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Geografie und VerkehrDie Gemeinde liegt im Herzen des 380km² großen Naturparks Aukrug, einem anerkannten Erholungsort mit Wiesen und Feldern, Heide, Mooren, Teichen und kleinen Flussläufen. Durch den Torfabbau und die Herstellung von Torfkohle, die ähnlich wie Holzkohle hergestellt wird, sind die Moorflächen im Gemeindegebiet jedoch stark zurückgegangen. Heute ist nur noch das Viertshöher Moor, ein Hochmoor im Ortsteil Böken, erhalten. Durch Aukrug fließen die Bünzau und die Höllenau. Aukrug liegt an der B 430 und der Bahnstrecke Neumünster - Büsum, der sogenannten Westbahn. Die Strecke wird heute betrieben von der Schleswig-Holstein-Bahn.
WappenWappenbeschreibungDas Wappen zeigt auf grünem Grund ein silbernes Rad mit vier Speichen (Radkreuz). Darunter ist ein silberner Wellenbalken zu sehen. Das Rad ist in der Mitte und an den vier äußeren Enden der Speichen belegt mit fünf roten Rosenblüten. In den Blüten sind goldene Samenkapseln und goldene Kelchblätter dargestellt. Historische BegründungDie grüne Farbe symbolisiert die naturräumliche Lage im Naturpark Aukrug. Der silberne Wellenbalken drückt die Lage an den Flüssen Buckener Au, Mitbek und Bünzau aus und nimmt Bezug auf die Lage des in den „Krümmungen der Auen” gelegenen Gebietes. Die Ortsteile Bargfeld, Böken, Bünzen, Homfeld und Innien werden im Wappen durch die fünf Rosen vertreten. Das verbindende Rad zeigt das Zusammenwachsen dieser fünf ehemals selbständigen Dörfer. Das Rad symbolisiert ebenfalls die verkehrsgünstige Lage an dem Straßenkreuz der Landstraße Kiel - Itzehoe und der Lübschen Trade, heute die Bundesstraße 430. GeschichteInnien, der älteste Ortsteil, wurde bereits 1128 erwähnt. Der Name Aukrug kommt von der plattdeutschen Bezeichnung „in de Aukrögen” und heißt soviel wie „in den Krümmungen der Auen”. Als Gründer Inniens wird geschichtlich ein „Daso von Ennige” genannt, welcher um 1100 an der Stelle Inniens ein Kloster errichtet haben soll. Die Bünzer Mühle war damals eine kirchliche Mühle und durfte nur von Bauern des Kirchenlandes genutzt werden. Andere mussten ihr Getreide über die Lübsche Trade zu einer königlichen Mühle nach Springhoe bei Lockstedt bringen. Herkunft der OrtsnamenInnien bedeutet Siedlung des Ano, Bünzen (früher Buntzinge) die Siedlung des Buniko, Böken kommt von der Buche, Bargfeld deutet Georg Reimer als bergiges Feld und Homfeld als Feld im Walde. Alte Wege und StraßenWohl auf Grund der zentralen Lage gingen durch Aukrug mehrere historische Wege und Straßen. Nicht alle Bezeichnungen sind fest definierte Straßenbezeichnungen, sondern ein Geflecht von nebeneinander herlaufenden Wegen, von denen einige den Verlauf durch die Aukrugdörfer nahmen:
Schlacht bei Bünzen 1317Die einzige bekannte Schlacht in Aukrug fällt in das 14. Jahrhundert. Gerhard der Große kämpfte bei Bünzen gegen die Dithmarscher. AukrugvertragIn den 60er Jahren gab es erste Überlegungen, die fünf Aukrugdörfer zu einer Gemeinde mit einer Verwaltung zusammenzulegen. Wesentlich vorangebracht hat diese Idee der frühere Kreis- und Landtagsabgeordnete Heinz-Wilhelm Fölster aus Aukrug-Bargfeld. Am 2. Juli 1968 der Vereinigungsvertrag zur Gründung der Gemeinde Aukrug unterschrieben und trat am 31. Dezember 1969 in Kraft. Chronik des AukrugsDie „Geschichte des Aukrugs” wurde bereits mehrfach im gleichnamigen Buch festgeschrieben. Die erste Ausgabe wurde bereits 1907 beauftragt und erschien 1913; der Autor war Georg Reimer. Die Aukruger Chronik ist damit eine der ältesten Dorfchroniken Schleswig-Holsteins. Neuauflagen erschienen 1959 (überarbeitete Neuauflage), 1978 (Ausgabe von 1959 mit Fortsetzung) und 1995 (Ergänzungen u. Nachträge). Sehenswürdigkeiten
Die Region ist touristisch sehr gut erschlossen. Heimatmuseum „Dat ole Hus”Ein kleines Heimatmuseum im Ortsteil Bünzen. Der Bau wurde um 1700 erstmals errichtet und 1804 nach einem Brand als strohgedeckte Kate neu gebaut. Bekanntes Reiseziel ist der „Museumskroog”, in dem es auf dem alten Herd frisch gebackene Waffeln mit Kirschgrütze gibt. Die Bünzer WassermühleIn Bünzen steht eine gut erhaltene Wassermühle in Fachwerkbauweise mit oberschlächtigem Wasserrad, die vermutlich seit dem Mittelalter besteht. Das Wasserrad ist nicht in Betrieb. Im Inneren der Mühle befindet sich eine komplette Einrichtung mit Kegelrad und Stirnradgetriebe für 2 Gänge und einer Quetsche. Die Mühle ist als Wahrzeichen auf der Touristischen Unterrichtstafel an der A7 abgebildet. Aukruger Kirche1893 geweihte kreuzförmige Saalkirche mit halbrunder Apsis und Dachreiter im neugotischen Stil. Entworfen wurde sie vom Architekten Grothof aus Hamburg. Der Entwurf des erst 1922 gebauten Turmes stammt von dem kaiserlichen Baurat und Kirchenbaumeister Jürgen Kröger, der im Ruhestand in Innien lebte. Er entwarf auch das Ehrenmal für die im Ersten Weltkrieg Gefallenen, das sich neben der Kirche befindet.
