Aschersleben in Sachsen-Anhalt


Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Aschersleben-Staßfurt
Verwaltungsge-
meinschaft:
Aschersleben/Land
Koordinaten: 51° 45′ N, 11° 28′ O
Höhe: 114 m ü. NN
Fläche: 85,81 km²
Einwohner: 25.932
Bevölkerungsdichte: 302 Einwohner je km²
Postleitzahl: 06449
Vorwahl: 03473
Kfz-Kennzeichen: ASL
Gemeindeschlüssel: 15 3 52 002
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 1
06449 Aschersleben
Webpräsenz: www.aschersleben.de
Oberbürgermeister: Andreas Michelmann (WIDAB)

Aschersleben ist eine mitteldeutsche Kreisstadt im Landkreis Aschersleben-Staßfurt in Sachsen-Anhalt. Es ist die älteste Stadt in Sachsen-Anhalt mit dem längsten noch erhaltenen Befestigungsring (Stadtmauer), welcher heutzutage als Promenadenring zum Spazierengehen einlädt.

Geografie

Aschersleben liegt zwischen dem Harz und der Magdeburger Börde, etwa eine Autostunde südwestlich von Magdeburg. Eine Nachbarstadt ist Quedlinburg. Aufgrund der geografischen Lage wird Aschersleben auch als das 'Tor zum Harz' bezeichnet.

Seit März 2004 ist die Gemeinde Winningen Ortsteil der Stadt Aschersleben. Am 1. Januar 2005 wurde Gemeinde Klein Schierstedt eingemeindet, am 24. Februar 2006 die Gemeinde Wilsleben.

Nachbargemeinden

Die benachbarten Gemeinden sind im Uhrzeigersinn im Norden beginnend:

  • Hecklingen
  • Giersleben
  • Schackenthal
  • Groß Schierstedt
  • Mehringen
  • Drohndorf
  • Quenstedt (Landkreis Mansfelder Land)
  • Westdorf
  • Falkenstein/Harz
  • Frose
  • Nachterstedt
  • Neu Königsaue

Geschichte

753 wurde Aschersleben als Ascegereslebe im Codex Eberhardi erstmals erwähnt. Die Quelle war eine Schenkung des Madalwin, der seine Besitzung in Aschersleben „samt den Hörigen” dem Heiligen Bonifatius (Kloster Fulda) überträgt.

Zeit der Askanier

Im 11. Jahrhundert geht die Stadt in den Besitz des Geschlechtes der Askanier über, deren Name von der latinisierten Form der Stadt Aschersleben herrührt. 1120 fand der Bau der Askanierburg statt. Erwähnenswert ist die Erschlagung Udos von Freckleben 1130 durch die Mannen Albrechts des Bären während einer Fehde. 1170 stirbt Albrecht der Bär. Sein Sohn Bernhard begründet im 12. Jahrhundert die Grafschaft Aschersleben; die Stadt wird als Grafschaftssitz Verwaltungs- sowie Gerichtsort.

  • 1175 lässt Heinrich der Löwe die Stadt niederbrennen.
  • 1250 wurde das Marienkloster gegründet.
  • 1252 wird Aschersleben nach der Teilung des askanischen Besitzes Sitz der Linie Anhalt-Aschersleben (bis 1315).
  • 1266 erhielt Aschersleben das Stadtrecht durch Heinrich II.
  • 1309 wird der Graue Hof (Stadthof der Zisterzienser = graue Mönche) erstmalig urkundlich erwähnt.
  • 1315 fallen Stadt und Grafschaft Aschersleben nach dem Erlöschen des Hauses Anhalt-Aschersleben an das Bistum Halberstadt.

Mittelalter

  • 1325 erfolgte die erste Erwähnung der Lateinschule von Aschersleben (heute Stephaneum).
  • 1380 wurde der Bau des Johannisturms begonnen.
  • 1406 begann der Bau der Stephanikirche (bis 1507).
  • 1426 trat Aschersleben der Hanse bei (Mitgliedschaft bis 1518).
  • 1440–1470 wurden große Teile der Stadtbefestigung/Stadtmauer errichtet. Hierfür fand vor allem auch Baumaterial der alten Stadtburg Wiederverwendung.

