Bacharach in Rheinland-Pfalz


Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Mainz-Bingen
Verbandsgemeinde: Rhein-Nahe
Koordinaten: 50° 4′ N, 7° 46′ O
Höhe: 70 m ü. NN
Fläche: 23,65 km²
Einwohner: 2089
Bevölkerungsdichte: 88 Einwohner je km²
Postleitzahl: 55422
Vorwahl: 06743
Kfz-Kennzeichen: MZ
Gemeindeschlüssel: 07 3 39 003
Adresse der
Verbandsverwaltung:
Koblenzer Straße 18
55411 Bingen am Rhein
Webpräsenz: www.bacharach.de
Bürgermeister: Dieter Kochskämper

Bacharach (auch unter Bacharach am Rhein bekannt) ist eine Stadt im Mittelrheintal im Landkreis Mainz-Bingen in Rheinland-Pfalz (Deutschland). Der ursprüngliche Name Baccaracus deutet auf einen keltischen Ursprung hin. Oberhalb des Ortes erhebt sich die Burg Stahleck (heute eine Jugendherberge).

Ortsteile

Steeg, Winzberg,

Medenscheid, Neurath.

Geschichte

Bacharach wurde 923 erstmals schriftlich erwähnt. Wohl schon im 7. Jahrhundert ging das königliche Gebiet in den Besitz des Kölner Bischofs Kunibert über (darauf deutet eine „Kunibertskapelle” an Stelle der heutigen Wernerkapelle). Nach einigen schnellen Herrschaftswechseln im 12. Jahrhundert kamen Stadt und benachbarte Burgen durch Heiratspolitik (Aussterben der männlichen Nachfolger aus dem Hause Braunschweig) an die Wittelsbacher. Sie erhielten zusammen mit dem Unteramt Kaub hier ihre wichtigste Zoll und Einnahmequelle. 1314 wurde hier beschlossen, Ludwig den Bayern zum deutschen König zu wählen. Außerdem war Bacharach die wichtigste Umladestation für den Weinhandel, da hier die Fässer von kleineren Schiffen - die allein das Binger Loch passieren konnten - auf größere verladen wurden. Ab jetzt trug der Wein die Bezeichnung „Bacharacher”. Auch durch den Holzhandel aus dem Hunsrück gewann Bacharach an Bedeutung und erhielt 1356 die Stadtrechte.

1344 begann man mit dem Bau der Stadtmauer, die schon um 1400 vollendet war. 1545 wurden die Stadt und die Pfalz unter Pfalzgraf Friedrich II. protestantisch. Burg Stahleck und die Stadtmauer konnten nicht verhindern, dass Bacharach im Dreißigjährigen Krieg achtmal die Besatzung wechselte und mehrfach geplündert wurde. Auch mehrere Stadtbrände sorgten für Zerstörung. 1689 sprengten schließlich französische Truppen im Pfälzischen Erfolgekrieg Burg Stahleck und vier Türme der Stadtmauer.

1794 besetzten französische Revolutionstruppen das linke Rheinufer und Bacharach wurde 1802 vorläufig französisch. Während der napoleonischen Befreiungskriege zog der preußische Feldmarschall Blücher - nach seinem Rheinübergang bei Kaub (Neujahrsnacht 1813/14) - mit seinen Truppen durch Bacharach und das Steeger Tal Richtung Frankreich. An dieses Ereignis erinnert ein Gedenkstein etwas flussabwärts gegenüber Kaub. Nach dem Wiener Kongress ging die Stadt 1815 zusammen mit dem linken Rheinufer bis einschließlich Bingerbrück an Preußen. Nach der Versandung des Hafens fiel Bacharach in einen Dornröschenschlaf, aus dem es erst im Zuge der Rheinromantik wieder erweckt wurde. Zu den ersten wichtigen Besuchern zählte 1840 Victor Hugo.

Die Pflege und Erhaltung der Baudenkmäler Bacharachs, im frühen 20. Jahrhundert vom Rheinischen Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz vorangetrieben, der sich besonders der damals höchst gefährdeten Stadtmauer und der Ruine von Burg Stahleck annahm, und dann auch das starke Engagement des Landes Rheinland-Pfalz für die Wernerkapelle haben dafür gesorgt, dass Bacharach heute noch ein Kleinod der Rheinromantik und ein vielseitiges Zeugnis der mittelalterlichen Architektur am Mittelrhein ist.

