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Aulendorf ist eine Stadt im Südosten von Baden-Württemberg und liegt im Landkreis Ravensburg am Westrand des Schussentals. Der Kneippkurort verfügt über ein modernes Therapiezentrum mit einem Thermal- und Freizeitbad. Die im Rahmen der Gemeindereform 1972 vergrößerte Stadt besitzt die Stadtrechte seit 1950. GeografieGeografische LageAulendorf liegt zentral in Oberschwaben im Schussenbecken, welches im Volksmund Schussental genannt wird. In der Nähe (bei Bad Schussenried) befindet sich der Schussenursprung, die Quelle der Schussen, an welcher Aulendorf liegt. Das Stadtgebiet erstreckt sich von 540 bis 676 Meter Höhe. Den höchsten Punkt bildet nicht, wie landläufig behauptet, die Hohkreuzkapelle, sondern ein Punkt im Wald zwischen der Hohkreuzkapelle und Ebisweiler. NachbargemeindenFolgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Aulendorf. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt: Bad Schussenried (Landkreis Biberach), Ingoldingen (Landkreis Biberach), Bad Waldsee, Wolpertswende, Altshausen und Ebersbach-Musbach (alle Landkreis Ravensburg). StadtgliederungDas Stadtgebiet Aulendorfs besteht aus der Kernstadt und den im Rahmen der Gemeindereform der 1970er Jahre eingegliederten Gemeinden Blönried, Zollenreute und Tannhausen. Diese drei Stadtteile bzw. Stadtbezirke sind zugleich Ortschaften im Sinne von §§ 67 ff. der Gemeindeordnung, das heißt, sie haben jeweils einen von den Wahlberechtigten bei jeder Kommunalwahl direkt zu wählenden Ortschaftsrat, mit einem Ortsvorsteher als Vorsitzenden. Die Zahl der Ortschaftsräte beträgt in allen Ortschaften neun. Zum 1. Januar 2006 wurden die Ortschaftsverwaltungen in allen drei Teilorten aufgelöst. Zu einigen Stadtteilen gehören weitere räumlich getrennte Wohnplätze mit eigenem Namen, die oft sehr wenige Einwohner haben oder Wohngebiete mit eigenem Namen, deren Bezeichnung sich im Laufe der Bebauung ergeben haben und deren Grenzen dann meist nicht genau festgelegt sind. Im Einzelnen handelt es sich um folgende Gebiete:
Ebisweiler, Laubbronnen, Steegen und Blumenau gehören direkt zu Aulendorf. GeschichteAulendorf wurde im 10. Jahrhundert als Aligedorf erstmals urkundlich erwähnt. Zunächst war es welfischer Besitz, dann staufisch, dann unter den Grafen von Königsegg-Aulendorf, ab 12. Juli 1806 württembergisch. 1682 erhielt Aulendorf Marktrechte. Seit dem 26. Mai 1849 liegt Aulendorf an der Bahnstrecke Biberach - Friedrichshafen, die durch die Verlängerung bis Ulm am 1. Juni 1850 und den Lückenschluss Ulm-Geislingen am 29. Juni 1850 Anschluss an das württembergische Eisenbahnnetz erhielt. Mit Inbetriebnahme der Württembergische Allgäubahn am 25. Juli 1869 wurde Aulendorf zum Eisenbahnknotenpunkt. Die Lokstation Aulendorf, die bis 1910 noch mit Torf befeuerte Lokomotiven zum Einsatz vorbereitete, wurde nach dem ersten Weltkrieg zu einem Bahnbetriebswerk erweitert. Im Jahr 1950 wurde Aulendorf zur Stadt erhoben. PolitikGemeinderatDie Kommunalwahl am 13. Juni 2004 (gegenüber 1999) ergab folgende Sitzverteilung:
! Sitzverteilung änderte sich, weil Gemeinderätin Brigitte Thoma von der BUS-Fraktion zur FWV wechselte!
