Bad Dürkheim in Rheinland-Pfalz


Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Bad Dürkheim
Koordinaten: 49° 28′ N, 8° 10′ O
Fläche: 102,00 km²
Einwohner: 18.830
Bevölkerungsdichte: 185 Einwohner je km²
Postleitzahl: 67098
Vorwahl: 06322
Kfz-Kennzeichen: DÜW
Gemeindeschlüssel: 07 3 32 002
Adresse der
Stadtverwaltung:
Mannheimer Str. 24
67098 Bad Dürkheim
Webpräsenz: www.bad-duerkheim.de
Bürgermeister: Wolfgang Lutz (CDU)

Bad Dürkheim ist eine Kur- und Kreisstadt in der Metropolregion Rhein-Neckar am Rand des Pfälzerwaldes.

Geografie

Bad Dürkheim liegt an der Deutschen Weinstraße etwa 30 km östlich von Kaiserslautern und knapp 20 km westlich von Ludwigshafen und Mannheim. Ca. 15 km südlich liegt Neustadt an der Weinstraße. In Bad Dürkheim schneiden sich die Bundesstraßen 37 und 271. Von West nach Ost fließt die Isenach durch die Stadt.

Stadtgebiete/Ortsteile

  1. Jägerthal
  2. Hardenburg
  3. Grethen
  4. Hausen
  5. Seebach
  6. Leistadt
  7. Ungstein

Geschichte

Zwischen 1200 und 500 v. Chr. war das Gebiet um den Anfang des Isenachtales von Kelten besiedelt, auf die auch der Bau der Heidenmauer, eines keltischen Ringwalls, zurückgeht.

Am 1. Juni 778 geschah die erste urkundliche Erwähnung des Ortes im Lorscher Codex als „Turnesheim”, in einem Lehnsbrief des Bischofs von Speyer aus dem Jahr 946 ist von „Thuringeheim” die Rede. Um 1025 wurde der Bau der Abtei Limburg begonnen, die heute als Klosterruine erhalten ist.

Die am 1. Januar 1360 verliehenen Stadtrechte wurden Dürkheim 1471 wieder entzogen, nachdem Kurfürst Friedrich der Siegreiche von der Pfalz den Ort erobert und beträchtliche Zerstörungen angerichtet hatte. Nach dem langsamen Wiederaufbau ging Dürkheim 1554 an die Leininger Grafen.

Im Jahre 1689 wurde der Ort fast vollständig zerstört, als die Truppen Frankreichs im Pfälzischen Erbfolgekrieg die Kurpfalz niederbrannten. Diesmal erfolgte der Wiederaufbau zügiger, sodass Graf Johann Friedrich von Leiningen bereits 1700 erneut die Stadtrechte vergab.

Am Ende des 18. Jahrhunderts, als die Französische Revolution nach Südwestdeutschland ausgriff, wurde Dürkheim Teil des französischen Départements Donnersberg. Nach den Napoleonischen Kriegen gelangte es 1816 mit der linksrheinischen Kurpfalz an das Königreich Bayern.

Wegen seiner sieben Heilquellen erhielt Dürkheim 1847 den Zusatz „Solbad”, 1904 durfte es sich in „Bad Dürkheim” umbenennen. 1913 wurde die Rhein-Haardtbahn eröffnet, die Bad Dürkheim mit Ludwigshafen und Mannheim verbindet.

Bei der rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform 1969 wurden die Nachbardörfer Hardenburg, Leistadt und Ungstein nach Bad Dürkheim eingemeindet. Außerdem wurde die Stadt, die vorher zum Landkreis Neustadt an der Weinstraße gehörte, Verwaltungssitz des neu geschaffenen Landkreises Bad Dürkheim und lag im zugleich neu gebildeten Regierungsbezirk Rheinhessen-Pfalz, der bis 2000 Bestand hatte.

Politik

Stadtrat

Im Stadtrat bilden die CDU, die FDP und die Grünen eine Koalition, womit Bad Dürkheim eine der wenigen Städte in Deutschland ist, in denen eine so genannte Jamaika-Koalition regiert. Das damalige Zweckbündnis wurde 1999 geschlossen, nachdem die SPD ihre Mehrheit verloren hatte. Es wurde nach der nächsten Kommunalwahl im Jahr 2004 erneuert.

