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Die Wielandstadt Biberach an der Riß liegt im nördlichen Oberschwaben, etwa 40 km südlich von Ulm. Sie ist die Kreisstadt und größte Stadt des gleichnamigen Landkreises und liegt an der Württembergischen Südbahn (Ulm - Friedrichshafen). Seit 1. Februar 1962 ist Biberach an der Riß Große Kreisstadt (bislang die einzige im Landkreis). Mit den Nachbargemeinden Attenweiler, Eberhardzell, Hochdorf, Maselheim, Mittelbiberach, Ummendorf und Warthausen hat die Stadt eine Verwaltungsgemeinschaft vereinbart. GeographieGeographische LageBiberach liegt zwischen Donau und dem Bodensee bzw. zwischen Schwäbischer Alb und Allgäu im nördlichen Oberschwaben in 524 bis 653 Meter Höhe. Die Stadt liegt zu beiden Seiten der Riß, welche Namensgeberin für eine Eiszeit war. Der Fluss hat sich in das Altmoränengebiet der Riß-Aitrach-Platte geschnitten. Er betritt südlich des Stadtteils Rißegg das Stadtgebiet, fließt dann in nördlicher Richtung östlich des Stadtteils Rißegg vorbei, anschließend durch die Kernstadt und verlässt das Stadtgebiet im Norden wieder in Richtung Warthausen. NachbargemeindenFolgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Biberach an der Riß. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt und gehören alle zum Landkreis Biberach: Warthausen, Ochsenhausen, Ummendorf, Hochdorf, Ingoldingen, Mittelbiberach, Bad Schussenried, Oggelshausen, Tiefenbach und Attenweiler. StadtgliederungDie Stadt besteht aus der Kernstadt und den im Rahmen der Gemeindereform der 1970er Jahre eingegliederten Gemeinden Mettenberg, Ringschnait, Rißegg und Stafflangen. Die eingegliederten Gemeinden sind heute zugleich Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung, das heißt, sie haben jeweils einen von den Wahlberechtigten bei jeder Kommunalwahl neu zu wählenden Ortschaftsrat mit einem Ortsvorsteher als Vorsitzenden. In jedem der Ortschaften gibt es eine Ortsverwaltung, quasi ein "Rathaus vor Ort", dessen Leiter der Ortsvorsteher ist. Zu einigen Stadtteilen gehören noch räumlich getrennten Wohnplätze mit eigenem Namen, die jedoch meist nur wenige Einwohner haben oder Wohngebiete mit eigenem Namen, deren Bezeichnung sich im Laufe der Bebauung ergeben haben und deren Grenzen dann meist nicht genau festgelegt sind. Im Einzelnen sind zu nennen:
RaumplanungBiberach an der Riß bildet ein Mittelzentrum innerhalb der Region Donau-Iller, dessen Oberzentrum die Stadt Ulm ist. Zum Mittelbereich gehören neben Biberach selbst die Städte und Gemeinden des südlichen Landkreises Biberach, im Einzelnen Attenweiler, Bad Schussenried, Berkheim, Dettingen an der Iller, Eberhardzell, Erlenmoos, Erolzheim, Gutenzell-Hürbel, Hochdorf, Ingoldingen, Kirchberg an der Iller, Kirchdorf an der Iller, Maselheim, Mittelbiberach, Ochsenhausen, Rot an der Rot, Schemmerhofen, Steinhausen an der Rottum, Tannheim, Ummendorf und Warthausen. GeschichteBiberach wurde 1083 erstmals urkundlich erwähnt und 1281 Freie Reichsstadt. Um 1170 wurde die Marktsiedlung gegründet und 1226 war diese schon als Stadt erwähnt. Rudolf I. von Habsburg bestätigte der Stadt 1282 die alten Rechte und 1312 wurde das Ulmische Recht eingeführt. Um 1239 erfolgt die Gründung des Spitals, eine karitative Einrichtung für alle Bürger, die bis heute Wälder