Bremen in Bremen


Wahlspruch

buten un binnen – wagen un winnen
(draußen und drinnen – wagen und gewinnen)
Inschrift über dem Portal des Schütting, Motto der Bremer Kaufleute
Basisdaten
Bundesland: Freie Hansestadt Bremen
Landkreis: Kreisfreie Stadt
Fläche: 325,42 km²
Einwohner: 547.162 (31. Januar 2006)
Bevölkerungsdichte: 1.682 Einwohner/km²
Arbeitslosenquote: 12,8 % (31. Oktober 2006)
Höhe: 11,5 m ü. NN Bezugspunkt: Roland
Postleitzahl: 28001–28779
(alte PLZ 2800 und 2820)
Telefonvorwahl: 0421
Geographische Lage: 53° 4' 37" N, 8° 48' 32" O53° 4' 37" N, 8° 48' 32" O Bezugspunkt: Roland
Kfz-Kennzeichen: HB-A 1 bis HB-Z 999, HB-AA 1 bis HB-ZZ 999 (Erläuterung)
Amtliche Gemeindekennzahl: 04 0 11 000
Gliederung des Stadtgebiets: 5 Bezirke mit 23 Stadtteilen
Adresse der Stadtverwaltung: Am Markt 21
28195 Bremen
Website: www.bremen.de
Politik
Bürgermeister und
Präsident des Senats:
Jens Böhrnsen (SPD)
Regierende Parteien: Koalition aus SPD und CDU
Bremische Bürgerschaft (Stadtbürgerschaft): SPD 33 Sitze
CDU 23 Sitze
GRÜNE 11 Sitze
(Wahl am 25. Mai 2003)

Die Stadt Bremen ist die zweitgrößte Stadt in Nordwestdeutschland und die zehntgrößte Stadt Deutschlands. Bremen ist die Hauptstadt und größte Stadt des Bundeslandes Freie Hansestadt Bremen (meist kurz auch „Bremen”). Zu diesem Stadtstaat gehört neben Bremen noch die 60 km nördlich gelegene Stadt Bremerhaven.

Bremen ist Mittelpunkt der Europäischen Metropolregion Bremen/Oldenburg, einer von insgesamt elf Europäischen Metropolregionen in Deutschland. Die Stadt Bremen ist Sitz der Bremischen Bürgerschaft, der Bremer Landesregierung und der meisten Behörden und Gerichte des Landes Bremen.

Geografie

Bremen liegt zu beiden Seiten der Weser, etwa 60 km vor deren Mündung in die Nordsee. In Höhe der Bremer Altstadt geht die Mittelweser in die Unterweser über, welche ab dem Bremer Hafengebiet zur Seeschifffahrtsstraße ausgebaut ist. Die Landschaft links der Unterweser wird als Wesermarsch bezeichnet, die Landschaft rechts der Unterweser gehört zum Elbe-Weser-Dreieck.

Das Stadtgebiet ist 38 km lang und 16 km breit. Die Länge der Stadtgrenze beträgt 136,5 km. Bremen ist von der Fläche her (siehe: Liste der flächengrößten Städte und Gemeinden Deutschlands) und nach Einwohnern (siehe: Liste der Großstädte in Deutschland) die zehntgrößte Stadt Deutschlands und die zweitgrößte Stadt in Norddeutschland.

Nachbargemeinden

Die Stadt Bremen ist ganz von niedersächsischem Staatsgebiet umschlossen. Im Westen grenzen die kreisfreie Stadt Delmenhorst sowie der Landkreis Wesermarsch mit den Gemeinden Lemwerder, Berne und Elsfleth an, im Norden der Landkreis Osterholz mit den Gemeinden Schwanewede, Ritterhude und Lilienthal, im Osten der Landkreis Verden mit den Gemeinden Ottersberg, Oyten, Achim und im Süden der Landkreis Diepholz mit den Gemeinden Weyhe und Stuhr. Aus diesem „Speckgürtel” pendeln etwa 115.000 Arbeitnehmer täglich nach Bremen, das sind etwa 48?% der in Bremen Beschäftigten.

Stadtgliederung

Das Stadtgebiet Bremens ist in fünf Stadtbezirke und diese in 23 Stadtteile eingeteilt. Für Verwaltungsaufgaben sind die 23 Stadtteile zu 17 Ortsämtern zusammengefasst. Die 23 Stadtteile sind für statistische Zwecke weiter in Ortsteile mit eigenem Namen unterteilt, die weitgehend auf historisch gewachsene Bezeichnungen zurückgehen.

Für jedes Ortsamt ist auf kommunalpolitischer Ebene ein Ortsamtsbeirat zuständig, der alle vier Jahre von den Bürgern direkt gewählt wird und mehrmals im Jahr öffentlich tagt. Die Befugnisse des Beirats sind ähnlich beschränkt wie bei der Bezirksversammlung oder Bezirksverordnetenversammlung anderer Stadtstaaten.

Zur Stadt Bremen gehört auch das stadtbremische Überseehafengebiet, für das jedoch die Stadt Bremerhaven auf Grund eines Vertrages mit der Stadt Bremen gemeindeverwaltungsmäßig zuständig ist. Dies wurde in der Verfassung für die Stadt Bremerhaven ( 8 VerfBrhv) verankert.

Geographisch bedeutsam ist die Grenze zwischen Bremen-Stadt und Bremen-Nord entlang der Lesum. Südlich der Lesum ist Marsch, das Werderland, nördlich davon Geest, die Bremer Schweiz.

Erhebungen in Bremen

Die Innenstadt liegt auf einer Weserdüne, die am Bremer Dom ihre maximale Höhe von 11,5 m über NN erreicht. Die mit 32,5 m höchste natürliche Erhebung befindet sich dagegen im Friedehorstpark des nordwestlich gelegenen Stadtteils Burglesum. Noch höher ist nur der Berg der Mülldeponie in Bremen-Blockland, dessen Gipfel 49 m über NN liegt.

Klima

Bremen liegt in der gemäßigten Zone mit deutlichen maritimen Einflüssen. Die Temperatur unterschreitet im Monatsmittel auch in den Wintermonaten nicht den Gefrierpunkt. Niederschläge fallen über das ganze Jahr verteilt, meist als Regen, nur selten als Schnee. Im Durchschnitt liegt in Bremen an weniger als fünf Tagen im Jahr Schnee.

