Allendorf in Hessen


Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Gießen
Landkreis: Gießen
Koordinaten: 50° 41′ N, 8° 49′ O
Höhe: 230 m ü. NN
Fläche: 22,01 km²
Einwohner: 4167
Bevölkerungsdichte: 189 Einwohner je km²
Postleitzahl: 35469
Vorwahl: 06407
Kfz-Kennzeichen: GI
Gemeindeschlüssel: 06 5 31 001
Adresse der
Stadtverwaltung:
Bahnhofstr. 14
35469 Allendorf (Lumda)
Bürgermeister: Horst Hormann
Lage der Stadt Allendorf (Lumda) im Landkreis Gießen

Die Stadt Allendorf (Lumda) befindet sich im Landkreis etwa 17 km nordöstlich der Kreisstadt und ebenso weit südöstlich der Universitätsstadt , etwa in der Mitte Hessens.

Geografie

Geografische Lage

Allendorf liegt an der Lumda, einem kleinen linken Nebenfluss der Lahn. Umgeben wird die Stadt von zwischen 320 und knapp 400 m Höhe über NN. Großräumig liegt die Gegend zwischen Lahntal und Vogelsberg.

Nachbargemeinden und -kreise

Allendorf grenzt im Norden an die Gemeinde Ebsdorfergrund (Landkreis Marburg-Biedenkopf), im Osten an die Gemeinde Rabenau, im Süden an die Gemeinde Buseck, sowie im Westen an die Stadt Staufenberg (alle drei im Landkreis ).

Stadtgliederung

Zur Kernstadt Allendorf gehören die Ortsteile Climbach, Nordeck und Winnen.

Geschichte

Zwischen 780 und 802 taucht der Name "alten Dorfa" (das spätere Allendorf) in den fuldaischen Schenkungsregistern auf. Im Jahre 1323 wurden von Landgraf Otto I. die Marktrechte verliehen.

Am 2. März 1370 wurde Allendorf zur Stadt erhoben (durch Landgraf Heinrich II.). Die Befestigung des Ortes sollte die Verbindungswege von nach und von Amöneburg nach kontrollieren.

1377 Die junge Stadt wird von Herzog Otto von und Johann von Nassau überfallen und geplündert. Die Einwohner werden gefangengenommen; 16 Personen sterben in den Gefängnissen.

Am 3.August 1479 brennt die Stadt einschließlich des Rathauses bis auf wenige Gebäude ab. Die Pest wütet von 1479 bis 1483, 1575, 1628 und 1635 in der Stadt und zieht Hungersnöte nach sich. Es folgen noch schwere Schicksalsschläge für die Stadt : Ausplünderungen 1636, 1646, Einquartierungen 1639, 1757, 1790 bis 1815, Unwetter 1680, 1829, 1839, Großbrände 1694, 1706, 1728.

1842 wurde eine Industrieschule eröffnet, 1878 eine Poststelle. 1902 wurde ein Anschluss ans Eisenbahnnetz hergestellt (Lumdatalbahn). 1904 bekommt Allendorf eine Wasserleitung und Kanalisation, 1912 Anschluss an das Stromnetz. Im Zweiten Weltkrieg hat Allendorf 85 Gefallene und 56 Vermisste zu beklagen.

1970 wird das Bürgerhaus Allendorf eingeweiht.

1971 wird die Gemeinde Climbach in die Stadt Allendorf (Lumda) eingegliedert, 1976 die Orte Nordeck und Winnen, die in den Jahren seit 1971 gemeinsam die Gemeinde Braunstein gebildet haben.

1981 Stilllegung der Lumdatalbahn.

In den letzten Jahren konnte - entgegen dem allgemeinen Trend auch in der Region - ein spürbarer Bevölkerungszuwachs erreicht werden.

In jüngster Zeit versucht die Stadt, sich verstärkt im Bereich des Tourismus zu engagieren.

Persönlichkeiten

  • W.H. Arnold (1897–1984) Bildhauer
  • Johann Daniel Müller (1721-1794), Theologe, Schriftsteller und Dichter
  • Friedrich Christoph Müller (1751-1808), Theologe und Kartograph

Religionen

Stärkste Glaubensgemeinschaft ist die Evangelische Kirche. Das Stadtgebiet gehört zwei verschiedenen Landeskirchen an: Während die Kernstadt und Climbach zur Evangelischen Kirche von -Nassau (EKHN) gehören, zählen die Stadtteile Nordeck und Winnen zur Evangelischen Kirche von Kurhessen.