Sitzverteilung:
CDU 43,6% (+0,7) - 14 Sitze (=)
SPD 28,6% (-8,7) - 9 Sitze (-3)
FWG 8,9% (+0,9) - 3 Sitze (+1)
Grüne 7,4% (+2,3) - 2 Sitze (=)
FDP 6,1% (-0,7) - 2 Sitze (-1)
REP 5,4% (+5,4) - 2 Sitze (+2)

Städtepartnerschaften

Es bestehen Partnerschaften mit Paray-le-Monial (Frankreich), Wells (Großbritannien), Kreuzburg (Polen) und Kempten (Deutschland). Mit Bad Berka (Deutschland) verbindet Bad Dürkheim eine Patenschaft. Mit Michelstadt (Deutschland) und Emmaus (USA) wird eine Städtefreundschaft gepflegt.

Sehenswürdigkeiten und Kultur

Bauwerke

  • Kloster Limburg - Am Rande des Pfälzer Waldes liegen die Ruinen der ehemaligen Benediktinerabtei Limburg. Im 9. Jahrhundert errichteten die salischen Herzögen aus Worms auf dem „Linthberg” eine Festung als Stammburg ihres Geschlechtes. Zu Beginn des 11. Jahrhunderts wurde die Festung zu einem Kloster mit Basilika umgebaut. Es bestand bis Mitte des 16. Jahrhunderts.
  • Hardenburg - Daneben gibt es oberhalb des gleichnamigen Ortsteils die Burgruine Hardenburg, die seit dem 13. Jahrhundert Sitz der Grafen von Leiningen war, in ihrer jetzigen Form aber erst im 16. Jahrhundert erbaut wurde. Die endgültige Zerstörung erfolgte Ende des 18. Jahrhunderts.
  • St. Ludwigskirche - Die Kath. Pfarrkirche St. Ludwig wurde 1828/29 im Stil des Klassizismus errichtet. Pläne inspiriert durch den badischen Baumeister Weinbrenner. Der Bau wurde durch den bayerischen König Ludwig I. gefördert und finanziell unterstützt.
  • Prot. Schlosskirche - Ehemalige Kirche St. Johannis. Erbaut im gotischen Stil im späten 13. Jahrhundert. Turm-Untergschoss romanisch - Turm neugotisch, 1867 erbaut. Im Innern stilgerecht restauriert.
  • Heidenmauer und Kriemhildenstuhl - Viel älter sind die Heidenmauer, eine große keltische Siedlung mit 2,5 km langer Ringmauer, die um 500 v. Chr. errichtet wurde, sowie der römische Steinbruch Kriemhildenstuhl, der im 4. Jahrhundert n. Chr. in Gebrauch war.
  • Riesenfass - Am Westrand des Festgeländes des Wurstmarkts steht das Dürkheimer Riesenfass, das größte Fass der Welt mit einem Fassungsvermögen von ca. 1.700.000 Litern. Allerdings ist das Innere nicht mit Wein gefüllt, sondern es beherbergt ein Restaurant.
  • Kurhaus mit Spielbank - Das Kurhaus, Anfang des 19. Jahrhunderts an der Stelle eines Barockschlosses der Fürsten zu Leinigen im klassizistischen Stil errichtet, beherbergt heute neben Gastronomie und Gesellschaftsräumen auch die Dürkheimer Spielbank. Sie ist ein "Ableger" der Spielbank Bad Neuenahr. Ursprünglich war das Kurhaus als Rathaus und Schulgebäude errichtet worden.
  • Pfalzmuseum für Naturkunde - Das Pfalzmuseum für Naturkunde – POLLICHIA-Museum Bad Dürkheim am Herzogweiher im Stadtteil Grethen - informiert über die Geologie der Pfalz, die heimische Tier- und Pflanzenwelt, über ökologische Zusammenhänge in der Natur, über das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen sowie über viele verschiedene Naturschutzthemen. Es beherbergt außerdem die landesweit bedeutsamen Sammlungen der Pollichia, des 1840 gegründeten Vereins für Naturforschung und Landespflege e. V.
  • Jagdschlösser - Ebenso befanden sich auf der Gemarkung der Stadt die Jagdschlösser Kehrdichannichts, Murrmirnichtviel und Schaudichnichtum. Während ersteres heute als Forsthaus genutzt wird, sind von den anderen beiden nur noch Ruinen vorhanden.

Naturdenkmäler

Im Pfälzerwald sind vor allem der Isenachweiher und der Drachenfels beliebte Ziele für Wanderer. Weitere Ziele im Bereich des ehemaligen Forsthauses Weilach (von Bad Dürkheim Richtung Leistadt und dann am Annaberg links einbiegen) sind die Naturdenkmäler Teufelsstein und die Heidenfelsen. Weiterhin im Bereich des ehemaligen Forsthauses Lindemannsruhe befinden sich die Kupferfelsen.

