinde Wasseralfingen. Unterkochen wurde um 1136 als „Cochon” erstmals erwähnt. Die Siedlung entstand um ein Schloss („Kochenburg”), das bereits 1300 erwähnt, 1627 aber neu erbaut und bereits 1645 von den Schweden zerstört wurde (heute nur noch Mauerreste erhalten). Besitzer waren ursprünglich die Herren von Kochenburg, denen die Ahelfingen und 1317 die von Öttingen folgten, bevor der Ort an gelangte. Die Kocherburg wurde dann Sitz des Obervogts des ellwangischen Oberamtes Kocherburg. Nach der Zerstörung des Schlosses residierten sie in einem neu erbauten Amtshaus. Weiteren Besitz im Dorf hatten bis 1465 die Familie Malse, deren Besitz ebenfalls an fiel. 1802 kam Unterkochen an Württemberg und gehörte zum Oberamt . Im ehemaligen Amtshaus saß dann bis 1877 das württembergische Kameralamt. Im Ort wurde ab 1518 ebenso wie im benachbarten Oberkochen Erzabbau betrieben. Das Erz wurde ab 1557 von Württemberg verhüttet. 1614 musste Württemberg seine Werke jedoch an verkaufen. Nach dem Übergang an Württemberg 1802 wurde das Werk geschlossen und nach Wasseralfingen verlegt. Waldhausen wurde 1239 als „Walthusen” erstmals erwähnt. Über Schenkungen verschiedener Lehnsmänner kam der Ort an die Herrschaft Kapfenburg und mit ihr an Öttingen, die ihn 1364 an den Deutschorden verkauften. Ein kleiner Teil blieb bei . Die Herren von Öttingen beanspruchten dennoch die hohe Obrigkeit. 1806 kam Waldhausen an Württemberg und gehörte zunächst zum Oberamt Neresheim. Bei dessen Auflösung 1938 kam Waldhausen zum Landkreis . Die zu Waldhausen heute gehörigen Weiler waren überwiegen ellwangisch und unterstanden dem Amt Kocherburg. Wasseralfingen wurde 1337 als „Wasserahelfingen” erstmals erwähnt (eine frühere Nennung von „Ahelfingen” ist nicht mit Sicherheit auf Wasseralfingen zu beziehen). Der Ort entwickelte sich um ein ehemaliges Wasserschloss, das wohl 1337 von den Herren von Ahelfingen erbaut wurde und nach dem Umbau von 1593 dem Oberamtmann des ellwangischen Oberamtes Wasseralfingen als Sitz diente. Demzufolge gehörte der Ort früh zu , doch wurde er mehrmals zu Lehen vergeben. 1802 kam Wasseralfingen an Württemberg und wurde dem Oberamt zugeordnet. Schon ab 1671 wurde durch die Fürstpropstei die Eisenverhüttung begründet. Doch blieb der Ort (1803 nur 350 Einwohner) zunächst noch sehr klein. 1828 erhielt Wasseralfingen das Marktrecht. Bereits ab 1811 wurde die Eisenverhüttung der Schwäbischen Hüttenwerke weiter ausgebaut und der Ort wuchs stark an, so dass er schließlich 1951 zur Stadt erhoben wurde. ReligionenDie Bevölkerung von gehörte ursprünglich zum Bistum und war der Abtei unterstellt. Mit Hilfe des Herzogs von Württemberg wurde 1575 die Reformation eingeführt. Entsprechende Versuche gab es bereits vorher, doch konnten der Bischof von und der Propst von dies zunächst verhindern. Nach der Reformation war über Jahrhunderte eine überwiegend protestantische Stadt. Lediglich zwischen 1628 und 1632 war der Katholizismus vorherrschend. Als Freie Reichsstadt konnte die Stadt ihre kirchlichen Angelegenheiten selbst regeln. Die oberste Kirchenbehörde oblag dem Rat der Stadt. Nach dem Übergang an Württemberg wurde 1803 Sitz eines württembergischen Dekanats, dessen Dekanatskirche die Stadtkirche (heutiger Bau von 1765–1767 erstellt) ist. Als weitere Kirche bestand die Johanneskirche auf dem Friedhof, die 1561 erneuert wurde. Im 20. Jahrhundert nahm die Zahl der Bevölkerung Aalens zu, so dass weitere Gemeinden