Bergrheinfeld in Bayern


Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Schweinfurt
Koordinaten: 50° 0′ N, 10° 10′ O
Höhe: 208 m ü. NN
Fläche: 19,87 km²
Einwohner: 4976
Bevölkerungsdichte: 250 Einwohner je km²
Postleitzahl: 97493
Vorwahlen: 09721, 09722
Kfz-Kennzeichen: SW
Gemeindeschlüssel: 09 6 78 115
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 38
97493 Bergrheinfeld
Webpräsenz: www.bergrheinfeld.de
Bürgermeister: Peter Neubert (Freie Wähler)

Bergrheinfeld ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Schweinfurt.

Geografie

Die Gemeinde Bergrheinfeld liegt am südlichen Ende des sogenannten Schweinfurter Beckens, einer Senke, die durch die teilweise gemarkungsbegleitenden Flüsse von Main und Wern geprägt ist. Die sanften Erhebungen zwischen den beiden Tälern wechseln sich erst auf der Höhe des mainabwärts gelegenen Ortsteiles Garstadt mit den steilen und bewaldeten Muschelkalkhängen ab, die bis nahe an das Westufer des Maines heranreichen. Reizvoll eingebettet zwischen den Ausläufern des Steigerwaldes, der Rhön und der Haßberge entwickelte sich Bergrheinfeld im Laufe von Jahrzehnten vom Lößboden begünstigten Bauerndorf hin zu einer modernen und attraktiven Wohnortgemeinde.

Gemeindegliederung

  • Bergrheinfeld
  • Garstadt

Geschichte

Am Südrand der Kugellagerstadt Schweinfurt gelegen, ist Bergrheinfeld aus einem alten fränkischen Straßendorf hervorgegangen und bildet seit 1. Juli 1971 zusammen mit dem vier Kilometer mainabwärts gelegenen Garstadt eine politische Gemeinde.

Unsere Heimat an Main und Wern ist uraltes Kulturland und wurde bereits 2900–2200 v. Chr. besiedelt. Die Gründung des alten Rheinfeld wird vor 889 angenommen.

Der ostfränkische König Arnulf von Kärnten ließ am 21. November des Jahres 889 in Frankfurt eine Urkunde erstellen, mit der er der bischöflichen Kirche zu Würzburg nach den von Karl dem Großen, Ludwig dem Frommen und Ludwig dem Deutschen verliehenen Urkunden den Besitzstand bestätigt. In dieser Urkunde erscheint die erste originale Überlieferung des Namens „Roumfeld”– Rheinfeld. Das alte Rheinfeld dehnte sich über das Gebiet der heutigen Orte Bergrheinfeld, Grafenrheinfeld, Oberndorf und Röthlein aus. Die vier Orte hatten eine gemeinsame Pfarrkirche, die alte Bartholomäuskirche am Main beim alten Fährhaus.

Die Unterscheidung in Berg- und Grafenrheinfeld erfolgte erstmals 1294 mit der Bezeichnung „Ranvelt in monte” und 1295 „Ruinevelt uffen Berge”. In einem Schriftstück aus dem Jahre 1392 heißt es einfach „Berg”, wie der Volksmund heute noch zu sagen pflegt.

Die ersten Siedler unserer Heimat waren Sammler, Jäger und Fischer, später Bauern, Viehzüchter und Handwerker. Die lange Reihe der Grundherren wird angeführt von den Schweinfurter Markgrafen, deren bedeutendster – Otto von Schweinfurt (980–1057) – neben seinen Rheinfelder Besitzungen noch andere Ortschaften im Schweinfurter Umland sein eigen nannte.

Als Dorfherren seien die Herren von Schaumberg, von Grumbach und von Thüngen genannt. Nach einem langwierigen Prozess verkaufte das Hochstift Eichstätt seine hiesigen Besitzungen für 50.000 Reichstaler an das Juliusspital Würzburg, das 1664 Dorfherr von Bergrheinfeld wurde. Im 17. Jahrhundert wurde hier für das Juliusspital eine Vogtei errichtet und in diesem Zusammenhang ein stattliches Rathaus und eine großräumige Zehntscheune erbaut.

