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Alfeld (Leine) ist eine Mittelstadt im Landkreis , im südlichen Niedersachsen (). ist zweitgrößte Stadt dieses Landkreises und liegt inmitten der Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen. GeografieGeografische LageAlfeld liegt im Leinebergland zwischen der Leine im Westen und den Sieben (bis 395 m hoch) im Nordosten. Das umliegende Bergland wird „Alfelder Bergland” oder „Ith-Hils-Bergland” (bis 480,4 m hoch) genannt. StadtgliederungAlfelds Ortsteile sind: Brunkensen, Dehnsen, Eimsen, Föhrste, Gerzen, Hörsum, Imsen, Langenholzen, Limmer, Lütgenholzen, Röllinghausen, Sack, Warzen, Wettensen und Wispenstein GeschichteStadtrechte dürften zwischen dem Jahr 1220 (in dem Kaiser Friedrich II. in der Confoederatio den geistlichen Fürsten landesherrliche Rechte garantierte) und dem Jahre 1258 (dem Jahr der ältesten erhaltenen urkundlichen Erwähnung als Stadt) verliehen worden sein. Im Jahre 1315 wurde das Alfelder Stadtrecht der Stadt Dassel verliehen. In ältester Zeit gehörte zum Fürstentum . Nach der Hildesheimer Stiftsfehde (1519–1523) kam es zum Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel. In der Rückschau war die Braunschweiger Zeit Alfelds goldenes Zeitalter, in dem in Wirtschaft und Kultur blühten. Während des Dreißigjährigen Krieges treffen sich am 13. Oktober 1625 die namhaften Feldherren der Katholischen Liga Tilly und Wallenstein im Alfelder Ortsteil Limmer zu einer Unterredung. 1643 fiel nach dem Sonderfrieden von an das Hochstift zurück. Infolge des Reichsdeputationshauptschluss kam es 1803 kurzzeitig an Preußen, dann an das Königreich Westfalen, nach dem Wiener Kongress wurde es 1815 dem Königreich unterstellt. Als Ergebnis des Deutschen Krieges wurde dieses 1866 von Preußen annektiert, zu dem dann auch bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges gehörte, was den welfentreuen Teilen der Bevölkerung missfiel. Seit 1946 gehört zum Land Niedersachsen. bleibt während des 2. Weltkrieges unzerstört. Die HanseDie Stadt gehörte zu den kleinsten Städten in der Hanse. trat im Jahr 1426 in den Sächsischen Städtebund ein. So wurde die Stadt, die im 14. und 15. Jahrhundert durch den Handel mit Bier, Hopfen, Leinwand und Leinengarn reich geworden ist, indirekt zu einer Hansestadt. Heute nimmt regelmäßig am Hansetag teil, der in Erinnerung an die Tradition der Hanse seit 1980 einmal im Jahr veranstaltet wird. PolitikBürgermeisterBernd Beushausen (SPD) Städtepartnerschaften
Stadtbild, Kultur und SehenswürdigkeitenDas Stadtbild Alfelds wird geprägt von Fachwerkbauten, die nach verheerenden Stadtbränden der Vergangenheit allerdings überwiegend dem 19. Jahrhundert entstammen. Hervorzuheben unter den Fachwerkbauten ist die Lateinschule von 1610, ein beeindruckendes Bauwerk der so genannten Deutschen Renaissance. Die Lateinschule ist mit zahlreichen Schnitztafeln geschmückt, deren Bildprogramm ein umfassendes Bild der Bildungsinhalte des Späthumanismus vermittelt. Zahlreiche symbolische Bezüge der Darstellungen verweisen auf den pansophischen Zeithintergrund des frühen 17. Jahrhunderts, also der Zeit eines Jakob Böhme oder eines Johann Valentin Andreae, so die Darstellung der „chymischen Hochzeit” und die Jakobsleiter. Bemerkenswert ist insofern auch das so genannte Planetenhaus, das nach einer früher am Gebäude angebrachten Inschrift 1608 erbaut sein dürfte. Dieses weist zwei Schnitzplattenreihen auf, welche Darstellungen der sieben Planeten und der