Altena in Nordrhein-Westfalen


Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Arnsberg
Kreis: Märkischer Kreis
Koordinaten: 51° 18′ N, 7° 40′ O
Höhe: 145–511 m ü. NN
Fläche: 44,29 km²
Einwohner: 20.244 (30. Juni 2006)
Bevölkerungsdichte: 457 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 58741–58762
Vorwahl: 02352
Kfz-Kennzeichen: MK
Gemeindeschlüssel: 05 9 62 004
Stadtgliederung: 7 Ortsteile und 3 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Lüdenscheider Straße 22
58762 Altena
Webpräsenz: www.altena.de
Bürgermeister: Dr. Andreas Hollstein (CDU)

Altena ist eine mittlere kreisangehörige Stadt im Märkischen Kreis in .

Geographie

Geographische Lage

Die Stadt liegt im Sauerland im Tal der Lenne. Der höchste Punkt ist der Kohlberg mit 511 m über NN. Der tiefste Punkt liegt am Hünengraben bei 150 m über NN. Das heutige Gebiet der Stadt ist etwa 44,3 km² groß. 61% der Stadtfläche werden von Wald eingenommen.

Altena grenzt an Nachrodt-Wiblingwerde, , , Neuenrade, , und Schalksmühle.

Geschichte

Die Stadt entstand unterhalb der gleichnamigen, im 12. Jahrhundert gebauten Burg einer Seitenlinie der Grafen von Berg, welche sich dann Grafen von und später Grafen von der Mark nannten. Der Name der Burg ist wohl ein vorgermanischer Flussname und entstammt von dem Fluss und der Landschaft "Altena" in Brabant. Die Grafen von Berg leiteten mit der Namensgebung einen Besitzanspruch her, den es allen Anschein nach nicht gegeben hat, ein damals übliches Verfahren. Die Erklärung von "Altona" (Hamburg, hier geht es um eine Gaststätte) von „all te na” (all zu nah), nach einer heimischen volkstümlichen Sage, ist hier strikt auszuschließen. Graf Engelbert III. von der Mark verlieh am 20. Dezember 1367 die Freiheitsrechte. 1609 fiel das Gebiet an den Kurfürsten von Brandenburg eine Sonderstellung und wurde von der Bertelsmann-Stiftung als Pilotkommune für das Projekt Neues Altern in der Stadt („NAIS”) ausgewählt. In diesem Projekt sollen die Kommunen bei der Verbesserung der Lebensqualität in den Zeiten des demographischen Wandels unterstützt werden. Dabei geht es um die Fragen der Wohnsituation, der Gesundheitsförderung oder den Ausbau des Bürgerengagements. Das Projekt ist für den Zeitraum von 2006 bis 2008 angelegt.

Politik

Gemeinderat

  • CDU 18 Sitze
  • SPD 11 Sitze
  • Grüne 3 Sitze
  • FDP 2 Sitze

Bürgermeister

Dr. Andreas Hollstein (CDU), Studium der Rechtswissenschaften, geb. 1963 in , 4 Kinder, ehrenamtlicher 1. Stellv. Bürgermeister von 1994–1999, hauptamtlicher Bürgermeister seit 1999

Wappen

Das Wappen der Stadt zeigt im unteren Teil den märkischen Querbalken. Im oberen Teil ist die Heilige Katharina von Alexandria in einem roten Kleid und blauen Mantel abgebildet. Auf dem Kopf trägt sie eine Grafenkrone und in den Händen hält sie die Utensilien mit denen sie den Märtyrertod erlitten haben soll. Die Abbildung der Heiligen geht auf den Grafen Engelbert III. von der Mark zurück, der auf dem Sinai am Grab der Heiligen ein Gelübde abgelegt hatte.

Städtepartnerschaften

Die älteste Partnerschaft verbindet mit der französischen Stadt Péronne. Aus Kontakten zwischen Schulen wurde am 2. April 1967 eine offizielle Partnerschaft. Ein Dreibund entstand, als auch das britische Blackburn (bereits Partnerstadt Péronnes) 1972 zum Städtepartner ernannt wurde. 1990 schloss man eine Partnerschaft mit der weißrussischen Stadt Pinsk.