besitzt und das Bürgerheim (Altersheim) betreibt. Biberach war Reichsstadt, konnte sich jedoch im Gegensatz zu anderen Reichsstädten kein größeres Gebiet erwerben. Das Umland gehörte daher stets zu anderen Herrschaften. Mit der Einführung der Baumwolle im 14. Jahrhundert wuchs Biberach zu einer bedeutenden Weberstadt heran. Biberacher Barchent und Leinwand wurde nach ganz Europa exportiert. Mehrere Weberhäuser aus dem 15. Jahrhundert sind noch erhalten (Bild: siehe Artikel Fachwerkhaus). Das Dorf Baltringen gehörte zum Biberacher Spital. Dort war 1524 ein Zentrum des Deutschen Bauernkriegs. Nach Einführung der Reformation entwickelte sich Biberach zu einer konfessionell gemischten Reichsstadt. Im Dreißigjährigen Krieg besetzten die Schweden zweimal die Stadt, die Kaiserlichen beschossen am 26. September 1633 den weissen Turm mit Kanonen. Der Westfälische Frieden von 1648 führte für Biberach sowie für Ravensburg, Augsburg und Dinkelsbühl ein paritätisches Regierungs- und Verwaltungssystem ein (Gleichberechtigung und exakte Ämterverteilung zwischen Katholiken und Protestanten). (Siehe Paritätische Reichsstadt). 1802 fiel die Stadt kurze Zeit an Baden und wurde 1806 gegen Villingen an Württemberg ausgetauscht. Dann wurde Biberach Sitz eines württembergischen Oberamts, aus dem 1938 der Landkreis Biberach hervorging. Während des Zweiten Weltkriegs wurde 1939 auf dem Gelände der heutigen Bereitschaftspolizei von der Wehrmacht ein Kriegsgefangenenlager namens „Lager Lindele” eingerichtet. Bis zum September 1942 waren dort sowjetische Kriegsgefangene untergebracht, von denen 146 ums Leben kamen. Ab September 1942 wurden Bewohner der Kanalinseln Guernsey und Jersey nach Deutschland deportiert, ein Teil von ihnen wurde auch in Biberach interniert. 1944/1945 kamen noch einige Hundert orientalische Juden hinzu, die zum Teil aus dem KZ Bergen-Belsen nach Biberach deportiert wurden, auch hier gab es viele Tote zu beklagen. Im letzten Kriegsjahr wurde die Innenstadt durch Bombenangriffe teilweise zerstört, danach aber wieder aufgebaut. Zehn Tage später wurde die Stadt von französischen Streitkräften besetzt. Nach Überschreitung der Grenze von 20.000 Einwohner Anfang der 1960er Jahre stellte die Stadtverwaltung den Antrag auf Erhebung zur Großen Kreisstadt, was die Landesregierung von Baden-Württemberg zum 1. Januar 1962 beschloss. Durch die Eingliederung von vier Nachbargemeinden erreichte das Stadtgebiet seine heutige Ausdehnung. Bei der Kreisreform zum 1. Januar 1973 wurde der Landkreis Biberach vergrößert. Geschichte der eingemeindeten Orte
ReligionenDas Gebiet der heutigen Stadt Biberach an der Riß gehörte anfangs zum Bistum Konstanz. 1521 verbreitete sich in Biberach die lutherische Lehre und 1523 wurde erstmals lutherisch gepredigt. 1529 stimmte die Mehrheit der Bürger für die Einführung der Reformation, doch schon ein Jahr später auf dem Reichstag in Augsburg war die Haltung wieder unentschlossen. 1531 wurde schließlich die katholische Messe verboten und die Schweizer Kirchenordnung eingeführt. 