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Bad Sachsa ist eine kleine Stadt in Niedersachsen (Landkreis Osterode am Harz). Die Einwohnerzahl beträgt rund 8.200. Bad Sachsa ist ein staatlich anerkannter heilklimatischer Kurort. GeografieBad Sachsa liegt ca. 50 km östlich von Göttingen entfernt am Südrand des Harzes. Mitten durch den Ort fließt die Uffe. Höchste Erhebung im Nahbereich ist der Ravensberg mit 659 m über NN etwa 3,5 km nordwestlich des Stadtzentrums GeschichteWann Sachsa entstand, ist unbekannt. Allerdings ist der Verweis auf eine Urkunde aus der Zeit um 860, in der der Ort erstmals erwähnt worden sein soll, unzutreffend. Eine erste urkundliche Erwähnung findet sich vielmehr erst im Jahr 1229. Da in dieser Urkunde von dem Pfarrer Siegfried aus Sachsa die Rede ist (er ist Zeuge der Urkunde), ist anzunehmen, dass Sachsa damals als Ortschaft bereits bestand. Das älteste erhaltene Bauwerk ist der Turm der (heute evangelischen) St.-Nikolai-Kirche; sein Bau wird auf die Jahre zwischen 1180 und 1200 datiert. Auf dem Sachsenstein, zwischen der Stadt Bad Sachsa und dem Dorf Neuhof, befindet sich die Ruine der Sachsenburg, gebaut um das Jahr 1070 vom Deutschen Kaiser Heinrich IV. (HRR). Spätestens seit 1238 gehörte Sachsa zur Grafschaft Honstein, zuvor war es klettenbergisch. Zwischen 1516 und 1525 (vermutlich 1525) erwarb Sachsa Stadtrechte. Nachdem die Grafen von Honstein 1593 ausgestorben waren (Ernst VII. hinterließ keinen männlichen Erben), beanspruchten die Grafen von Schwarzburg und die Grafen von Stolberg die Grafschaft. Stattdessen ergriff der Administrator des Bistums Halberstadt Besitz von der Grafschaft, die er als erledigtes Lehen einzog, und an den Herzog von Braunschweig-Wolfenbüttel weiterverlehnte (das Pikante an dieser Sache ist, dass der Administrator des Bistums Halberstadt und der Herzog von Braunschweig-Wolfenbüttel ein und dieselbe Person waren; es handelte sich um Heinrich Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel). Obwohl die von den Grafen angestrengte Klage vor dem Reichskammergericht zu einem sie begünstigenden Urteil führte, weigerten sich Heinrich Julius und seine Nachfolger, die Grafschaft wieder herzugeben. Im Verlauf des Dreißigjährigen Krieges wechselte dann mehrfach die Herrschaft, bis die Grafschaft 1648 schwedisch besetzt war. Im Westfälischen Frieden wurde das Fürstentum Halberstadt samt der Grafschaft Honstein an den Kurfürsten von Brandenburg gegeben. Seither war Sachsa brandenburgisch-preußisch, ausgenommen die Franzosenzeit 1807 bis 1813. Nachdem im Wiener Kongress Preußen erhebliche Territorien hinzugewann, gliederte das Königreich sich 1816 in zehn Provinzen. Eine dieser Provinzen war die neugeschaffene Provinz Sachsen. Sachsa lag in dieser Provinz im Regierungsbezirk Erfurt und im Kreis Nordhausen, der ab 1888 den Namen Grafschaft Hohenstein trug. Diese Zugehörigkeit blieb bis Juli 1945 bestehen. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich der Fremdenverkehr. In den Jahren der Nazi-Herrschaft entwickelte sich Bad Sachsa (den Zusatz Bad trug die Stadt seit 1905) zu einem Schwerpunkt der NSDAP im Parteikreis Nordhausen-Südharz (das Kreisschulungszentrum Fritz-Sauckel-Haus wurde hier errichtet). Nicht zuletzt deshalb wurden die Kinder aus den Familien der Attentäter vom 20. Juli 1944 in einem Kinderheim in Bad Sachsa interniert. Der Arbeitsstab Dornberger - zu ihm gehörten auch Walter Dornberger und Wernher von Braun -, der mit 450 Führungskräften