Bad Urach in Baden-Württemberg


Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Reutlingen
Koordinaten: 48° 30′ N, 9° 24′ O
Höhe: 463 m ü. NN
Fläche: 55,50 km²
Einwohner: 12.654
Bevölkerungsdichte: 228 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 72562–72574
Vorwahlen: 07125, 07381
Kfz-Kennzeichen: RT
Gemeindeschlüssel: 08 4 15 078
Stadtgliederung: 5 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 8–9
72574 Bad Urach
Webpräsenz: www.bad-urach.de
Bürgermeister: Markus Ewald

Bad Urach ist eine Stadt am Fuße der Schwäbischen Alb und staatlich anerkannter Luftkurort und Heilbad. Bekannt ist sie auch wegen des Uracher Wasserfalls und des alle zwei Jahre stattfindenden Schäferlaufs.

Geografie

Geografische Lage

Die Stadt Bad Urach liegt am Rande der Schwäbischen Alb, im Tal der Erms.

Geologie

In Bad Urach befindet sich die mit 61° C heißeste Thermalquelle Baden-Württembergs. Die hohe Wärme beruht auf einer Temperaturanomalie im Untergrund. 1970 wurde die Thermalquelle erschlossen. Sie dient dem Kur- und Heilbadbetrieb.

Diese Temperaturanomalie veranlasste außerdem fast ein Jahrzehnt lang die Verfolgung des Geothermie-Projekts „Hot-Dry-Rock Bad Urach” mit den Zielsetzungen einer geothermischen Stromerzeugung sowie der Versorgung des Wohnraums eines Großteils der Stadt mit Erdwärme anstelle konventioneller Heizungssysteme. Die Vollendung des bis dahin sehr aussichtsreichen und aus aller Welt besuchten Projekts scheiterte 2004 an der Entscheidung des damaligen Ministerpräsidenten Erwin Teufel, die notwendige Nachfinanzierung nicht Bad Urach zuzuwenden, sondern ein ähnliches Projekt bei Karlsruhe neu zu beginnen.

Ausdehnung des Stadtgebiets

Bad Urach und der Ortsteil Seeburg liegen im Ermstal, die Ortsteile Hengen, Sirchingen und Wittlingen hingegen auf der Albhochfläche.

Nachbargemeinden

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Bad Urach, sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt und gehören zum Landkreis Reutlingen

Hülben, Grabenstetten, Römerstein, Gutsbezirk Münsingen, Münsingen, St. Johann und Dettingen an der Erms.

Stadtgliederung

Zur Stadt Bad Urach gehören die Stadtteile Hengen, Seeburg, Sirchingen und Wittlingen.

Geschichte

Reichhaltige Funde auf dem Runden Berg bei Bad Urach belegen, dass dieser Berg in der Spätantike/Frühmittelalter eine bedeutende alamannische Höhensiedlung und ein Machtzentrum der Alamannen war. Urach war Anfang des 12. Jahrhunderts Sitz eines von Egino I. gegründeten Grafengeschlechts. 1265 verkaufte Graf Heinrich von Fürstenberg die Burg und die meisten Besitzungen an Graf Ulrich von Württemberg.

Während der Teilung Württembergs von 1442 bis 1482 war Urach Residenzsitz des Grafen der Uracher Linie.

Von der Burg Hohenurach sind einige Ruinen aus dem 13. Jahrhundert erhalten, doch die im 16. Jahrhundert erbaute Festung Hohenurach wurde 1767 abgerissen.

Seit 1985 ist die Stadt ein staatlich anerkannter Luftkurort und ein Heilbad.

1991 fanden in Bad Urach die Heimattage Baden-Württemberg statt.

Eingemeindungen

  • 1971: Sirchingen und Wittlingen
  • 1972: Hengen
  • 1975: Seeburg

Politik

Gemeinderat

Bei der Gemeinderatswahl am 13. Juni 2004 ergab sich folgende Sitzverteilung:

  • FW – 8 Sitze
  • CDU – 7 Sitze
  • SPD – 6 Sitze
  • FDP – 3 Sitze
  • Grüne – 1 Sitz

Bürgermeister

Der Bürgermeister wird für eine Amtszeit von 8 Jahren gewählt. Die derzeitige Amtszeit von Markus Ewald endet 2012.

  • 1996–2004: Markus Hase
  • seit 2004: Markus Ewald

Städtepartnerschaften

  • Enying in Ungarn

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

  • Stadtmuseum Klostermühle
  • Residenzschloss-Museum
  • Grammophon-Museum

Bauwerke

Bad Urach besitzt einen spätmittelalterlichen Marktplatz mit Rathaus und Fachwerkhäusern aus dem 15. und 16. Jahrhundert, die Amanduskirche, das heute als Museum genutzte Residenzschloss Schloss Urach der württembergischen Grafen sowie die im spätgotischen Stil erbaute Stiftskirche Sankt Amandus (Schutzpatrone: Sankt Maria, Sankt Andreas und Sankt Amandus von Maastricht, Bischof von Tongeren, "der Apostel Belgiens").In unmittelbarer Nähe liegen die Festungsruinen Hohenurach und Hohenwittlingen. Bad Urach ist Mitglied der Themenstraße Deutsche Fachwerkstraße.

