Aichtal in Baden-Württemberg


Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Esslingen
Koordinaten: 48° 37′ N, 9° 14′ O
Höhe: 311 m ü. NN
Fläche: 23,64 km²
Einwohner: 9807
Bevölkerungsdichte: 415 Einwohner je km²
Postleitzahl: 72631 (alt: 7447)
Vorwahl: 07127
Kfz-Kennzeichen: ES
Gemeindeschlüssel: 08 1 16 081
Stadtgliederung: 3 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Waldenbucher Straße 30
72631 Aichtal
Webpräsenz: www.aichtal.de
Bürgermeister: Klaus Herzog (SPD)

Aichtal ist eine Stadt in Baden-Württemberg. Sie liegt etwa 15 Kilometer südlich der Landeshauptstadt im Landkreis .

Geografie

Geografische Lage

Aichtal liegt am südlichen Rand der Filderebene im namensgebenden Tal der Aich. Das Stadtgebiet erstreckt sich über eine Höhenlage von 295 Meter bei der Kläranlage Grötzingen bis 495 Meter im Gewann Betzenberg.

Nachbargemeinden

Angrenzende Gemeinden sind im Norden, Wolfschlugen im Nordosten, im Osten, Neckartailfingen und Schlaitdorf im Süden, Walddorfhäslach (Landkreis ) im Südwesten und Waldenbuch (Landkreis ) im Westen.

Stadtgliederung

Aichtal besteht aus den drei Stadtteilen Grötzingen (ca. 4.500 Einwohner), Aich (3.400) und Neuenhaus (2.300).

Geschichte

  • Menschen leben in diesem Gebiet seit der Jungsteinzeit. Aus dieser Zeit gibt es Funde von Steinwerkzeugen und Tonscherben.
  • 1075 wurde zum ersten Mal die alemannische Stadt Grötzingen erwähnt. Sie soll von Diepold von Bernhausen angelegt worden sein.
  • 1103 wurde in einer Schenkungsurkunde von Wolfram von Eichacha und seinem Bruder zum ersten Mal Aich erwähnt.
  • 1312 wurde zum ersten Mal Neuenhaus urkundlich erwähnt.
  • 1546 im Schmalkaldischen Krieg hatten die Einwohner von Grötzingen aus Geldnot ihre Kanonen verkauft. Als sich plündernde Soldaten näherten, gruben sie hölzerne Brunnenrohre aus und schoben sie in die Schießscharten der Stadtmauer. Da die herannahenden Soldaten diese für Kanonen hielten, zogen sie weiter, ohne die Stadt anzugreifen.
  • In der Schaich wurden Krebse gefangen. Diese wurden regelmäßig bis nach und verkauft.
  • In Neuenhaus wurde das Töpferhandwerk bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts betrieben. Zur Unterscheidung von „Katholisch-Neuhausen” (Neuhausen auf den Fildern) wird der Ort noch heute im Volksmund „Häfner-Neuenhaus” genannt.
  • Am 1. Januar 1975 wurde bei der Verwaltungsreform aus den selbständigen Gemeinden Aich, Grötzingen und Neuenhaus die neue Stadt Grötzingen gegründet.
  • Am 1. August 1978 wurde die Stadt in Aichtal umbenannt.

Einwohnerentwicklung

Die Einwohnerentwicklung im Aichtal (Grötzingen, Aich, Neuenhaus) zwischen 1965 und 2005.

Jahr Einwohner
1965 6009
1970 6522
1975 7336
Jahr Einwohner
1980 8195
1985 8517
1990 8709
Jahr Einwohner
1995 9178
2000 9531
2005 9771

Religionen

Aichtal ist seit der Reformation überwiegend evangelisch geprägt. Es gibt jedoch in Grötzingen eine katholische und in Neuenhaus eine neuapostolische Gemeinde. Außerdem besteht in Neuenhaus eine Gemeinde der Evangelischen Landeskirchlichen Gemeinschaft Württembergischer Brüderbund.