Außerdem bestehen noch Patenschaften. Zum einen über die Stadt Habelschwerdt im ehemaligen Schlesien, da viele Habelschwerdter durch den Zweiten Weltkrieg nach kamen. Die wirtschaftlichen und landschaftlichen Parallelen zwischen beiden Orten waren auch ein Grund, dass 1952 eine Patenschaftsurkunde unterzeichnet wurde. Zum anderen gibt es in eine Marinekameradschaft. Auf deren Anregung wurde 1966 eine Patenschaft über das Schnellboot „Frettchen” der Bundesmarine geschlossen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

  • Deutsches Drahtmuseum
  • Museen Burg Altena
  • Drahtrolle Am Hurk (OT Evingsen)

Bauwerke

  • Burg Altena
  • Burg Holtzbrinck
  • „Holländer”
Das Gebäude wurde 1901 erbaut und als Silberschmiede genutzt. Da zu dieser Zeit dort Holländer ein- und ausgingen, gaben Altenaer Bürger der alten Schmiede später den bis heute noch bekannten Namen „Holländer”. Nach Schließung der Schmiede eröffnete ein Gasthof, der sich „Zum Holländer” nannte. 1924 wurde das Gebäude zum Lichtspielpalast, in dem 1930 der erste Film im Tonfilm#Nadeltonverfahren gezeigt wurde. In den 1950er Jahren erhielt das Lichtspielhaus den Namen „Apollo”. Das Gebäude wurde am 3. Mai 2005 als Baudenkmal unter Schutz gestellt. Bis zum heutigen Tag wird es als Kino genutzt. Es steht auf einer Insel in der Mitte der Nettestraße.
  • Pfarrkirche St. Matthäus
Die Kirche wurde 1896-1899 nach einem Entwurf des Dortmunder Architekten Heinz Klomp errichtet und gilt als hervorragendes Beispiel der Neugotik. Der aus den Niederlanden stammende Baumeister brachte eine Klinker-Gliederung der Säulen und Gurtbögen als persönlichen Akzent in die Ausstattung der Kirche ein. Dadurch entsteht eine außergewöhnliche Klarheit der Raumarchitektur. Die drei Altäre eines Wiedenbrücker Schnitz- und Malkünstlers (Wiedenbrücker Schule) sind vollständig erhalten. Seit 1996 erklingt eine Link-Orgel mit süddeutsch-französischem Klangbild hinter dem imposanten spätromantischen Orgelprospekt. Außer in den Gottesdiensten erklingt sie in zahlreichen Konzerten.

Sport

Ein bekannter Sportverein ist der VfB , der mit seinen Fußball- und Handballabteilungen bis in den 70er und 80er Jahren in die Oberliga aufstieg; die Tischtennisabteilung wurde 1973 und 1976 deutscher Mannschaftsmeister.

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Schützenfest (alle drei Jahre an Fronleichnam)
  • Burgrock
  • Castle goes Celtic (alle zwei Jahre/Folkfestival auf der Burg)
  • Altenaer Wochenmarkt (Donnerstags morgens)
  • Altenaer Handballtage
  • Mark-E-Triathlon
  • Altenaer Werbewoche (AlWeWo, Ende September)
  • Weihnachtsmarkt
  • Jährlicher Flohmarkt durch die ganze Stadt (Immer im Oktober)

Wirtschaft und Infrastruktur

Durch die vorhandenen Rohstoffvorkommen von Eisenerz, Wasser und Holz ist die Industrie schon immer der wichtigste Wirtschaftszweig. Seit dem 14. Jahrhundert n.Chr. wurde beispielsweise das weiche Schmiedeeisen Osemund gewonnen. So war der Grundstein zur Eisenherstellung gelegt. Man fertigte vor allem Draht an, der dann nach oder England (zu Weiterverarbeitung zu Nähnadeln) transportiert wurde. 1784 wurde auch in selbst eine Nähnadel-Fabrik eröffnet. Seitdem entwickelten sich die Draht-, aber auch die Metallverarbeitung zu wichtigen Branchen.