Im Jahre 1875 entstand auf Grund der zwangsverordneten Union zwischen der Lutherischen Kirche und der reformierten Tradition zu einer Kirche die Evangelisch-Lutherische Zionsgemeinde Allendorf, da sie ihr lutherisches Bekenntnis, Verfassung und Gottesdienst uneingeschränkt beibehalten wollte. Die Evangelisch-Lutherische Zionsgemeinde Allendorf gehört zum Kirchenbezirk -Süd der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche. Diese Kirchengemeinde ist bis heute ein wichtiger Teil des religiösen Lebens in der Stadt.

Die Katholischen Christen der Stadt (unter 10% der Bevölkerung) gehören zur Pfarrei in Londorf (St. Franziskus). Diese gehört zum Bistum und verwaltet die Gläubigen in Nordeck und Winnen mit, die eigentlich nicht zu dem Bistum gehören. Dies erklärt sich daraus, dass die beiden Stadtteile ursprünglich zu Kurhessen (Landkreis ) gehörten und erst 1974 in den Landkreis kamen.

Weitere Religionsgemeinschaften spielen in Allendorf (Lumda) keine Rolle.

Politik

Stadtverordnetenversammlung

Bei der Kommunalwahl am 26. März 2006 ergab sich folgende Sitzverteilung:

Parteien und Wählergemeinschaften Anteil in % Sitze
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 22,8 5
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 35,5 8
FWG Freie Wählergemeinschaft 29,7 7
BFA/FDP Freie Bürger für Allendorf/Freie Demokratische Partei 12,0 3
gesamt 100 23

Als untergeordnete Ebene existieren drei Ortsbeiräte: Einer für die Kernstadt, einer für Climbach und einer gemeinsam für Nordeck und Winnen. Der Ortsvorsteher in der Kernstadt wird derzeit von der FWG gestellt, die Ortsvorsteher in Climbach und Nordeck-Winnen von der SPD.

Wappen

Das Wappen der Stadt Allendorf (Lumda) zeigt einen nach links blickenden Löwen. Er ist rot-weiß gestreift und befindet sich auf einem mittelblauen Wappenfeld, das von einem dicken schwarzen Rand begrenzt wird.

Das Wappen wurde in der Vergangenheit sehr oft verändert, zeigte jedoch stets den Hessischen Löwen. Die aktuelle Version ist seit 1982 in Gebrauch. Zuvor wurde ein Wappen geführt, das einen blau-schwarz gestreiften (Stadtfarben von Allendorf (Lumda)), nach links blickenden Löwen auf weißem Feld zeigte.

Wirtschaft

Die Wirtschaft von Allendorf (Lumda) ist geprägt durch kleine Betriebe. In den letzten Jahren zeigte sich eine deutliche Orientierung hin zu EDV und Werbung. Das Handwerk ist weiterhin stark präsent, während der Anteil der Landwirtschaft stetig abgenommen hat. Eine deutliche Veränderungen von zahlreichen Kleinbetrieben hin zu wenigen großen Betrieben ist festzustellen.

Die Nahversorgung ist in der Kernstadt gewährleistet, für des mittel- und langfristigen Bedarfs wird vor allem aufgesucht.

Verkehr

Die nächsten Bahnhöfe befinden sich in Lollar (Main-Weser-Bahn) und . Allendorf liegt nur einige km nördlich des Reiskirchener Autobahndreiecks. Über die Auffahrten Reiskirchen oder besteht Anschluss an die A 5, A 485 und A 45 in alle Richtungen. Über Staufenberg gelangt man auf die B 3 in Richtung und .

Öffentliche Einrichtungen

  • Bürgerhäuser in den Stadtteilen Allendorf, Climbach und Nordeck
  • Kindergärten in den Stadtteilen Allendorf und Nordeck
  • Stadtbücherei im Rathaus

Bildungseinrichtungen

  • Grundschule Allendorf (Lumda), seit 2005 "Schule am Eulenturm"
  • Gesamtschule Lumdatal], bis Klasse 10
  • Landschulheim Burg Nordeck e.V.
  • Kindergärten in Allendorf und Nordeck

