Bächingen in Bayern


Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Dillingen a.d.Donau
Verwaltungsge-
meinschaft:
Gundelfingen an der Donau
Koordinaten: 48° 32′ N, 10° 20′ O
Höhe: 440 m ü. NN
Fläche: 7,34 km²
Einwohner: 1302
Bevölkerungsdichte: 177 Einwohner je km²
Postleitzahl: 89431
Vorwahl: 07325
Kfz-Kennzeichen: DLG
Gemeindeschlüssel: 09 7 73 113
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstr. 15
89431 Bächingen
Webpräsenz: www.baechingen.de
Bürgermeister: Roland Grandel (FUW)

Bächingen an der Brenz (amtlich: Bächingen a.d.Brenz) ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Dillingen an der Donau und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Gundelfingen an der Donau.

Geografie

Geografische Lage

Bächingen liegt im Donauried am Rande der Schwäbischen Alb. Nördlich des Ortes fließt die Brenz vorbei, südlich beginnt das Schwäbische Donaumoos. Die Bächinger Gemarkungsgrenze ist im Westen zugleich Grenze des Landkreises Dillingen sowie Landesgrenze zu Baden-Württemberg.

Nachbargemeinden

Stadt Gundelfingen an der Donau, Sontheim an der Brenz (Baden-Württemberg), Medlingen

Geschichte

Es wird angenommen, dass die Ortsgründung im 6. bis 7. Jahrhundert von den Alamannen als Bechenheim erfolgte. Der Name geht wahrscheinlich auf den alamannischen Gründer zurück, da das Wort zu dem Heim eines Bacho bedeutet. Die erste urkundliche Nennung des Namens geht schließlich auf 1269/71 zurück und wurde dort schon mit der Beifügung an der Brenz erwähnt. Der Name Bächingen entstand aus der undeutlichen Aussprache und verdrängte im 19. Jahrhundert den ursprünglichen Begriff.

Als erste Herrscher des Ortes sind im 15. Jahrhundert die Herren von Riedheim urkundlich belegt, von denen er in die Hände der Ritterfamilie von Westernach gelangte. Bernhard von Westernach ließ 1531 das heutige Wasserschloss errichten. Sein Sohn Eitelhans († 1576) schaffte die Ausgliederung Bächingens aus dem Fürstentum Pfalz-Neuburg als freie Reichsritterschaft und führte 1576 die Reformation ein.

1594 ging die Herrschaft an die Freiherren vom Stain über, die später auch noch die benachbarte freie Reichsritterschaft Niederstotzingen erhielten und bis 1790 in Bächingen regierten. Unter ihrem Patronat erfuhr die im frühen 15. Jahrhundert errichtete Kirche St. Nikolaus bedeutende Umgestaltungen und Erweiterungen.

Vom 30-jährigen Krieg blieb Bächingen nicht verschont. Besonders unter der bayerischen Armee hatte es wie auch die umliegenden Ortschaften 1620 große Schäden zu beklagen. Aufgrund Bächingens Reichsunmittelbarkeit und der Popularität der Freiherren vom Stain, die nach französischem Vorbild einen kleinen Hof in Bächingen führten und Verbindungen in höchste Kreise pflegten, wurde Bächingen gegen Ende des Krieges Zufluchtsstätte für Bürger umliegender Dörfer. Nach dem Krieg schlossen Immigranten die Lücken in der Bevölkerung, die vor allem aus der Windischen Mark nach Bächingen kamen.

1790 kaufte die Herzogin Franziska von Württemberg, besser bekannt als Franziska von Hohenheim, Schloss Bächingen und richtete ihren Musensitz mit ihrer äußerst umfangreichen Bibliothek darin ein, die heute allerdings verkauft ist. Die Großmutter der Herzogin war Sophia Charlotta Freifrau von Vohenstein, geborene Freiin vom Stain aus Bächingen gewesen.

Im Zuge der Mediatisierung wurde Bächingen 1806 dem neu gebildeten Königreich Bayern eingegliedert und büßte seine Autonomie ein.

Nach dem Tod der Herzogin erhielt 1811 ihr Universalerbe Karl Ludwig Axel Freiherr von Böhnen Bächingen, der es zum Patrimonialgericht machen ließ. 1821 veräußerte er die Ortschaft an den soeben geadelten Johann Gottlieb Freiherr von Süßkind, einen reichen Bankier aus Augsburg. Dessen Nachfahre Albrecht Freiherr von Süßkind-Schwendi und seine Frau Christine, geborene Prinzessin zu Schaumburg-Lippe besitzen noch heute das Schlossgut.

Kirche

Die evangelische Kirchengemeinde Bächingen, zu der auch die Protestanten aus Medlingen zählen, hat derzeit knapp 1000 Mitglieder. Die Bächinger Katholiken sind nach Medlingen eingepfarrt.