Frühe Neuzeit

  • 1507–1583 erfolgte der Bau des Rondells.
  • 1512–1513 wirkte Thomas Müntzer an der Lateinschule.
  • 1528 und 1566 kam es zu einer erneuten Pestepedemie. Die Opferzahl für 1566 belief sich bei etwa 1.400 Stadtbürgern. Die Krankheit grassierte nochmals 1625. An die 2.800 Menschen fielen ihr zum Opfer.
  • 1625 befand sich Wallenstein in der Stadt.
  • 1644 erfolgte die Verstärkung der Stadtbefestigung sowie die Bewässerung der Stadtgräben. Wie in vielen deutschen Städten kam es auch in Aschersleben während des Dreißigjährigen Krieges zu Plünderungen.
  • 1648 im Westfälischen Frieden von fällt Aschersleben an Brandenburg
  • Trencianske Teplice, Slowakei

Schulen und andere Bildungseinrichtungen

  • Grundschule „Luisenschule”
  • Grundschule „Pfeilergraben”
  • Grundschule „Staßfurter Höhe”
  • Grundschule „Froser Straße”
  • Freie Montessori-Grundschule
  • Christliche Grundschule - Evangelische Bekenntnisschule (Freier Träger)
  • Ganztagsschule „Albert Schweitzer”
  • Sekundarschule „Burgschule”
  • Sekundarschule „Lübenschule”
  • Europaschule Gymnasium und Ganztagsschule „Stephaneum”
  • Gymnasium „Ascaneum”
  • Bildungszentrum des Einzelhandels Sachsen-Anhalt
  • combi Schulungszentrum-Computer&Bildung GbR
  • IWK Aschersleben (Institut für Weiterbildung in der Kranken- und Altenpflege gGmbH)
  • GfM Gesellschaft für Mikroelektronik GmbH & Co.KG
  • Kreisvolkshochschule Aschersleben-Staßfurt
  • VHS Bildungswerk in Sachsen-Anhalt GmbH
  • Handwerker-Bildungs-Zentrum Aschersleben
  • Bundesanstalt für Züchtungsforschung an Kulturpflanzen (zwei Teilinstitute)
  • Fachhochschule der Polizei Sachsen-Anhalt
  • Lernbehindertenschule „Pestalozzi”
  • Kastanienschule
  • BBRZ.e.V. Berufliches Bildungs- und Rehabilitationszentrum e.V.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

  • Otto Arndt (1920–1992) Verkehrsminister der DDR
  • Peter Adolf Boysen (1690–1743) evangelischer Theologe, Philosoph und Historiker
  • Prof. Walter Buhe (1882-1958) Heimatmaler
  • Rudolf Christian Böttger (1806–1881,Frankfurt am Main), Chemiker und Physiker
  • Kurt Fried (1906-1981,Ulm) deutscher Publizist, Kunstsammler und Verleger der Schwäbischen Donau-Zeitung, heute Südwest Presse
  • Hermann Gieseler (1889–1948) Gewerkschaftsfunktionär
  • Marianne Groß (* 1942) Schauspielerin
  • Reinhold Heidecke (1881–1960,Braunschweig); Mitbegründer des Kameraherstellers Rollei
  • Prof. Hugo Ottomar Hertzer (1831–1908,Berlin); Mathematiker
  • Gerd Höfer (* 1943) Mitglied des Deutschen Bundestages der SPD seit 1994
  • Hermann Kickton (1878-1957) Jurist
  • Richard Kiessler (1944); deutscher Redakteur, Chefredakteur der Neue Ruhr Zeitung/Neue Rhein Zeitung
  • Ernst Klodwig (1903–1973,Hamburg); Formel 1 - Fahrer 1952/53 auf BMW
  • Robert Leffler (1866–1940,Berlin); Schauspieler und Regisseur
  • Eva Mahn (1947) Kunstwissenschaftlerin, Hochschullehrerin und Fotografin
  • Marko Mühlstein (1974) Mitglied des Deutschen Bundestages der SPD seit 2002
  • Adam Olearius (1603–1671) Schriftsteller und Diplomat
  • Charles Johann Palmié, Landschafts- und Stilllebenmaler
  • Hermann Eberhard Pflaume (1869-1921, Köln) Architekt
  • Hermann Otto Pflaume (1830-1901, Köln) Architekt und Geheimer Baurat
  • Gerd von Rundstedt (1875–1953) Generalfeldmarschall im 2. Weltkrieg
  • Hermann Sander (1845–1939,Berlin); Fabrikant
  • Walter Andreas Schwarz, (1913); Sänger, Schriftsteller, Kabarettist, Hörspielautor und Übersetzer
  • Johann Esaias Silberschlag (1721–1791) Theologe und Naturwissenschaftler
  • Petra Wernicke (* 1953) Mitglied des Landtages, Sachsen-Anhalt der CDU seit 1990, Ministerin für Landwirtschaft und Umwelt
  • Wilhelm Wieprecht (1802–1872,Berlin); Komponist, Dirigent und Arrangeur
  • Annemarie Zornack (* 1932) Schriftstellerin