1536 unterzeichnete die Stadt die Wittenberger Konkordie und 1537 trat sie dem Schmalkaldischen Bund bei. Dennoch gab es in der Stadt weiterhin Katholiken. Die Stadtpfarrkirche St. Martin und Maria wird seither von beiden Konfessionen genutzt. Die Chorräume standen den Katholiken, das Langhaus den Protestanten zu. 1649 wurde offiziell die Parität beider Konfessionen eingeführt. Die katholische Gemeinde gehörte bis 1802 noch zum Bistum Konstanz und kam 1821/27 zum neu gegründeten Bistum Rottenburg (heute Rottenburg-Stuttgart). Die evangelische Gemeinde war bis 1802 selbständig und wurde dann dem Dekanat Blaubeuren zugeordnet. 1810 wurde Biberach selbst Sitz eines Dekanats innerhalb der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Neben der simultan genutzten Stadtpfarrkirche St. Martin gibt es folgende weitere evangelische Kirchen bzw. Kirchengemeinden: Heilig-Geist-Kirche auf dem evangelischen Friedhof (erbaut 1649/62), Friedenskirche (erbaut 1963/66) und Dietrich-Bonhoeffer-Kirche auf dem Mittelberg (erbaut 1977). Diese drei Gemeinden bilden mit der Nachbargemeinde Ummendorf und der evangelischen Stadtpfarrkirchengemeinde St. Martin die Evangelische Gesamtkirchengemeinde Biberach. Die evangelische Kirchengemeinde St. Martin hat als weitere Predigstelle die evangelische Spitalkirche. Dabei handelt es sich um den oberen Krankensaal des ehemaligen Heilig-Geist-Spitals. Die eigentliche Spitalkirche (1978 renoviert), welche sich direkt neben der evangelischen Spitalkirche befindet, wird von der katholischen Gemeinde Biberach genutzt. Weitere katholische Kirchen und Kapellen in Biberach sind, neben der simultan genutzten Stadtpfarrkirche St. Martin, die Magdalenenkapelle auf dem katholischen Friedhof (erbaut 1404), die ehemalige Michaelskapelle (1533 profaniert, jedoch heute nicht mehr als Kirche genutzt und als Raum in eines der beiden katholischen Gemeindehäuser der Gemeinde St. Martin integriert), die Pfarrkirche St. Josef in Birkendorf (erbaut 1957) und die Pfarrkirche Zur Heiligsten Dreifaltigkeit auf dem Mittelberg (erbaut 1967/69). Die Biberacher Stadtteile blieben nach der Reformation katholisch, da die jeweiligen Ortsherren keine evangelische Lehre zuließen. Daher gibt es dort jeweils eine katholische Kirche bzw. Kirchengemeinde und zwar St. Alban Mettenberg (erbaut 1786), Mariä Himmelfahrt Ringschnait (erbaut 1725), St. Remigius Stafflangen (erbaut 1759/70) und St. Gallus Rißegg (erbaut im 15. Jahrhundert, jedoch seit dem 14. Jahrhundert nachweisbar, in den 1930er Jahren erweitert). Die letzt genannte Gemeinde bildet mit den drei Gemeinden der Kernstadt (St. Martin, St. Josef und Zur Heiligsten Dreifaltigkeit) die Katholische Gesamtgemeinde Biberach. In allen Stadtteilen Biberachs gibt es heute aber auch Protestanten. Dabei werden die Protestanten der Stadtteile Mettenberg und Stafflangen von der Kirchengemeinde Biberach, die aus Ringschnait von Ochsenhausen und die von Rißegg von Ummendorf aus betreut. Neben den beiden großen Kirchen gibt es in Biberach an der Riß auch Gemeinden, die zu Freikirchen gehören, darunter eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptistengemeinde) und eine Freie Christengemeinde Biberach. Auch die Neuapostolische Kirche ist in Biberach an der Riß vertreten. EingemeindungenFolgende Gemeinden bzw. Orte wurden in die Stadt Biberach an der Riß eingegliedert. Sie gehörten bereits vor der Kreisreform zum Landkreis Biberach.
EinwohnerentwicklungEinwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter (nur Hauptwohnsitze).
