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GeografieGeografische LageDie Stadt liegt im Reichenhaller Talkessel der Saalach. Das heißt, die Stadt ist auf fast allen Seiten von Bergen umgeben. Im Norden steht der Bad Reichenhaller Hausberg, der Hochstaufen, sowie der Fuderheuberg. Im Westen befindet sich der Zwiesel, im Süden der Predigtstuhl. Im Osten, etwas weiter weg, hinter den angrenzenden Orten Bayerisch Gmain und dem österreichischen Großgmain, steht das Untersbergmassiv. Der Ortsteil Marzoll liegt nordöstlich von Staufen und Fuderheuberg, dort wo sich das Tal weitet. StadtgliederungNeben der Kernstadt besteht Bad Reichenhall aus den Ortsteilen Karlstein (mit Kirchberg, Nonn, Thumsee), Marzoll (mit Türk, Weißbach, Schwarzbach) und St. Zeno (mit Froschham). Die gesamte Fläche des Stadtgebietes beträgt 3.943 ha, davon sind 568 ha Siedlungs- und Verkehrsflächen, 2.286 ha Waldflächen, 588 ha Landwirtschaftsflächen, 171 ha Wasserflächen und 35 ha Erholungsflächen. GeschichteDer ursprüngliche Ortsname "Hal" deutet darauf hin, dass es sich um einen Ort mit einer Saline handelt. Eine Übersetzung von "Hall" mit "Salz" ist nach neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht zulässig. Es muss vielmehr heißen "Saline". Als im 14. Jahrhundert die Bezeichnung Reichenhall zur Unterscheidung von anderen "Hall"-Orten üblich wurde, wusste man bereits nicht mehr um die eigentliche Bedeutung des Begriffes "Hall". Reichenhall bedeutet demnach das "reiche Hall" im Gegensatz zur neuen Konkurrenzsaline von Hallein. "Hallein" entspricht einer Verkleinerungsform (= "das kleine Hall" im Sinne von " -chen und -lein machen alle Dinge klein " ), die vermutlich ursprünglich (wohl von Reichenhaller Seite) despektierlich gebraucht wurde. FrühgeschichteFunde im Reichenhaller Raum deuten darauf hin, dass bereits während der Glockenbecherkultur (2600 bis 2300 v. Chr.) eine feste Siedlung und weitverzweigte Handelswege vorhanden waren. Richtig belegt wurde dies jedoch erst durch Funde zahlreicher Grabstätten aus der Urnenfelderzeit (1600 - 750 v. Chr.) im Bereich des heutigen Ortsteils Karlstein. Dort war in der La-Tène-Zeit (450 bis 15 v. Chr.) auch ein keltisches Kultzentrum am "Langackertal" und eine Münzprägestätte am "Haiderburgstein". Die Kelten verfügten bereits über ein fortschrittliches Verfahren zur Salzgewinnung, die Salzsiedetechnik. Aus der römischen Kaiserzeit (15 v. Chr. bis 480 n. Chr.) stammen Funde einer anspruchsvollen Villenkultur in Marzoll und Fager (Ortsteil Karlstein), die Siedlung wurde von den Römern „ad salinas” genannt und gehörte zur römischen Provinz Noricum. Die Funde zahlreicher Grabstätten der Bajuwaren in Kirchberg aus der Merowingerzeit (480 bis 700) schließlich deuten auf ein friedliches Nebeneinander von Germanen und Romanen hin, wobei man diese logische Verknüpfung offen lassen muss. Als Siedlung könnten der Altstadtbereich oder der Kirchberg oder auch ganz andere Bereiche Bayerns gedient haben. Der Legende nach entdeckt der Heilige Rupert im Jahre 696 die während der Völkerwanderungszeit verschütt gegangenen Solequellen wieder und bringt damit die Saline zu einer neuerlichen wirtschaftlichen Blüte. Bad Reichenhall und das SalzDie gesamte Region war historisch schon immer von der Salzgewinnung und -verarbeitung geprägt. Neben Bad Reichenhall sind weitere Ortsnamen wie Salzburg, Hallein oder Hallstatt im benachbarten Salzkammergut Zeugen dafür. Die um 1070 entstandene Hallgrafschaft Reichenhall überwachte den regen Salzhandel. Salz war auf Grund seiner konservierenden Eigenschaften zu dieser Zeit ein sehr kostbares Gut, es wurde auch als Weißes Gold bezeichnet. Inwieweit hier die Salzproduktion in vorrömische Zeit reicht, ist bis dato unklar. Bis zur Erscheinung der Römer 15 v. Chr. wird es sich vermutlich um eine Saline mit lokaler