Siehe auch: Bremer Eiswette

Geschichte

Historischer Überblick

Zwischen dem 1. und dem 8. Jahrhundert n. Chr. entstanden an der Weser erste Siedlungen, die auf einer langen Düne Schutz vor Hochwasser und gleichzeitig guten Zugang zu einer Furt boten. Bereits 150 n. Chr. erwähnte der alexandrinische Geograph Claudius Ptolemaeus eine dieser Siedlungen (Fabiranum, auch Phabiranum geschrieben).

Als Bischofsstadt und Kaufmannsiedlung reicht Bremens Geschichte bis ins 8. Jahrhundert zurück. Die Stadt wurde 787 von Karl dem Großen zum Bischofssitz erhoben. Seit 845 Erzbistum, erlebte Bremen dann unter Erzbischof Adalbert von Bremen (1043-1072) seine erste Blüte. 1260 trat die Stadt der Hanse bei. Die schnell zu wirtschaftlicher Bedeutung gelangende Stadt schüttelte die weltliche Herrschaft der Bischöfe ab und errichtete als Zeichen ihrer Freiheit den Roland (1404) und ihr Rathaus (1409).

Zum Schutz des zwischen 1574 und 1590 angelegten Weserhafens wurde am Westufer der Weser die befestigte Neustadt angelegt. Die Weser versandete zunehmend. Für die Handelsschiffe der Bremer Kaufleute wurde es immer schwieriger, an der seit dem 13. Jahrhundert als Hochseekai genutzten Schlachte anzulegen. Von 1619 bis 1623 bauten deshalb im flussabwärts gelegenen Vegesack niederländische Konstrukteure den ersten künstlichen Hafen Deutschlands.

1646 (endgültig 1741) wurde Bremen mit dem Linzer Diplom offiziell freie Reichsstadt. 1783 begannen Bremer Kaufleute einen direkten Transatlantikhandel mit den USA. Im Jahre 1802 beauftragte die Stadt den Landschaftsgärtner Isaak Altmann, die frühere Stadtbefestigung in die heutigen Wallanlagen umzugestalten. 1811 ließ Napoleon Bremen besetzen und integrierte es als Hauptstadt des Departements „Bouches-du-Weser” in den französischen Staat. Nach ihrer Niederlage in den Befreiungskriegen verließen die französischen Truppen 1814 Bremen.

Im 19. Jahrhundert hatte Bremen wesentlichen Anteil an der Entwicklung des deutschen Überseehandels. Auf der Werft von Johann Lange wurde 1817 das erste in Deutschland gebaute Dampfschiff hergestellt. Das Schiff „Die Weser” verkehrte als Passagier- und Postschiff zwischen Bremen, Vegesack, Elsfleth und Brake, später auch Geestemünde bis 1833. Wegen der zunehmenden Versandung der Weser wurde 1827 die Siedlung Bremerhaven als Bremer Außenposten auf einem vom Königreich Hannover angekauften Grund angelegt. Den Vertrag zum Erwerb des Hafengeländes unterzeichneten am 11. Januar 1827 der König von Hannover Ernst August I. und der Bremer Bürgermeister Johann Smidt.

Die Aufhebung der Torsperre 1848 schaffte Raum für die industrielle Entwicklung der Stadt. Seit 1851 hatte Bremen Anschluss an die Königlich Hannoversche Staatsbahn. 1853 begann die bis ins 20. Jahrhundert für Bremen typische Reihenhausbebauung der Vorstädte mit sogenannten Bremer Häusern.

1857 erfolgte in Bremen die Gründung der Norddeutschen Lloyd, später auch anderer Schifffahrtgesellschaften. Wegen seiner Seehäfen blieb Bremen auch als Teilstaat des 1870/71 gegründeten Deutschen Reiches zunächst noch Zollausland und trat erst 1888 dem Deutschen Zollverein bei. Darum wurde beim Bau der 1870 fertiggestellten Hamburg-Venloer Eisenbahn eine Güterstrecke an Bremen vorbei gebaut. 1886 bis 1895 wurde durch eine großzügige Korrektur der Fahrrinne die Schiffbarkeit der Weser für Seeschiffe bis Bremen gesichert. Die Stadt entwickelte sich zum bevorzugten Umschlagplatz für vielerlei Waren. 1890 fand auf dem Gelände des Bremer Bürgerparks die Nordwestdeutsche Gewerbe- und Industrieausstellung statt. Die wirtschaftliche Entwicklung Bremens schritt in der Weimarer Republik fort. Der Flughafen öffnete 1920 für Linienflüge. 1928 wurde die Columbuskaje in Bremerhaven eingeweiht. Von hier ausgehend gewann später das Passagierschiff Bremen des Norddeutschen Lloyd das Blaue Band für die schnellste Atlantiküberquerung. Mit der wirtschaftlichen Bedeutung wuchs auch die Einwohnerzahl beträchtlich.

1937 verlor Bremen Bremerhaven, das mit dem preußisch-hannoverschen Wesermünde vereinigt wurde. Das stadtbremische Gebiet wurde dafür um Bremen-Nord (dort gehörte nur Vegesack schon vorher zu Bremen), Hemelingen und Arbergen vergrößert. Im Zweiten Weltkrieg erlitten Bremen und Wesermünde (Bremerhaven) schwere Zerstörungen. Insbesondere der Bremer Westen mit seiner Werftindustrie war häufig Ziel alliierter Luftangriffe. 1945 besetzten US-amerikanische Streitkräfte die Stadt. Bremen mit Bremerhaven wurde amerikanische Exklave im Küstengebiet der britischen Besatzungszone. 1947 gaben sich die bremischen Bürger eine Verfassung, die Verfassung der Freien Hansestadt Bremen. 1949 wurde Bremen ein Land der Bundesrepublik Deutschland.

Die Vergangenheit konnte sich im Baubestand durch Restaurierung oder Wiederaufbau nur bedingt gegenüber dem modernen Städtebau behaupten. Vor allem um den Marktplatz sind repräsentative alte Gebäude erhalten geblieben. Den Eindruck eines mittelalterlichen Altstadtquartiers vermittelt nur noch der Schnoor, das einstige Fischerviertel. 2004 wurden das Rathaus und das Wahrzeichen der Stadt, der steinerne Bremer Roland, zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.

