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Annaberg-Buchholz ist eine Stadt im Erzgebirge mit rund 23.000 Einwohnern. Sie ist Verwaltungssitz des Landkreises Annaberg in Sachsen. Die Stadt hat den Status einer Großen Kreisstadt und ist ein Mittelzentrum des Bundeslandes. GeografieGeografische LageDie Stadt liegt an den Hängen von Pöhlberg (832 m ü. NN), Schreckenberg (649 m ü. NN) und Schottenberg sowie im Sehmatal. NachbargemeindenAngrenzende Gemeinden (alle im Landkreis Annaberg) sind Königswalde, Mildenau, die Stadt Schlettau, Sehmatal und Thermalbad Wiesenbad. StadtgliederungDas Stadtgebiet von ist in 6 Stadtteile eingeteilt:
GeschichteGründungNachdem man am Schreckenberg 1491 auf erste Silbererzgänge gestoßen war, wurde auf Geheiß des sächsischen Landesherrn Georgs des Bärtigen ab 1496 eine geregelte Siedlung angelegt. Der Entwurf der Stadtanlage stammte von dem damaligen Freiberger Bürgermeister und Gelehrten Ulrich Rülein von . 1497 erhielt die „Newe Stat” das Stadtrecht und im Jahr darauf das Münzrecht. Ab 1501 bezeichnete man die Stadt als „santt Annabergk”. 1495 begann man auf Grünhainer Klostergebiet, unterhalb von Annaberg, eine weitere Bergbausiedlung anzulegen. „St. Katharinenberg im Buchholz” erhielt 1501 erste Privilegien, wurde aber erstmals 1539 als Städtlein bezeichnet. Historische EntwicklungDie reiche Ausbeute des Silberbergbaus führte zu einem starken Zuzug von Bergleuten („Berggeschrey”) und einer raschen Vergrößerung der Einwohnerzahl. So entwickelte sich die Stadt in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts zu der nach zweitgrößten Stadt Sachsens und damit zu einer der großen Städte im deutschen Sprachraum. Etwa 1522 zog es Adam Ries nach Annaberg, der hier bis zu seinem Lebensende als Rechenmeister und Bergbeamter tätig war. Nach dem Tod Herzog Georgs wurde 1539 auch in Annaberg die Reformation eingeführt. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhundert gewannen Klöppeln und Bortenwirken wirtschaftliche Bedeutung. Große Bedeutung erlangte in diesem Zusammenhang die Unternehmerin Barbara Uthmann. Das 17. Jahrhundert war einerseits durch den starken Rückgang der bergbaulichen Tätigkeit geprägt, zum anderen wurde die Region mehrfach von den Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges heimgesucht. Erst im 19. Jahrhundert, besonders nach der Eröffnung der Eisenbahnline von nach Annaberg im Jahr 1866, kam es zu einem nachhaltigen wirtschaftlichen Aufschwung, vor allem getragen von der Textilindustrie. Im Zuge der Industriellen Revolution entwickelten sich Annaberg und zu einem weltweiten Zentrum der Posamentenherstellung. Annaberger Firmen unterhielten Niederlassungen in zahlreichen Handelszentren Europas. Um die Jahrhundertwende existierte in der Stadt für mehrere Jahre ein US-amerikanisches Konsulat. Auch , das immer im Schatten seiner bedeutenderen Nachbarstadt gestanden hatte, baute sich seit dem 16. Jahrhundert mit Spitzenklöppelei und Posamentenherstellung ein wichtiges wirtschaftliches Standbein auf. 1620 erfuhr es einen großen Zuzug von böhmischen Exulanten, bevor es – ohne Stadtmauer – im Dreißigjährigen Krieg schwer verwüstet wurde. 1868 wurde in der Stadt ein Herstellungsverfahren für Perlgewebe erfunden, das – als Buchholzer Monopol – zu einem wirtschaftlichen Aufschwung führte. Während Annaberg im Zweiten Weltkrieg von Zerstörungen weitgehend verschont blieb, wurde bei einem Bombenangriff am 14. Februar 1945 schwer getroffen. Nach Kriegsende wurden die beiden Städte Annaberg und auf Anweisung des sowjetischen Stadtkommandanten vereinigt. Die Förderung von Uranerzen sorgte in den fünfziger Jahren zu einem kurzzeitigen Wiederaufleben des Bergbaus und zu einem starken Anstieg der Bevölkerung. Nachdem bereits Ende der Vierzigerjahre größere Unternehmen enteignet worden waren, wurde 1972 ein Großteil der in Privatbesitz verbliebenen Firmen verstaatlicht. Nach der politischen Wende 1989/90 werden viele Unternehmen in Privathand zurückgeführt. Eingemeindungen
Einwohnerentwicklung1834 zählte Annaberg 5.068 Einwohner; zählte 1.424 Menschen. Weitere Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1960 31. Dezember):
1 29. Oktober PolitikStadtratDer Annaberg-Buchholzer Stadtrat besteht aus 30 Sitzen. Die nachfolgende Aufteilung ist das Ergebnis der Kommunalwahl 2004.