Bedeutung gehandelt haben. Die Römer forcierten die Salzproduktion und machten die Reichenhaller Saline zur leistungsfähigsten im gesamten Alpenraum. Die auf natürliche Weise dem Erdboden entspringenden Solequellen in Reichenhall wurden gefasst, das kostbare Nass in tönernen Öfen versotten. Im Mittelalter waren Reichenhaller Bürger und das Kloster Sankt Zeno in Besitz der Solequellen und der ehernen Sudpfannen, die die alten Tonöfen abgelöst hatten. Immer wieder kam es zu bewaffneten Auseinandersetzungen mit benachbarten Orten, bzw. deren Einwohnern, in denen ebenfalls Salz produziert wurde. So wurde 1196 (als Reaktion auf einen Überfall auf den neuen Konkurrenten Berchtesgaden) Reichenhall von Truppen des Salzburger Erzbischofs in Schutt und Asche gelegt. Die Stadt wurde daraufhin auf kleinerer Fläche neu errichtet und erhielt als Schutz ihre (heute noch teilweise erhaltene) Stadtmauer. Im Spätmittelalter kamen die Reichenhaller Siedeherren immer mehr in Bedrängnis, da die Qualität der Sole durch ungehindert eindringendes Süßwasser vermindert wurde. Schließlich gelang es im ausgehenden 15. Jahrhundert den bayerischen Herzögen innerhalb eines einzigen Jahrzehnts, die Quellen und die Sudpfannen in ihren Besitz zu bringen. Bis zum Jahr 1619 hatte lediglich das Stift St. Zeno noch einen eigenen Salinenbetrieb. Mit der Inbesitznahme der Salzproduktion durch die Wittelsbacher begann die Modernisierung der Saline. Um das Problem der zufließenden Süßwässer zu beseitigen, wurden alle Solequellen in einem neuen zentralen Förderschacht, dem so genannten "Hauptschacht" zusammengefasst. Das zwangsläufig, wenngleich unerwünscht vorhandene Süßwasser wurde kurzerhand als Oberflächenwasser durch den so genannten Grabenbachstollen abgeleitet. Dieser verläuft noch heute, trotz aller Wirren der vergangenen Jahrhunderte mit ihren vielfältigen Verwüstungen in etwa 14 Metern Tiefe knappe zwei Kilometer lang unterhalb der Stadt, ehe das Wasser im Ortsteil Staufenbrücke in die Saalach mündet. Um die Sole aus dem neuen Hauptschacht zu fördern wurde im Jahre 1440 ein Paternosterschöpfwerk verwendet. Damit wurde die "menschliche Kette" abgelöst. Das Pumpwerk blieb bis auf kleinere Veränderungen bis zum Reichenhaller Stadtbrand im Jahr 1834 bestehen. Die Sole wurde in herzöglichen Sudhäusern zu Salz versotten. Der feuchte Salzbrei wurde in Holzfässer gestopft, die so entstandenen Salzfuder in großen Öfen getrocknet und anschließend zerstoßen (dieser Vorgang konnte bei Bedarf mehrfach wiederholt werden ). Erst als Beschwerden über schwere Qualitätsmängel des Salzes zunahmen, entschied man sich zu umfassenden Mordernisierungsmaßnahmen unter Leitung des Schweizer Baumeisters v. Claiss. Große Veränderungen für die Saline brachte der Stadtbrand im Novenber 1834, dem große Teile der Stadt und die gesamte Saline zum Opfer fielen: Die Pumpanlagen im Hauptbrunnhaus wurden komplett erneuert, Herzstück wurden nun zwei große Wasserräder, die mittels zehn Saug- und Druckpumpen die Sole aus dem Hauptschacht förderten. Von dort aus wurde das Salzwasser in die benachbarten Solereserven gepumpt, von wo aus es je nach Bedarf in eines der vier neuen Sudhäuser geleitet werden konnte. Auch heute noch spielt das Salz in Bad Reichenhall eine große Rolle. Reichenhall wurde nicht nur dank seiner Solebäder, die mit Wasser aus zahlreichen Solequellen gespeist werden, zur so genannten Kurstadt, sondern es vermarktet auch die Saline Bad Reichenhall sein Reichenhaller Markensalz in ganz Deutschland und vielen Ländern der Welt. Ortsgeschichte
Im ausgehenden Mittelalter wird die Salzgewinnung zunehmend technisiert, unter anderem:
