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Adelsheim ist eine Kleinstadt im Norden Baden-Württembergs, etwa 40 km nördlich von . Der staatlich anerkannte Erholungsort Adelsheim im Neckar-Odenwald-Kreis blickt auf eine über 1200-jährige Tradition zurück. GeografieAdelsheim liegt an der Mündung der von Osten kommenden Kirnau in die von Norden fließende Seckach. Der Zusammenfluss wurde dann beim Bau einer Stadtbefestigung genutzt. Die Seckach fließt weiter flussabwärts bei Möckmühl in die Jagst. Großräumig gehört das Gebiet um Adelsheim zum Bauland, einem Höhenzug, der vom Odenwald im Nordwesten zum Jagsttal im Süden und zum Taubertal im Osten überleitet. Ein Teil des Gemeindegebiets liegt im Naturpark Neckartal-Odenwald. OrtsteileAdelsheims Kernstadt liegt in einem von Seckach und Kirnau gebildeten Talkessel. Typisch für den Ortsaufbau ist, dass zunächst Straßenzüge und Siedlungen (Nachkriegszeit) in den verschiedenen Tälern und erst dann auf den dazwischen liegenden Hochflächen (70-90er Jahre) entstanden sind. In der Mitte liegt der Wasserfall der Kirnau kurz vor der Mündung in die Seckach und versorgt eine in Betrieb befindliche Mühle mit seiner Energie. Diese Kernstadt entstand aus dem Viertel um die evangelische Stadtkirche und die beiden Schlossgebäude der Seestadt unterhalb des Rathauses sowie aus der Vorstadt bei der gotischen Jakobskirche. Die Hauptstraße in Adelsheim ist die Marktstraße, von der unter anderem die Obere Austraße, Rietstraße, Lachenstraße und die heutige Bundesstraße 292 nach Oberschefflenz abzweigen. SennfeldSennfeld liegt rund drei Kilometer südwestlich im Seckachtal und hat etwa 1.250 Einwohner. Der Ort wurde erstmals im Jahre 1110 urkundlich erwähnt. 1615 stiftete Margaretha von Carben, eine Enkelin des Ritters Götz von Berlichingen "mit der eisernen Hand", die evangelische Pfarrkirche. Das Schloss von Sennfeld, ehemals im Besitz von Familienangehörigen der Freiherren von Berlichingen, wurde 1713 im ländlichen Barockstil erbaut. LeibenstadtDas südlich von Adelsheim gelegene ehemalig ritterschaftliche Dorf Leibenstadt mit etwa 320 Einwohnern - seit 1971 Stadtteil von Adelsheim - wurde erstmals im Jahre 1293 erwähnt. WemmershofDer drei Kilometer westlich von Adelsheim gelegene Weiler Wemmershof lässt sich seit 1423 nachweisen. Im Mittelalter wurde den dort ansässigen Bauern der Grund und Boden zur Bestellung von den damaligen Grundherren überlassen. Heute ist Wemmershof nach wie vor eine landwirtschaftlich geprägte Siedlung und zählt nur etwa 50 Einwohner. In dem zur Stadtmitte laufenden Bachtal liegt auch das städtische Freibad. HergenstadtHergenstadt liegt südöstlich. Es ist ein Weiler mit etwa 50 Einwohnern, der 1500 gegründet wurde. Business-Park AdelsheimDer Business-Park Adelsheim befindet sich einen Kilometer westlich, außerhalb des Ortszentrums von Adelsheim und acht Kilometer von der A81 entfernt, direkt an der B 292. Die B 292 führt von , nach Adelsheim und dann weiter über Osterburken in Richtung . GeschichteDer Ort, der bereits 779 unter dem Namen Adaloltesheim erstmalig urkundlich erwähnt worden war, wurde im Jahre 1374 unter Kaiser Karl IV. Adelsheim zur Stadt erhoben. Die Grundherren waren die gleichnamigen Reichsritter. Sie ließen sich die Burg in ein Wasserschloss umbauen. Das Gebiet gehörte deshalb nie zu den großen Kirchen- oder weltlichen Fürstentümern der Umgebung sondern war bis zum Reichsdeputationshauptschluss von 1803 Besitz der Reichsritterschaft. In Adelsheim lebten Juden bereits im Mittelalter. 