gegründet wurden. Es entstand die Markusgemeinde (Kirche von 1967) und die Martinsgemeinde (Kirche von 1974). Im Stadtteil Unterrombach wurde von ebenfalls die Reformation eingeführt, doch blieb der Ort eine Filiale von . Erst 1912 erhielt der Ort eine eigene Kirche und 1947 wurde eine eigene Pfarrei errichtet. Fachsenfeld wurde durch die Ortsherrschaft der Herren von Wöllwarth bzw. Leinroden reformiert. Die dortige Pfarrkirche wurde 1591 erbaut, im 16. Jahrhundert zogen jedoch vermehrt Katholiken zu, so dass der Ort danach mehrheitlich katholisch war. Die übrigen Stadtteile Aalens blieben nach der Reformation überwiegend katholisch, doch erhielt Wasseralfingen 1891 eine evangelische Pfarrei und zwei Jahre später eine eigene Kirche. In Unterkochen wurde nach dem Zweiten Weltkrieg ebenfalls eine Pfarrei errichtet und 1960 eine eigene Kirche gebaut. Alle vier Kirchengemeinden gehören zum Dekanat innerhalb der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Ferner gibt es in Altpietistische Gemeinschaften. Die wenigen Katholiken in der heutigen Kernstadt wurden bis ins 19. Jahrhundert von der Pfarrei Unterkochen versorgt. 1872 erhielt jedoch wieder eine eigene Pfarrei und 1913 eine eigene Kirche St. Salvator. 1969 wurde innerhalb der Gemeinde die Heilig-Kreuz-Kirche gebaut. Bereits 1963 war die zweite Pfarrei St. Maria errichtet worden, die 1972 eine eigene Kirche und 1970 die St. Augustinuskirche erhielt. 1976 wurde schließlich die St. Elisabeth-Kirche errichtet. Ferner gibt es seit 1963 noch die Seelsorgestelle St. Michael. Auch in Hofherrnweiler entstand bereits 1904 eine eigene katholische Kirche St. Bonifatius. Die Stadtteile Dewangen, Ebnat, Hofen, Waldhausen und Wasseralfingen blieben nach der Reformation katholisch. Daher gibt es hier jeweils alte Kirchengemeinden und Kirchen. Die Kirche Mariä Himmelfahrt Dewangen hat einen frühgotischen Turm, doch wurde das Schiff 1875 neu erbaut. Die Kirche Mariä Unbefleckte Empfängnis Ebnat wurde 1723 erbaut und später erneuert, doch wurde sie bereits 1298 erstmals erwähnt. Die Hofener Pfarrkirche St. Georg ist eine Wehrkirche von 1762–1775 erbaut. Neben der Kirche befindet sich die gotische Kapelle St. Otilia. St. Maria Unterkochen wurde 1248 erstmals erwähnt und war lange Zeit auch für die Katholiken in zuständig. Die Pfarrkirche St. Nikolaus Waldhausen wurde 1699–1716 erbaut. Wasseralfingen war zunächst Filiale von Hofen, hatte jedoch eine alte Kirche St. Stephan, die 1832 erweitert wurde. 1834 wurde die eigene Pfarrei errichtet und 1883 erbaute sich die Gemeinde eine neue Kirche. Auch Fachsenfeld bekam 1895 eine eigene Kirche Zum heiligsten Herzen Jesu. Alle katholischen Kirchengemeinden im Aalener Stadtgebiet sind heute zu 4 Seelsorgeeinheiten innerhalb des Dekanats des Bistums Rottenburg-Stuttgart zusammengeschlossen. Diese Seelsorgeeinheiten umfassen aber teilweise auch Gemeinden außerhalb der Stadt . Zur Seelsorgeeinheit 2 gehören die Gemeinden Essingen, Dewangen und Fachsenfeld, zur Seelsorgeeinheit 4 die Gemeinden Hofen und Wasseralfingen, zur Seelsorgeeinheit 5 die beiden Gemeinden und Hofherrnweiler, zur Seelsorgeeinheit 6 die Gemeinden Waldhausen, Ebnat, Oberkochen und Unterkochen. Neben den beiden großen Kirchen gibt es in auch Freikirchen und Gemeinden, darunter die Evangelisch-methodistische Kirche, eine Baptisten-Kirche eine Advent-Gemeinde und eine Freikirchliche Gemeinde. Auch die Neuapostolische Kirche ist in vertreten. EingemeindungenDie heutige Stadt wurde am 21. Juni 1975 durch Vereinigung der Städte und Wasseralfingen zunächst unter dem Namen Aalen-Wasseralfingen gebildet. Doch wurde sie bereits zum 1. Juli 1975 in „Stadt Aalen” umbenannt. Die frühere Stadt hatte zuvor bereits folgende Gemeinden eingegliedert:
Die Stadt Wasseralfingen hatte am 1. April 1972 bereits die Gemeinde Hofen eingegliedert. EinwohnerentwicklungIm Mittelalter und der frühen Neuzeit war nur eine kleine Stadt mit wenigen hundert Einwohnern. Die Bevölkerungszahl wuchs nur langsam und ging durch die zahlreichen Kriege, Seuchen und Hungersnöte immer wieder zurück. Erst durch den Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert beschleunigte sich das Bevölkerungswachstum. Lebten 1803 erst 1.932 Menschen in der Stadt, so waren es 1905 bereits 10.442. Auch danach stieg die Bevölkerungszahl weiter. 1939 hatte 15.890 Einwohner. Durch den Zustrom von Flüchtlingen und Vertriebenen aus den deutschen Ostgebieten nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Bevölkerung der Stadt bis 1961 auf 31.814. Der Zusammenschluss mit Wasseralfingen am 21. Juni 1975 brachte einen Zuwachs von 14.597 Personen auf 65.165 Einwohner. Am 30. Juni 2005 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl” für nach Fortschreibung des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg 67.125 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern) – historischer Höchststand. Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1823 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes. Die Angaben beziehen sich ab 1871 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung”, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung”. Vor 1871 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.
¹ Volkszählungsergebnis PolitikGemeinderatDer Gemeinderat besteht seit der letzten Kommunalwahl am 13. Juni 2004 aus 48 Mitgliedern, deren Amtszeit 5 Jahre beträgt. Die Sitze verteilen sich auf die einzelnen Parteien und Gruppierungen wie folgt:
BürgermeisterAn der Spitze der Stadt steht bereits seit 1374 der Bürgermeister und der Rat. Im 16. Jahrhundert gab es 2 später 3 Bürgermeister. Der Rat hatte 1552 insgesamt 13 Mitglieder. Später wurde die Verwaltungsspitze mehrmals neu organisiert. In württembergischer Zeit stand zunächst ein Bürgermeister, ab 1819 der „Stadtschultheiß” an der Spitze der Stadt. Seit 1947 trägt das Stadtoberhaupt die Amtsbezeichnung Oberbürgermeister. Dieser wird heute von den Wahlberechtigten auf 8 Jahre direkt gewählt. Er ist Vorsitzender und Mitglied des Gemeinderats und hat dort Stimmrecht. Seine allgemeinen Stellvertreter sind der 1. Beigeordnete mit der Amtsbezeichnung „Erster Bürgermeister” und ein weiterer Beigeordneter mit der Amtsbezeichnung „Bürgermeister”. Stadtoberhäupter in seit 1802 (noch lückenhaft)
Wappen und FlaggeDas Wappen der Stadt zeigt in Gold einen rot bezungten, schwarzen Adler, belegt mit einem roten Brustschild, darin ein gekrümmter silberner Aal. Die Aalener Stadtfarben sind rot-weiß. Das Wappen wird schon lange geführt. Nach der Gebietsreform wurde es am 16. November 1976 vom Regierungspräsidium neu verliehen. StädtepartnerschaftenAalen unterhält Städtepartnerschaften mit folgenden Städten:
Patenschaft
Kultur und SehenswürdigkeitenSchubart-LiteraturpreisZu Ehren des großen Sohnes der Stadt Christian Friedrich Daniel Schubart stiftete die Stadt 1955 den Schubart-Literaturpreis. Museen
