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Boxberg ist eine badische Stadt im Main-Tauber-Kreis im Nordosten des Landes Baden-Württemberg. GeografieEingebettet in das Umpfertal und den Schüpfer Grund liegt Boxberg mit seinen zwölf Ortsteilen im Bauland in 150 bis 400 Meter Höhe über Normalnull. StadtteileAngeltürn (157), Boxberg (1.653), Bobstadt (455), Epplingen (138), Lengenrieden (133), Kupprichhausen (309), Schwabhausen (590), Schweigern (1.000), Uiffingen (408), Unterschüpf (909), Oberschüpf (419), Windischbuch (379), Wölchingen (688) GeschichteBoxberg wurde vermutlich um das Jahr 600 gegründet. Von den ersten Siedlungstätigkeiten zeugen Funde der Merowingerzeit. In den ersten Schriftquellen hieß der Ort zunächst noch Wanshofen. Durch Euboko, einen Gefolgsmann von König Konrad I., wurde die Burg über dem Ort errichtet. Die Edelherren von Boxberg kamen um das Jahr 1144 auf die Burg. Vermutlich schon um 1250 erhielt Boxberg Stadt- und Marktrechte. Stadt, Burg und Herrschaft Boxberg gingen 1287 an die Johanniter von Wölchingen, die hier eine bedeutende Niederlassung (Kommende) hatten. Der Orden verlegte in der Folgezeit die Leitung seiner Kommende (Komtursitz) nach Boxberg. Im Jahr 1381 verkauften die Johanniter ihren Boxberger Besitz an die Ritter von Rosenberg. 1470 verbündeten sich Kurpfalz, Kurmainz und das Hochstift Würzburg gegen die "räuberischen" Rosenberger und zerstörten deren Burgen, auch die von Boxberg. Später erhielten die Rosenberger den Boxberger Besitz als pfälzisches Lehen zurück 1523, im Kampf gegen den geächteten Melchior von Boxberg, wurde die Burg vom Schwäbischen Bund zum zweiten Mal zerstört. Der Besitz fiel erneut an die Pfalz. Ritter Albrecht von Rosenberg kam 1548 nochmals in den Besitz von Boxberg, um ihn 1561 endgültig an die Pfalz zu verkaufen. Für Boxberg folgte eine lange Herrschaft der Kurpfalz (1561 - 1802), unterbrochen von Verpfändungen an das Hochstift Würzburg (1691 - 1732) und den Deutschorden in Mergentheim (1732 - 1740). 1802/03 fiel Boxberg an das Fürstentum Leiningen, 1806 an das Großherzogtum Baden. In den Jahren 1470 - 1477 und 1523 - 1547 war die Stadt Amtssitz. Von 1561 - 1691 und 1740 - 1802 konnte sich Boxberg pfälzische Amts- und Oberamtsstadt nennen. Von 1802 - 1924 (mit Unterbrechungen 1857 - 1864 und 1872 - 1898) war Boxberg wiederum Amtsstadt. Mit der Auflösung des Amtes 1924 kam die Stadt zum Bezirksamt Tauberbischofsheim, aus dem 1938 der Landkreis Tauberbischofsheim entstand. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Boxberg zunächst dem neuen Bundesland Württemberg-Baden zugeschlagen, mit dem die Stadt 1952 in Baden-Württemberg aufging. Dort gehörte Boxberg wie der gesamte Landkreis Tauberbischofsheim zunächst zum Regierungsbezirk Nordbaden. Die heutige Stadt Boxberg wurde im Zuge der Verwaltungsreform 1972/73 aus 13 ehemals selbständigen Gemeinden neu gebildet. Für die meisten Stadtteile war Boxberg früher als Amtssitz zuständig, so daß sie alle eine gemeinsame Geschichte und Tradition über Jahrhunderte verbindet. Zeitgleich wurden zum 1. Januar 1973 auch die Kreisgrenzen neu geordnet und Boxberg kam zum neuen Tauberkreis, der seit 1974 Main-Tauber-Kreis heißt. In den 1980er-Jahren wurde Boxberg deutschlandweit bekannt durch die Bürgerinitiative Bundschuh (benannt nach der historischen Bundschuh-Bewegung), die sich gegen eine vom Daimler-Benz-Konzern geplante Teststrecke wehrte. Die Teststrecke wurde schließlich nicht gebaut, weil das Bundesverfassungsgericht die dafür nötigen Enteignungen für unzulässig erklärte. Eine kleinere Version wird jetzt vom Bosch-Konzern betrieben. Gemeindereform
