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Altusried ist ein Markt im schwäbischen Landkreis Oberallgäu. Geografie und GeologieAltusried liegt in der Region Allgäu nordwestlich von . Es existieren folgende Gemarkungen: Altusried, Frauenzell, Hohentanner Wald, Kimratshofen, Krugzell, Muthmannshofen. Während der Eiszeit erstreckte sich der Illergletscher vom Hochgebirge bis Altusried. Die Schmelzwasser des Gletschers fanden drei Abläufe, von Probstried ins Tal der Westgünz, von Dietmannsried in das alte Illertal (heute Memminger Trockental) und von Kalden (Altusried) nach Lautrach - Illerbeuren. Zum Ende der Eiszeit schmolz der Eisstrom und es entstand ein großer See zwischen und Altusried. In der Folge vertiefte sich der Abfluss bei Kalden am stärksten und der See lief aus. Seitdem fließt die Iller in vielen malerischen Windungen durch die Endmoränen von Altusried bis Ferthofen und findet erst unterhalb von zurück in das alte Illertal. Am schönsten kann man den Illerdurchbruch von der Ruine Kalden (ehemaliges Schloss Kalden) beobachten. Typisch für Altusried sind die Tobel.Das sind enge,meist bewaldete Rinnen die steil zur Iller hinabführen.Am bekanntesten ist der Tobel von Briels.Von der Ruine Kalden aus findet man leicht den Eingang.Da er durch einen Weg erschlossen ist,lohnt sich ein romantischer Spaziergang zwischen Tobel und Steilufer hinab zur Iller.Dabei kommt man auch an dem mittelalterlichem Burgplatz Altkalden vorbei.Von ihm zeugen aber nur noch ein paar behauene Tuffsteine.In der Moränenlandschaft findet man gelegentlich auch ringförmige Vertiefungen,hier handelt es sich um sogenannteToteislöcher. GeschichteAus der Zeit um 1000 v. Chr. stammen vorgeschichtliche Funde von Waffen, Gerät und Schmuck aus der Bronzezeit in Ottenstall, ein Weiler westlich von Altusried im Rohrachtal. Dem Namen Altusried kann man entnehmen, dass der Ort erst Ende des 8. Jahrhunderts gegründet wurde. Der Namensgeber der Rodung (Ried) war ein gewisser Alto. Dieser Name wurde damals häufig in Friesland verwendet. Zu dieser Zeit wanderten viele und Angeln in das südliche Germanien, Ursache waren die Sachsenkriege Karls des Großen. 1515 wurde die Burg Neu-Kalden durch Joachim zu Pappenheim gebaut. Im Bauernkrieg ist 1525 der „Altusrieder Haufen” mit dabei. 1545 wurden durch Brandstiftung 28 Häuser vernichtet. 1670 stürzten die Schiffspfeiler der Pfarrkirche ein. Die Kirche wurde wieder aufgebaut. 1692 war das Ende der Lehnsherrschaft der Pappenheimer. Das Stift kauft das Lehen. 1772 war der Beginn der Vereinödung. Der Markt Altusried war vor 1800 Sitz eines Oberen und Unteren Gerichts und gehörte zum Fürststift . Seit dem Reichsdeputationshauptschluss und der Säkularisation von 1803 gehört der Ort zu . Altusried besaß das Marktrecht mit wichtigen Eigenrechten. 1803 vernichtete eine Feuerbrunst 14 Häuser. 1838 erfolgte die Genehmigung des Altusrieder Wappens (Ruine Kalden) durch König Ludwig I. 1877 war die erste Aufführung eines Freilichtspieles: „Der bayerische Hiasl” und 1914 wurde die Motorpostlinie nach eröffnet . 1955 erfolgte die Renovierung der Pfarrkirche. 1972 bei der Gebietsreform kam es zur freiwilligen Eingemeindung von Frauenzell, Kimratshofen, Krugzell und Muthmannshofen. Einwohnerentwicklung