der ehemaligen Heeresversuchsstelle Peenemünde wegen der Bedrohung aus der Luft nach Bad Sachsa verlegt worden war, und von hier aus die Raketenfertigung (sie kostete Tausenden von KZ-Häftlingen das Leben) im Kohnstein bei Nordhausen leitete, verlegte ab 6. April 1945 in Richtung Alpen. Sowjetische Besatzungszone 1945Am 12. April 1945 wurde Bad Sachsa von amerikanischen Truppen kampflos besetzt. Die Amerikaner zogen sich ab Anfang Juli in die ihnen mit dem Londoner Protokoll vom 12. September 1944 zugewiesene Besatzungszone zurück. Die ihnen folgenden sowjetischen Truppen ließen Bad Sachsa, das in der sowjetischen Besatzungszone lag, allerdings unbesetzt, bis am 23. Juli britische Truppen die Stadt besetzten. Vorausgegangen war ein Gebietstausch zwischen dem britischen und dem sowjetischen Oberkommando, bei dem für das ursprünglich thüringische Bad Sachsa und Umgebung (auch der Nachbarort Tettenborn war betroffen) der Ostteil des braunschweigischen Landkreises Blankenburg an die sowjetische Besatzungszone fiel. Dem Landkreis Osterode am Harz, dem Sachsa seit Mitte Juli 1945 de facto angehörte, wurde es per 1. September 1945 auch de jure eingegliedert. Seit 1. Juli 1972 gehören auch die Nachbarorte Neuhof (ehemals braunschweigisch), Steina (ehemals hannoversch) und Tettenborn zur Stadt Bad Sachsa. Eingemeindungen1972 wurden die Gemeinden Neuhof, Steina und Tettenborn eingemeindet. Der OrtDas Internatsgymnasium Pädagogium Bad Sachsa ist die älteste Schule in freier Trägerschaft in Norddeutschland. Die alten Schulgebäude aus verschiedenen Epochen und die denkmalgeschützte alte Turnhalle sind sehenswert. Das Pädagogium und seine Schüler prägen das Stadtbild mit. Es ist im Ostertal in der Nähe des Kurparks gelegen. Aus ihm gingen schon bekannte Persönlichkeiten hervor. Vor dem Eingang des Schulgeländes steht das von ehemaligen Schülern gestiftete einzige Schülerdenkmal Deutschlands, der Frechdachs. Der Autor der Jugendkrimi-Serie TKKG, Rolf Kalmuczak ging in Bad Sachsa auf das Internatsgymnasium Pädagogium Bad Sachsa. Die Schauplätze des Hörspiels sind zum Teil in Bad Sachsa und Umgebung zu finden. Auf dem Hausberg der Stadt, dem 660 m hohen Ravensberg, befindet sich für Wintersportfans ein Skigebiet mit mehreren Liften, zwei Rodelbahnen sowie eine Anbindung an das Südharzer Loipennetz. Der Ravensberg ist der einzige mit dem PKW befahrbare Berg des Westharzes. GrenzlandmuseumIm Ortsteil Tettenborn besteht im Dorfgemeinschaftshaus seit 1992 ein Grenzlandmuseum. Es liegt nur wenige hundert Meter von der ehemaligen innerdeutschen Grenze entfernt. Eröffnet wurde das Museum am 12. November, genau drei Jahre nach der provisorischen Grenzöffnung an der dortigen B 243. Es zeigt die Entwicklung der Sperranlagen der ehemaligen DDR im Südharz von 1945-1990. Das Museum präsentiert eine Vielzahl originaler Ausstattungsstücke der DDR-Grenztruppen und dokumentiert spektakuläre Grenzdurchbrüche, aber auch das Leben im Grenzgebiet. Im Museum ist die Führungsstelle eines vier mal vier Meter breiten Beobachtungsturms aufgebaut. Außerdem berichten die beiden Leiter des Museums von interessanten Begebenheiten aus der DDR-Zeit, was daran liegt, dass einer der Museumsleiter Grenzbeobachter der Bundeswehr und der andere Wachmann der NVA war (beide waren am selben Grenzabschnitt stationiert, hätten sogar einmal fast das Feuer aufeinander eröffnet - heute sind sie beste Freunde). Literatur
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