Politik

Bürgermeister

Der Bürgermeister wird in Baden-Württemberg für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt. Klaus Herzog ist seit dem 24. Juni 1992 der Bürgermeister von Aichtal; seine derzeitige Amtszeit endet 2008.

  • 1976–1992: Manfred Stierle
  • 1992–2007: Klaus Herzog

Gemeinderat

Die Kommunalwahl am 13. Juni 2004 ergab folgende Sitzverteilung:

FWG 42,6 % -1,2 8 Sitze -1
CDU 23,1 % -0,8 5 Sitze +1
Die Grünen 13,3 % +2,9 2 Sitze ±0
SPD 12,8 % -1,1 2 Sitze ±0
FDP 8,3 % +0,3 1 Sitz  ±0

Städtepartnerschaften

Partnerstädte sind

  • Sümeg (Ungarn), seit 1990
  • Ligny-en-Barrois (Frankreich), seit 12. September 1998

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Die Stadt ist mit dem Auto über die Bundesstraßen B 27 bzw. B 312 von aus in etwa 20 Minuten zu erreichen. Der Flughafen und die nächste Anschlussstelle an die Autobahn A 8 liegen etwa 10 Kilometer entfernt.

Die Buslinien 75, 167, 190 und 809 verbinden Aichtal mit Bernhausen (S-Bahn) bzw. Degerloch (Stadtbahn), (Neckar-Alb-Bahn) und Neckartenzlingen.

Ansässige Unternehmen

  • Putzmeister, einer der führenden Hersteller von Betonpumpen mit weltweit 14 Tochtergesellschaften, hat seinen Hauptsitz seit 1971 in Aichtal.
  • Die seit 1978 bestehende deutsche Niederlassung des Schweizer Etikettiermaschinen-Herstellers PAGO produziert in Aichtal jährlich rund 3 Mrd. Etiketten.
  • Aldi Süd betreibt in Aichtal eines seiner sechs Zentrallager in Baden-Württemberg.

Bildung

Neben der Grund- und Hauptschule Grötzingen mit Werkrealschule gibt es auch Grundschulen in Aich und Neuenhaus.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Aich
  • Aichtalbrücke
  • Albanuskirche
Grötzingen
  • Pfarramt von 1693
  • Spätgotische evangelische Kirche
  • Reste der Stadtmauer
  • Untere Mühle (Bannmühle des Grafen zu Württemberg)
  • Drehfunkfeuer auf dem Kleinbergle
Neuenhaus
  • Häfnerbrunnen
  • Häfnermuseum
  • Fernmeldeturm auf dem Betzenberg

Theater

  • Naturtheater in Grötzingen

Parks

  • Naturpark Schönbuch
  • Naherholungsgebiet Uhlberg

Sport

  • Garten-Hallenbad in Neuenhaus
  • TSV Neuenhaus
  • TSV Grötzingen

Regelmäßige Veranstaltungen

  • April: Frühlingsmarkt in Grötzingen
  • Mai: Bockbierfest in Neuenhaus
  • Juli: Grötzinger Städtlesfest
  • September: Häfner Dorffest in Neuenhaus

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

  • Peter Maiwald (* 1946), deutscher Schriftsteller

Literatur

  • Günter Klock (Hrsg.): Grötzingen – Einblicke in die Vergangenheit. Geiger, Horb 1987, ISBN 3-89264-160-9.
  • Otto Schuster: Heimatgeschichte der Stadt Grötzingen. Buchdruckerei Karl Henzler, 1929.



Texte und Bilder stammen ganz oder teilweise aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht somit ganz oder teilweise unter der GNU Lizenz. Eine Liste der Autoren und Fotografen, sowie den Originaltext finden Sie hier.

Informationsportal über Aichtal in Baden-Württemberg - 18.5.2012