BauwerkeAltes Rathaus mit „Spion”Das Alte Rathaus wurde im Jahre 1636 erbaut. Am Turm befindet sich das Wahrzeichen der Stadt, eine kleine Relieffigur des Spions von Aalen. Vor dem Rathaus steht die Figur des Kaisers Joseph I.. Dem Spion von Aalen verdanken es die Bürger der Stadt, dass sie von der Zerstörung durch das Heer des Kaisers einst verschont wurden. Dazu die Legende: Die Reichsstadt lag im Zwist mit dem Kaiser, und dessen Heer stand kurz vor den Toren der Stadt, um diese einzunehmen. Die Aalener bekamen es mit der Angst zu tun, und schickten deshalb den „Pfiffigsten” ins feindliche Lager, um die Stärke der Truppen auszukundschaften. Dieser aber ging ohne Umschweife geradewegs mitten in das Lager des Feindes hinein, wo er zwangsläufig sofort gefangen genommen, und dem Kaiser vorgeführt wurde. Als dieser ihn fragte, was er denn hier zu suchen habe, antwortete er: „Erschrecket net, ihr hohe Herra, i will bloß gucka, wie viel Kanone ond anders Kriegszeug ihr hent. I ben nämlich der Spion von Aale.” (freie Übersetzung: „Erschreckt nicht, ihr hohen Herren, ich würde nur gerne schauen, wieviele Kanonen und sonstiges Kriegsmaterial ihr habt. Ich bin nämlich der Spion von .”) Der Kaiser lachte über so viel Unverfrorenheit und gespielte Einfalt, und ließ ihn durch das ganze Lager führen und schickte ihn dann wieder nach Hause. Bald darauf zog er mit seinem Heer ab, denn er meinte, eine Stadt, in der solche „Schlaumeier” wohnten, habe Schonung verdient. Barocke StadtkircheDie heutige Aalener Stadtkirche ist vermutlich der dritte Bau an dieser Stelle im Herzen der Aalener Altstadt. Das erste Bauwerk war eine dem Heiligen Nikolaus geweihte frühgotische Kapelle. Als 1360 Freie Reichsstadt geworden ist, war diese Kapelle schon durch die 1340 erstmals erwähnte Pfarrkirche St. Nikolaus ersetzt worden. Der Friedhof, der ursprünglich direkt an der Kirche lag, wurde aus Platzgründen vor die Tore der Stadt, zur Johanniskirche, verlagert. Der erste protestantische Gottesdienst in wurde am 29. Juni 1575 gehalten; von damals bis zum Beginn der Industrialisierung war eine rein evangelische Stadt. Als im Dreißigjährigen Krieg das schwedische Heer auf dem Rückzug war, wurde in ein Pulverwagen vergessen, der in Feuer geriet. Den Flammen fiel die gesamte Stadt mit Kirche zum Opfer. Nach dem Brand von 1634 wurde die Kirche notdürftig wieder aufgebaut. Zur größeren Sicherheit der Stadt wurde der Turm später noch einmal um elf Meter aufgestockt. Aufgrund damit unzureichender Fundamente brach er am Pfingstdienstag 28. Mai 1765 zusammen und beschädigte das Kirchenschiff schwer. Der Einsturz des Turmes bedingte 1765–1767 einen völligen Neubau. Dabei entstand eines der seltenen Beispiele eines protestantischen Kirchenraumes in den Formen des Barock. Nach dem Entwurf des württembergischen Landbaumeisters Johann Adam Groß schuf Baumeister Johann Michael Keller eine barocke Quersaalanlage von 36 m x 16 m. Mit einer lichten Höhe von 11 m haben in der Kirche 550 Personen im Schiff und 330 Personen auf den Emporen Platz. An Kunstgegenständen ist die Stadtkirche mit einer Altar-Kanzel-Gruppe und einem Kanzeldeckel mit auferstehendem Christus von Thomas Schaidhauf ausgestattet. Das Altarkreuz aus dem 16. Jahrhundert stammt aus der Vorgängerkirche. Bemerkenswert ist das mit dem Stadtwappen geschmückte Altargitter. An der Decke des Saalraumes drei Fresken von Anton Wintergerst: in der Mitte das Jüngste Gericht, links