Einwohnerentwicklung

Mit Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert setzte in Bremen ein starkes Bevölkerungswachstum ein. Lag die Einwohnerzahl der Stadt 1812 bei rund 35.000, so überschritt diese schon 1875 die Grenze von 100.000, wodurch Bremen zur Großstadt wurde. 1911 hatte die Stadt 250.000 Einwohner, bis 1956 verdoppelte sich diese Zahl auf eine halbe Million. 1969 erreichte die Einwohnerzahl der Stadt mit 607.184 ihren historischen Höchststand. Seitdem ist die Bevölkerungszahl wieder gesunken. Am 31. Dezember 2005 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl” nach Fortschreibung des Statistischen Landesamtes Bremen 546.852.

Religion

Evangelische Kirche

Die Einzelgemeinden der Stadt sind relativ autonom und haben eine sehr unterschiedliche Tradition und Ausprägung. Die Bremische Evangelische Kirche als Körperschaft des öffentlichen Rechts bildet das „Dach” der Einzelgemeinden. An ihrer Spitze steht auch kein Bischof, wie in den meisten anderen Landeskirchen, sondern ein „Präsident”, ein Nicht-Theologe. Der Bremischen Evangelischen Kirche gehören 242.386 Mitglieder an (Ende 2005). Zur Bremischen Evangelischen Kirche gehört neben den stadtbremischen Gemeinden auch die Vereinigte Protestantische Gemeinde Bremerhaven.

Katholische Kirche

Ab 1648 formierte sich in Bremen auch wieder eine katholische Gemeinde, die 1931 Sitz eines Dekanats wurde. Das Dekanat Bremen (Südlich der Lesum) gehört zum Bistum Osnabrück, die Dekanate Bremen-Nord und Bremerhaven gehören zum Bistum Hildesheim. Der Katholische Gemeindeverband unterhält aus Spenden mehrere katholische Privatschulen. In Bremen besteht ein katholisches Krankenhaus und seit 2002 das Birgittenkloster Bremen. Die Katholische Kirche umfasst 62.300 Mitglieder (11,42 %).

Freikirchen

1845 kam es zur Gründung der ersten Bremer Baptistengemeinde ( Baptisten in Bremen). Heute gibt es auf dem Gebiet der Stadt Bremen fünf Evangelisch-Freikirchliche Gemeinden, darunter auch eine englischsprachige internationale Baptistengemeinde. Auch eine Brüdergemeinde ist in der Wilhelm-Busch-Siedlung in der Vahr angesiedelt.

Ab 1849 entstand in Bremen auch eine bischöfliche Methodistenkirche, die von hier aus eine reiche Missionstätigkeit in ganz Deutschland ausübte. Heute befindet sich der Sitz dieser Freikirche in Frankfurt am Main.

In den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts trennte sich die Bremer Elim-Gemeinde vom Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden und schloss sich der Pfingstbewegung an. Die Gemeinde, die heute über drei Gemeindezentren im Bremer Stadtgebiet verfügt, ist Trägerin des Sozialwerks Grambke. Neben verschiedenen Sozialeinrichtungen betreibt dieses Sozialwerk auch eine Schule.

Neben den genannten Freikirchen gibt es eine Reihe weiterer freikirchlicher Gemeinschaften, unter anderem Siebenten-Tags-Adventisten, eine Gemeinde Gottes, eine Freie evangelische Gemeinde und eine Gemeinde im Mülheimer Verband.

Viele landeskirchliche und freikirchliche Gemeinden arbeiten in Bremen sehr intensiv auf der Ebene der Evangelischen Allianz zusammen und betreiben auf dieser Grundlage verschiedene diakonische Einrichtungen: zum Beispiel das Mutter-Kind-Haus Bremen-Findorff und das Seelsorgezentrum an der Martini-Kirche.

Weitere christliche Religionsgemeinschaften

Auch die Neuapostolische Kirche, die Apostolische Gemeinschaft sowie die Zeugen Jehovas sind mit Gemeinden im Stadtgebiet vertreten.

Judentum

Die jüdische Gemeinde hat eine Synagoge und ein Gemeindezentrum in der Schwachhauser Heerstraße. Die zerstörte Synagoge stand in der Dechanatstraße hinter dem Postamt 1. Der Friedhof der israelitischen Gemeinde in Bremen ist in der Deichbruchstraße im Ortsteil Hastedt.

Islam

Die Muslime sind in mehreren Gemeinden organisiert. Ihre größte Moschee ist die Fatih-Moschee mit einem 27,5 m hohen Minarett in Gröpelingen, gegenüber der ehemaligen AG Weser.

Sonstige

Schließlich leben in Bremen Angehörige asiatischer Religionsgemeinschaften in weniger festgefügten Organisationsformen, zum Beispiel Buddhisten.

Politik

Das Kommunalparlament Bremens wird als Stadtbürgerschaft bezeichnet. Die Stadtbürgerschaft ist eng mit dem Landesparlament, der Bürgerschaft, verwandt. Die Bürger der Stadt Bremen wählen alle vier Jahre die Abgeordneten der Stadtbürgerschaft und der Bürgerschaft über die gleiche Wahlliste. Unterschiede in der Zusammensetzung von Stadtbürgerschaft und Bürgerschaft ergeben sich nur aus dem Kommunalwahlrecht für Bürger der Europäischen Union und daraus, dass die Bürgerschaft auch 16 Abgeordnete aus Bremerhaven umfasst.

An der Spitze der Stadtverwaltung steht die Bremer Landesregierung, der Senat. Präsident des Senats und Bürgermeister ist seit dem 8. November 2005 Jens Böhrnsen (SPD). Auch der Stellvertreter des Präsidenten des Senats wird als Bürgermeister bezeichnet. Die Mitglieder des Senats (Senatoren) sind sowohl den Ministern der Flächenländer wie auch den Dezernenten anderer Städte vergleichbar und leiten für die Stadt Bremen die ihrem Fachbereich zugehörigen kommunalen Behörden.