fünf Sinne zeigen. Die Gegenüberstellung von Planeten bzw. Metallen und dem menschlichen Körper ist vor dem Zeithintergrund als Darstellung der Entsprechungslehre von Mikrokosmos und Makrokosmos zu lesen. Am Planetenhaus findet sich auch ein Schnitzfries mit der Darstellung des Einhorn und zweier Fabelwesen, vermutlich handelt es sich hierbei um Apothekersymbolik. Der urkundliche Nachweis einer Apotheke im Planetenhaus ist jedoch – trotz Hinweisen auf das Vorhandensein einer Einhornapotheke im des 17. Jahrhunderts – bislang nicht gelungen. Weitere mit Schnitzplatten verzierte Gebäude in waren das Anfang des 20. Jahrhunderts abgebrannte Kaland-Haus aus dem späten 16. Jahrhundert (einzelne Platten sind erhalten und werden in der als Heimatmuseum genutzten Lateinschule aufbewahrt) und ein weiteres Gebäude am Marktplatz, dessen Schnitzplatten aber bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts entfernt wurden. Bemerkenswert unter den älteren Bauten ist auch das renovierte Rathaus, das sich in seinem heutigen Erscheinungsbild – seit 1586 – als ein Bau der Weserrenaissance darstellt. Spuren früherer gotischer Baustufen sind noch zu erkennen, so ein (überformter) gotischer Treppengiebel im Westen. Unterhalten wird das Rathaus von der Waltraud-und-Burghard-Meyer-Stiftung (beide Gründer sind aus ). Weiterhin ist bemerkenswert die gotische Hallenkirche St. Nicolai, die bereits 1205 Archidiakonatskirche war und heute – seit 1542 evangelisch – als Stadtkirche Alfelds, die Hauskirche des Alfelder Superintendenten ist. Superintendent ist zurzeit Herr Pastor Wolfgang Pohlmann. Die Reformation wurde von Bugenhagen in eingeführt. Der Hauptaltar der St.-Nicolai-Kirche, die ursprünglich dem Stadtpatron, dem Heiligen Nikolaus und der Heiligen Jungfrau Maria geweiht ist, steht heute in der Minoritenkirche in , wohin ihn ein früherer Superintendent eigenmächtig verkauft haben soll. Das Schicksal des Altars und seines Verkäufers ist exemplarisch insbesondere für den Umgang der Alfelder Kirche mit den ihr anvertrauten kunsthistorischen Kostbarkeiten, dem zahlreiche Altäre und Epitaphe zum Opfer fielen. Von den Resten der ursprünglich reichen Innenausstattung der St.-Nicolai-Kirche ist hervorzuheben ein frühgotisches Triumphkreuz aus dem ersten Drittel des 13. Jahrhunderts. Vielleicht das einzige Kunstwerk von Weltkunstrang in . Im 13. Jahrhundert erhielt eine Stadtbefestigung zunächst eine Stadmauer mit vier Stadttoren. Diese hießen „Perkdor” (Sedanstraße), „Holzerdor” (Holzer Straße), „Hörserdor” (Seminarstraße) und „Leyndor” (Leinstraße). Später wurde der Mauer ein Wall vorgelagert. Einer der Stadttürme ist der bis heute erhaltene, im 15. Jahrhundert erbaute Fillerturm. Er erhielt seinen Namen nach dem Abdecker, dem „Filler”. Der größte Teil der Stadtbefestigung ist zwischen dem Ende des 18. und dem späten 19. Jahrhundert abgebrochen worden und bis auf unbedeutende Reste freundlich angelegten Parkanlagen gewichen. Schnarchmuseum und SchlafinstitutIm Alfelder Ortsteil Langenholzen befindet sich Deutschlands erstes Schnarchmuseum. Es zeigt eine Vielzahl von Ausstellungsstücken vom 18. Jahrhundert bis in die Neuzeit rund um das Schnarchen und Schlafen. Joseph Wirth ist Leiter des Instituts für Schlafdiagnostik und Therapie in . Dieses beschäftigt sich mit dem Schlaf und hilft bei Schlafstörungen wie Schlaflosigkeit, krankhaftem Schnarchen, sowie Atmungsstörungen und ähnlichem. Im Schlaflabor – in den Leinebergland Kliniken (ehem. Krankenhaus ) – können Patienten fachkundig beobachtet und untersucht werden. Gropius in AlfeldWirklich bekannt ist für die Architekturgeschichte des 20. Jahrhunderts, die sich in den von 1910 bis 1915 nach Entwürfen von Walter Gropius erbauten Gebäuden des Fagus-Werks in manifestiert. Dieser Fabrikbau gilt als ein richtungweisendes Werk der modernen Architektur und ist der Vorläufer, wenn nicht sogar die Vorlage für das Bauhaus gewesen und damit ein Geburtsort des Bauhausstils. Zahlreiche weitere, zum größten Teil in Privathand befindliche Bauten des Walter Gropius' sind in und um vorhanden, aber so gut wie unbekannt. Viele von diesen sind bereits durch die derzeitigen Eigentümer bis zur Unkenntlichkeit umgebaut worden. Das Fagus-Werk steht unter Denkmalschutz, in ihm wird aber dennoch täglich gearbeitet. Auf dem Gelände befindet sich ein Museum. Im ehemaligen Lagerhaus wird eine Ausstellung über Holz, Schuhemoden, Menschen bei Fagus u.v.m. gezeigt. Die komplette, von Gropius entworfenen Inneneinrichtung einer Alfelder Industriellenvilla, der Benscheidtschen Villa, wurde von den Nachfahren der ursprünglichen Besitzer in Monaco versteigert, weil sich in selbst nicht die erforderlichen 100.000 DM für den Ankauf des kulturgeschichtlich unschätzbar wertvollen Ensembles durch die öffentliche Hand aufbringen ließen. Seit Ende des Jahres 2005 bietet sich für die Gelegenheit die von Gropius entworfenen Küchenmöbel zurück zu ersteigern. Das Ensemble besteht aus einem Büffet, einer Anrichte, Küchentisch mit zwei Stühlen und einem Brennholzkasten. Alles im schlichten, schnörkellosen und kubischen Stil in Esche, weißlackiert. Märchen und SagenIm Rahmen einer Werbekampagne greift die Stadt ihre Nähe zu den Sieben auf und behauptet Schneewittchen lebte oder lebt in . Die Stadt passte ihren Internetauftritt an und errichtete 2002 einen gleichnamigen Wanderweg, den Schneewittchen-Pfad. Neben zahlreichen Auftritten des „Alfelder Schneewittchens” auf Werbeplakaten und in Broschüren, bietet auch die örtliche Gastronomie gleichnamige Kompositionen, wie beispielsweise den Schneewittchen-Teller, an. Die Internetpräsenz der Stadt benennt Schneewittchen sogar als Wahrzeichen. Angeblich sollen die Gebrüder Grimm auf Reisen in der Region dieses Märchen festgehalten haben. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass dieses nicht stimmt. Das Märchen wurde den Gebrüdern Grimm nachweislich von einer Frau Hassenpflug in überliefert. (Für weitere Informationen wird auf das Standardwerk der Erzählforschung, die Enzyklopädie des Märchens, verwiesen.) Ein Märchen, das die Brüder Grimm tatsächlich in der Nähe von , nämlich in Delligsen, aufzeichneten ist „Das Waldhaus”. Viele Alfelder können sich mit der Kampagne jedoch nicht identifizieren, weil sie doch weit hergeholt scheint. Laut Alfelder Zeitung brachte sie auch noch keine nennenswerten Erfolge ein. Eine volkstümliche Erzählung, die wirklich in spielte, ist die „Räuber Lippold-Sage”. In ihr wird die Herkunft des Blauen Steins, der das Alfelder Wappen ziert und noch heute vor dem Rathaus liegt, geklärt: Die Tochter des Alfelder Bürgermeisters wurde vom Raubritter Lippold in seine Höhle entführt. Eines Tages erkrankte er und sie sollte eine Medizin aus holen. Da sie niemanden etwas erzählen durfte, klagte sie dem ihr Leid. Ihre Tränen färbten den blau. Ihr Vater hatte sie gehört und am nächsten Tag erhängten die Alfelder den Räuber in seiner Höhle. Wirtschaft und InfrastrukturVerkehrAlfeld liegt nicht