Politik

Der Gemeinderat hat 12 Mitglieder. Seit der Kommunalwahl 2002 verteilen sie sich auf folgende Listen:

  • Freie Wählervereinigung: 5 Sitze
  • CSU/Aktive Bürger: 5 Sitze
  • SPD: 2 Sitze

Bürgermeister ist seit 2002 Roland Grandel (Freie Wählervereinigung)

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

  • Mooseum – Forum schwäbisches Donautal (naturorientiertes Informations- und Kommunikationszentrum mit Veranstaltungen und einer Dauerausstellung für die Region Schwäbisches Donautal)

Archive

  • Freiherrlich vom stain´sches Gemeinschaftsarchiv Bächingen-Niederstotzingen, beinhaltend Akten und Urkunden ab 1360, lagerte bis zu seiner Überführung ins Staatsarchiv Augsburg auf Schloss Bächingen

Bauwerke

  • Ehemaliges Wasserschloss von 1531 im Stil der Renaissance, mit spätgotischen Elementen
  • Evangelische Kirche St. Nikolaus (Nikolaikirche) mit Epitaphen der Familie von Westernach
  • Patronatsfriedhof der Familie von Süßkind

Musik

  • Gesangverein 1898 Bächingen e. V. (ortsältester Verein)
  • Musikverein "Eintracht" Bächingen (seit 1950)

Natur

Im Süden der Bächinger Gemarkung liegt ein Teil des Schwäbischen Donaumooses mit geschützter Flora und Fauna.

Bekannt ist Bächingen außerdem für seine Störche, die sich seit 1989 nach jahrelanger Abwesenheit wieder auf einem Kamin des Bächinger Schlosses niedergelassen haben; es war lange Jahre das einzige Storchenpaar im Landkreis Dillingen, bis Ende der 1990-er Jahre noch ein Paar in Höchstädt heimisch wurde. Zu ein wenig Berühmtheit verhalfen die Störche dem Dorf im Brenztal 1997, als sie das erste Mal nicht in den Süden zogen und in Bächingen überwinterten, was nun alljährlich der Fall ist.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Bächingen liegt in der Nähe des Autobahnkreuzes Ulm/Elchingen (A 7 / A 8). Die beiden Autobahnen können jeweils in ca. 15 Minuten erreicht werden. Der nächste Anschluss an die B 16 liegt 5 Minuten entfernt.

Bildung

Grundschulverband Bächingen-Medlingen, der seinen Sitz in Bächingen hat

Ansässige Firmen

  • Tesro

Söhne und Töchter des Ortes

  • Wolfgang Ludwig Freiherr vom Stain (1640–1722), kaiserlicher Rat, Direktor des Kantons Kocher der Schwäbischen Reichsritterschaft
  • Friedrich Carl Heinrich Freiherr vom Stain (* 1726), herzoglich württembergischer Gouverneur zu Stuttgart, Generalleutnant und Kammerherr, Generalmajor des Schwäbischen Kreises, Kommandeur des Johanniterordens zu Lagow und des herzoglich württembergischen Karlordens
  • Johannes Freiherr von Racknitz (* 1790), Rittmeister im 5. Kavallerieregiment des Königs von Württemberg, Organisator der 1. deutschen Kolonisation in Mexiko
  • Dr. jur. Friedrich Meinzolt (1886–1984), Mitglied des Bayerischen Senats, Vorstand der Inneren Mission
  • Prof. Dr. jur. et theol. h. c. Hans Meinzolt (1887–1967), Staatssekretär im bayerischen Kultusministerium, Vizepräsident der Landessynode der bayerischen Landeskirche, Honorarprofessor an der Technischen Universität München
  • Marie Meinzolt (1889–1962), Mitbegründerin der Evangelisch-Lutherischen Diakonissenanstalt Neuendettelsau
  • Alexander Freiherr von Süßkind-Schwendi (1903–1973), Ministerialdirektor im Bundesministerium für die Durchführung des Marshallplans, stellvertretender Leiter der Vertretung der Bundesrepublik bei der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit

Weitere Persönlichkeiten, die mit dem Ort in Verbindung stehen

  • Theodor Graf von Sponeck (1896–1982), Generalleutnant im Afrika-Korps unter Generalfeldmarschall Erwin Rommel, Vertrauter von Rudolf Heß, war mit Agnes Freiin von Süßkind-Schwendi verheiratet und lebte bis zu seinem Tod auf Schloss Bächingen



Texte und Bilder stammen ganz oder teilweise aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht somit ganz oder teilweise unter der GNU Lizenz. Eine Liste der Autoren und Fotografen, sowie den Originaltext finden Sie hier.

Informationsportal über Bächingen in Bayern - 22.5.2012