Siehe auch: Liste der Bremer Bürgermeister
Siehe auch: Wahlergebnisse und Senate in Bremen

Wappen und Flagge

Das Wappen der Hansestadt Bremen zeigt auf rotem Grund einen schräg nach rechts aufgerichteten, mit dem Bart nach links gewandten silbernen Schlüssel gotischer Form („Bremer Schlüssel”). Auf dem Schild ruht eine goldene Krone, welche über dem mit Edelsteinen geschmückten Reif fünf Zinken in Blattform zeigt („Mittleres Wappen”). Beim Kleinen Wappen wird lediglich der Schlüssel ohne Krone abgebildet. Das große Wappen hingegen hat darüber hinaus noch eine Konsole beziehungsweise ein bandartiges Fußgestell, auf dem der Schild ruht. Der Schild wird von zwei aufgerichteten rückwärts schauenden Löwen mit den Vorderpranken gehalten.

[Bearbeiten] Bedeutung

Der Schlüssel ist das Attribut des Apostels Petrus, des Schutzpatrons des Bremer Doms. Er taucht als Wappensymbol bereits 1366 im Stadtsiegel Bremens auf. Im Laufe der Geschichte veränderte sich die Form des Schlüssels mehrmals. Auch zeigte das Stadtwappen teilweise den Heiligen Petrus mit dem Schlüssel. Die Formen außerhalb des Wappenschildes veränderten sich ebenfalls mehrmals. So erscheinen etwa die Löwen erstmals 1618 auf dem großen Wappen. In seiner heutigen Form geht das Wappen auf die Wappenordnung von 1891 zurück.

Im Bremer Volksmund wird eine Verbindung zum Wappen der Stadt Hamburg hergestellt, indem man spöttisch sagt: „Hamburg ist das Tor zur Welt, aber Bremen hat den Schlüssel dazu.”

[Bearbeiten] Flagge

Die Flagge ist mindestens achtmal rot und weiß gestreift und am Flaggenstock gewürfelt. Sie wird umgangssprachlich auch als Speckflagge bezeichnet. Als Dienstflagge enthält sie in der Mitte ein rechteckiges, weißes Feld mit dem Mittleren oder dem Großen Wappen.

Städtepartnerschaften

Bremen unterhält Städtepartnerschaften mit zehn Städten. Die älteste Städtepartnerschaft wurde 1976 mit Danzig (Polen) vereinbart. Ein Jahrzehnt danach folgten rasch aufeinander Riga (damals Sowjetunion, heute Lettland, 1985), Dalian (Volksrepublik China, auch 1985), Rostock (damals DDR, 1987), Haifa (Israel, 1988), Bratislava (damals Tschechoslowakei, heute Hauptstadt der Slowakei, 1989) und Corinto (Nicaragua, 1989). Später wurden Partnerschaften mit Izmir (Türkei, 1995), Yokohama (Japan, 2001) und Windhoek (Namibia, 2001) geschlossen.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Besondere Bedeutung hatte für Bremen immer schon der Außenhandel. Auch wenn der Schwerpunkt des Warenumschlags in der Hafengruppe Bremen/Bremerhaven inzwischen in Bremerhaven liegt, hat Bremen daran durch das stadtbremische Überseehafengebiet Bremerhaven noch Anteil. Die Palette der verschiedenen Handelsgüter, die hier im- und exportiert werden, erstreckt sich von Fisch-, Fleisch- und Molkereiprodukten über traditionelle Rohstoffe wie die an der Bremer Baumwollbörse gehandelte Baumwolle, Tee, Reis und Tabak bis hin zu Wein und Zitrusfrüchten. Während der Hafenumschlag von der halbstaatlichen BLG Logistics Group vorgenommen wird, sind in den Kontoren Großhändler wie C. Melchers, Otto Stadtlander und Atlanta zu finden.

Bremen ist ein wichtiger Standort der Automobil-, Schiffbau-, Stahl-, Elektronik- und Nahrungsmittelindustrie. Das Unternehmen DaimlerChrysler ist der größte private Arbeitgeber der Stadt und fertigt in seinem Werk in Bremen, das bis 1963 der Borgward GmbH gehörte, unter anderem die Automodelle der C-Klasse, das T-Modell und den Roadster SL. Darüber hinaus haben sich zahlreiche Zulieferunternehmen in unmittelbarer Nähe angesiedelt. Das größte von ihnen ist die Hella Fahrzeugkomponenten GmbH aus der Hella-Gruppe.

Schiffbau- und Stahlindustrie haben in den vergangenen Jahrzehnten einen Strukturwandel durchgemacht. Viele Unternehmen, darunter der Bremer Vulkan und die AG Weser, haben ihn nicht überlebt; die Stahlwerke Bremen wurden von Arcelor (seit 2006: Arcelor Mittal) übernommen. Die Luft- und Raumfahrtindustrie hingegen hat sich mit gewandelt und prägt heute Bremen als Dienstleistungs- und High-Tech-Standort. So entwickelte sich an der Universität in den letzten Jahren einer der größten deutschen Technologieparks, in dem aktuell rund 6.000 überwiegend hochqualifizierte Menschen Beschäftigung finden. Die Endmontage der Airbusflügel findet in Bremen statt, bei Unternehmen der EADS- und OHB Technology-Gruppen entstehen Module und Bauteile für weltraumtaugliche Laboratorien, Trägerraketen und Satellitensysteme. Rheinmetall und Atlas Elektronik entwickeln in Bremen Elektronik für militärische und zivile Anwendungen.

Bremen hat eine führende Position in der Lebensmittelbranche. Neben der bekannten Brauerei Beck & Co. haben Kellogg's und Kraft Foods eine Niederlassung, Vitakraft und Nordmilch ihren Hauptsitz hier.

