Bastheim in Bayern


Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Rhön-Grabfeld
Koordinaten: 50° 24′ N, 10° 12′ O
Höhe: 284 m ü. NN
Fläche: 41,75 km²
Einwohner: 2661
Bevölkerungsdichte: 64 Einwohner je km²
Postleitzahl: 97654
Vorwahlen: 09773 - 09775
Kfz-Kennzeichen: NES
Gemeindeschlüssel: 09 6 73 116
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Gemeinde Bastheim
Obergasse 20
97654 Bastheim
Webpräsenz: www.bastheim.de
Bürgermeister: Manfred Dietz (Freie Wählergem. Besengau)

Bastheim ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Rhön-Grabfeld.

Geografie

Bastheim (Mundart: Boste) liegt in der Region Main-Rhön. Geographisch entspricht die Gemeinde Bastheim mit ihren Ortsteilen weitestgehend dem sogenannten Besengau, mit dem gleichnamigen Dorf Bastheim als Zentrum im Tal der Els.

Es existieren folgende Gemarkungen: Bastheim, Braidbach, Reyersbach, Rödles, Unterwaldbehrungen, Wechterswinkel, Wechterswinkeler Forst.

Ortsteile

  • Unterwaldbehrungen
  • Reyersbach
  • Wechterswinkel
  • Braidbach
  • Rödles
  • Geckenau
  • Simonshof

Geschichte

Gräberfunde aus der Bronzezeit und Hallstattzeit in der Bastheimer Flur bezeugen erstmalige kulturelle Aktivitäten bereits ca. 1800 Jahre vor Beginn unserer Zeitrechnung.

Um 700 begann dann das Vorrücken der Franken nach Osten (Orts-Gründungsbezeichnung ..."heim"), von denen die Thüringer (noch ältere Gründungsbezeichnungen ..."ungen") bis zum Rennsteig (war die fränkische Grenze im Mittelalter) zurückgedrängt wurden. Bastheim kann man sich zu diesem Zeitpunkt gerne als eine kleine besiedelte Waldlichtung an einem Bachlauf vorstellen

Überregionale Bedeutung für den Besengau im Mittelalter hatte dann das säkularisierte Frauen-Zisterzienserkloster in Wechterswinkel.

Das Ortsadelsgeschlecht der Herren von Bastheim ist seit dem Jahr 1180 nachweisbar, und stellte im ausgehenden Mittelalter langfristig maßgebliche "Beamten" im Verwaltungsapparat für den Klerus des Fürstbichofs in Würzburg.

Nachnapoleonisch im Wiener Kongress wurde dann ganz Franken, Unterfranken und damit das ehemalige Amt des Hochstiftes Würzburg und auch Bastheim zugunsten Bayerns 1805 Erzherzog Ferdinand von Toskana zur Bildung des Großherzogtums Würzburg überlassen und fiel mit diesem 1814 endgültig an Bayern. Die Freiherren von Bastheim starben im Jahre 1848 aus.

Die Neuzeit:

Im Jahre 1856 erfolgte der Abriss des alten Wasserschlosses der Herren von Bastheim, 1869 die Errichtung der Pfarrkirche St. Sebastian.

Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die politische Gemeinde Bastheim. 1972 erfolgte bei der Gemeindegebietsreform die Eingemeindung der bis dahin noch selbständigen Gemeinden Braidbach, Reyersbach, Rödles und Unterwaldbehrungen, 1978 folgte die Eingemeindung von Wechterswinkel.

Überregionale Bedeutung hat Bastheim heute durch den 1 km nördlich der Kerngemeinde benachbarten Heimathof Simonshof. Hier betreut die Caritas Frauen und Männer aus gesellschaftlichen Randgruppen.

Die Bezeichnung Besengau erklärt sich aus der Tätigkeit des Besenbindens aus Reisern (=Zweigen) der Saalweide, die aus wirtschaftlicher Not von der Bevölkerung in den Wintern des 18. und 19. Jahrhunderts ausgeübt wurde.

Kultur

Historisch bedingt ist Bastheim und der Besengau als Teil der Rhön kulturell Unterfranken zugehörig und entsprechend geprägt.

Die Sprache des "Bosdemers" ist "Underfrängisch" mit starkem Rhöner Zungenschlag.