Der BoxbergMit 76,8 Metern Höhe ist eine der Boxberg höchsten Erhebungen im Naturpark Aukrug. Von seiner Spitze hat der Betrachter einen weiten Blick über die waldreiche Landschaft des Naturparks. Turmhügelburg „Bori” in BünzenIn Bünzen am Sportplatz befindet sich die frühmittelalterliche ovale Burg (ca. 30m x 65m). Die Anlage gehört zu den sogenannten Motten, die ab dem 12. Jahrhundert verstärkt angelegt wurden. Diese kleinen Befestigungen bestanden aus einem Turmbau, der von einem Graben umschlossen wurde. Von der Bünzau und dem Kapellenbach geschützt lag eine weitere Burg 600 Meter südöstlich sowie eine dritte große Burg 100 Meter westlich, die 1984 bei Ausgrabungen entdeckt wurden. Heute existiert noch ein kleiner bewaldeter Hügel, der mit einem Graben umgeben ist. Viertshöher MoorWiedervernässtes Hochmoor an der Straße nach Nortorf mit einem Rundwanderweg. Die ringförmigen Hügel, die sich auf dem Gelände befinden, sind Überreste aus der Herstellung von Torfkohle, die ähnlich wie die Holzkohle hergestellt wurde. Hünengrab „Kluesbarg” in HomfeldDas mit Buchen bewachsene Hünengrab an der Itzehoer Straße ist wohl die schönste bronzezeitliche Grabanlage in Aukrug. „Dithmarscher Berge”Drei Hünengräber aus der Bronzezeit an der Straße nach Ehndorf, die vermutlich als Erinnerung an die Schlacht in Bünzen (1317) so bezeichnet werden. „Lübsche Trade” nach MeezenDer Waldweg von Aukrug-Homfeld nach Meezen ist ein ursprünglich erhaltener Abschnitt des alten Handelsweges Lübsche Trade. An der Einmündung auf die Bundesstraße 430 befindet sich ein Gedenkstein. AuerochsenSeit 2002 werden im Naturpark zur Pflege einiger Flächen Heckrinder gehalten. Durch ihr Fressverhalten fördern die Rinder die Entstehung einer vielfältigen Pflanzen- und Tierwelt und machen weitere Pflegemassnahmen der Weidelandschaft überflüssig. Die Weiden befinden sich beim Ortsteil Homfeld in der weiträumigen Buckener Au-Niederung. Von zwei Beobachtungstürmen kann man die Heckrinder, aber auch Rast- und Brutvögel gut beobachten, ohne dass man die Fläche betreten muss. Naturschutzgebiet Tönsheider WaldAuf dem 67 ha großen Gelände östlich der Fachklinik befinden sich in dem Naturschutzgebiet Tönsheider Wald größere z.T. naturnahe Waldflächen mit eingestreuten Heideflächen.
PolitikVon den 17 Sitzen in der Gemeindevertretung hat die CDU seit der Kommunalwahl 2003 zehn Sitze, die SPD hat vier Sitze, die Wählergemeinschaft AI zwei und die FDP einen. Wirtschaft und InfrastrukturDas örtliche Wirtschaftleben ist durch kleinere Betriebe aus Handwerk, Handel und Landwirtschaft geprägt. Hervorzuheben ist der Spargelanbau. In Aukrug wurde 2005 die erste Spargelkönigin für Schleswig-Holstein gekrönt. Der Erholungswert des Gemeindegebietes macht den Fremdenverkehr zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor. Öffentliche EinrichtungenIm Ortsteil Innien befindet sich der Verwaltungssitz des Amtes Aukrug. Die Fachklinik Aukrug ist eine traditionsreiche Kur- und Rehabilitationsklinik, die genau wie der Erlenhof, eine Wohn- und Werkstätte der Inneren Mission für behinderte Menschen, überregional bekannt ist. BildungIm Ort gibt es eine Grund- und Hauptschule. In Tönsheide ist das Bildungszentrum Tannenfelde, die Bildungseinrichtung der Wirtschaft in Schleswig-Holstein, ansässig. Freizeit und TourismusIn Aukrug gibt es sehr schöne, ausgeschilderte Wanderwege u.a. den Naturparkweg. Sie führen durch Wälder und folgen tlw. den Flussläufen der Bünzer Au. Weiter gibt es einen Segelflugplatz, der gerne gegen eine Spende zu Gastflügen genutzt werden kann. Von Mitte März bis Mitte Oktober hat der Flugplatz geöffnet. Bei schönem Wetter kann man den Naturpark Aukrug von oben erleben. Ein großes Schwimmbad mit Planschbecken und Sprungturm bietet Abwechslung und Erfrischung für jung und alt. In ausgedehnten Sport- und Freizeitanlagen findet man einen gepflegten Grillplatz für jedermann. Auf einem Trimm-Dich-Pfad können überschüssige Pfunde abtrainiert werden. Für Golfer, und Tennisspieler sind Anlagen vorhanden. Seit Mai 2006 gibt es am Freibad einen Wohnmobilstellplatz. VereineDas kulturelle Leben im Aukrug wird durch eine Vielzahl von Vereinen organisiert und ermöglicht:
Freiwillige Feuerwehren
Gilden u. Dorfvereine
Musik-, Chor- u. Theatergruppen
Natur- und Heimatvereine
Sportvereine
Persönlichkeiten
Quellen und Literatur
Siehe auch
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