Verkehr

[Bearbeiten] Schifffahrt

Die Schifffahrt hatte in Bremen über Jahrhunderte hinweg eine prägende Bedeutung. Trotz des Strukturwandels stellt sie auch heute noch einen wichtigen Wirtschafts- und Arbeitsmarktfaktor dar. Zu den stadtbremischen Häfen zählen neben den Neustädter Häfen, die durch die Nähe zum Güterverkehrszentrum noch regelmäßig genutzt werden, auch die Handelshäfen, der Hohentorshafen, die Industriehäfen und die stadtbremischen Häfen in Bremerhaven. Für den Binnenschiffsverkehr existieren noch, vom Stadtzentrum aus flussaufwärts, der Werra-, der Fulda- und der Allerhafen. Auf dem Gelände des verfüllten Überseehafens und auf den Industriebrachen rundherum entsteht ein neues Viertel, die Überseestadt. Um auch bei immer größer werdenden Schiffen weiter am Seehandel teilhaben zu können, beteiligt sich Bremen zusammen mit dem Land Niedersachsen am Projekt JadeWeserPort in Wilhelmshaven, einem Hafen für größte Containerschiffe.

[Bearbeiten] Luftverkehr

Im Süden Bremens befindet sich der internationale Flughafen Bremen-Neuenland. Das Passagieraufkommen lag im Jahre 2005 bei 1,74 Mio. Fluggästen.

[Bearbeiten] Eisenbahn

Bremen ist ein Eisenbahnknotenpunkt. Am Hauptbahnhof treffen die Hauptstrecken von Hamburg ins Ruhrgebiet, nach Bremerhaven, nach Hannover, nach Vegesack und nach Leer aufeinander. Bremen ist über die ICE-Linie Bremen–München sowie über die IC-Linien Hamburg–Köln und Oldenburg–Leipzig in das Fernverkehrsnetz der DB eingebunden.

Der Güterverkehr wird am Rangierbahnhof in Gröpelingen, an den Hafenbahnhöfen und am Werksbahnhof der Klöckner-Hütte (Arcelor Bremen) abgefertigt. Der nordwestlich des Hauptbahnhofes gelegene Güterbahnhof ist nicht mehr in Betrieb.

Im Regionalverkehr besteht ein S-Bahn-ähnlicher Vorortverkehr bis Bremerhaven, Bremen-Vegesack, Rotenburg (Wümme), Twistringen, Oldenburg, Nordenham und Verden. Die Einrichtung einer S-Bahn ist geplant. Ferner bestehen schnelle RegionalExpress-Verbindungen nach Bremerhaven, Hannover, Hamburg, Osnabrück und Oldenburg–Norddeich Mole.

[Bearbeiten] Straße

Auch an das Fernstraßennetz ist Bremen gut angebunden: Das südliche Stadtgebiet Bremens wird von der Bundesautobahn A 1 Dortmund–Hamburg berührt. Im Südosten der Stadt, am Bremer Kreuz, wird die A 1 von der A 27 Hannover–Bremerhaven–Cuxhaven gekreuzt. Diese Autobahn führt nahezu durch das gesamte nördliche Stadtgebiet von Südosten nach Nordwesten. Im Norden führt die A 270 von der A 27 in Ihlpohl bis nach Blumenthal/Lüssum. In Gröpelingen ist der erste Teil der A 281 vom Dreieck Bremen-Industriehäfen bis Bremen-Grambke fertiggestellt. Auf der anderen Weserseite wurde mit dem Bau der A 281 begonnen; der Abschnitt vom Güterverkehrszentrum bis südlich des Flughafens soll 2007 fertiggestellt werden. Wahrzeichen der neuen Autobahnverbindung wird eine Schrägseilbrücke mit 50?m hohen Pylonen in der Nähe des Flughafens. Später sollen die beiden Teilstücke mit einem unter der Weser entlang führenden Tunnel verbunden werden, außerdem ist die Verlängerung bis zur A 1 vorgesehen. Damit wäre der Autobahnring um Bremen geschlossen, der die innerörtlichen Straßen von Durchgangsverkehr entlasten soll.

Westlich der Stadt beginnt in der Nähe von Delmenhorst die Autobahn A 28 in Richtung Oldenburg – Leer. 2004 begannen die Baumaßnahmen zum Lückenschluss zur A 1. Im Laufe des Jahres 2005 entsteht auf Höhe der Anschlussstelle Delmenhorst-Ost der A 1 ein neues Autobahndreieck, das in wenigen Jahren den Endpunkt der A 28 darstellen soll.

Außerdem führen die Bundesstraßen B 6 (in Nord-Süd-Richtung), B 74 und B 75 (in West-Ost-Richtung) durch Bremen.

Die Hauptverbindungsstraßen der Stadtteile für den Autoverkehr sind die im Jahre 1914 durch Beschluss der Bürgerschaft in Heerstraßen umbenannten Chausseen.

[Bearbeiten] ÖPNV

Den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bedienen acht Straßenbahn- und diverse Buslinien der Bremer Straßenbahn AG (BSAG) sowie Buslinien anderer Verkehrsbetriebe beziehungsweise Unternehmen. Alle haben sich im Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (VBN) zusammengeschlossen.

[Bearbeiten] Fahrrad

Im Bremen enden/beginnen der Radfernweg Hamburg-Bremen und der Radfernweg Bremen-Osnabrück (Brückenradweg). Zudem ist die Stadt eine wichtige Station auf dem Weserradweg, welcher die Weser von ihrem Anfang (Zusammenfluss der Flüsse Fulda & Werra) bis nach Bremerhaven begleitet und ein beliebtes Urlaubsprogramm darstellt. Unter den deutschen Städten über 500.000 Einwohner hat Bremen mit über 22 % der Wege den größten Radverkehrsanteil. Der Radfahrtradition entsprechend hat es auch die meisten Radwegkilometer pro Einwohner unter den deutschen Großstädten, viel davon jedoch schlecht unterhalten oder in Straßen mit geringem Autoverkehr.

Kfz-Kennzeichen

Eine Besonderheit der bremischen Kfz-Kennzeichen besteht darin, dass ein Kennzeichen für zwei kreisfreie Städte (Bremen und Bremerhaven) verwendet wird. Am Kfz-Kennzeichen lässt sich jedoch trotzdem die Herkunft des Fahrzeughalters erkennen. Es gilt:

HB-

plus 2 Buchstaben und 3 Ziffern: Stadt Bremen
plus 1 Buchstabe und 3 Ziffern oder 2 Buchstaben und 1 bis 2 Ziffern: Bremen-Nord
plus 1 Buchstabe und 4 Ziffern: Bremerhaven

Medien

Bremen ist Sitz von Radio Bremen, der kleinsten Rundfunkanstalt der ARD. Radio Bremen produziert diverse Fernsehsendungen und betreibt vier Hörfunkwellen – eine davon gemeinsam mit dem NDR (Nordwestradio), eine weitere mit dem WDR (Funkhaus Europa). Als privates Pendant ist Energy Bremen in der Hansestadt mit einem Radioprogramm ansässig; zusätzlich gibt es im Sendegebiet die Radiosender Radio ffn und Hitradio Antenne mit lokalen Fenstern. Außerdem unterhalten die privaten Fernsehsender RTL und Sat1 Korrespondentenbüros in Bremen und produzieren von hier aus ein halbstündiges Regionalmagazin für Bremen und Niedersachsen. Beim Bürgerrundfunk Bremen können Bürgerinnen und Bürger aus Bremen kostenlos eigene Radio- und TV-Sendungen gestalten.