¹ Volkszählungsergebnis PolitikGemeinderatBei der Kommunalwahl am 13. Juni 2004 hat die CDU deutlich an Stimmen verloren. Es ergab sich folgende Sitzverteilung:
BürgermeisterAn der Spitze der Stadt Biberach an der Riß stand ab dem 13. Jahrhundert der Ammann als Vorsitzender des Gerichts. Daneben gab es ab 1349 auch einen Bürgermeister. 1312 wurde bereits das Ulmer Recht eingeführt. Die Stadt kaufte 1396 das Amt des Ammanns und ab 1401 lag der Blutbann endgültig bei der Stadt. Ab 1649 gab es zwei Stadtammänner, die jährlich ernannt wurden. Ab 1294 ist auch ein Rat genannt, der seit dem 15. Jahrhundert aus einem Kleinen Rat und einem Großen Rat bestand. Dem Rat gehörten auch drei Bürgermeister an. Die Mitgliederzahl und die Besetzung wechselte mehrmals. In württembergischer Zeit wurde ein Stadtschultheiß eingesetzt. Seit 1935 wurde aus dem Stadtschultheiß der Bürgermeister, der seit der Erhebung zur Großen Kreisstadt 1962 die Amtsbezeichnung Oberbürgermeister trägt. Heute wird der Oberbürgermeister für eine Amtszeit von 8 Jahren gewählt. Er ist Vorsitzender des Gemeinderats und Leiter der Stadtverwaltung. Seine allgemeinen Stellvertreter sind der 1. Beigeordnete und der 2. Beigeordnete, jeweils mit der Amtsbezeichnung "Bürgermeister". Oberbürgermeister der Stadt ist Thomas Fettback (SPD). Der Erste Bürgermeister heißt Roland Wersch (CDU), der Baubürgermeister ist Julius Ogertschnig (parteilos), Kulturdezernent ist Dr. Hans-Peter Biege. Die Stadtoberhäupter seit 1806:
Wappen und FlaggeDas Wappen der Stadt Biberach an der Riß zeigt in Blau einen aufgerichteten, golden gekrönten goldenen Biber. Die Stadtfarben sind Blau-Gelb. Der Biber als "redendes Wappensymbol" taucht bereits im Siegel von 1258 erstmals auf. Daneben wurde auch der Reichsadler als Zeichen der Reichsstadt geführt. Der Biber wurde auch auf einem Brustschild des Adlers dargestellt. Das heute gebräuchliche Wappen wurde am 18. Juli 1488 durch Kaiser Friedrich III. in Anerkennung für besondere Dienste des städtischen Aufgebots bei der Befreiung König Maximilians aus der Gefangenschaft der Stadt Brügge verliehen. StädtepartnerschaftenBiberach unterhält intensive Beziehungen zu sechs Partnerstädten:
Für die Partnerschaft mit der Kanalinsel Guernsey wurde Oberbürgermeister Fettback 2005 mit einem Orden von Queen Elisabeth II geehrt. Wirtschaft und InfrastrukturVerkehrBiberach liegt im Schnittpunkt der Bundesstraßen B 30 (Ulm - Friedrichshafen), B 312 (Stuttgart - Berkheim) und B 465. Die B 30 ist vom Südende der Stadt bis zum Autobahnzubringer der A 7, der am Kreuz Hittistetten endet, durchgängig vierspurig ausgebaut, so dass die Anbindung nach Norden als sehr gut bezeichnet werden kann. Die Württembergische Südbahn Ulm–Friedrichshafen (siehe auch Schwäbische Eisenbahn, eröffnet am 26. Mai 1849), durchquert die Stadt mit einer zweigleisigen, aber nicht elektrifizierten Strecke. Am Bahnhof „Biberach (Riß)” hält seit dem Jahr 2003 der IC 118 Innsbruck-Dortmund. Die Stadt gehört dem Donau-Iller-Nahverkehrsverbund (DING) an. Biberach verfügt mit dem „Flugplatz Biberach a.d. Riss” über einen öffentlichen Verkehrslandeplatz der Kategorie A, der für Luftfahrzeuge bis 6,3 t – also bis zur Klasse typischer Business-Jets – zugelassen ist (ICAO-Kennung: EDMB). Im Frühjahr 2005 ist die seit 1999 bestehende Asphaltbahn wegen strengerer EU-Vorschriften mit einer Startabbruchstrecke auf insgesamt 1.200 m verlängert worden. Für international operierende Firmen der Stadt und ihres Umlands ist der Flugplatz ein mittlerweile nicht mehr weg zu denkender Standortfaktor. Ortsansässige UnternehmenBiberach ist Sitz mehrerer weltweit agierender Unternehmen:
Gericht, Behörden und EinrichtungenBiberach verfügt über ein Amtsgericht, das zum Landgerichtsbezirk Ravensburg und zum Oberlandesgerichtsbezirk Stuttgart gehört. Ferner ist die Stadt Sitz des Kirchenbezirks Biberach der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und des Dekanatsverbands Biberach des Bistums Rottenburg-Stuttgart, zu dem die Dekanate Biberach, Laupheim, Ochsenhausen, Riedlingen und Saulgau gehören. MedienLokale Tageszeitung ist die „Schwäbische Zeitung” (Lokalausgabe Biberach). Der SWR unterhält in Biberach ein Korrespondentenbüro, das vor allem für SWR4 berichtet. Der zuständige private Bereichssender für Biberach ist Radio 7 aus Ravensburg (105,0 MHz). BildungDie Hochschule für Bauwesen und Wirtschaft Biberach liegt beim Fachhochschulranking auf den vorderen Plätzen. Zu Beginn des Wintersemesters 2006/2007 startet in Zusammenarbeit mit dem Pharmatechnologie-Unternehmen Boehringer Ingelheim der neue Studiengang Pharmazeutische Biotechnologie. Die Stadt Biberach an der Riß ist Träger von zwei Gymnasien (Pestalozzi-Gymnasium und Wieland-Gymnasium), einer Realschule (Dollinger-Realschule), einer Förderschule (Pflugschule mit Schulkindergarten für förderungsbedürftige Kinder), einer Hauptschule (Mali-Hauptschule) und acht Grundschulen (Birkendorf-Grundschule, Braith-Grundschule, Gaisental-Grundschule, Mittelberg-Grundschule und je einer Grundschule in den Stadtteilen Mettenberg, Ringschnait, Rissegg und Stafflangen). Der Landkreis Biberach ist Träger der Gebhard-Müller-Schule (Kaufmännische Schule), der Karl-Arnold-Schule (Gewerbliche Schule Biberach), der Matthias-Erzberger-Schule (Haus- und Landwirtschaftliche Schule), der Schwarzbach-Schule für Geistigbehinderte mit Schulkindergarten und der Schule für Krankenpflege an den Kliniken Landkreis Biberach. Folgende Privatschulen runden das schulische Angebot Biberachs ab: Abendrealschule Biberach, Bischof-Sproll-Bildungszentrum (Katholische Grund-, Haupt- und Realschule sowie Gymnasium), Hauchler Studio GmbH und Co. (Schule für Druck- und Reprotechnik), Fachschule für Landwirtschaft, Schule für Körperbehinderte Biberach und Schule für Sprachbehinderte Biberach. Die Stadt ist Namensgeber des so genannten Biberacher Modells, bei dem die Schüler der altsprachlichen Gymnasien in Baden-Württemberg in der fünften Klasse mit zwei Fremdsprachen (Latein und Englisch) beginnen. Ergänzende Bildungseinrichtungen diverser Träger sind das Braith-Mali-Museum mit einem Museumspädagogischen Angebot, die Arbeitsgemeinschaft für berufliche Fortbildung, die Volkshochschule, die Jugendkunstschule sowie die Bruno-Frey-Musikschule. Die evangelische Kirche stellt eine Familienbildungsstätte, daneben gibt es noch das bfz-Biberach, ein berufliches Fortbildungszentrum der Bayerischen Wirtschaft. Kultur und Sehenswürdigkeiten