Garstadts vorgeschichtliche Zeit dürfte dem Rheinfelder Geschehen sehr ähnlich sein. Ein Scherbenfund aus der Hallstattzeit weist auch dort uralten Siedlungsraum nach. „Garnestat” wird erstmals am 2. September 1094 urkundlich erwähnt, und zwar in einer Schenkungsurkunde des Grafen Bodo von Kärnten und seiner Gemahlin Judith, Tochter des Herzogs Otto von Bayern und Schwaben, an das Kloster Theres.

Wie Bergrheinfeld, so kam auch Garstadt 1632 durch ein Dekret des Schwedenkönigs an Schweinfurt, was aber 1634 rückgängig gemacht wurde. Mit dem 1806 errichteten Großherzogtum Würzburg wurden die beiden Nachbardörfer 1814 bayerisch.

Einwohnerentwicklung

  • 30. Sept. 2004: 4.921
  • 30. Juni 2005: 4.976

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat hat (ohne Bürgermeister) 20 Mitglieder.

  • CSU 10 Sitze
  • SPD 3 Sitze
  • Freie Wähler Bergrheinfeld/Garstadt 7 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 3. März 2002)

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Seit der Renovierung des Zehnthauses im Jahr 1986 gewinnt das kulturelle Leben in der Gemeinde an Bedeutung. Besonders hervorzuheben ist die seit 1996 jährlich nach den Pfingstferien stattfindende Kulturwoche im und um das Zehnthaus herum. Neben der Gemeinde und der Bibliothek gestalten aber auch die zahlreichen örtlichen Vereine ein vielseitiges Angebot mit.

Sehenswürdigkeiten

  • Rathaus, Zehnthaus, Maria-Schmerz-Kirche, Kirche St. Michael in Garstadt

Vereine

  • Schachclub
  • TSV Bergrheinfeld mit den Abteilungen, Fußball, Tischtennis, Korbball, Handball, Tennis, Kinderturnen, Volleyball, Fitnessgymnastik und Frauenturnen
  • FC Garstadt
  • SYWC Schweinfurter Yacht und Wassersportclub e. V. Hafen Garstadt
  • Schützenverein
  • Bergrheinfelder Gewerbe Verein e. V
  • Geflügelzüchterverein
  • Kegelverein
  • Gesangverein
  • Anglergemeinschaft
  • Arbeiterwohlfahrt
  • Faschingsgemeinschaft
  • Kath. Arbeitnehmerbewegung
  • Kath. Frauenbund
  • Kirchenchor
  • Musikverein
  • Reitsport-Team
  • Skiclub
  • Vdk Ortsverband
  • Verein f. Gartenbau u. Landespflege uvm.
  • Freiwillige Feuerwehr

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Die Gemeinde liegt an der überregionalen Entwicklungsachse Würzburg-Schweinfurt.

  • Straße
    • A 70 Schweinfurt-Bamberg
    • ca. 9 km zur A 7 Würzburg-Kassel
    • B 26
    • A 71 mit direktem Anschluss Bergrheinfeld
  • Schiene
    • eigener Gleisanschluss (Wagenladungen) im Industriegebiet "Am Bahnhof"
  • Wasser
    • direkt am Main, nächster Hafen in Schweinfurt (7,0 km)
  • ÖPNV
    • Bergrheinfeld ist an das Busliniennetz der Stadtwerke Schweinfurt und des OVF angeschlossen.

Öffentliche Einrichtungen

VHS Außenstelle, Bibliothek, Mediathek

Bildung

  • 2 Kindergärten
  • Grund- und Hauptschule
  • Musikschule



Texte und Bilder stammen ganz oder teilweise aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht somit ganz oder teilweise unter der GNU Lizenz. Eine Liste der Autoren und Fotografen, sowie den Originaltext finden Sie hier.

Informationsportal über Bergrheinfeld in Bayern - 23.5.2012