Als Tageszeitungen erscheinen der Weser-Kurier und die fast identischen Bremer Nachrichten, letztere ist die drittälteste noch erscheinende Tageszeitung Deutschlands. Mit einer eigenständigen Stadtausgabe erscheint in Bremen außerdem die Bild. Die Bremen-Ausgabe der tageszeitung (taz) wurde aus finanziellen Gründen eingestellt und ist in die taz nord aufgegangen.

Ferner sind alle großen Nachrichtenagenturen und die meisten großen Tageszeitungen Nordwestdeutschlands sowie zahlreiche Radiosender mit Korrespondentenbüros oder Regionalredaktionen vertreten.

Gesundheitswesen

Die vier staatlichen Krankenhäuser sind durch den Klinikverbund Gesundheit Nord gGmbH organisiert.

  • Klinikum Bremen-Mitte
  • Klinikum Bremen-Nord
  • Klinikum Bremen-Ost
  • Klinikum Links der Weser

Darüber hinaus betreibt die evangelische Kirche das Diakonissen-Krankenhaus in Gröpelingen, die katholische Kirche das St.-Joseph-Stift in Schwachhausen. Das Rote Kreuz führt ein Krankenhaus in der Neustadt. Kleinere Spezialkliniken sind unter anderen die Roland-Klinik, die Kurfürstenklinik und die Klinik Dr. Heines.

Öffentliche Einrichtungen

Die meisten regional gegliederten deutschen Organisationen haben eine Niederlassung in Bremen. Bedingt durch die Bedeutung für den Außenhandel sind in Bremen auch etwa 40 Konsulate und Honorarkonsulate zu finden. Organisationen, Behörden und Einrichtungen, deren Tätigkeit auf das Land Bremen beschränkt ist, haben ganz überwiegend in der Stadt Bremen und nicht in Bremerhaven ihren Sitz. Eine ungewöhnliche Einrichtung ist die Arbeitnehmerkammer Bremen, welche die Interessen der abhängig Beschäftigten wahrnehmen soll und zu der es in anderen Bundesländern keine Entsprechung gibt.

Als bundesweit tätige Organisation mit Zentrale in Bremen ist die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger zu nennen. Weitere öffentliche Einrichtungen sind:

Körperschaften des öffentlichen Rechts
  • Katholische Kirche in Bremen
  • Bremische Evangelische Kirche
  • Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden im Lande Bremen
  • Arbeitnehmerkammer Bremen
  • Kassenärztliche Vereinigung Bremen
  • Kassenzahnärztliche Vereinigung Bremen
  • Tierärztekammer Bremen
Anstalten des öffentlichen Rechts
  • Radio Bremen (Radio Bremen TV, Bremen Eins, Bremen Vier, Nordwestradio)
Gerichte
  • Staatsgerichtshof der Freien Hansestadt Bremen
  • Hanseatisches Oberlandesgericht Bremen
  • Oberverwaltungsgericht der Freien Hansestadt Bremen
  • Landesarbeitsgericht Bremen
  • Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen (Zweigstelle)
  • Finanzgericht Bremen
  • Landgericht Bremen
  • Arbeitsgericht Bremen-Bremerhaven
  • Verwaltungsgericht der Freien Hansestadt Bremen
  • Sozialgericht Bremen
  • Amtsgerichte Bremen und Bremen-Blumenthal

Bildung, Wissenschaft und Forschung

Das Bremer Bildungssystem stellt sich widersprüchlich dar: Einerseits wurden die Städte Bremen und Bremerhaven vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft am 12. März 2004 zur „Stadt der Wissenschaft 2005” (bei 36 deutschen Städten als Mitbewerber) gewählt, andererseits belegt Bremen im Bereich der Elementar- und Allgemeinbildung laut deutscher PISA-Studie den letzten Platz.