Heute lebt Bacharach vom Tourismus und auch der Wein aus Bacharach erfreut sich noch internationaler Beliebtheit. Probleme mit einer - wegen fehlender Perspektiven - schrumpfenden Bevölkerungszahl sind aber nicht zu übersehen.

Städtepartnerschaften

  • Overijse in Belgien
  • Santenay in Frankreich

Verkehr

Bacharach liegt an der linken Rheinseite und ist erreichbar über

  • Die Bundesstraße 9
  • Über den Rhein, eine der bedeutendsten Wasserstraßen Europas.

Von und nach Bacharach fahren regelmäßig die Ausflugsschiffe der Köln-Düsseldorfer-Rheinschiffahrt, kurz KD.

  • Eisenbahn

Die Stadt gehört dem Rhein-Nahe-Nahverkehrsverbund an. Bacharach liegt an der linken Rheinstrecke der Eisenbahn und ist durch die Regionalbahn Koblenz—Boppard—Bacharach—Bingen am Rhein—Mainz erschlossen (Stand Juli 2004).

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Fachwerkhäuser die in der gesamten Stadt zu finden sind. Eine ganze Zeile fasst Bacharach mit der Stadtmauer zum Rhein hin ein.
  • Altes Haus
  • alter Marktplatz
  • gotische Wernerkapelle
  • Alter Posthof
  • Peterskirche: Evangelische Kirche St. Peter
  • Burg Stahleck
  • Zollhof mit der katholischen Kirche St. Nikolaus
  • ehemalige Prägeanstalt Kurpfälzische Münze
  • Kurpfälzer Amtskeller
  • Die Bacharach umgebende Stadtmauer ist zum Teil begehbar
  • Die Türme der Stadtmauer: Diebesturm (Reste), Zehntturm, Spitzenturm (Reste), Postenturm, Holztor (Steeger Tor), Liebesturm, Halbturm (Reste), Kühlbergturm (Reste), Sonnenturm (Reste), Hutturm, Zollturm (nicht mehr vorhanden), Kranentor, Markttor, Münztor, Winandturm
  • Rheininsel, Der Bacharacher Werth
  • Reste einer Römerstraße oberhalb von Burg Stahleck
  • Burg Stahlberg über Bacharach-Steeg
  • Blücher-Gedenkstein an der Rheinfähre

Bacharach in der Literatur

  • Heinrich Heine: Der Rabbi von Bacherach, 1840
  • Clemens Brentano: Loreley-Gedicht („Zu Bacharach am Rheine ...” )
  • Gerd Hergen Lübben: "DER TEXTFUND ZU BACHERACH [VORSATZ / »VOM HEILIGEN WERNER UND POGROM IN BACHERACH AM RHEIN« / NACHKLANG]". In: DIE BRÜCKE – Forum für antirassistische Politik und Kultur, Heft 140, 2/2006 (Saarbrücken), S. 126-128

Söhne und Töchter der Stadt

  • Gerhard von Kügelgen, Maler
  • Karl von Kügelgen, Landschafts- und Historienmaler, russischer Hof- und Kabinettmaler
  • Hans Meinhard von Schönberg, kurpfälzischer und kurbrandenburgischer Feldobrister und Hofmeister des Friedrich V. (Pfalz)|Winterkönigs
  • Friedrich Wilhelm Utsch, der „Jäger aus Kurpfalz”

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Kulinarische Sommernacht
  • Bouleturnier
  • „Tal to Tal” - Autofreier Erlebnistag, oberes Mittelrheintal
  • Vierthälermarkt - Mittelalterlicher Markt in Bacharach [1]

Bilder

Literatur

  • Friedrich Ludwig Wagner (Hrsg.): Bacharach und die Geschichte der Viertälerorte: Bacharach, Steeg, Diebach und Manubach. Verein für die Geschichte der Stadt Bacharach und der Viertäler e.V., 1996. ISBN 3-00-000994-9



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Informationsportal über Bacharach in Rheinland-Pfalz - 21.5.2012