
|
Bliedersdorf ist eine Gemeinde im Landkreis Stade. GeografieBliedersdorf ist Anrainerdorf an die Aue, einem Unterlauf des ab Horneburg Lühe genannten Flusses, der sich schon ab vor dem Ort Harsefeld erstreckt und bei Grünendeich in die Elbe mündet. Die Auenbereiche entlang des Flusses sind im Gebiet in Pacht des Bliedersdorfer Angelvereins „Forelle”, doch werden sie von allen Bliedersdorfern - und besonders Besuchern - gerne als Erholungsgebiet genutzt. Seit den späten 1990er Jahre wurde dem Tribut gezollt: Das Auetal ist nun Naturschutzgebiet. Da die Auewiesen im Winter bei Überflutung oft überfrieren, bilden sich daraus ideale Eislaufflächen.
StadtgliederungDie Gemeinde umfasst drei Ortsteile (Dörfer). Neben dem Hauptort Bliedersdorf sind dies zusätzlich die angrenzenden Orte Postmoor und Rutenbeck, welche jedoch nur gering zur Einwohnerzahl beitragen. Postmoor ist darüber hinaus zwischenzeitlich dem Flecken Horneburg zugerechnet gewesen und deshalb als Ortsteil immer noch umstritten. GeschichteEinwohnerentwicklung
PolitikBliedersdorf ist seit Rainer Schulz letztem Wahlsieg abermals unter CDU-Regierung. Seit 1986 leitete der SPDler Hans-Wilhelm Glüsen das Dorf, wurde dann jedoch durch Heiko Staats (CDU) abgelöst. Durch dessen frühzeitiges Ausscheiden hatte Schulz nun zum ersten Mal den Bürgermeisterposten inne, musste sich folgend jedoch durch Glüsen geschlagen geben, der somit seine zweite Amtszeit antrat. Nach der Kommunalwahl vom 10. September 2006 hat sich die Zusammensetzung des Rates verändert. In Klammern sind die Sitzzahl des alten Rates angegeben Der Gemeinderat ist wie folgt besetzt:
BauwerkeKatharinenkircheDie Kirche wurde im Jahre 1240 durch den Ritter Iwan von Bliedersdorf aus der Adelsfamile der "von Bliedersdorfs" erbaut nachdem er an den "Stedinger" Kämpfen am Unterlauf der Weser teilnahm. Die Kirche ist vollständig mit Feldsteinen erbaut und weiß gekalkt, die auf den umliegenden Äckern anfielen. Die Bauweise der Kirche mit ihren massivem Mauerwerk und den kleinen Fenstern lässt den Schluss zu, dass die Burg auch als Verteidigungsanlage gedacht war. Die Position leicht erhoben über dem Rest des Dorfes unterstützt diese Hypothese. Im Jahre 1700 wurde auf der Eingangsseite ein Brauthaus in Fachwerkbauweise angesetzt. Das Innere der Kirche ist simpel und kunstvoll zugleich. Von vielen als schönstes Ausstattungsstück angesehen ist die Kanzel aus dem Jahre 1622. Unter Naturbildern ist auch die Stifterfamilie (Familie Christopher Richers) abgebildet. Auch gestiftet ist der sogenannte "Beichtstuhl", eine Chorprieche, die mit drei Plätzen den Spendern als Sitzplatz in der Kirche diente, nachdem sie als Beichte ausgedient hatte. Besonderes Merkmal ist darüberhinaus die Kirchendecke, die vom damaligen Schulmeister "Lehrer Sanny" gefertigt wurde und neben reichen Raken und Rosen als Verzierungen auch zwei schwebende Engel abbildet, die ein Medaillon halten, das das Auge Gottes darstellt. Die Inschrift um das Auge schreibt: "Sündige Nicht O Mensche, Den Gott Siehets Vnd Die Heiligen Engel Sind überall umb Dich". Der Glockenturm, mit Holzverkleidung über dem Feldsteinfuß, hält zwei Glocken aus den Jahren 1444 und 1625.
Hierzu gibt es die Abwandlung, dass nur ein Daumen in das Mauerwerk eingeschlossen wurde.
Fabel oder nicht, die Katharinenkirche zu Bliedersdorf erfreut sich besonders zu Ostern und Weihnachten großer Beliebtheit und ist an manchen Gottesdiensten zum Heiligen Abend so stark besucht, dass mehrere Jahre die Gänge als Stehplätze genutzt wurden und auch der Altarraum bestuhlt wurde. Dem wurde nun durch einen weiteren Gottesdienst entgegengewirkt. Doch auch außerhalb der beiden christlichen Feiertage ist die Kirche gerne Ziel von Kunsthistorikern und Touristen in Nordostniedersachsen. Bliedersdorf gehört der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Horneburg an, unterhält sich jedoch selber eine eigene Stiftung. Darüber ist sie Mitglied des Kirchenkreises Buxtehude und des Sprengels Stade. Die Kirchengemeinde zählt 1129 Mitglieder. Jedes Jahr findet am 1. Advent der "Kleinste Advendsmarkt Norddeutschlands" an der Bliedersdorfer Kirche statt. Dort werden ausschließlich Bliedersdorfer Produkte angeboten. Der Weihnachtsmarkt feiert 2006 sein 20-jähriges bestehen.Die Erlöse kommen Wohltätigen Zwecken zugute,die bei Beginn des Weihnachtsmarktes bekannt gegeben werden.