  • Die Universität Bremen ist mit ca. 20.000 Studierenden und über 1.500 Wissenschaftlern die größte Hochschule des Landes Bremen. Zum Wintersemester 1971/72 nahm sie ihren Betrieb auf. Die Grundsteinlegung erfolgte am 11. November 1970 durch Studenten und Schüler unter dem Namen „Marx & Moritz-Universität”. 1973 wurde die Pädagogische Hochschule integriert, daher lag der Schwerpunkt der Universität zunächst in der Lehrerausbildung. Heute gibt es beinahe alle Fachbereiche (außer Medizin), sowie diverse Sonderforschungsbereiche. Zum Beispiel lässt der Bremer Fallturm als europaweit größte derartige Einrichtung Untersuchungen und Forschungen in simulierter Schwerelosigkeit zu. Ein Indikator für die Wertschätzung der Forschungsleistungen ist der hohe Anteil der eingeworbenen Drittmittel. Die Qualität der Universität Bremen zeigt das gute Abschneiden dieser Alma Mater bei der im Jahre 2006 erstmals abgeschlossenen Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder. Hier wurde die Universität Bremen für ihre „Zukunftskonzepte zur universitären Spitzenforschung” als möglicherweise förderungswürdig mit besonderen Mitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft ausgezeichnet – als einzige Hochschule Norddeutschlands.
  • Die Hochschule für Künste Bremen ist eine staatliche, künstlerisch-wissenschaftliche Hochschule in Bremen. Die älteste ihrer Vorläuferinstitutionen wurde 1873 gegründet. Sie hat 70 Professoren und ca. 900 Studenten, darunter ca. 300 aus dem Ausland. An der HfK Bremen gibt es den Fachbereich Kunst und Design und den Fachbereich Musik. Sie ist damit außer der UdK Berlin die einzige Hochschule in Deutschland, die diese Bereiche vereint.
  • Die Hochschule Bremen entstand 1982 durch die Fusion von vier Hochschulen; Hochschule für Wirtschaft, Hochschule für Technik, Hochschule für Sozialwissenschaften und der Hochschule für Nautik. Die älteste Vorläufer-Akademie wurde bereits 1799 gegründet. Die Drittmitteleinwerbung ist insbesondere im technischen Fachbereich enorm, es ist die höchste aller technischen Fachbereiche in Deutschland. Internationalität ist ein weiteres Kennzeichen der Hochschule Bremen. Mit über 250 Universitäten und Hochschulen gibt es weltweit Kooperationsabkommen, mit verschiedensten sogar Doppeldiplom-Abkommen (je vier Semester Studium an der Hochschule Bremen, vier an einer ausländischen Partnerhochschule). Auf dem Gelände der Hochschule befindet sich die Walter-Stein-Sternwarte und ein Studienzentrum der Fachhochschule für Oekonomie & Management.
  • Die Jacobs University Bremen (bis 2007: International University Bremen) ist eine private Hochschule, gegründet 1999 nach US-amerikanischem Vorbild. Sie befindet sich auf einem Gelände einer ehemaligen Ausbildungskaserne der Bundeswehr in Vegesack, Ortsteil Grohn. Die Lehrsprache ist Englisch. Im November 2006 gab der in der Schweiz lebende Bremer Kaufmann Klaus J. Jacobs bekannt, dass seine Stiftung der Universität insgesamt bis zu 200 Millionen Euro zuwenden wird; ein europaweit bisher einmaliger Geldbetrag. Infolgedessen trägt die Hochschule seit Frühjahr 2007 den Namen Jacobs University Bremen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater

Bremen besitzt eine vielfältige Theaterszene. Neben den fünf städtischen Theatern – das größte unter ihnen ist das Theater am Goetheplatz im Viertel – gibt es zahlreiche, teils etablierte Theater in freier oder privater Trägerschaft. Bei der bremer shakespeare company im Theater am Leibnizplatz ist der Name Programm; das Travestietheater von Madame Lothár im Schnoor ist eine bremische Institution. Inszenierungen moderner Stücke sind im Jungen Theater zu sehen.

Museen

Die Museumslandschaft in Bremen ist ebenso vielfältig. Die von Bürgern der Stadt gegründete Kunsthalle wurde 1849 eröffnet; der Bestand umfasst heute europäische Kunstwerke vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Moderne Kunst ist im Neuen Museum Weserburg zu betrachten. Weitere Ausstellungen sind in der Böttcherstraße und rund um die Kunsthalle zu finden.

Die Kulturgeschichte der Seefahrt wird im Überseemuseum mit über 100-jähriger Tradition und im erst 2004 eröffneten Hafenmuseum gezeigt. Mit der übrigen Kultur- und Heimatgeschichte befassen sich das Focke-Museum, Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, und das Heimatmuseum Schloss Schönebeck.

Ein modernes Science Center ist das Universum nahe der Universität.

Musik

Die Stadt ist Träger des Philharmonischen Staatsorchesters (Bremer Philharmoniker), das 1812 als Gesellschaft für Privatkonzerte gegründet und 1888 in die Philharmonische Gesellschaft umgewandelt wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt es seinen heutigen Namen. Der Veranstaltungsort für klassische Musik in Bremen ist die Glocke.

Im Bereich der populären Musik wurde Bremen bekannt durch Künstler wie den deutschen Schlagersänger Ronny („Oh my Darling, Caroline”), der sich auch als Entdecker und Produzent des holländischen Kinderstars Heintje („Mama”) in den 1960er Jahren einen Namen gemacht hat, die Sixties-Beatgruppe Yankees („Halbstark”) und die Deutschrock-Band Wolfsmond („Wie der Wind so frei”).

In der Jazz- und Avantgardemusik erlangte der Trompeter Uli Beckerhoff Bekanntheit.

Bei Radio Bremen produzierte Michael Leckebusch ab 1968 mit dem Beat-Club eine der ersten richtungsweisenden TV-Musiksendungen der Nachkriegszeit. Die Moderatoren Uschi Nerke und Gerd Augustin erzielten regelmäßig am Sendetermin am Samstagnachmittag hohe Einschaltquoten bei jugendlichen Zuschauern. Die Sendung entwickelte sich in einem nicht unerheblichen Maße zu einem Phänomen der Jugendkultur im Deutschland.

Bauwerke

Rund um den Marktplatz

Der Roland ist Mittelpunkt und Wahrzeichen der Stadt. Der originale Kopf des Roland ist im Focke-Museum ausgestellt. Während des zweiten Weltkrieges wurde er aus Furcht vor Zerstörung durch Bombenangriffe durch eine Kopie ersetzt. Sein Blick ist auf den Dom St. Petri gerichtet, der für Besucher das Dom-Museum und den Bleikeller bereithält. Neben dem Roland steht das Rathaus, in dessen Ratskeller Wein serviert und verkauft wird. Roland und Rathaus gehören zum UNESCO-Welterbe. An der Westmauer des Rathauses sind die Bremer Stadtmusikanten, ebenfalls ein Wahrzeichen der Stadt, zu finden. Hier endet die Deutsche Märchenstraße. Es schließt sich die ehemalige Ratskirche Unser Lieben Frauen an.

Auf der gegenüberliegenden Seite des Marktplatzes thront der Schütting, das Haus der Kaufleute. Die Ostseite des Platzes nimmt das Gebäude der Bremischen Bürgerschaft ein, an der Westseite steht eine Reihe von vier Gebäuden aus dem 19. Jahrhundert. Zwischen dem Schütting und der Bremer Baumwollbörse öffnet sich die Böttcherstraße, ein zwischen 1922 und 1931 entstandenes Gesamtkunstwerk. Sie führt zur Martinikirche an der Weser.