Am Albtrauf liegt das 1930 erbaute Haus auf der Alb, ein ehemaliges Erholungsheim, das heute vom Land Baden-Württemberg als Tagungsstätte für politische Bildung genutzt wird.

Parks

  • Kurpark

Naturdenkmäler

Touristische Anziehungspunkte sind die Falkensteiner Höhle und der Uracher Wasserfall, der aus einem kalkhaltigen Quellgebiet gespeist wird und im Laufe der Zeit eine Spitze an den Hang der Schwäbischen Alb gebildet hat.

Sport

  • TSV Urach
  • FV Bad Urach
  • Tennisverein Bad Urach
  • zahlreiche Sportvereine der Ortsteile

Jugendarbeit

  • forum 22 – Kino, Café und Kultur, freies Jugendprojekt des Bad Uracher Stadtjugendrings
  • Pfadfinder Bad Urach
  • Bauwagen Bad Urach 1997 e.V.
  • Jugendcafe Oase
  • Jugendclub Seeburg e.V.
  • DRK Ortsverein Bad Urach / Jugendrotkreuz [1]

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Herbstliche Musiktage
  • Internationales Frauenhandballturnier des TSV Bad Urach
  • Uracher Schäferlauf, findet nur in ungeraden Jahren statt
  • „Rock Days”, veranstaltet vom Bauwagen Bad Urach 1997 e.V.

Kulinarische Spezialitäten

Einer Sage zufolge wurde die Brezel in Bad Urach erfunden:

Frieder, der Uracher Bäcker und Hofbäcker von Graf Eberhard im Barte, war beim Grafen in Ungnade gefallen, er hatte die Freundschaft und das Wohlwollen des Grafen durch üble Nachreden verloren. [...]
Da er ein guter Herrscher war, ließ er den Frieder ins untere Schloss bringen und sprach: Nur weil ich deine Backkunst schätze, will ich dir noch eine Chance geben. Wenn du innerhalb von drei Tagen einen Kuchen oder ein Brot erfindest, durch welches dreimal die Sonne scheint und das mir besser schmeckt als alles was ich kenne, dann sollst du frei sein![1]

Dergleichen Sagen finden sich jedoch auch an mehreren anderen Orten, etwa im nahegelegenen Altenriet, wo jedes Jahr ein Brezelmarkt gefeiert wird.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Die Bundesstraße B 28 führt durch die Stadt und verbindet sie im Westen mit Reutlingen und Tübingen und im Osten mit Ulm. Die B 465 führt von Bad Urach aus über die Schwäbische Alb nach Ehingen und Biberach.

Die Ermstalbahn verbindet Bad Urach über Metzingen, wo Anschluss an die Eisenbahnlinie Tübingen–Stuttgart besteht, direkt mit Reutlingen, Tübingen und Herrenberg.

Der Öffentliche Nahverkehr wird durch den Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (NALDO) gewährleistet. Die Stadt befindet sich in der Wabe 221. Für die Stadt selbst gilt der Stadttarif 21.

Gericht, Behörden und Einrichtungen

Bad Urach verfügt über ein Amtsgericht, das zum Landgerichtsbezirk Tübingen und Oberlandesgerichtsbezirk Stuttgart gehört. Ferner besitzt Bad Urach ein Finanzamt und mit der Ermstalklinik ein Krankenhaus. Auch ein Graf-Eberhard-Gymnasium sowie Realschule, Grund und Hauptschule und eine Hauswirtschaftliche Schule sind vorhanden.

Die Stadt ist auch Sitz des Kirchenbezirks Bad Urach der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

  • Gottfried von Neifen (Anfang 13. Jahrhundert–ca. 1255), Minnesänger
  • Herzog Eberhard I. (1445–1496), 1. Herzog von Württemberg
  • Herzog Christoph (1515–1568), 4. Herzog von Württemberg
  • Daniel Hauff (1629–1665), Rechtsadvokat während der Hexenprozesse
  • Georg Joos (1894–1959), Physiker
  • Reinhard Breymayer (* 1944), Philologe und Pietismusforscher
  • Cem Özdemir (* 1965), Politiker der Partei Bündnis 90/Die Grünen
  • Ulrike C. Tscharre (* 1972), Schauspielerin

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

  • Hans Eißler (1931–2005), Jurist (Direktor des Amtsgerichts Bad Urach) und Präsident der Synode der Evangelischen Landeskirche in Württemberg
  • Nicodemus Frischlin (1547-1590), Dichterhumanist, war auf der Festung Hohenurach eingekerkert und stürzte bei einem Fluchtversuch am 29. November 1590 zu Tode
  • Helmut Haussmann (* 1943), Politiker der FDP (1988–1991 Bundesminister für Wirtschaft) und Unternehmer

Quellen




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Informationsportal über Bad Urach in Baden-Württemberg - 22.5.2012