ReligionenIn Bad Reichenhall gibt es drei katholische Kirchengemeinden: St. Zeno, St. Valentin Marzoll, St. Nikolaus mit den Filialen St. Georg (Nonn), St. Pankraz (Karlstein) und Maria Hilf (Schneizlreuth) und den Nebenkirchen Brunnhaus, Krankenhaus, St. Ägid, St. Anna, St. Johann und Altersheim Kirchberg. Des weiteren gibt es eine Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde, die Evangelische Freikirche Mennoniten Brüdergemeinde, die Freie Christengemeinde und die Buddhistische Begegnungsstätte ShinDo, Zeugen Jehovas aber auch die Neuapostolische Kirche. Eingemeindungen
EinwohnerentwicklungDie Einwohnerentwicklung von Bad Reichenhall verläuft sehr positiv den der aktuelle Einwohnerstand von Bad Reichenhall beträgt zur Zeit ca. 18.351 Einw, die tendenz ist langsam ansteigend., der Altersdurchschnitt in der Stadt ist hoch. PolitikStadtratDer Stadtrat Bad Reichenhall zählt 24 Stadträte. Die Sitzverteilung stellt sich seit der letzten Kommunalwahl am 3. März 2002 wie folgt dar:
OberbürgermeisterBei der Stichwahl am 26. März 2006 setzte sich Dr. Herbert Lackner (CSU) gegen den seit 1988 im Amt befindlichen OB Wolfgang Heitmeier (FWG) durch und ist seit 1. Mai 2006 neuer Oberbürgermeister. WappenBlasonierung: Gespalten von silber und gold. Vorn ein blaues Rautenmuster. Hinten ein rechtsgewendeter rot bezungter und rot bewehrter schwarzer Panther. Bedeutung: Das weiß (silber)-blaue Rautenmuster zeugt von der langen Zugehörigkeit der Stadt zum Machtbereich der Wittelsbacher. Das Rautenmuster stammt ursprünglich aber aus dem Wappen der Grafen von Bogen. Die Wittelsbacher übernahmen es später. Der Panther stammt aus dem Wappen der Grafen von Orthenburg. Ältere Wappen: Das älteste bekannte Siegel zeigte das Agnus Dei im 13. Jahrhundert. Im gleichen Jahrhundert, vermutlich im Zeitraum der Stadtgründung, erschien schon das Rautenmuster und der Panther im Wappen. Kultur und SehenswürdigkeitenPhilharmonie
Museen
Bauwerke
Parks
Wirtschaft und InfrastrukturBad Reichenhall lebt stark vom Fremdenverkehr und den Kurbetrieben. Deutschlandweit bekannt ist das Reichenhaller Markensalz. Dies wird in der Saline Bad Reichenhall der Südsalz GmbH hergestellt. Weltweit bekannt sind auch die Patisserieprodukte der Firma Reber, am meisten wohl die Mozartkugeln, deren größter Produzent Reber heute ist. Ferner sind auch die seit 1934 in Bad Reichenhall stationierten Gebirgsjäger ein wichtiger Wirtschaftsfaktor der Region. VerkehrDurch das Verschwinden der Grenzen in Europa und das Entstehen von Euregios orientiert sich Bad Reichenhall (obwohl politisch natürlich zu Deutschland gehörend) immer mehr in Richtung Salzburg, das nur wenige Kilometer entfernt ist. Die beiden Bahnhöfe von Bad Reichenhall werden seit 2006 von der Linie S3 der S-Bahn Salzburg im Stundentakt bedient. Durch Bayerisch Gmain hindurch den Hallthurmer Berg hinauf führt die Bahnstrecke Freilassing–Berchtesgaden, parallel dazu die B 20 nach Berchtesgaden. Durch die Stadt führen auch die Bundesstraßen B 20 und B 21. Die Bundesautobahn A 8 führt im Stadtteil Marzoll durch die Stadtgemarkung, wobei die Anschlussstelle Bad Reichenhall in der Nachbargemeinde Piding liegt. Eine weitere Straße nach Berchtesgaden ist die B 305, sie führt über das Schwarzeck und Ramsau. MedienHier erscheint das Reichenhaller Tagblatt (gegründet 1840). Das unregelmäßig erschienene Magazin Polis bestand nur von 2002 bis 2006. BildungIn der Stadt gibt es das Karlsgymnasium und die Mädchenrealschule der Erzdiözese München und Freising in St. Zeno. Weiterhin gibt es eine Hauptschule (St. Zeno), das Sonderpädagogisches Förderzentrum, Montessori Schule und drei Grundschulen (Heilingbrunnerstraße, St. Zeno/Marzoll und Karlstein). Weitere Bildungseinrichtungen sind die Berufsfachschule für Krankenpflege an den Kliniken des Landkreises, die Städtische Musikschule, die Städtische Volkshochschule und die Steigenberger Hotelfachschule. Persönlichkeiten
Ehrenbürger
Söhne und Töchter der Stadt
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