Das Ortsbild Biberachs wird geprägt vom Marktplatz mit den Patrizierhäusern, dem Marktbrunnen, den renovierten Rathäusern, vom Turm der gotischen Stadtpfarrkirche St. Martin (siehe auch Martin von Tours) sowie von mittelalterlicher Architektur und den beiden Türmen Weißer Turm und Gigelturm, die das ehemalige Weberviertel Weberberg überragen. Biberach ist auch Station der Oberschwäbischen Barockstraße, der Mühlenstraße Oberschwaben und der Schwäbischen Dichterstraße. Der süddeutsche Abschnitt des Jakobspilgerweges von Nürnberg über Ulm nach Konstanz und weiter nach Santiago de Compostela führt seit dem Mittelalter auch durch Biberach. SchützenfestDas Biberacher Schützenfest ist das wichtigste Biberacher Kinder- und Heimatfest und fand bisher im Juli, seit 2006 vor den Sommerferien statt. An den Hauptfesttagen, dem Schützenmontag und Schützendienstag, nehmen die Biberacher Schüler an dem "Bunten Zug" sowie an der Ziehung (Tombola ohne Einsatz) teil, für die oberen Klassen findet parallel das Biberschießen statt, bei dem mit einer Armbrust auf eine Zielscheibe mit einem Biber geschossen. Die beiden besten Schützen (Junge und Mädchen) werden Schützenkönig und -königin nehmen am Historischen Umzug teil. Am Dienstag sowie am 2. Sonntag (Bauernschützen) findet der Historische Umzug statt. Dabei werden alle wichtigen geschichtlichen Ereignisse der Stadt durch ca. 3000 kostümierte Teilnehmer dargestellt, z.B. die Schwedensoldaten des Dreißigjährigen Krieges, die Räuberbande des Schwarzen Veri und die Gruppen der verschiedenen Handwerker, wie die Gerber und Glockengießer. Festplatz ist das Festgelände des Gigelbergs. Theater, Kino und MusikIn Biberach befinden sich das älteste und größte Kindertheater und das älteste Amateurtheater Deutschlands, dem „Dramatischer Verein”. Darüber hinaus gibt es noch das Theater in der Gigelberghalle und das Theater im Komödienhaus, beides städtische Theater, deren Vorstellungen auch im Abonnement buchbar sind. Für Kabarettfreunde bietet sich der jährlich stattfindende „Biberacher Kabarettherbst” an. Durch das Engagement von Adrian Kutter, der neben dem Betrieb des „Sternenpalast”-Kinozentrums das „Filmfest Biberach”, bei dem die Regisseure ihre Filme vorstellen und auch anwesend sind, und dem jährlichen "Open-Air-Kino" im Sommer im Biberacher Stadion, verfügt Biberach über ein für eine Stadt dieser Größe ungewöhnlich breites und aktuelles Filmangebot in acht Kinosälen. Der Sternenpalast gilt als eines der modernsten Kinos Oberschwabens. Zu den musikalischen Höhepunkten des Jahres in Biberach zählen der Musikfrühling (im Mai) und die Biberacher Musiknacht. MuseenDas Braith-Mali-Museum zeigt Gemälde und die Malerateliers der Tiermaler Anton Braith und Christian Mali sowie eine Sammlung von Werken des Expressionisten Ernst Ludwig Kirchner. Im Ortsteil Ringschnait befindet sich das „Nistkasten- und Vogelschutzmuseum”. Es zeigt 400 verschiedene Modelle an Nistkästen für Vögel und Fledermäuse. BauwerkeSt. Martin: gotische Stadtpfarrkirche, erbaut 1337 bis 1366. Sie wird seit 1648 von beiden christlichen Konfessionen gemeinsam genutzt (Simultankirche). Das „Hospital zum heiligen Geist” ist das größte Gebäudeensemble in der Altstadt Biberachs. Es wurde bereits Mitte des 13. Jahrhundert als karitative Stiftung gegründet und beherbergt heute das Braith-Mali-Museum. Das „Ulmer Tor” von 1365 ist das letzte erhaltene Stadttor aus der mittelalterlichen Stadtbefestigung, die zum größten Teil 1803 abgebaut wurde. Fachwerkbauten: Biberach ist eine Station der Deutschen Fachwerkstraße. Eine Route mit sechs Städten schließt in Herrenberg an die bestehende Schwarzwaldroute und in Kirchheim/Teck an die ebenfalls bereits etablierte Neckarroute an und führt über Bad Urach, Blaubeuren, Riedlingen, Biberach, Pfullendorf nach Meersburg. Mit einer Gesamtlänge von 560 km ist die Route „Vom Neckar zum Schwarzwald und zum Bodensee” die zweitlängste Route in Deutschland. Thermal- und Kurbad „Jordanbad”: 1470 wurde das „Spitalbad” erstmals urkundlich erwähnt. 