BürgermeisterAm 23. Mai 2004 wurde Dr. Georg Eickhoff (CDU) zum Bürgermeister gewählt. Er trat sein Amt am 2. August 2004 an. WappenDas Aulendorfer Wappen ist zweigeteilt. In der oberen Hälfte nimmt es Bezug auf das rot-gold gerauteten Wappen der Reichsgrafen zu Königsegg-Aulendorf, der ehemaligen Besitzer von Aulendorf. Die untere Hälfte zeigt ein geflügeltes Rad. Die Flügel sind ein im Zusammenhang mit der Eisenbahn häufig zu findendes Symbol. Sie stehen für Hermes aus der griechischen bzw. Merkur aus der römischen Mythologie. Er ist der Götterbote und symbolisiert die Verbindung, den Warenaustausch, den Handel. Das Rad verdeutlicht die Bedeutung, die Aulendorf als Bahnknotenpunkt besitzt bzw. in früheren autolosen Zeiten besaß. StädtepartnerschaftenDie Stadt Aulendorf unterhält Städtepartnerschaften mit:
Kultur und SehenswürdigkeitenAulendorf liegt an der Oberschwäbischen Barockstraße.
Regelmäßige VeranstaltungenAulendorf ist eine Hochburg der schwäbisch-alemannischen Fasnet . Treibende Kraft ist die Narrenzunft Aulendorf mit den Narrenfiguren Eckhexe (seit den späten 1930er Jahren), Schnörkele und Fetzle sowie dem Figurenpaar Tschore und Rätsch. Des Weiteren gibt es auch noch Zünfte in den Teilorten von Aulendorf:
Wirtschaft und InfrastrukturVerkehrAulendorfs Entwicklung wurde wesentlich von der Eisenbahn beeinflusst. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte es sich zu einer Eisenbahnstadt. Noch heute ist es ein Eisenbahnknotenpunkt von regionaler Bedeutung. In Aulendorf kreuzen sich zwei Bahnlinien:
Die Stadt ist mit einigen Buslinien u. a. mit Altshausen, Bad Waldsee und Ravensburg verbunden und gehört dem Bodensee-Oberschwaben Verkehrsverbund (bodo) an. UnternehmenHermann Lanz Aulendorf: Die von Hermann Lanz 1914 begründete Traktorenfabrik (HELA Diesel) machte Aulendorf überregional bekannt. Sie ging 1983 in Konkurs. Öffentliche EinrichtungenDie Schwaben-Therme, ein modernes Thermal- und Freizeitbad mit Sauna und Römerbad wurde 1994 eröffnet, nachdem einige Jahre vorher heißes Thermalwasser bei Bohrungen gefunden wurde. Forschung und BildungDas Bildungs- und Wissenszentrum für Viehhaltung, Grünlandwirtschaft, Fischerei und Wild (vormals: Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Viehhaltung und Grünlandwirtschaft) ist eine landesweite Lehr- und Versuchsanstalt für Aus- und Fortbildung in landwirtschaftlichen Berufen und Forschung in den Bereichen Viehhaltung, Grünlandwirtschaft, Wild- und Fischereibiologie. In Aulendorf betreibt der Landkreis Ravensburg eine (kaufmännische und gewerbliche) Berufliche Schule, die einen Schwerpunkt bei der Ausbildung zu medizinisch-technischen Assistentinnen und verwandeten Berufen hat. Die Stadt Aulendorf ist Träger einer Grundschule, einer Haupt- und Realschule und eines Gymnasiums. Das Studienkolleg St. Johann in Aulendorf-Blönried ist ein Katholisches Freies Gymnasium in der Trägerschaft der Steyler Missionare. PersönlichkeitenSöhne und Töchter der StadtHermann von Vicari (1773–1868), von 1843 bis 1868 Erzbischof von Freiburg. Literatur
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