Bindlach in Bayern


Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Bayreuth
Koordinaten: 49° 58′ N, 11° 36′ O
Höhe: 362 m ü. NN
Fläche: 37,60 km²
Einwohner: 7197
Bevölkerungsdichte: 191 Einwohner je km²
Postleitzahl: 95463
Vorwahl: 09208
Kfz-Kennzeichen: BT
Gemeindeschlüssel: 09 4 72 119
Gemeindegliederung: 7 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz 1
95463 Bindlach
Webpräsenz: www.bindlach.de
Bürgermeister: Hermann Hübner (CSU)

Bindlach ist eine Gemeinde im Regierungsbezirk Oberfranken, im Landkreis Bayreuth, die direkt nördlich an die Kreisstadt Bayreuth angrenzt.

Geografie

Ortsteile (Einwohner)

  • Benk (394)
  • Bindlach (4.723)
  • Bindlacher Berg (885)
  • Crottendorf (208)
  • Deps (175)
  • Euben (368)
  • Ramsenthal (831)

Geschichte

Der heutige Ortsname Bindlach ist slawischen Ursprungs (slaw. Pnetluky). Pnetluky enthält das slawische Verb tlouki, das schlagen bedeutet. Dies lässt eine sinngemäße Übersetzung ins Deutsche zu: Dorf der Leute, die Stämme schlagen.

Die weitere Entwicklung der Schreibweise führt über Pintlock, Pintloch, Bindlich, was heute noch umgangssprachlich zu hören ist, schließlich zu Bindlach.

In einer Privaturkunde (Urkunde HU Bamberg 335 - Hauptstaatsarchiv München) vom 6. April 1178 wird bintlvke zum ersten Mal urkundlich erwähnt.

Neuere Forschung führt die Bezeichnung Bindlach auf das altsächsische „Binutlaka" zurück. Dies wird gedeutet mit „Binsenlache, mit Binsen bewachsenes stehendes Gewässer". Deportierte Sachsen sollen um das Jahr 800 n. Chr. durch Karl den Großen hier angesiedelt worden sein.

Als Teil des hohenzollernschen (seit 1791 preußischen) Fürstentums Bayreuth fiel Bindlach im Frieden von Tilsit 1807 an Frankreich und kam 1810 zum Königreich Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Ausgrabungen im August 1992 haben ergeben, dass zwischen Schleifmühle und Allersdorf eine keltische Siedlung aus der Zeit um 450 v. Chr. existiert hat.

Im Jahr 1997 sind beim Wohngebiet Gries viele Keramikscherben von Tonkrügen und Gefäßen aus der Urnenfelder- und Bronzezeit (ca. 1300-750 v. Chr.) gefunden worden, die auf eine frühgeschichtliche Besiedelung des Bindlacher Raumes schließen lassen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Evangelische St. Bartholomäuskirche (bzw. Dreifaltigkeitskirche) Die prachtvolle Barockkirche wurde von 1766 bis 1768 durch Karl Phillip von Gontard und Rudolf Heinrich Richter erbaut. Sie ist eine der schönsten Kirchen im Markgrafenbarock. Von besonderer Schönheit sind der Kanzelaltar und die Orgel.
    Die Qualität eines Schildbürgerstreichs hat hingegen die Beleuchtung des Kirchturms, die in den späten 80er Jahren von einer Privatperson gestiftet wurde. Trotzdem der Turm achteckig ist wird er nur von drei Scheinwerfern angestrahlt.
  • Im August findet die Bärnkerwa statt zu deren Auftakt ein als Tanzbär verkleideter Kerwabursch unter großer Beteiligung der Bevölkerung durch den gesamten Ort zum Sportplatz im Wald hinter Stöckig zieht. Ursprung des Brauchs ist eine Geschichte, die sich um ca 1880 zugetragen haben soll.

Freizeit und Sport

Wandern

Rund um Bindlach gibt es zahlreiche Wanderwege, auch Mountainbiker finden hier Gefallen. Ein 50 Kilometer langer Rundwanderweg mit mäßiger Steigung und das nahe gelegene Fichtelgebirge bieten weitere Wandermöglichkeiten.

