Bargteheide in Schleswig-Holstein


Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Stormarn
Koordinaten: 53° 43′ N, 10° 16′ O
Höhe: 48 m ü. NN
Fläche: 15,83 km²
Einwohner: 14.341
Bevölkerungsdichte: 906 Einwohner je km²
Postleitzahl: 22941
Vorwahl: 04532
Kfz-Kennzeichen: OD
Gemeindeschlüssel: 01 0 62 006
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathausstraße 26
22941 Bargteheide
Webpräsenz: www.bargteheide.de
Bürgermeister: Werner Mitsch

Bargteheide ist eine Stadt in Schleswig-Holstein. Sie liegt im Kreis Stormarn zwischen Ahrensburg (5,7 km im Süden) und Bad Oldesloe (12 km im Nordosten). Hamburg liegt 27 km weiter südlich, Lübeck 32 km in nordöstlicher Richtung.

Geologie

Bargteheide liegt auf einer eiszeitlichen Endmoräne.

Geschichte

Bargteheide entstand als Angerdorf im Hochmittelalter. Es wurde erstmals 1314 als „Brectehegel” erwähnt. Schon im 14. Jahrhundert hatte der Ort eine regionale Zentralfunktion als Kirchspiel, Rast- und Ausspannort und Markt. 1475 kaufte Herzog Johann IV. von Sachsen-Lauenburg das Dorf, das zuvor zum Gut Tremsbüttel gehörte. 1571 ging es an die Holstein-Gottorfer Herrschaft über und unterstand dem alten Amt Tremsbüttel.

1859 wurde Bargteheide Sitz des Amtes Tremsbüttel, 1867 des Kirchspielvogteibezirkes. Im selben Jahr erhielt es den Status einer selbständigen Landgemeinde. Mit der preußischen Verwaltungsreform wurde Bargteheide Sitz des gleichnamigen Amtsbezirkes mit 24 Gemeinden.

Im Rahmen des Hamburger Aufstandes der KPD wird am 23. Oktober 1923 der Bürgervorsteher festgesetzt und eine „Sowjetrepublik Stormarn” ausgerufen. Mangels Widerhalls in der Bevölkerung bricht der Aufstand schon am nächsten Tag zusammen. 1948 wurde Bargteheide Sitz des neugeschaffenen Amtes Bargteheide, aus dem es nach der Erhebung zur amtsfreien Gemeinde 1957 ausschied (das Amt heißt seither „Bargteheide-Land”, hat seinen Sitz aber weiterhin in Bargteheide).

Am 15. Mai 1970 erhielt Bargteheide das Stadtrecht.

Religionen

Bereits 1322 wurde in einer Urkunde des Hamburger Domkapitels für Bargteheide ein Kirchspiel erwähnt.

Politik

Wappen

Blasonierung: „Über blauem Schildfuß, darin fünf schräggekreuzte, durchgehende silberne Fäden, zwei nach schrägrechts, drei nach schräglinks, in Silber ein rotes Wagenrad mit acht Speichen.”[1]

Das Wagenrad im oberen Teil steht für Transport und Mobilität, da Bargteheide - günstig auf der Mitte der Strecke zwischen Hamburg und Lübeck liegend - häufig als Rastplatz genutzt wurde. Dort konnten sich die Reisenden und ihre Pferde beispielsweise im Utspann (plattdeutsch für „Ausspannen”) erholen. Die fünf weißen Linien unten stehen für die Verkehrsanbindungen der Stadt.

Bürgermeister

  • 1946 - 1957 Julius Gerken
  • 1957 - 1962 Enno Wilkens
  • 1962 - 1971 Karl Eduard Claussen
  • 1971 - 1984 Erich Reincke
  • 1985 - 1996 Frank Pries
  • 1996 - 2007 Werner Mitsch

Städtepartnerschaften

  • Déville-lès-Rouen, Frankreich (seit 1969)
  • Zmigród, Polen (seit 1. Juli 2000)

Wirtschaft

Verkehr

  • Autobahnen: Autobahnkreuz A 1 (Oldenburg in Holstein - Saarbrücken) und A 21
  • Bundesstraßen: B 75 (Travemünde - Delmenhorst) und B 434 (inzwischen zur Landesstraße 225 herabgestuft) sowie die B 404, welche bei Bargteheide in die A 21 übergeht.
  • Anbindung an die Bahnstrecke Hamburg – Lübeck (Teil des Hamburger Verkehrsverbundes)

Behörden

Als Sitz des Amt Bargteheide-Land beherbergt die Stadt auch deren Verwaltung.

Gerichte

Von 1867 bis 1970 war Bargteheide Sitz eines Amtsgerichtes. Es gehört heute zum Amtsgerichtsbezirk Ahrensburg.

Bildungseinrichtungen

Bargteheide verfügt über 3 Grundschulen, 2 Hauptschulen und 2 Gymnasien. Außerdem gibt es eine Realschule und eine Gesamtschule. Des weiteren gibt es eine Förderschule und eine Volkshochschule. Von 1954 bis 1996 beherbergte das ehemalige Jagdschloss „Malepartus” eine Ausbildungsstätte der Deutschen Bundespost.

Grundschulen

  • Emil-Nolde-Schule
  • Johannes-Gutenberg-Schule (ehemals Grund- und Hauptschule Bargteheide Land)
  • Carl-Orff-Schule

Förderschulen

  • Albert-Schweitzer-Schule

Hauptschulen

  • Johannes-Gutenberg-Schule (ehemals Grund- und Hauptschule Bargteheide Land)
  • Emil-Nolde-Schule

Realschulen

  • Dietrich-Bonhoeffer-Realschule

Gymnasien

  • Kreisgymnasium Eckhorst
  • Kreisgymnasium Bargteheide (KGB)

Gesamtschulen

  • Anne-Frank-Schule (früher „Integrierte Gesamtschule Bargteheide”)]

Freizeit- und Sportanlagen

Neben den üblichen Sportanlagen gibt es auch ein beheiztes Freibad.

Stadtgliederung

Einwohnerentwicklung

  • 1840 - ca. 1.000
  • 1905 - 1.980
  • 1914 - 2.300
  • 1949 - 6.900
  • 1970 - 7.374
  • 2002 - 13.820
  • 2004 - 14.000
  • 2006 - 14.349

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater

Seit vielen Jahren besteht das „Kleine Theater”.

Museen

Die „Orts- und Heimatkundliche Sammlung” ist das Museum des Verschönerungsvereins Bargteheide e. V.

Initiativen

Die Initiative „Tolerantes Bargteheide” kämpft gegen die Ablehnung behinderter Menschen sowie für eine allgemeine Akzeptanz von Randgruppen in Bargteheide und Umgebung. Homepage: www.tolerantes-bargteheide.de

Bauwerke

Sehenswert ist die teilweise 700 Jahre alte Kirche.
Der Utspann, ein altes Fachwerkhaus, diente früher zum Wechseln der Pferde auf der Strecke zwischen Hamburg und Lübeck und beherbergt heute ein Lokal mit deutscher Küche.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • 1959, Julius Gerken, Bürgermeister
  • 1985, Michel Cozette, Bürgermeister von Déville-lès-Rouen
  • 2003, Kurt Iden, Bürgervorsteher

Söhne und Töchter der Stadt

  • Luise Zietz (1865-1922), sozialistische Politikerin)

Quellen




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Informationsportal über Bargteheide in Schleswig-Holstein - 22.5.2012