1889 eröffneten die Franziskanerinnen von Reute hier die erste ärztlich geleitete Kneipp'sche Wasserheilanstalt Deutschlands. Heute ist das 2003 modernisierte Thermalbad mit Saunalandschaft und Vier-Sterne-Parkhotel im Besitz der katholischen St. Elisabeth-Stiftung. „Hugo-Häring-Haus”: erbaut 1950 als Spätwerk des bekannten Biberacher Architekten (modernes und organisches Bauen), wird derzeit in seinen Originalzustand zurückversetzt, mit Original-Möbeln von Hugo Häring eingerichtet und dann als Museum zugänglich gemacht. Weißgerberwalkmühle Kolesch am Bleicherbach: erbaut 1699 - älteste und letzte noch aktive Walkmühle in Deutschland - mit mehreren Walkhämmern der Weißgerberei. Zu den weiteren Kirchen im Stadtgebiet vgl. Abschnitt Religionen. Regelmäßige VeranstaltungenJährlich findet in der letzten ganzen Schulwoche vor den Sommerferien (meist im Juli) das Biberacher Schützenfest statt, ein großes Kinder- und Heimatfest mit langer Tradition. Zu den kulturellen Höhepunkten im Leben der Stadt gehört seit über 25 Jahren das Filmfest Biberach, das älteste Festival, das sich ganz dem deutschsprachigen Film widmet. Der politische Aschermittwoch der Grünen findet traditionell in der Biberacher Stadthalle statt. Oberschwäbische Woche: Die Messe für Industrie, Handel, Handwerk, Gewerbe und Landwirtschaft findet jedes zweite Jahr (gerade Jahreszahlen) auf dem Gigelberg statt. SportDie Turngemeinde Biberach 1847 e.V. ist mit über 6.000 Mitgliedern einer der größten Vereine der Region. In 27 Abteilungen von Leichtathletik, Tennis über Schach bis Taekwondo wird Breiten- und Spitzensport geboten. Die Volleyballerinnen der TG Biberach spielen seit der Saison 2003/04 in der zweiten Bundesliga. Der derzeit bekannteste Sportler aus Biberach ist Steffen Deibler von der Schwimmabteilung.
KulinarischesZu den beliebtesten lokalen Backwaren gehören die „Seele”, der „Knauzenwecken” und - in der Fastenzeit - die „Fastenbrezel”. Einmal im Jahr, zum Schützenfest, gibt es den „Schützenkrapfen” (Blätterteig mit Himbeerkonfitüre). Das „Biberacher Milzle”, eine Spezialität aus 7 Sorten Fleisch, vor allem Innereien, ist heute auf den Speisekarten kaum noch anzutreffen. Das Herrgöttle von BiberachDas in schwäbischer Mundart vielzitierte "Herrgöttle von Biberach" ist in Wirklichkeit das "Herrgöttle von Biberbach" (im nördlichen Landkreis Augsburg) und befindet sich als vielbesuchtes Gnadenbild in der dortigen Wallfahrtskirche. PersönlichkeitenSöhne und Töchter der StadtIn Biberach an der Riß geborene Persönlichkeiten chronologisch sortiert
Weitere Persönlichkeiten
Bis 1918 war Biberach der Wahlkreis des Reichstagsabgeordneten und späteren Reichsfinanzministers Matthias Erzberger (Zentrum). Er wurde 1921 ermordet und in Biberach beerdigt. EhrenbürgerDie Jahreszahlen geben den Zeitpunkt der Verleihung der Ehrenbürgerwürde wieder.
Literatur
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