und rechts davon die Auferstehung und die Himmelfahrt Christi. Sonstige KirchenWeitere evangelische Kirchen sind die Markuskirche von 1967 und die Martinskirche von 1974 in der Aalener Kernstadt sowie die Kirche in Unterrombach von 1912, die Pfarrkirche in Fachsenfeld von 1591, die Kirche in Wasseralfingen von 1893 und die Kirche in Unterkochen von 1960. Besonders sehenswert ist die Johanniskirche im ehemaligen Johannisfriedhof im Westen der Innenstadt. Das Bauwerk entstand vermutlich aus einem römischen Tempel und zählt somit zu den ältesten Kirchen Baden-Württembergs. Im Inneren finden sich mittelalterliche Fresken. Katholische Kirchen in der Aalener Kernstadt sind die 1913 erbaute Salvatorkirche, die Heilig-Kreuz-Kirche von 1969, die Kirche St. Maria von 1972, die St. Augustinuskirche von 1970 und die 1976 erbaute St. Elisabeth-Kirche. In den Aalener Stadtteilen gibt es folgende katholische Kirchen: St. Bonifatius Hofherrnweiler 1904, Mariä Himmelfahrt Dewangen mit frühgotischen Turm und Schiff von 1875, Mariä Unbefleckte Empfängnis in Ebnat von 1723 (später erneuert, doch wurde sie bereits 1298 erstmals erwähnt), Pfarrkirche St. Georg Hofen, eine Wehrkirche von 1762–1775, neben der sich die gotische Kapelle St. Otilia befindet, St. Maria in Unterkochen (erstmals 1248 erwähnt), St. Nikolaus in Waldhausen (1699–1716 erbaut), St. Stephan Wasseralfingen (1832 erweitert) und neue Kirche von 1883 sowie die Kirche Zum heiligsten Herzen Jesu in Fachsenfeld von 1895. BürgerspitalDas Bürgerspital ist ein Fachwerkhaus, das 1702 am Spritzenhausplatz erbaut wurde. Bis 1873 diente es als städtisches Krankenhaus. Danach wurde es in ein Altersheim umgewandelt. Nach einer umfassenden Restaurierung ist es heute eine Seniorenbegegnungsstätte. Limes-ThermenAn einem Hang mit Blick über befindet sich das Thermalbad Limes-Thermen, welches in römisch-antikem Stil gebaut wurde. Die anerkannte Heilquelle wird mit 34 bis 36 °C warmem Wasser aus etwa 650 Metern Tiefe versorgt. MarktplatzHistorischer Mittelpunkt von mit Marktbrunnen. RadgasseDie älteste Häuserfassade von findet man in der Radgasse. Die Gebäude wurden zwischen 1659 und 1662 erbaut und gelten als typische Aalener Ackerbürgerhäuser. Tiefer StollenDie ehemalige Eisenerzgrube Wilhelm am Braunenberg wurde 1987 zum Besucherbergwerk Tiefer Stollen umgewandelt, um die Leistung der damaligen Bergleute zu würdigen und um das Bergwerk als Denkmal der frühen industriellen Kultur im Aalener Raum zu erhalten. Die Stadt , ein Förderverein und viele Bürger richteten in tausenden von freiwilligen Arbeitsstunden das Bergwerk wieder so her, dass es heute besucht werden kann. Dabei wurde alles soweit wie möglich im Originalzustand belassen. Seit 1989 werden im so genannten Heilstollen zur Behandlung von Atemwegserkrankungen auch Liegekuren angeboten. Fernsehturm des SWRDer Südwestrundfunk betreibt auf dem Braunenberg seit 1956 einen Grundnetzsender für Radio und Fernsehen. Als Antennenträger dient ein freistehender, 147 Meter hoher Stahlbetonturm. Sternwarte AalenDie Sternwarte wurde bereits 1969 als Schulsternwarte des Schubart-Gymnasiums gebaut, ist jedoch erst seit 2001 für die Öffentlichkeit zugänglich. Sie liegt auf der Schillerhöhe und wird von der Astronomischen Arbeitsgemeinschaft Aalen geleitet. Es finden regelmäßig Führungen und astronomische Vorträge statt, an denen auch Besucher teilnehmen können. Wirtschaft und InfrastrukturVerkehr