Ehrenbürger

  • M. von Tadden, Rittmeister im 10. Husarenregiment (13. April .1836)
  • Adolph Wölfing, Pfarrer der katholischen Gemeinde (Januar 1843)
  • Kleineke, Wachtmeister im 10. Husarenregiment (1846)
  • Buchheister, Wachtmeister im 10. Husarenregiment (1846)
  • Wilhelm Wieprecht, Kgl. Generalmusikmeister (15. August 1862)
  • Graf Hugo Sholto Douglas, Mitglied des preußischen Landtages (25. April 1890)
  • Hans Christian Bestehorn, Königlicher Geheimer Kommerzienrat (26. November 1901)
  • Richard Bestehorn, Königlicher Kommerzienrat (1. April 1911)
  • Otto Bestehorn, Königlicher Kommerzienrat (1. April 1911)
  • Paul von Beneckendorf und von Hindenburg, Chef des Generalstabes des Heeres (26. Oktober 1917)
  • Paul Michaelis, Oberbürgermeister bis 1912 (2. Oktober 1929)
  • Am 4. April 1933 wurde Adolf Hitler zum Ehrenbürger der Stadt ernannt. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte sich die DDR nicht als Rechtsnachfolger des nationalsozialistischen Staates verstanden und daher die Ehrenbürgerschaft ignoriert. Erst 2006 wurde diese dann vom Stadtrat formal aufgehoben. [1]
  • Prof. Dr. Dr. Walter Friedrich, Mediziner (1952)
  • Dr. Wilhelm Feit, Chemiker (1952)
  • Prof. Walter Buhe, Heimatmaler (1957)
  • Harlan W. Newell, Major der US-Army (1992)

Sonstige mit der Stadt verbundene Personen

Nicht in Aschersleben geboren, aber auf andere Weise verbunden:

  • Lothar Ahrendt (* 1936) Innenminister der DDR; wurde in der Polizeischule Aschersleben ausgebildet.
  • Joachim I. von Alvensleben (1514-1588); Burgherr in Erxleben, Gelehrter und Reformator
  • Caspar Abel (1676-1763) Historiker und plattdeutscher Dichter
  • Simon Bingelhelm (gest. 1600), einer der größten Verbrecher auf dem Gebiet des heutigen Bundeslandes Sachsen-Anhalt
  • Dankwart Brinksmeier (* 1956), evangelischer Pfarrer
  • Gottfried August Bürger (1747–1794), Dichter des Sturm und Drang
  • Heinrich Camin (1787-1848), Offizier des Königreich Westfalen, später in der Armee Preußen
  • Konrad Elmer (* 1949), evangelischer Pfarrer
  • Johann Melchior Goeze (1717-1786), Theologe
  • Julius Hartwig Friedrich von Hartmann (1817-1878), königlich preußischer General der Kavallerie
  • Gustav Heyse (1809-1883), Lehrer und Regionalhistoriker
  • Waldemar Holtz (1921–1923), Abgeordneter des Parlaments Preußen (USPD, VSPD)
  • Jayne-Ann Igel (* 1954), deutsche Schriftstellerin
  • Christoph Irenäus (1522-1595), lutherischer Theologe und Reformator
  • Adolph Gottfried Kinau (1814-1888), Pastor und Astronom
  • Hans Christoffer von Königsmarck (1600-1663), deutscher Heerführer in schwedischen Diensten
  • Karl Georg von Loebell (1777–1841), Fähnrich im Kürassierregiment Herzog von Weimar zusammen mit Friedrich de la Motte Fouqué
  • Thomas Müntzer (1489–1525), evangelischer Theologe und Revolutionär in der Zeit des Bauernkrieges
  • Kersten Naumann (1958), Politikerin der Linkspartei.PDS, MdB seit 2005
  • Friedrich Wilhelm Leopold Pfeil (1783–1859), Forstwissenschaftler
  • Hans-Joachim Preil (1923-1999), deutscher Theaterautor, Regisseur und Komiker
  • Heinrich Pröhle (1822-1895), Lehrer und Schriftsteller
  • Neo Rauch (* 1960), Maler
  • Frank Thiess (1890-1977), Schriftsteller

Literatur

  • Augenzeugenberichte: Die Teilnahme des Besatzungs-Bataillons Aschersleben - 2. Magdeburgischen Landwehr-Regiments Nr. 27 - an dem achttägigen Feldzuge gegen das Hannöversche Armee-Korps im Juni 1866, Schlacht bei Langensalza 1866 - Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, Reprint 1866/2001, ISBN 3-934748-74-0
  • Frank Thieß: Das Tor zur Welt, 1926, beschreibt das Leben von Gymnasiasten in Aschersleben, interessant sind in diesem Werk die detaillierten Ortsangaben, Aschersleben heißt im Buch Annenstedt, aber die Straßennamen sind original



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Informationsportal über Aschersleben in Sachsen-Anhalt - 21.5.2012