Begegnungsstätten:

  • Besengauscheune in der Kerngemeinde mit wechselnden Veranstaltungen;
  • LandStadt Haus im O.T. Rödles, kultureller Dialog;
  • Kulturspeicher: Kultur- Begegnungsstätte für den Landkreis im ehemaligen Kloster Wechterswinkel, derzeit noch im Rohbau;


Überregional bedeutender Künstler aus Bastheim ist der Holzbildhauer Josef Gerngras: Geboren am 12.Oktober 1894 in Bastheim gehörte er zu einer Generation, die zwei Kriege erleben musste. Überwiegende Wirkungsstätte eines entsprechend wechselvollen Lebens des selbstständigen Künstlers war der Würzburger Raum. Verstorben ist Josef Gerngras am 10. Januar 1959. Ausgeführte Objekte in Bastheim sind in der Pfarrkirche die Marienstatue und die Christusfigur an den Kriegergedächtnistafeln. Weitere ausgeführte Objekte in der näheren Umgebung sind in der kath. Pfarrrkirche in Salz (ECCE HOMO) und in Heustreu (Tragmadonna und Christkönig in der Pfarrkirche) zu besichtigen.

Ortsansässig und berufstätig in Wechterswinkel war der Schullehrer, Schriftsteller, Mundart- und Heimatdichter Georg Trost (1906-1968) der mit viel Phantasie historische Geschichten und Sagen aus der Rhöner Heimat erzählen konnte.

Vereinsleben

gesellschaftliche und kulturelle Hauptaktivität in der Gemeinde geht von den Vereinen aus, daher im folgenden eine Liste:

Wirtschaft und Infrastruktur

Handwerk

Im Bastheim und im Besengau ist, wie der Name schon assoziiert, das goldene Handwerk der dominierende Wirtschaftsfaktor. Fleißige Handwerker bauen seit Jahrhunderten Häuser, decken das Dach, bauen Fenster und Türen ein, verputzen das Haus, sorgen für Wasser und Strom, und richten das Mobiliar. Und wenn das Haus dann fertig ist, bauen sie eine Strasse, um woanders das nächste Haus zu bauen. Das ist schon lange Besengauer Tradition und wird, auch und trotz der aktuellen Turbulenzen um die aus Bastheim überregional aktiv tätigen Handwerksbetriebe, weiterhin so bleiben.

Wirtschaft und Landwirtschaft, Tourismus

Wie in allen ländlichen Regionen ist auch in Bastheim die ehemals vorhandene Infrastruktur der Wirtschaft stark auf dem Rückzug. Von den vor wenigen Jahrzehnten in der Kerngemeinde Bastheim ortsansässigen zwei Bäckereien, zwei Metzgereien, zwei Gastwirtschaften, vom Schuster, Büttner und allen anderen übrigen Handwerksbetrieben der wirtschaftlichen Infrastruktur ist in den vergangenen Jahren nicht mehr viel übriggeblieben, bedingt auch durch die starke Attraktivität der jetzt mit dem Auto erreichbaren nahen Städte. Hauptarbeitgeber für die Bastheimer Bevölkerung sind somit die noch verbliebenen ortsansässigen Handwerksbetriebe (siehe vor) und die mittelständischen Unternehmen und Großbetriebe in den benachbarten Städten wie Bad Neustadt oder Mellrichstadt.

Und auch in Bastheim blieb die Landwirtschaft vom „Bauernsterben” in den vergangenen Dekaden nicht verschont. War nach dem letzten Weltkrieg noch nahezu jeder Hof der Gemeinde überwiegend ein Vollerwerbsbetrieb in der Landwirtschaft, mit zusätzlicher saisonaler Nebentätigkeit (im Sommer Bauer, im Winter Waldarbeiter oder Schnitzen und im Frühjahr in den Steinbruch zum Hausbau) so sind derzeit nur noch vier in Land- und Fortwirtschaft tätige Vollbetriebe gemeldet. Außerdem hat die Produktion dieser Betriebe heutzutage nichts mehr mit irgendeiner Art von "Landromantik" zu tun, da sich der moderne und technisierte Landwirt mit der internationalen Konkurrenz und ihren Spielregeln auseinander setzen muss, die im meist die EU (mit den jeweils aktuellen Subventionen) vorgibt.

Insgesamt hat sich in Bastheim eine Art von gediegenem Wohlstand etabliert, was sich an den Neubaugebieten in Bastheim am Gresselberg und auch in den Ortsteilen deutlich sichtbar ablesen lässt.

Tourismus und Fremdenverkehr in einem größerem Maßstab konnte sich in Bastheim nicht etablieren, der Gast hat aber eine Auswahl an Gästehäusern und Fremdenzimmern mit freundlicher Unterkunft und Bewirtung.

Bildung

(Stand Januar 2007)

Die Gemeinde Bastheim verfügt über eigene Kindergärten in der Kerngemeinde und in den Ortsteilen.

In der Kerngemeinde Bastheim gibt es die Grundschule.




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Informationsportal über Bastheim in Bayern - 22.5.2012