Gerichte, Behörden und EinrichtungenAalen verfügt über ein Amtsgericht, das zum Landgerichtsbezirk und zum Oberlandesgericht gehört, ferner über Kammern des Arbeitsgerichts , über ein Notariat, ein Finanzamt und eine Agentur für Arbeit. Die Stadt ist auch Sitz des Landratsamts Ostalbkreis sowie des Kirchenbezirks der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und des Dekanatsverbands Ostalb des Bistums Rottenburg-Stuttgart, zu dem die Dekanate , , Neresheim und gehören. Ansässige UnternehmenIn dominiert die Metallverarbeitung. Neben dem Maschinenbau sind die Industriezweige Optik, Papier, Informatik, und Textil wichtige Träger der Wirtschaftsstruktur. MedienIn erscheinen als Tageszeitung die „Schwäbische Post”, die ihre überregionalen Seiten von der Südwestpresse in bezieht, sowie die „Aalener Nachrichten”, eine Lokalausgabe der Schwäbischen Zeitung aus . BildungIn gibt es eine Hochschule (früher: Fachhochschule) für Technik und Wirtschaft. Die Stadt ist Träger von drei Gymnasien (Kopernikus-Gymnasium Wasseralfingen, Schubart-Gymnasium – Partnerschule für Europa und Theodor-Heuss-Gymnasium), vier Realschulen (Karl-Kessler-Realschule Wasseralfingen, Kocherburg-Realschule Unterkochen, Realschule auf dem Galgenberg und Uhland-Realschule), einer Förderschule (Weitbrechtschule), einer Förderschule mit Schule für Erziehungshilfe (Hermann-Hesse-Schule), sechs Grund- und Hauptschulen mit Werkrealschule (Braunenbergschule Wasseralfingen, Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule Fachsenfeld, Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule Unterkochen, Hofherrnschule Unterrombach, Schillerschule und Talschule Wasseralfingen), einer Hauptschule mit Werkrealschule (Bohlschule) sowie acht selbständigen Grundschulen (Gartenschule Ebnat, Grauleshofschule, Greutschule, Grundschule Waldhausen, Kappelbergschule Hofen, Langertschule, Rombachschule Unterrombach und Schwarzfeldschule Dewangen). Der Ostalbkreis ist Schulträger der Beruflichen Schulen (Technische Schule, Kaufmännische Schule und Justus-von-Liebig-Schule – Hauswirtschaftliche und Landwirtschaftliche Schule) sowie der Schloss-Schule Wasseralfingen, Schule für Sprachbehinderte und Kranke in längerer Krankenhausbehandlung. Die privaten Schulen Abendgymnasium Ostwürttemberg, Abendrealschule , Altenpflegeschule der DAG Arbeiterwohlfahrt, Altenpflegeschule der Deutschen Angestellten-Akademie, Freie Waldorfschule e. V., Private Berufsfachschule Dr. Engel sowie die beiden Schulkindergärten für Geistigbehinderte (des Rehabilitationszentrums Südwest) und für Erziehungshilfe (des Aufwind e. V.) runden das schulische Angebot in ab. Die Deutsche Esperanto-Bibliothek ist seit 1989 in den Räumen der Stadtbibliothek ansässig. PersönlichkeitenEhrenbürger
Söhne und Töchter der Stadt
Sonstige Persönlichkeiten
LiteraturWürttembergisches Städtebuch; Band IV Teilband Baden-Württemberg Band 2 aus „Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte – Im Auftrage der Arbeitsgemeinschaft der historischen Kommissionen und mit Unterstützung des Deutschen Städtetages, des Deutschen Städtebundes und des Deutschen Gemeindetages”, hrsg. von Erich Keyser, , 1961 Texte und Bilder stammen ganz oder teilweise aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht somit ganz oder teilweise unter der GNU Lizenz. Eine Liste der Autoren und Fotografen, sowie den Originaltext finden Sie hier. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