Unternehmen

  • Edelstahlwerk C&F vom Brocke, Edelstahlwerk
  • Gustav Selter GmbH & Co KG Feine Handarbeitsnadeln und Werbeartikel
  • W. Pilling, Kesselfabrik GmbH & Co Kommanditgesellschaft
  • Handarbeiten Kalweit, Stricken Sticken Schencken - Wollfachhandel
  • Max W. Claas GmbH & Co. KG, Herstellung von gezogenem Draht
  • Fritz Finkernagel GmbH & Co.KG, Drahtwerk
  • Hohage GmbH & Co. KG, Draht- und Bandbiegeteile
  • ITEX Carl Hübenthal KG, Vlies- und Wischtücher
  • Fr. u. H. Lüling GmbH & Co. KG, Führender Hersteller von gezogenem Draht
  • MN Kaltformteile Märkische Nietenfabrik GmbH & Co. KG, Kaltformteile
  • Möhling GmbH & Co. KG, Fließpressteile, Kaltformteile, Kaltumformung, Sonderschrauben
  • Nedschroef GmbH, Schraubenfabrik
  • W. Ossenberg & Cie. GmbH, Edelstahlwerk
  • Pleuger GmbH, Sondermaschinenbau für Draht- und Bandherstellung;
  • Saleen Kunststoff GmbH, Placemats, Wickerwork
  • Thyssen Krupp VDM, Werk , Hochleistungswerkstoffe
  • Wagner GmbH & Co.KG, Stahldrahtwerk
  • Rentrop & Rahmer, Maschinenfabrik

Verkehr

Die Stadt liegt an der Ruhr-Sieg-Strecke von Hagen nach (DB-Kursbuchstrecke 440).

Altena verfügt darüber hinaus über lokale und regionale Buslinien (unter anderem nach , und ) und gehört der Verkehrsgemeinschaft Ruhr-Lippe an.

Bis 1961 verkehrten in auch Züge der Kreis Altenaer Eisenbahn AG.

Öffentliche Einrichtungen

  • Kirchen: St. Matthäus (kath.), St. Theresia vom Kinde Jesu (Evingsen)(kath.), Friedrichskirche (Altroggenrahmede)(ev.), reformierte Kirche, Lutherkirche, evangelische Kirche Mühlendorf, Vom Frieden Christi (Tiergarten)(serbisch-orthodox).
  • Stadtbücherei Altena
  • Burg Holtzbrinck (Kultur-/Bürgerbegenungszentrum)
  • Landeskundliche Bibliothek
  • Kreisarchiv des Märkischen Kreises
  • Fahrbücherei des Märkischen Kreises
  • Stadtgalerie im Haus Köster-Emden
  • Finanzamt
  • Amtsgericht Altena

Bildung

In gibt es eine vielfältige Schullandschaft. In zehn Schulen werden insgesamt über 2600 Schüler unterrichtet. Es handelt sich dabei um vier Grundschulen (insg. 910 Schüler), eine Hauptschule (530), eine Realschule (370), eine Sonderschule (130), ein Gymnasium (670). Daneben gibt es noch ein Berufskolleg. Die Werte sind gerundet.

Das Gymnasium erhielt seinen Namen Burggymnasium nach dem Stadtbild prägenden Wahrzeichen der Stadt, der Burg . Die Realschule wurde nach dem Begründer der ersten Jugendherberge der Welt, auf eben dieser Burg, als Richard-Schirrmann-Realschule benannt. Die übrigen Schulen tragen jeweils den Namen der Ortsteile in denen sie liegen.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

  • Fritz Berg, von 1949 bis 1971 erster Präsident des Bundesverband der Deutschen Industrie nach dem Zweiten Weltkrieg
  • Peter Prange, deutscher Schriftsteller, Philosoph, Drehbuchautor und Unternehmensberater
  • Prof. August Rauschenbusch, deutsch-amerikanischer Theologe und Baptistenpastor
  • Friedrich Sieburg, deutscher Literaturkritiker, Journalist und Schriftsteller
  • Jason Dark, Pseudonym des Schriftstellers Helmut Rellergerd (geb. 1945 in Altena-Dahle)

Ehrenbürger

  • Fürst Otto von Bismarck (Gründer und erster Kanzler des Deutschen Reiches)
  • Dr. Fritz Thomeé (ehem. Landrat)
  • Richard Schirrmann (Gründer der ersten Jugendherberge weltweit auf der Burg )

Weitere Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen

  • Gustav Selve, bedeutender Unternehmer und Großindustrieller, führte als einer der ersten Arbeitgeber umfangreiche Sozialleistungen für seine Arbeiter ein



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Informationsportal über Altena in Nordrhein-Westfalen - 18.5.2012