Der Fraktionsvorsitzende der NPD-Fraktion und Landtagsabgeordnete Klaus Baier ist mittlerweile Mitglied der DSU. Damit ist die DSU jetzt mit einem Sitz (fraktionslos) vertreten und die NPD hat keine Fraktion mehr, sondern nur noch ein Einzelmitglied. Oberbürgermeisterinseit 2001: Barbara Klepsch (CDU) WappenDas Wappen von Annaberg zeigt die heilige Anna selbdritt, flankiert von zwei Bergleuten über dem bergmännischen Symbol Hammer und Schlägel. Auf dem Buchholzer Wappen ist die heilige Katharina abgebildet. Städtepartnerschaften
Kultur und SehenswürdigkeitenSt. AnnenkircheSiehe Hauptartikel St. Annenkirche Die St. Annenkirche ist das Wahrzeichen der Stadt und weithin sichtbar. Die 1525 fertiggestellte spätgotische Hallenkirche gehört zu den schönsten und kulturgeschichtlich wertvollsten Beispielen dieser Architekturform. Auf der Rückseite des Bergaltars befindet sich ein Gemälde des Bergbaues aus dem 16. Jahrhundert. Die Kirche war bis 1539 ein katholisches Gotteshaus, deshalb erinnern die schmuckvollen Verzierungen eher an eine katholische als an eine evangelische Kirche. Weitere Bauwerke
Eduard-von-Winterstein-TheaterDas Eduard-von-Winterstein-Theater ist ein Mehrspartenhaus und wurde 1893 als Neues Stadt-Theater-Annaberg eröffnet. Es ist benannt nach dem Schauspieler Eduard von Winterstein, der hier einst mit der Titelrolle in Goethes Egmont debütierte und dem Ensemble mehrere Jahre angehörte. Alte Brauerei AnnabergDer Verein Alte Brauerei Annaberg e. V. agiert als soziokulturelles Jugend- und Kulturzentrum und ist zugleich Kulturveranstalter mit vielfältigen Konzert- und Kleinkunstangeboten. Museen
Parks
Naturdenkmäler
SportRegelmäßige Veranstaltungen
Kulinarische Spezialitäten
WirtschaftAnsässige UnternehmenTraditionelle Wirtschaftszweige sind die Textilherstellung, die hier ihre Wurzeln im ausgehenden Mittelalter hat, Metall- Papier- und Holzverarbeitung sowie die Spielwarenindustrie. Nach der politischen Wende 1989/90 sind Industrie und verarbeitendes Gewerbe stark zurückgegangen. Heute gehört die Region um mit einer Arbeitslosenquote von ca. 20 % und mit einem der niedrigsten BSP zu den wirtschaftlich schwächsten in . Positive Entwicklungstendenzen verzeichnet der Bereich der Automobilzulieferindustrie sowie das Dienstleistungsgewerbe. Hier ist insbesondere der Tourismus zu nennen. zählt mittlerweile zu den wichtigsten touristischen Destinationen in Sachsen, vor allem in der Vorweihnachtszeit. Außerdem versucht , sich als Verwaltungs- und Dienstleistungszentrum zu profilieren - beispielsweise als Sitz der regionalen Agentur für Arbeit, des Tourismusverbandes und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für das Erzgebirge. Bedeutende Arbeitgeber in der Stadt sind derzeit das Erzgebirgsklinikum, OPEW (Obererzgebische Posamenten- und Effekten-Werke), die Bundesagentur für Arbeit und die Annaberger Backwaren GmbH. MedienIn erscheint eine Lokalausgabe der Chemnitzer Tageszeitung Freie Presse mit Lokalredaktion in der Stadt. Auch das Anzeigenblatt Erzgebirgsrundschau wird in Annaberg redigiert. Infrastruktur und VerkehrFernstraßenAnnaberg-Buchholz liegt an der B 95 sowie an der B 101. Die nächstgelegene Autobahnanschlussstelle an der A 72, Stollberg-West, ist ca. 25 Kilometer entfernt. Hier entsteht seit Mitte der 90er Jahre ein leistungsfähiger Zubringer. Annaberg-Buchholz liegt zudem an der ersten sächsischen Ferienstraße, der auf einen historischen Verkehrsweg zurückgehenden „Silberstraße”. EisenbahnSeit 1866 besteht ein Bahnanschluss nach , die sogenannte Zschopautalbahn, die weiter nach Cranzahl bzw. Bärenstein und von dort Anschluss nach Tschechien hat. Seit der Sanierung der Strecke wird diese von der Erzgebirgsbahn, einer Tochter der Deutschen Bahn betrieben. LuftverkehrDer nächstgelegene Verkehrslandeplatz befindet sich in Chemnitz/Jahnsdorf. Nächstgelegene Flughäfen mit Linienverkehr sind (60km), Dresden (110 km) und Leipzig/Halle (140km). Öffentlicher Nahverkehr (ÖPNV)Die in ansässige BVO Verkehrsbetriebe Erzgebirge GmbH betreibt im Stadtgebiet insgesamt sieben Stadtbuslinien. Regionalbuslinien verbinden mit der Region sowie , Dresden, oder Karlovy Vary (Karlsbad/Tschechien). BildungGrundschulen
Mittelschulen
Gymnasien
Berufsbildende Schulen
PersönlichkeitenEhrenbürger
Söhne und Töchter der Stadt
Weitere Persönlichkeiten
Literatur
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