Veranstaltungen

  • Weithin bekannt ist Bad Dürkheim durch den Wurstmarkt, das mit über 600.000 Besuchern größte Weinfest der Welt.
  • Die Stadt Bad Dürkheim schreibt außerdem in dreijährigem Turnus den Limburg-Preis für Literatur aus, der nach dem Kloster benannt ist.
  • Einmal jährlich im August wird im Kurpark im Rahmen der „Kurparkgala” das größte Roulette der Welt mit einer fußballgroßen Kugel aufgebaut.

Wirtschaft und Infrastruktur

Größte
Weinbaugemeinden
im Anbaugebiet
Rang unter allen
rheinland-pfälzischen
Weinbaugemeinden
nach Rebfläche
Bestockte
Rebfläche
(in ha)
Rebsorten
weiße  rote 
(in %)
Pfalz   23.363 59,3 40,7
Landau (Pfalz) 1 2.039 59,8 40,2
Neustadt (Weinstr.) 2 2.012 60,8 39,2
Bad Dürkheim 4 855 62,8 37,2
Billigheim-Ingenheim 5 818 56,6 43,4
Kirrweiler 14 594 65,0 35,0
Edesheim 17 500 55,3 44,7
Deidesheim 18 486 83,7 16,3
Wachenheim (Weinstr.) 19 477 71,1 28,9
Göcklingen 22 456 62,5 37,5
Freinsheim 26 432 54,0 46,0
Bockenheim (Weinstr.) 29 415 54,4 45,6
Heuchelheim-Klingen 31 400 57,1 42,9
Ruppertsberg 32 397 74,2 25,8

Hauptwirtschaftszweig in Bad Dürkheim ist der Weinbau. Die Stadt ist mit 855 Hektar bestockter Rebfläche drittgrößte Weinbaugemeinde der Pfalz und viertgrößte Weinbaugemeinde in Rheinland-Pfalz. Daneben spielen Tourismus und Gesundheit eine große Rolle. Bad Dürkheim ist einer der wenigen Orte in Deutschland, in denen noch ein Gradierwerk in Betrieb ist; zudem sind in der Stadt einige Kurkliniken angesiedelt. Im Bereich der mittelständischen Wirtschaft sind Papier- und Holzindustrie sowie unterschiedliche Technologieunternehmen vertreten.

Verkehr

Bad Dürkheim ist über die Bundesstraßen 37 (Kaiserslautern - Mosbach) und 271 (Neustadt - Monsheim) an das überregionale Straßennetz angeschlossen. Die Autobahn 650 von Ludwigshafen her ist vierspurig noch nicht ganz bis Bad Dürkheim ausgebaut.

Die Rhein-Haardtbahn, die mittlerweile als Nr. 14 fährt, eine über Maxdorf führende schmalspurige Überlandstraßenbahn, verbindet Bad Dürkheim mit Ludwigshafen / Mannheim, wo sie ins dortige Straßenbahnnetz einmündet. Die Pfälzische Nordbahn von Neustadt an der Weinstraße nach Monsheim passiert die Kurstadt ebenfalls. Der Bahnhof der Stadt ist ein Kopfbahnhof. Außerdem gibt es in Bad Dürkheim einen kleinen Flugplatz.

Bis 1981 wurde in Bad Dürkheim eine Gondelbahn betrieben, die vom Wurstmarktgelände auf den Teufelsstein führte. Seit 2005 wird die Wiedereinrichtung von der Stadt vorbereitet.

Öffentliche Einrichtungen

Bad Dürkheim beherbergt als Kreisstadt die Verwaltung des gleichnamigen Landkreises. Es verfügt über ein Amtsgericht, das zum Landgerichtsbezirk Frankenthal und zum OLG-Bezirk Zweibrücken gehört.

Persönlichkeiten

  • Johann Heinrich Bonawitz, Komponist, geb. 1839 in Dürkheim
  • Robert Wilhelm Bunsen, Entdecker von Rubidium und Cäsium (bei der Untersuchung der Solequellen von Bad Dürkheim, u.a. der Maxquelle)
  • Kurt Dehn, Pfälzer Mundartdichter, Komponist und Sänger
  • Prof. Otto Dill, Maler, Ehrenbürger von Bad Dürkheim
  • Philipp Fauth, Astronom
  • Torsten Lieberknecht, Fußballer
  • Waltraud Meißner, Pfälzer Mundartdichterin
  • Helmut Metzger, Pfälzer Mundartdichter
  • Valentin Ostertag, Gründer der ältesten Sozialstiftung Deutschlands
  • Ralf Stegner, Minister in Schleswig-Holstein



Texte und Bilder stammen ganz oder teilweise aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht somit ganz oder teilweise unter der GNU Lizenz. Eine Liste der Autoren und Fotografen, sowie den Originaltext finden Sie hier.

Informationsportal über Bad Dürkheim in Rheinland-Pfalz - 22.5.2012