Bad Liebenwerda in Brandenburg


Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Elbe-Elster
Koordinaten: 51° 31′ N, 13° 24′ O
Höhe: 86 m ü. NN
Fläche: 138,41 km²
Einwohner: 10.634
Bevölkerungsdichte: 77 Einwohner je km²
Postleitzahl: 04924
Vorwahl: 035341
Kfz-Kennzeichen: EE (alt: LIB)
Gemeindeschlüssel: 12 0 62 024
Stadtgliederung: 15 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Postfach 1153
04924 Bad Liebenwerda
Webpräsenz: www.badliebenwerda.de
Bürgermeister: Thomas Richter (CDU)

Bad Liebenwerda ist eine Kurstadt im Landkreis Elbe-Elster im Bundesland Brandenburg) und liegt ca. 60 km nordwestlich von Dresden. Sie hat eine Kurklinik für Rheumatologie und Orthopädie, eine Psychotherapeutische Klinik und ein Kurmittelzentrum („Lausitztherme Wonnemar”). Die Stadt strebt eine Weiterentwicklung als Kur- und Erholungszentrum an.

Geografie

Nachbargemeinden

Nachbarorte von Bad Liebenwerda sind die Städte Elsterwerda, Mühlberg und Uebigau-Wahrenbrück, sowie die Gemeinden Röderland und Elsterland.

Stadtgliederung

Zum Stadtgebiet gehören neben dem ursprünglichen Stadtgebiet auch die Ortsteile Burxdorf, Dobra, Kosilenzien, Kröbeln, Langenrieth, Lausitz, Maasdorf, Möglenz, Neuburxdorf, Oschätzchen, Prieschka, Thalberg, Theisa, Zeischa und Zobersdorf.

Geschichte

Liebenwerda wird 1231 unter Vogt Otto von Ileburg erstmals urkundlich erwähnt. Wie neuste Untersuchungen ergeben haben, gab es zur damaligen Zeit jedoch schon einen Bergfried, den Lubwartturm (seit ca. 1207). Über die Verleihung von Stadtrechten ist nichts konkretes bekannt. Im Jahr 1304 wird Liebenwerda jedoch erstmals in einer Urkunde als Stadt bezeichnet. Aus dem Jahr 1367 wird über das Vorhandensein von Handwerkerzünften, drei Kapellen an den Toren der Stadt, einer Lateinschule und eines „Steindammes” berichtet. Liebenwerda war zu dieser Zeit bis zur Reformation ein Wallfahrtsort, jedoch nur von regionaler Bedeutung. Gegen Ende des 14. Jahrhunderts geht die Stadt in den Besitz der sächsischen Herzöge über und wird Verwaltungszentrum des neugebildeten sächsischen Amtes Liebenwerda, das die ehemaligen ileburgischen Herrschaften Liebenwerda, Wahrenbrück und Uebigau umfasste. Nach dem Tod Albrecht III. 1422 erhielt seine Witwe Ephigenia Offigka (Offka) das Schloss als "Leibgedinge".

Martin Luther besuchte Liebenwerda in den Jahren 1519 und 1544. Während seines ersten Aufenthaltes traf Luther hier den päpstlichen Nuntius Karl von Miltitz zu einem Streitgespräch, 1544 führt Luther den ersten Superintendenten Martin Gilbert in sein Amt ein. Ende des 16. Jahrhundert war die Bevölkerung auf knapp 1000 Menschen angewachsen. Schwere Verwüstungen erlitt Liebenwerda in der Zeit des Dreißigjährigen Kriegs, besonders im Jahr 1637, als schwedische Reiterei die Stadt plünderte und in Brand steckte. Dabei wurden fast alle Wohngebäude, die Kirche und das Rathaus zerstört. Spuren des Krieges waren bis ins 18. Jahrhundert hinein noch sichtbar. Mit dem Wiener Kongress von 1815 wird Liebenwerda aus dem Territorium Kursachsens herausgelöst und als Bestandteil der Provinz Sachsen an das Königreich Preußen angegliedert. Liebenwerda wurde administratives Zentrum des neu gegründeten Kreises Liebenwerda, das es bis zur Kreisgebietsreform von 1993 blieb. 1874 wurde das ehemalige Fischerdorf Stadtwinkel (Rukow) eingemeindet. 1912 werden Teile des Ortes Maasdorf, gegen Zahlung von 20 000 Mark zur Stadt hinzugefügt. 1939 folgen die Ortschaften Weinberge und Neudobra. Ab 1905 wurden in Liebenwerda Moorbäder zur Behandlung rheumatischer Leiden angeboten. Seit 1925 trägt die Stadt den Titel „Bad”.

Politik

Stadtrat

Die Stadtverordnetenversammlung besteht aus 22 Mitgliedern und dem hauptamtlichen Bürgermeister.

  • CDU 8 Sitze
  • SPD 5 Sitze
  • FDP 2 Sitze
  • Bürgerinitiative 1 Sitz
  • Familienpartei 1 Sitz
  • PDS 5 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 26. Oktober 2003)

Städtepartnerschaften

Partnerschaften gibt es mit

  • Nowe Miasteczko in Polen
  • Lübbecke in Nordrhein-Westfalen

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

Kreismuseum mit Ausstellung zur regionalen Verwurzelung des historischen mitteldeutschen Wandermarionettentheaters, Dauerausstellung über die Gebrüder Graun sowie Sonderausstellungen zu verschiedenen historischen und kulturellen Themen.