Von den 2004 festgestellten 10.012 Einwohnern wohnten 5.326 in Altusried, 826 in Frauenzell, 1.539 in Kimratshofen, 1.939 in Krugzell und 382 in Muthmannshofen (Stand: 31. Dezember 2004). PolitikBürgermeisterDerzeitiger Bürgermeister ist Heribert Kammel (Freie Wähler). Zweiter Bürgermeister ist Georg Heberle. WappenDie Wappenbeschreibung lautet: In Blau eine Burgruine mit silbernem Gemäuer. Das Altusrieder Gemeindewappen hatte einige Hindernisse zu überwinden, bis es anno 1838 genehmigt wurde. Die Gemeindereform 1818 trachtete nach der Säkularisation danach, die Erinnerung an frühere Herrscherhäuser auszulöschen, indem sie die Verwendung alter Wappen verbot. 1835 ließ aber die königliche Regierung nachfragen, welche Gemeinden ein Wappen wünschen und welche Vorschläge sie hierfür unterbreiten könnten. Dieser Anfrage kamen die Altusrieder ein Jahr später mit zwei Entwürfen für das Gemeindezeichen nach. Der eine Vorschlag zeigte den volkstümlichen Bürger „Rysch”, der eigentlich Dietmannsried zuzuordnen ist, und insofern nicht als geeignet angesehen wurde. Der zweite Vorschlag mit der „sagenhaften Stammburg der Marschälle von Calentin” wurde deshalb von Anfang an favorisiert, obwohl im Jahr 1836 tatsächlich nur noch wenig von deren Ruinen zu sehen war. Die Steine des 1515 von Marschall Hans von Pappenheim errichtete Neubau der Burg Calden waren zum Bau des Kemptener Krankenhauses an der Memmingerstraße verwendet worden. Der Reichsherold wollte nun zusätzlich eine Verschönerung des Entwurfes herbeiführen und zeichnete Türme, Kemenate und Bergfried ein. Die Genehmigung ließ dann nicht mehr lange auf sich warten, denn bereits am 3. Februar 1838 teilte man über die Regierung des Oberdonaukreises der Gemeinde Altusried mit, dass sie das Recht erhalten habe, als Wappen in einem blauen Schild die Ritterburg Calden zu führen. Als das Wappen dann eintraf, staunte man nicht schlecht. Denn dort zeigte sich anstelle der Burg Calden der Römerturm Oberschöneck bei . Das Versehen wurde schnell entdeckt und noch im gleichen Jahr erhielten die Altusrieder ihr richtiges Wappen sowie ein Dienstsiegel, gestaltet vom damaligen Hofgraveur Neuß. (Nach Jochen König, Wappen unserer Gemeinden, Das schöne Allgäu Ausgabe Nr. 1 Januar 1990) SteuernDie Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 4.019.000 €, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 813.000 €. Kultur und SehenswürdigkeitenAltusried liegt an der Oberschwäbischen Barockstraße.
In Altusried befindet sich eine der größten Freilichtbühnen Deutschlands. Alle drei bis vier Jahre werden dort die Allgäuer Freilichtspiele Altusried mit zahlreichen Teilnehmern aus der Bevölkerung aufgeführt. So zum Beispiel 2005 Die Jungfrau von Orleans, 2002 Wilhelm Tell und 1999 Bauernkrieg im Allgäu. Die Freilichtspiele lassen sich bis zum Jahr 1879 zurückverfolgen und haben somit eine über 125-jährige Tradition. Wirtschaft und InfrastrukturWirtschaft sowie Land- und ForstwirtschaftEs gab 1998 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 43, im produzierenden Gewerbe 657 und im Bereich Handel und Verkehr 265 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 358 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 3.096. Im verarbeitenden Gewerbe (sowie Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden) gab es zwei, im Bauhauptgewerbe zwölf Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 308 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 6.356 ha. Davon waren 13 ha Ackerfläche und 6.340 ha Dauergrünfläche. BildungIm Jahr 2004 existierten folgende Einrichtungen:
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