PolitikSeit der letzten Wahl am 13. Juni 2004 sieht der Gemeinderat so aus:
Kultur und SehenswürdigkeitenIn vielen Ortsteilen sind malerische und zum Teil sehr alte Fachwerkhäuser zu sehen. Gut ausgebaute und markierte Wanderwege führen in abwechslungsreiche Mischwälder. Als landwirtschaftliche Besonderheit sind der Anbau von Dinkel und die Produktion von holzfeuer-gedarrtem Grünkern hervorzuheben. Die evangelische Johanniterkirche im Stadtteil Wölchingen wird auch „Dom des badischen Frankenlandes” genannt. Vermutlich wurde sie ab 1220 vom Johanniterorden erbaut. MuseenDas Heimatmuseum Boxberg (im alten Rathaus von 1610) zeigt bäuerliche Geräte (Schwerpunkt: Grünkern-Herstellung), eine Waffensammlung, Jugendstilmöbel, Kapitelle der Boxberger Burgruine, Zimmer aus dem Besitz des Heimatforschers Karl Hoffmann u. a. Der Heimatverein Boxberg e.V. betreut die seit 1911 aufgebaute Sammlung im Alten Rathaus und gibt eine jährlich erscheinende Publikation mit wissenschaftlichem Anspruch (Boxberger Heimathefte) heraus. Darüber hinaus veranstaltet der Heimatverein über die Maimesse im Museum eine jährliche Sonderausstellung und ist für die Pflege und weitere wissenschaftliche Erforschung der Burgruine verantwortlich. Wirtschaft und InfrastrukturBoxberg ist Standort eines NATO-Tanklagers, das mit einer Leitung zum Tanklager in Untergruppenbach an das Treibstoff-Pipelinenetz CEPS angeschlossen ist. Der Stadtteil Unterschüpf ist Standort eines Flugplatzes. Im Stadtteil Schweigern ist der Hauptsitz des Unternehmens Hofmann Menü-Manufaktur GmbH (Hofmann-Menü), eines bedeutenden Herstellers von tiefgekühlten und frischen Gerichten für Betriebskantinen, Krankenhäuser, Altenheime und dergleichen, der in Deutschland und Österreich 1200 Mitarbeiter beschäftigt, davon rund 800 in Boxberg. Das zuvor in Rheinstetten-Forchheim ansässige Bildungs- und Wissenszentrum Schweinehaltung, Schweinezucht (Landesanstalt für Schweinezucht) bezog 2006 einen 21 Millionen Euro teuren Neubau auf einem 17 ha großen Areal in Boxberg.[1] Die Robert Bosch Gmbh betreibt im Ortsteil Windischbuch eine 94 ha große Teststrecke im Gewerbegebiet Seehof. VerkehrBoxberg liegt direkt an der Bundesautobahn A 81 (Würzburg–Gottmadingen) mit eigener Anschlussstelle Boxberg. Das Umpfertal wird durch die B 292 (Bad Schönborn–Lauda-Königshofen) erschlossen. Fehlende Ortsumgehungen besonders in Schweigern und Boxberg führen zu einer starken innerörtlichen Verkehrsbelastung und markieren deutliche Grenzen der Ortsentwicklungsplanung. Zwischen Boxberg und Wölchingen gibt es den Bahnhof Boxberg-Wölchingen der Frankenbahn Stuttgart–Würzburg. Haltepunkte in den Ortsteilen Schweigern, Uiffingen und Unterschüpf bestehen heutzutage nicht mehr. QuellenTexte und Bilder stammen ganz oder teilweise aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht somit ganz oder teilweise unter der GNU Lizenz. Eine Liste der Autoren und Fotografen, sowie den Originaltext finden Sie hier. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