Freizeit- und Sportanlagen

  • Hallenbad des Landschulheims Burg Nordeck (geöffnet: Mo., Do., Fr. von 16 bis 17 Uhr)
  • Sportplätze in den Stadtteilen Allendorf, Winnen und Climbach
  • Turnhallen
  • Kegelbahnen im Bürgerhaus Allendorf (4 Bahnen)
  • Kegelbahnen im Bürgerhaus Nordeck (2 Bahnen)
  • Tennisplätze (Vereinseigene Anlage des Tennisclub 1972 e.V.)
  • Schießstand
  • Rundwanderweg um das Stadtgebiet
  • Radrundwanderweg Lumda - Wieseck (44 km)

Städtepartnerschaften

  • Nouvion-sur-Meuse in Frankreich
  • Allendorf in Thüringen

Stadtgliederung

Allendorf (Lumda) besteht aus den vier Gemarkungen Allendorf/Lumda, Climbach, Nordeck und Winnen. In jeder Gemarkung liegt ein Stadtteil, wobei Nordeck und Winnen miteinander verwachsen sind. Stadtteile ohne eigene Gemarkung finden sich nicht.

Entwicklung des Stadtgebiets

Eingemeindungen

  • Climbach 1971
  • Nordeck und Winnen 1976, nachdem sie zuvor 1971 die Gemeinde Braunstein gebildet haben und 1974 zum Landkreis kamen

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Stadtbibliothek
  • Künstlerhof Arnold mit Ausstellungen und historischen Werkstätten
  • Heimatmuseum Kirchstraße (öffnet jeweils am 1. Sonntag des Monats; sonst nach Vereinbarung)
  • 50er-Jahre-Museum gegenüber vom Heimatmuseum (Kirchstraße)
  • Stadtturm und Reste der Stadtmauer
  • Evangelische Kirche Allendorf
  • Evangelische Kirche Climbach
  • Evangelische Kirche Winnen
  • Jüdische Friedhöfe in der Kernstadt und im Ortsteil Nordeck
  • Burg Nordeck mit Burgkapelle
  • Wasserturm Climbach
  • Fachwerk-Altstadt
  • Steinzeitliche Höhlen am Totenberg
  • Ringwall, wahrscheinlich keltischen Ursprungs, am Totenberg
  • Kunstweg Lumdatal: Basaltskulpturen entlang des Radwanderweges Lumda - Wieseck
  • Schulbauernhof Tannenhof

Museen

  • Heimatmuseum, Kirchstraße mit Ausstellungsteilen im Stadtturm und im Künstlerhof Arnold
  • 50er-Jahre-Museum, Kirchstraße

Vereinsleben

Charakteristisch ist das rege Vereinsleben für die kleine Stadt. Fast alle Bürger - gleich welchen Alters - sind in mehreren Vereinen tätig. Auf 100 Bürger kommen 1,2 Vereine.

Alle Sparten sind hierbei vertreten, von Heimatgeschichte (Heimatverein) über Ortsbildpflege (DenkMal Altstadt) bis zu den Landfrauen; von Sport (mehrere Vereine) bis zur Musik (ebenfalls zahlreiche Vereine). Besonders exotisch: der Knoblauchklub.

Besonders erfolgreich sind der Kegelverein (er stellt unter anderem eine Junioren-Weltmeisterin) und der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr, der bereits zahlreiche Titel bis hin zur Deutschen Meisterschaft (unter anderem 2005) sammeln konnte.

Sonstiges

Im November wird der historische Nikelsmarkt (seit weit über 600 Jahren) abgehalten, der alljährlich viele Tausend Besucher anzieht.

Im August findet in Zusammenarbeit mit Rabenau (), Staufenberg () und Lollar ein autofreier Sonntag im Lumdatal statt. Auch diese Veranstaltung erfreut sich großer Beliebtheit.

Kulinarische Spezialitäten

Die traditionelle Küche der Region besteht aus einfachen und sehr nahrhaften Gerichten. Fleisch war auf dem Tisch der einfachen Bürger eine Seltenheit. Wichtige Zutat zu den meisten Hauptgerichten war die Kartoffel, die sich heute noch in den traditionellen und noch immer gern gegessenen Gerichten wie dem »Schalet« und dem »Lohkuchen« (im Stadtteil Climbach »Schmierschelkuchen« genannt) wiederfindet.

Große Bedeutung haben auch Getreide und Obst. Die »Hessische Nationalfrucht« (Apfel) ist auch heute auf zahllosen Streuobstwiesen zu finden. Er wird zu Apfelwein, Apfelsaft und als Koch- und Backzutat verwendet.




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Informationsportal über Allendorf in Hessen - 18.5.2012