Musik

  • Kurkonzerte
  • regelmäßige Konzerte in der evangelischen St. Nikolai Kirche

Bauwerke

  • spätgotische St. Nikolai Kirche mit neugotischem Turm und Inventar
  • Gebäudeensemble am Burgplatz mit Lubwartturm, ehemaliger Bergfried der Burg und des späteren Schlosses Liebenwerda, Amtsgericht und Bürgerhaus
  • überwiegend aus historischer Bausubstanz bestehender Stadtkern
  • Kursächsische Postmeilensäule, nach alten Unterlagen rekonstruiert und 2003 aufgestellt
  • prähistorischer Burgwall zwischen den Ortsteilen Kröbeln und Kosilenzien

Parks

  • Kurpark, genannt „Wäldchen”, zwischen Innenstadt und Schwarzer Elster
  • weitere kleine Parks (z.B. Park der Sinne) am Ostufer und südlich vom Kurpark

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Elsterlauf im Mai
  • Schloss- und Museumsnacht im August
  • „Lange Nacht des Puppenspiels” im Rahmen des Internationalen Puppentheaterfestivals im Elbe-Elster-Land, regelmäßig im Herbst im Kreismuseum
  • Schlauchbootrennen der Freiwilligen Feuerwehr und des Feuerwehrvereins Bad Liebenwerda e.V. jährlich am Wochenende nach Himmelfahrt

Wirtschaft und Infrastruktur

Das Mittelzentrum

Die Städte Bad Liebenwerda und Elsterwerda erfüllen seit dem Jahr 1995 die Aufgaben und Funktionen eines gemeinsamen Mittelzentrums in Funktionsergänzung.

Die Stadt Bad Liebenwerda erfüllt in dieser Zeit die Funktion eines Kur-, Gesundheits-, Erholungs-, Wellness- und Tourismuszentrums durch die Schaffung und Erhaltung entsprechender Einrichtungen, wie den Fontana-Kliniken , der Lausitztherme Wonnemar und dem EPIKUR-Zentrum für Gesundheit . Wichtig für diese Funktion war die Verleihung des Status einer Kurstadt.

Die Stadt Elsterwerda hat die Funktion als Wirtschafts- und Schulstandort durch zahlreiche Investitionen in die gewerbliche Infrastruktur und die Schullandschaft untersetzt. Ein Belegungsgrad von 85-95 % ist in den drei Gewerbegebiete (Ost, Nord und West) erreicht.

Beide Städte sind als zentrale Orte in den öffentlichen Personennahverkehr eingebunden. Durch diese Einbindung ist es möglich, dass man innerhalb von 30 Minuten alle geforderten Einrichtungen des gemeinsamen Mittelzentrums erreichen kann. Es stehen unter Anderem umfangreiche medizinische Versorgungseinrichtungen der Grundversorgung wie zum Beispiel das Krankenhaus aber auch der erweiterten Versorgung im ambulanten, stationären sowie therapeutischen Bereich zur Verfügung.

Zur Fortführung der bisherigen positiven Entwicklung und Zusammenarbeit wurde am 5.1.2006 durch die Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlungen und die Bürgermeister beider Städte ein Kooperationsvertrag der Städte Bad Liebenwerda und Elsterwerda als gemeinsames Mittelzentrum in Funktionsergänzung unterzeichnet.

Ansässige Unternehmen

  • Bauer Fruchtsaft GmbH
  • Forstbaumschulen „Fürst Pückler” Zeischa GmbH
  • Mineralquellen Bad Liebenwerda GmbH
  • Mitteldeutscher Orgelbau Voigt GmbH
  • Reiss Büromöbel GmbH
  • Variograph Druck- und Vertriebs GmbH
  • Fontana - Klinik
  • Lausitztherme „Wonnemar”
  • EPIKUR-Zentrum

Öffentliche Einrichtungen

  • Rathaus (Stadtverwaltung)
  • Geschäftstelle der Agentur für Arbeit
  • Haus des Gastes (Informations- und Servicestelle)
  • Elster-Natoureum
  • Verwaltung des Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft
  • Brandenburgische Naturwacht
  • Kreismuseum Bad Liebenwerda
  • Amtsgericht Bad Liebenwerda

Bildung

  • Grundschulzentrum Bad Liebenwerda
  • Oberschule Thalberg
  • Echtermeyer-Gymnasium
  • Kreisvolkshochschule

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • Dieter Voigt, ehemaliger Kantor der evangelischen St. Nikolai-Gemeinde und Mitbegründer der Städtepartnerschaft mit Lübbecke.
  • Heinz Tiemeyer, Bürgermeister von 1991 bis 1993. Verstorben am 8. Oktober 2005 in Lübbecke-Gehlenbeck.
  • Walter Hartwig, ehemaliger Stadtchronist, 1997 verstorben.

Söhne und Töchter der Stadt

  • Ernst Theodor Echtermeyer, Philosoph und Philologe, 1805 in Liebenwerda geboren
  • Max Jungnickel, Schriftsteller, 1880 in Saxdorf bei Liebenwerda geboren
  • Gustav Alexander Bielitz, (* 27. Mai 1769, † Mai 1841 in Naumburg) Jurist
  • Peter Huckauf (* 1940), Schriftsteller

weitere Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen

  • Heinrich Nebelsieck, evangelischer Pfarrer und Heimatforscher
  • Elias Borßdorf, Bürgermeister der Stadt zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Borßdorf starb als Märtyrer, weil er 1634 nicht das Versteck der Stadtkasse verraten hatte. Er wurde auf dem Weg nach Zeischa zu Tode geschleift.
  • Robert Reiss, Firmengründer und Erfinder



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Informationsportal über Bad Liebenwerda in Brandenburg - 22.5.2012