1338 hatte Kaiser Ludwig der Bayer den Brüdern Poppo und Berlinger von Adelsheim erlaubt, in ihrem Gebiet vier jüdische Familien zu "halten". Auch 1690 waren vier jüdische Familien in Adelsheim ansässig. Die Entstehung einer eigentlichen Gemeinde wird für das 17. Jahrhundert angenommen. Die höchste Zahl jüdischer Einwohner wurde um 1885 mit 70 Personen erreicht. Nach einer Bestimmung von 1690 hatte die damalige jüdische Gemeinde an die Freiherren jährlich vier Gulden für die Erlaubnis zu bezahlen, am Schabbes "Schule", das heißt Gottesdienste halten zu dürfen. Der damalige Betsaal soll nach mündlicher Überlieferung im zweiten Stock des von Melchior Keller 1418 in der Torgasse erbauten Haus eingerichtet gewesen sein. Dieses Haus wurde 1952 abgebrochen. Später gab es einen Betsaal in einem gleichfalls nicht mehr bestehenden Gebäude im Hof des Oberschlosses. Von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis 1889 bestand eine Synagoge in der Turmgasse 27. Eine Mikwe (rituelles Tauchbad) und eine Cheder (jüdische Schule) waren im 19. Jahrhundert im Gebäude der alten Synagoge untergebracht, ab 1889 in der neuen Synagoge (Untere Austraße 1). Beim Abbruch dieser neuen Synagoge 1977 wurde die Mikwe wiederentdeckt. Rituelle Bestattungen wurden in Buchen-Bödigheim und nach 1884 im Jüdischen Friedhof des heutigen Ortsteils Sennfeld durchgeführt. Nach der Wagner-Bürckel-Aktion in der Zeit des Nationalsozialismus kamen von den 35 Personen, die 1933 hier wohnhaft gewesen waren, mindestens zehn ums Leben. In Folge der Reformation wird die Bevölkerung evangelisch. Bis 2000 war Adelsheim Sitz eines Dekanats (Kirchenbezirk) der Badischen Landeskirche mit einer lokalen Patronatsverfassung. Im Zuge der Dekanatreform zog das Dekanat nach Hirschlanden (Ortsteil von Rosenberg) um. Katholiken bildeten bis 1930 eine weitere Minderheit. Nach 1945 kam es durch die Flüchtlingsaufnahme zu einem ungefähren Gleichgewicht dieser beiden christlichen Konfessionen. 1960 entstand neben der St. Jakobskirche ein modernes katholisches Kirchengebäude (Sta. Marien).
PolitikBürgermeister (Nachkriegszeit)
GemeinderatSeit den Kommunalwahlen von 2004 setzt sich der Gemeinderat wie folgt zusammen:
Wappen und FlaggeBlasonierung: Auf Silber ein schwarzes, senkrecht stehendes Steinbockshorn. Es läuft von unten nach links und oben (ist also nach rechts offen). Wirtschaft und InfrastrukturWirtschaftNeben der Landwirtschaft entwickelten sich Mitte des 20 Jahrhunderts mittelständische Betriebe (Landwirtschaftliche Kleinmotoren, Holz, Lacke). Handwerksbetriebe überwiegen am Ort. Ein Teil der Einwohner pendelt nach und in die dortigen Industriebetriebe. VerkehrAdelsheim liegt mit den Haltepunkten Adelsheim Ost und Sennfeld an der Frankenbahn Würzburg–Stuttgart und mit dem Haltepunkt Adelsheim Nord an der von Westen herführenden Neckartalbahn Heidelberg–Osterburken. Seit Dezember 2003 verkehrt auf dieser Strecke im Stunden-Takt die Linie S 1 Kaiserslautern–Mannheim–Osterburken. Der Busverkehr (außer Schulbusse) ist schlecht ausgebaut. Es wird in den Abendstunden und Sonntags Vormittags eine Ruftaxi-Linie angeboten, die eine Verbindung zwischen dem abseits liegenden Bahnhof Nord und den Stadtteilen darstellt. Es besteht über die nur 8 km vom Zentrum liegende Autobahnausfahrt Adelsheim-Osterburken (Nr. 6) Anschluss an die A 81 (Stuttgart–Würzburg). Durch Adelsheim führt die B 292 (Sinsheim–Mosbach–Osterburken–Lauda-Königshofen). Gericht und EinrichtungenAdelsheim verfügt wegen der großen Jugendstrafvollzugsanstalt immer noch über ein kleines Amtsgericht, das zum Landgerichtsbezirk und Oberlandesgerichtsbezirk gehört. Bildungseinrichtungen
Freizeiteinrichtungen
Kultur und Sehenswürdigkeiten
VereineAdelsheim: Aus den vier Vereinen der Nachkriegszeit -Gesangverein, Sportverein, Jugendclub, Feuerwehr- wurden inzwischen einige mehr. Aber diesen Kern gibt es leicht verändert immer noch. Feuerwehr- und Rot-Kreuz-Vereine gehören zu den ältesten Gliederungen ihrer Organisationen in Nordbaden. Sennfeld: In Sennfeld wurden zahlreiche Vereine nach dem 2. Weltkrieg neu- bzw. wiedergegründet. Die meisten Mitglieder haben der TV 1897 Sennfeld e.V. (Turnverein mit Faustball, Gymnastik) der SV Germania Adelsheim und der VfB Sennfeld 1923 e.V. (Fußball, Tischtennis, Badminton). Daneben gibt es zahlreiche kleinere Vereine aus vielen Interessensgebieten. Regelmäßige Veranstaltungen
Der Ausdruck Gäässwärmer kommt von einer altertümlichen Methode der Ziegenstallheizung. Besonders beliebt im Stadtteil Seestadt. Ein Folge davon war 1865 die relativ frühe Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr am Ort.
Persönlichkeiten
Literatur
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