NeubaugebieteIn Bliedersdorf wurden vor kurzer Zeit zwei Neubaugebiete erschlossen: Eine Erweiterung zum bestehenden Gebiet „Bucht” und das Gebiet des „Unteren Daudiecker Weg”. Dieses ist bereits komplett mit einzelstehenden Wohnhäusern bebaut und bekam Mitte 2005 mit der Fahrbahnverbreiterung seine Eingliederung in das Straßennetz. Sport und VereineUnter dem Vorsitz von Herrn Matthias Görgens unterhält der Ort mit dem Bliedersdorfer Sportverein 66 e.V. seinen eigenen Sportverein, der neben der Hauptsparte "Fussball" des Weiteren in den Bereichen Turnen, Gymnastik, Jazz-Dance und Leichtathletik - nebst der Abnahme des Sportabzeichens - und Tischtennis vertreten ist. Das Angebot wird seit kurzem durch eine recht erfolgreiche Taek-Won-Do-Mannschaft ergänzt. Der Verein zählt 700 Mitglieder. Vor wenigen Jahren wurde der Sportplatz in der Ortsmitte durch eine neue Anlage, dem "Sportplatz Dohrenblick", ergänzt. Außerdem werden Kurse im Dorfgemeinschaftshaus und in der Sporthalle des Ortes Horneburg abgehalten. Durch den Neubau der Sportanlage war es möglich einen Teil des alten Platzes für die Errichtung eines Skateplatzes zu nutzen. Mit dem Anglerverein Forelle e.V. Bliedersdorf von 1948 bietet die Ortschaft auch einen Angelverein. Hier befischen circa 350 Mitglieder seit 1948 unter heutigem Vorsitz von Heino Wiemann die Gewässer im Umland. Unter anderem die Aue und die Lühe. Des Weiteren sind folgende Vereine in Bliedersdorf ansässig:
Unter dem Vorstand von Rainer Kröger stellt sich der 110 Mitglieder starke "Verein Bäuerliches Hauswesen" ("BHB") seit nunmehr einigen Jahren die Aufgabe alte Wohn- und Zweckhäuser zu erhalten und zu pflegen. Ihr Erfolg zeichnet sich dadurch aus, dass öffentliche Zusammenkünfte von Besuchern gerne genutzt werden um das mehrmals jährliche Backhaus in Benutzung zu sehen. Daneben wird der Platz um die restaurierten Bauten für kulturelle Veranstaltungen genutzt. Der Zweck des Vereins „BHB” ist die Darstellung historischer bäuerlicher Lebensart und Arbeitsweise. Hierfür ist im Sinne des Denkmalschutzes die Errichtung einer Fachwerkhaus-Gemeinschaftsanlage, bestehend aus translozierten Bauernhäuser auf dem Gelände des Hochzeitswaldes zu Bliedersdorf in der Dohrenstraße vorgesehen. Aufgabe des Vereins „BHB” ist es, die hierzu erforderlichen Maßnahmen einzuleiten und durchzuführen, die zur Erreichung des Vereinszwecks notwendig sind. Die Fachwerkhaus-Gemeinschaftsanlage soll als bäuerliches Kulturgut eine ortsbildprägende öffentlich zugängliche „lebende Bauernhaus-Gruppe” mit kultureller Nutzung der Räumlichkeiten sein.” 13 Gründungsmitglieder haben den Verein „BHB” im Februar 2000 ins Leben gerufen. Heute zählt der junge Verein bereits 110 Mitglieder, sowohl aktive als auch passive. Als tatkräftiger Verein hat er bereits seine Spuren im Dorf auf dem gemeindeeigenen Grundstück in der Dohrenstraße hinterlassen. Im Besitz des Vereines „BHB” befinden sich zur Zeit drei historische Gebäude: 1. Ein aus Dollern, Lkrs. Stade im Mai 2000 transloziertes Dorfgemeinschafts-Backhaus (Fachwerk mit Ziegeleindeckung). 2. Ein aus Helmste, Lkrs. Stade im September 2002 translozierter Schafstall (Fachwerk mit Reeteindeckung). 3. Ein aus Hagen-Börsten, Lkrs. Cuxhaven Ende 1993 demontiertes und in Hagen eingelagertes Niederdeutsches Hallenhaus und im März 2003 von der Gemeinde Hagen aufgekauft (Fachwerk). Kulinarische SpezialitätenBliedersdorfer Spargel ist auch noch im weiten Umkreis ein Begriff. Geerntet in Feldern in und um Bliedersdorf wird er in einem Fachwerkhof verkauft, der als erster Betrieb den Service bot, den Spargel schälen zu lassen.
Kommunale Einrichtungen
SehenswürdigkeitenÖstlich des Ortes die Hünenbetten von Grundoldendorf Persönlichkeiten
Texte und Bilder stammen ganz oder teilweise aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht somit ganz oder teilweise unter der GNU Lizenz. Eine Liste der Autoren und Fotografen, sowie den Originaltext finden Sie hier. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
