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Altötting ist die Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises im Regierungsbezirk Oberbayern und liegt etwa 90 Kilometer östlich von . Überregionale Bedeutung erfährt die Stadt als Wallfahrtsort (Schwarze Madonna). GeografieDie Stadt hat sich am Mörnbach auf einer ausgedehnten Hochschotterterrasse angesiedelt. Diese wurde in eisgrauer Vorzeit durch die Abflüsse des gewaltigen Inngletschers in jahrtausendelanger Arbeit aufgeschichtet. Drei Kilometer gegen Norden entfernt ist der Fluss Inn und zwei Kilometer südlich zieht in gleicher Richtung mit dem Strom ein gewaltiger Moränenschuttwall, dessen breiter Rücken stattliche Bauernhöfe trägt. Sie sind als Kastler Höhen bezeichnet. Seit der Eingemeindung der Gemeinde Raitenhart am 1. Januar 1972 in die Stadt Altötting liegt ein Stück des Inn mit ca. drei Kilometern Länge im Bereich der Stadt Altötting. Verkehrserschließung von AltöttingEisenbahn: Straßenverbindungen: Gliederung des StadtgebietsFür die Stadt Altötting sind 40 amtlich benannte Gemeindeteile ausgewiesen. GeschichteKelten, Römer, BajuwarenAnfänge einer Siedlung lassen sich durch Funde in die Zeit der Urnenfelderkultur (ca. 1250 bis 750 v. Chr.) einordnen, wobei für die Anlage der Siedlung das umliegende Weidegebiet, die fischreichen Gewässer und der angrenzende Wald mit seinen Jagdmöglichkeiten die wichtigsten Voraussetzungen bildeten. Die Grabfunde der Urnenfelderzeit im Norden der Stadt und die bajuwarischen Reihengräber im Süden begrenzen einen Platz, der sich im Laufe eines Jahrtausends weniger durch seine Siedlungskontinuität als vielmehr durch seine Bedeutung als möglicher Kultort auszeichnet. Die fast quadratische Form des alten Kapellplatzes mit seiner hölzernen Umfriedung und die in der Mitte stehende Linde verweisen entweder auf eine Keltenschanze mit Kultbedeutung oder auf einen altgermanischen Dingplatz als Versammlungsort und Gerichtsstätte. Neben dieser Kultgewichtigkeit wuchs aber auch die wirtschaftliche Bedeutung mit dem Ausbau der Salzausfuhr aus Hallein und Reichenhall in der Keltenzeit und der Anlage eines Kunststraßennetzes durch die Römer. Die Nähe zum alten Innübergang bei Ehring-Töging und zum dortigen Kreuzungspunkt der Verbindungsstraßen Juvavum (Salzburg) - Castra Regina (Regensburg) und Augusta Vindelicum (Augsburg) Ovilava (Wels) bzw. Batavis (Passau) rückte den alten Kultort mit seiner bescheidenen Siedlung auch mehr und mehr in das Blickfeld strategisch-militärischer Überlegungen. Diese Entwicklung, verbunden mit der geographischen Lage genau in der Mitte des sich ausbildenden agilolfingischen Herzogtums in Altbayern, führte zur ersten urkundlichen Erwähnung von Ötting als »villa publica« im Jahre 748 mit der Bezeichnung »Autingas«. MittelalterIm frühen Mittelalter erscheint Autingas als Bezeichnung für die heutige Stadt. Erst seit der Gründung Neuöttings (wohl im Jahr 1224), verwendet man die Bezeichnung Altötting. Bereits 748 war der Ort eine Pfalz der Agilolfinger Herzöge von Baiern. Die GnadenkapelleDer Grund für die weltweite Bekanntheit Altöttings als Marienwallfahrtsort liegt in einer Begebenheit aus dem 15. Jahrhundert. Im Jahr 1489 soll sich dort folgendes Wunder ereignet haben: Ein dreijähriger Knabe war in den Mörnbach gefallen, von der Strömung mitgetragen worden und wurde für ertrunken gehalten. Die verzweifelte Mutter brachte das leblose Kind nach seiner Bergung in die der Heiligen Maria geweihten Kapelle und legte es auf den Altar. Dort begann sie mit anderen Gläubigen für die Rettung ihres Kindes zu beten. Nach kurzer Zeit kehrte das Leben in den Körper des scheinbar toten Kindes zurück. Die Legende besagt, dass der gerettete Knabe später zum Priester geweiht wurde. Seitdem wurde es populär, zur Gnadenkapelle zu pilgern und die Heilige Maria um Hilfe bitten. Unzählige Bilder (sogenannte Votivtafeln), die an den Außenwänden und im Inneren der Kapelle zu finden sind, wurden aus Dankbarkeit für die von Maria getätigten Wunder angebracht. Die Pilger umrunden die Kapelle, oft mit eigens dafür bereitliegenden Holzkreuzen, und beten um Hilfe für ihre Sorgen und Nöte. PapstbesucheAls bedeutender Wallfahrtsort wurde Altötting von den Päpsten Pius VI. 1782 und Johannes Paul II. 1980 besucht. Der im 11 km entfernten Marktl geborene Papst Benedikt XVI. stattete Altötting am 11. September 2006 einen Pastoralbesuch ab. StädtepartnerschaftenIn der Zusammenarbeit „Shrines of Europe” ist Altötting seit 1996 mit fünf anderen Marienwallfahrtsorten verbunden. Diese sind:
Kultur und SehenswürdigkeitenMuseen
Bauwerke
Persönlichkeiten
Ehrenbürger der StadtDie Ehrenbürgerwürde ist eine der höchsten Auszeichnungen, die die Stadt Altötting zu vergeben hat. Ihre Verleihung erfolgt auf Beschluss des Stadtrates an Persönlichkeiten, die sich durch herausragenden Einsatz für das Gemeinwohl verdient gemacht haben und in einem besonderen, nachhaltigen Bezug zu Altötting stehen. Um die Bedeutung dieser Ehrung zu betonen, gibt es nie mehr als fünf lebende Ehrenbürger. Papst Benedikt XVI. (Joseph Alois Ratzinger), (* 1927) seit 2005 Oberhaupt der Katholischen Kirche, zeigte zeitlebens eine enge Verbundenheit mit dem Marienheiligtum in Altötting. Geboren in Marktl wirkte er nach der Priesterweihe 1951 zunächst vor allem als Theologe (Professuren in , , , und ) und nahm in dieser Funktion am Zweiten Vatikanischen Konzil teil. 1977 wurde er zum Erzbischof von und ernannt und erhielt die Kardinalswürde. 1981 berief ihn Papst Johannes Paul II. zum Präfekten der katholischen Glaubenskongregation in Rom. 2005 wählte ihn das Konklave zum 265. Nachfolger des Hl. Petrus. Als erster Deutscher auf dem Stuhl Petri seit fast 500 Jahren versteht sich Benedikt XVI. seinem Bischofmotto entsprechend als „Mitarbeiter der Wahrheit”. Theologische Brillanz und Führungsstärke gründen in einer tiefen Gläubigkeit die ihre Wurzeln in der bayerischen Kindheit des Papstes hat. Schon als Kind besuchte Joseph Ratzinger oft das Altöttinger Gnadenbild. Auch als Priester, Bischof, Kardinal schöpfte er aus der spirituellen Ausstrahlung des Marienheiligtums Kraft für seine Aufgaben. In Anerkennung seiner vielfach bewiesenen, innigen Verbundenheit mit der Kreis- und Wallfahrtsstadt Altötting wurde ihm am 2006 die Ehrenbürgerwürde der Stadt verliehen. Dr. Maria Eder (* 1919), seit 1960 Missionsärztin in Simbabwe, ist die erste weibliche Ehrenbürgerin der Kreisstadt Altötting. Unter schwierigsten Bedingungen baute Dr. Eder in Brunapeg am Rande der Kalahari-Wüste eine medizinische Versorgung auf. Dort und anschließend im Regierungskrankenhaus Antelope betreute sie zehntausende von Patienten auch während der Bürgerkriegswirren in Simbabwe. Seit 2000 arbeitet sie im AIDS- Waisen-Betreuungs-Programm der Erzdiözese Bulawayo. Über Jahrzehnte haben Stadt und Pfarrei Altötting die Projekte Dr. Eders unterstützt, die intensive Verbindung erwies sich für beide Seiten als fruchtbar. In Anerkennung ihres Lebenswerks wurde Dr. Eder 2004 die Ehrenbürgerwürde verliehen. Seban Dönhuber (* 1934), Altlandrat, hat sich in vielfältigen politischen Funktionen (Landtagsabgeordneter, Senator, Landrat) für den Landkreis und die Stadt Altötting eingesetzt. Daneben engagierte er sich in verantwortlichen Ämtern in sozialen Organisationen (u.a. BRK-Kreisvorsitz, AWO-Landesvorsitz). Zahlreiche Großprojekte wie etwa der Neubau des Kreiskrankenhauses wurden unter seiner Federführung verwirklicht. 2001 erhielt Seban Dönhuber die Ehrenbürgerwürde. Dr. Franz Xaver Eder (* 1925), Altbischof, war 17 Jahre lang Bischof von . In dieser Zeit hat Dr. Eder die traditionsreiche Wallfahrt nach Altötting besonders gefördert und in zahlreichen Besuchen in Altötting seine Verbundenheit mit der Stadt zum Ausdruck gebracht. Das 500-jährige Wallfahrtsjubiläum 1989 stellte einen Höhepunkt seiner Amtszeit dar. Aber auch Eders Initiativen in der Weiterentwicklung der Pastoralarbeit und der Jugendarbeit wirkten sich in Altötting sehr positiv aus. Die Ehrenbürgerwürde erhielt Dr. Eder 2001. Max Absmeier (* 1920), Prälat, war von 1979-1995 Stadtpfarrer der Pfarrei St. Philippus und Jakobus. In dieser Zeit verband er die Aufgaben des Wallfahrtspfarrers mit einer intensiven Gemeindearbeit. Er setzte sich stark für die karitativen kirchlichen Einrichtungen in Altötting ein (Kinderheim, Behindertenheim, Begegnungszentrum) und wirkte führend an den Großveranstaltungen in dieser Zeit mit (Papstbesuch 1980, Wallfahrtsjubiläum 1989). Für sein umfassendes seelsorgerliches und organisatorisches Wirken wurde er 1995 mit der Ehrenbürgerwürde ausgezeichnet. Söhne und Töchter der Stadt
Siehe auch
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