Schwimmen

Am Ortsrand von Bindlach liegt ein Kiesweiher, der sich zum Schwimmen, Tauchen und Baden eignet.

Schach

Der Schachverein TSV Bindlach-Aktionär spielt in der Ersten Schachbundesliga.

Luftsport

Auf dem Flugplatz Bindlacher Berg fliegt die Luftsportgemeinschaft Bayreuth, deren Segelfluggruppe zur Ersten Segelflug-Bundesliga zählt. Von dort aus sind auch Rundflüge mit Motor- und Segelflugzeugen möglich.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Eisenbahn

Bindlach besitzt einen Bahnhof an der Eisenbahnstrecke Bayreuth-Neuenmarkt-Wirsberg (KBS 852) mit Regionalzugverkehr. Der Bahnhof steht unter Denkmalschutz und ist in den 80er Jahren aufwendig restauriert worden, befand sich 2006 aber bereits wieder in einem restaurierungsbedürftigen Zustand. Er wird hauptsächlich als Wohngebäude genutzt. Die Fahrkartenausgabe und die Gepäckaufgabe schlossen Mitte der 80er Jahre.

Die Bedienung der Weichen und Formsignale geschieht weiterhin vollmechanisch; die Bedienelemente im Stellwerk stammen noch aus den Zeiten der Königlich-Bayrischen Staaatseisenbahn.

Der Bahnhof kontrolliert auch eine Müllverladestation und eine Panzerverladestation auf Bayreuther Stadtgebiet. Letztere wird nach dem Abzug sämtlicher Truppen aus Bayreuth und Umgebung nicht mehr benutzt.

Anfang 2006 wurde das Gleis 1 ab dem Bahnhofsgebäude in Richtung Harsdorf für jeglichen Zugverkehr gesperrt, das zweiflüglige Ausfahrtssignal in Richtung Harsdorf abgebaut.

Straßen

Die Autobahn A 9 durchschneidet Bindlach und trennt den westlichen, hauptsächlich in den 1960ern und 1970ern erbauten Ortsteil vom Rest des Ortes ab. Erst seit Anfang der 1990er-Jahre hat Bindlach eine eigene Anschlussstelle, als im Zuge des Ausbaus der A 9 das Autobahndreieck Bayreuth und die direkt südlich des Kreuzes gelegene Behelfsanschlussstelle ausgebaut wurden. Diese hatte bis dahin nur den amerikanischen Truppen auf dem Bindlacher Berg zur Verfügung gestanden.
Bis zum Ausbau der A 9 auf sechs Fahrstreifen war die Autobahn zwischen Bindlach und der Anschlussstelle Bayreuth-Nord die letzte Autobahnallee Deutschlands. Zwischenzeitlich wurde die Strecke wieder beiderseits mit jungen Bäumen bepflanzt.

Die Bundesstraße 2 verläuft durch den Ortskern Bindlachs und durch den Ortsteil Benk.

Luftverkehr

Auf dem Bindlacher Berg befindet sich der kleine Flughafen Bayreuth, auf dem bis 2002 Linienmaschinen auf der Strecke Frankfurt/Main-Bayreuth-Hof landeten. Er dient heute vor allem als Segelflugzentrum.

Ansässige Unternehmen

  • Gondrom-Verlag
  • Eisengießerei Trompetter
  • Schneider und Ozga Maschinenbau
  • NKD Vertriebs GmbH

Öffentliche Einrichtungen

  • Samenklenge Nordbayern der Bayerischen Forstverwaltung. Hier wird forstliches Saatgut für Bäume nach der Samenernte (z. B. aus Generhaltungsbeständen) durch sortieren, trocknen und reinigen für die weitere Verwendung aufbereitet.

Bildung

Volksschule Bindlach, Grund- und Hauptschule

Literatur

  • Haas, Helmut: Bindlacher Chronik, Bindlach 1983, herausgegeben von der Gemeinde Bindlach anlässlich der Rathauseinweihung im Jahre 1983 und der 800-Jahr-Feier.



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Informationsportal über Bindlach in Bayern - 23.5.2012