nur wie an der Leine, sondern ist mit der Landeshauptstadt auch über eine der ältesten Eisenbahnlinien in Niedersachsen, der Nordabschnitt der Hannöversche Südbahn, verbunden. Diese entstand 1847, da mit verbunden werden sollte. Man entschied sich für die günstigste Trasse, die durch das Leinetal und durch führte. Der vorläufige Endpunkt war . Am 30. April 1853 wurde sie vom ersten Zug befahren. Danach siedelten sich viele Unternehmen in an, die sich fortan zu einer Industriestadt wandelte. Ein Gewerbegebiet im Bereich des Bahnhofs entstand. Etwa 140 Jahre später (1991) löste die Neubaustrecke Hannover–Würzburg die alte Verbindung ab, trotzdem zählt die alte Nord-Süd-Strecke zu einer der wichtigsten und am stärksten befahrenen Eisenbahntrassen Deutschlands. Durch den Einsatz seiner Bürger bekam einen IC-Halt und wird seit Dezember 2005 auch durch den metronom angefahren, der die Regionalzüge der Deutschen Bahn ersetzt. In 28 Minuten kann man mit dem Zug erreichen. Am 25. September 2005 wurde die metronom-Lok ME 146-13 auf den Namen „Alfeld (Leine)” getauft. Die Modernisierung des Alfelder Bahnhofs – gebaut 1978, gefolgt vom Abriss des alten Bahnhofsgebäudes – kostete insgesamt 2,72 Millionen Euro (finanziert von Land, Bund, DB und Stadt) und wurde nach rund zehn Monaten im November 2006 abgeschlossen. Die B3 führt direkt durch den Alfelder Ortsteil Limmer und die dortigen Gewerbegebiete. Die „Nordtangente”, 1986 fertig gestellt, verbindet die Stadt mit der Bundesstraße. Ansässige UnternehmenDie Alfelder Papierfabrik ist neben dem Fagus-Werk (Fagus-GreCon und Grecon-Dimter) einer der größten Arbeitgeber in der Region. Die Papierfabrik wurde 1706 erbaut. Im Jahre 1992 wurde die Hannoversche Papierfabriken Alfeld-Gronau AG in die weltweit tätige Sappi-Gruppe (South African Pulp and Paper Industries) integriert und 1998 offiziell von „Hannover Papier” in „Sappi Alfeld” umbenannt. In befindet sich eine von insgesamt 2 Produktionsstätten des Unternehmens in ganz . Sie stellen mit rund 1000 Mitarbeitern grafische Papiere, Spezialpapiere und Zellstoff her. Der Sappi-Schornstein ist mit seinen 150 Metern, neben den zwei ca. 50 Meter hohen Türmen von St. Nicolai und dem 22,12 Meter hohen Himmelbergturm (auf 307,5 m über NN), das höchste Wahrzeichen der Stadt. Zum 300-jährigen Jubiläum der Alfelder Papierherstellung wurde am 2. Juni 2006 eine Skulptur von Monika Jain, einer Künstlerin aus , enthüllt. Sie steht auf dem Kreisel direkt vor dem Haupteingang des Sappi-Geländes und stellt einen Kollergang, ein Mahlwerk einer Mühle dar. Vom 8. bis 10. September 2006 öffnete das Werk das erste Mal überhaupt seine Pforten für die Allgemeinheit, im Rahmen eines „Wochenende der Offenen Tür”. Eine der berühmtesten Familien in ist die Familie Wolff. Die letzte Generation birgt drei Töchter und einen Sohn. Alfeld in der LiteraturAlfeld erscheint in der Sachsenchronik von Hermen Bothe bereits im späten Mittelalter. Heinrich Heine erwähnt in seinen in Frankreich erschienen Schriften die Hödeckensage. Im Sturm (englischer Originaltitel: Red Storm Rising), einem Roman von Tom Clancy, ist die Stadt ein strategisch wichtiger Ort, sowohl für NATO als auch für sowjetische Streitkräfte. Beide kämpfen 1986 um Ölquellen im Nahen Osten. Die Rote Armee soll eine angebliche deutsche Bedrohung niederschlagen. Alexejew, dem stellvertretendem General der Russen, gelingt bei der Durchbruch über die Leine. Literatur
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