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Blaustein ist eine Gemeinde im Alb-Donau-Kreis in Baden-Württemberg. Sie ist mit ihren gut 15.000 Einwohnern die größte Gemeinde im Ulmer Umland. GeografieGeografische LageBlaustein liegt im Blautal in 490 bis 690 Meter Höhe, etwa fünf Kilometer westlich von Ulm. NachbargemeindenDie Gemeinde grenzt im Norden und Westen an Dornstadt, im Süden an die Stadt Ulm, im Westen an die Stadt Blaubeuren und im Nordwesten an Berghülen. GemeindegliederungDie Gemeinde Blaustein besteht aus den Ortsteilen Arnegg, Bermaringen, Dietingen, Ehrenstein, Herrlingen, Klingenstein, Lautern, Markbronn, Weidach und Wippingen. GeschichteBlaustein entstand am 1. September 1968 durch den Zusammenschluss der Orte (Gemeindereform) Ehrenstein und Klingenstein. EingemeindungenIm Zuge der Gemeindereform wurden im Jahr 1974 die Gemeinden Bermaringen und Wippingen (mit dem Ortsteil Lautern) eingegliedert. Arnegg, das sich bereits 1971 mit Markbronn-Dietingen vereinigt hatte, und Herrlingen (mit Weidach) traten der neuen Gemeinde Blaustein 1975 bei. OrtsteileArnegg1292 erstmals urkundlich erwähnt, gruppierte sich der Ort um die gleichnamige Burg, von der heute nur noch Reste erhalten sind. Nach wechselnden Ortsherrschaften wurde seit 1700 die weitere Entwicklung von der Deutschordenskommende Altshausen bestimmt. Heute noch zu sehen ist die unter dem Deutschorden im 17. Jahrhundert entstandene Zehntscheuer, die 1737 erbaute Marienkirche und das 1783 errichtete Amtshaus, das heute noch als Rathaus (Ortsverwaltung) genutzt wird. Bermaringenzum Artikel Bermaringen EhrensteinIn einer Sandgrube wurde in den 1950er Jahren eine Siedlung der Jungsteinzeit entdeckt und in zwei Grabungen durch Oscar Paret und Hartwig Zürn teilweise untersucht. Die mehrphasige Siedlung bestand aus mehreren, in Reihen angeordneten Holzbauten. Kulturell gehört die Siedlung zur jungneolithischen Schussenrieder Kultur, zeigt aber Einflüsse der Michelsberger Kultur. Unter den Funden fallen große doppelt durchbohrte Kalksteinscheiben auf (siehe auch Jungsteinzeitliches Dorf bei Ehrenstein). Auf dem Schlossberg liegen Funde einer frühbronzezeitlichen Höhensiedlung. An diesen Funden definierte Hans Jürgen Hundt erstmals die Keramik der sog. Übergangsperiode BzA2/B1. WeidachWeidach hat zwei katholische Kirchen, die eine der beiden heißt St. Wendelin und besitzt einen kleinen Glockenturm, die andere heißt St. Nikolaus von Flue und besitzt keinen Glockenturm. Weidach teilt sich einen Ortsvorsteher mit Herrlingen. Seit neuestem gibt es in Weidach neben zum Beispiel dem Jugendraum und dem Landfrauenverein auch einen Bürgerverein. WippingenWippingen ist schon seit dem Jahre 1085 urkundlich bekannt, doch 1611 brannte es fast vollständig ab. Noch Heute gibt es das Zollhaus, ein alter, inzwischen restaurierter Fachwerkbau. Es spielte bei der Auseinandersetzung der Reichsstadt Ulm und dem Herzogtum Württemberg eine nicht unerhebliche Rolle. Herrlingenzum Artikel Herrlingen Markbronnzum Artikel Markbronn Wappen
BeschreibungDas Blausteiner Wappen ist ein gespaltenes Schild. Vorne sind auf goldenem Grund drei gestürzte schwarze Wolfsangeln abgebildet. Hinten ist auf schwarzem Grund ein aufgerichtetes goldenes Hifthorn mit goldener Fessel abgebildet. BegründungDa die Herren von Stein zu Klingenstein (die Wolfsangeln) und die Herren von Herrlingen-Hörningen (das Hifthorn) im Laufe der Zeit über alle Teilorte die Ortsherrschaft oder in ihnen Grundbesitz besaßen, sollen heute ihre Symbole alle Ortsteile aus historischer Sicht am besten repräsentiert. PolitikBürgermeisterRobert Epple war der erste Bürgermeister Blausteins. Ihm folgte für eine kurze Interimszeit Gerhard Häberle. Die Amtszeit des derzeitigen Bürgermeisters Gerald Schikorr geht bis zum 31. Januar 2008. GemeinderatBei der Gemeinderatswahl am 13. Juni 2004 wurde die Sitzzahl verringert. Es ergab sich folgende Sitzverteilung:
Wirtschaft und InfrastrukturVerkehrBlaustein liegt direkt an der Bundesstraße 28, in der Nähe der Autobahnen A 8 und A 7. Außerdem ist die Gemeinde mit zwei Bahnhöfen (Blaustein und Herrlingen) an die Donautalbahn (Ulm–Donaueschingen) angebunden. Mehrere Buslinien der DING durchqueren den Ort und verbinden somit Blaustein mit Ulm und weiteren Orten in der Umgebung. BildungDie Gemeinde verfügt über sechs Grundschulen in den Ortsteilen Arnegg, Bermaringen, Ehrenstein, Herrlingen, Klingenstein und Wippingen, sowie über zwei Hauptschulen (Herrlingen, Klingenstein), eine Realschule in Ehrenstein und eine Schule für Lernbehinderte. PersönlichkeitenAnna Essinger leitete in Herrlingen ihr jüdisches Landschulheim bis ca. 1938. Dieses Heim wurde von einem Zeitzeugen als Paradies in der Hölle beschrieben. Das Haus des Landschulheims steht in der Erwin-Rommel-Steige 1. Erwin Rommel, im Zweiten Weltkrieg unter anderem Oberbefehlshaber des deutschen Afrikakorps sowie der für die Verteidigung des „Westwalls” zuständigen Heeresgruppe B, wohnte von Mitte 1943 an mit seiner Familie im Ortsteil Herrlingen (damals Wippinger Steige, heute: Erwin-Rommel-Steige; das Haus gehörte ursprünglich zum Komplex des jüdischen Landschulheims). Nach einer schweren Verwundung wurde er am 14. Oktober 1944 während eines Genesungsurlaubs von zwei hochrangigen Offizieren zu Hause abgeholt und auf der Fahrt im Auto zwischen Herrlingen und Wippingen zum Selbstmord durch Einnahme von Zyankali gezwungen. Der vormalige „Lieblingsgeneral des Führers” war bei Hitler in Ungnade gefallen, weil er kritische Lagevorträge zur Situation an der Westfront gehalten hatte. Er wurde zudem verdächtigt, am Attentat auf Hitler vom 20. Juli 1944 beteiligt gewesen zu sein. An der Stelle, an der Rommel starb, befindet sich ein Gedenkstein. Rommel ist auf dem Herrlinger Friedhof begraben. In der Herrlinger Lindenhofvilla wurde vor einiger Zeit ein Rommel-Museum eingerichtet, womit eine eher vorläufige Gedenkstätte in zwei Räumen des Herrlinger Rathauses abgelöst wurde. BerühmtheitenBerühmt für Blaustein ist der erste Steinbruch der Welt, das sogenannte "Lager Blaustein" (berühmtestes Haus, das von Kindern gebaut wurde) und die "Wörz Domino Productions". Literatur
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