Am Weserufer

In Höhe der Martinikirche beginnt die Schlachte, die in den 1990er Jahren sanierte historische Uferpromenade. Gegenüber liegt der Teerhof auf einer Weserinsel. Einige Kilometer flussabwärts ist der Space Park im Stadtteil Gröpelingen zu finden, der 2004 öffnete, im gleichen Jahr wieder schloss und seither als bemerkenswerte Investitionsruine brach liegt.

Schnoorviertel

Der Schnoor ist ein mittelalterliches Gängeviertel in der Altstadt Bremens. Das Quartier verdankt seine Bezeichnung den vielen kleinen Häusern, die „wie an einer Schnur gezogen” den zentralen Straßenzug säumen. Zahlreiche Häuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert sind noch erhalten und vermitteln einen romantischen Eindruck vom Leben in früheren Zeiten. Am Rande des Schnoor steht die katholische Propsteikirche St. Johann.

Außerhalb des Stadtkerns

Weitere sehenswürdige Bauwerke sind der U-Bootbunker Valentin im Ortsteil Farge, das Antikolonialdenkmal („Elefant”) im Stadtteil Schwachhausen, das Haus des Reichs in der Bahnhofsvorstadt, das Aalto-Hochhaus von 1962 in der Neuen Vahr, das Schulschiff Deutschland in Vegesack und der Fallturm in der Nähe der Universität.

Parks

Der Bürgerpark ist der größte privat finanzierte Stadtpark in Deutschland. Er schließt sich hinter dem Bahnhof direkt an die Bürgerweide an und geht in den Stadtwald über, mit dem zusammen er 202 Hektar umfasst. Der Bürgerpark wurde in den 1860er Jahren vom Landschaftsgärtner Wilhelm Benque angelegt. Ebenfalls von Benque stammt Knoops Park in Bremen-Nord, eine Mischung aus englischem Park und italienischem Renaissance-Garten.

Die Bremer Wallanlagen sind hervorgegangen aus den bis zum 17. Jahrhundert erbauten Befestigungsanlagen. Sie sind nicht nur Bremens älteste, sondern auch die erste öffentliche Parkanlage in Deutschland, die durch eine bürgerliche Volksvertretung realisiert wurde.

Der Rhododendron-Park bietet auf einer Fläche von 46 Hektar eine einzigartige Sammlung an Rhododendren und Azaleen. 500 von den weltweit 1.000 verschiedenen Rhododendronwildarten wachsen in diesem Park und dem hier stehenden grünen Science Center botanika.

Sport

Bremen beheimatet den Fußballbundesligisten SV Werder Bremen, der auch eine starke Schach- und Tischtennis-Abteilung hat. Der Grün-Gold-Club Bremen ist Weltmeister im Formationstanzen Latein.

Die Stadthalle ist als Veranstaltungsort des Bremer Sechstagerennens bekannt. Die Stadthalle ist Austragungsort weiterer Sportwettkämpfe, auch manche Heimspiele der Handball-Zweitligamannschaft SG Achim/Baden aus der Nachbarstadt Achim finden hier statt.

Für den Freizeitsport bieten sich der Bürgerpark und der Stadtwald sowie zahlreiche Wassersportanlagen auf den Nebenarmen der Weser und auf dem Stadtwaldsee an.

Regelmäßige Veranstaltungen

Im Laufe des Jahres wechseln sich auf den Plätzen in der Stadtmitte die Losbuden der Bürgerpark-Tombola und Fahrgeschäfte der Osterwiese, des Freimarktes und des Weihnachtsmarktes ab. Beim Freimarkt handelt es sich um das älteste Volksfest Deutschlands, das erstmals im Jahr 1035 abgehalten wurde. Gesellschaftlich bedeutend sind die Bremer Eiswette am Dreikönigstag und das Bremer Schaffermahl im Februar. Aus der Vielzahl der kulturellen Veranstaltungen ragen der Bremer Karneval im Februar, die Breminale im Mai und das Musikfest Bremen im September heraus. Eine viele Besucher anlockende Veranstaltung mit sportlichem Hintergrund ist das stets im Januar stattfindende Bremer Sechstagerennen.

Mundarten/Sprachen

In Bremen wird Hochdeutsch gesprochen, daneben nur noch selten Plattdeutsch. Das Bremer Platt als eigene Mundart ist nicht mehr in seiner Reinform zu hören, da es sich inzwischen mit dem Platt des Umlandes gemischt hat.

In die in Bremen gesprochene Umgangssprache haben viele Elemente des „Bremer Snak” Eingang gefunden. Der „Bremer Snak” ist der bremische Dialekt des Missingsch, eines Hochdeutschen mit niederdeutschem Einschlag.

Kulinarische Spezialitäten

Eine der bekanntesten Bremer Spezialitäten ist Kohl und Pinkel. In Bremen wird der Grünkohl als „Braunkohl” bezeichnet, weil die regional angebaute Kohlsorte rote Pigmente in den Blättern hat. Deshalb erhält der Kohl durch das Kochen eine bräunliche Färbung und schmeckt würziger.

Ein beliebtes Bremer Wintergebäck ist der Klaben. Dieses „urbremische Gebäck” ist ein schwerer Stollen, das Wort „Klaben” weist auf die gespaltene Form hin. Er wird zumeist Anfang Dezember gebacken, und zwar in solchen Mengen, dass er bis Ostern reicht. Im Gegensatz zum Stollen wird Klaben nach dem Backen nicht mit Butter bestrichen und gezuckert.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Zu den Ehrenbürgern der Stadt Bremen gehören der Verleger Anton Kippenberg, der Politiker Wilhelm Kaisen und der Dichter, Übersetzer und Architekt Rudolf Alexander Schröder. Zuletzt wurden am 6. September 2005 Annemarie Mevissen und Barbara Grobien ausgezeichnet.

Siehe auch: Liste der Ehrenbürger von Bremen

Söhne und Töchter der Stadt Bremen

Als Bremer weit über ihren Geburtsort hinaus bekannt geworden sind der Pastor Joachim Neander, der Kolonialkaufmann Franz Adolf Eduard Lüderitz, der Friedensnobelpreisträger Ludwig Quidde, der Bundespräsident Karl Carstens, der Bundesminister Jürgen Trittin, die Fernsehmoderatoren Hans-Joachim Kulenkampff und Bärbel Schäfer, der Schriftsteller und Musiker Sven Regener, der Manager Klaus Kleinfeld und der Bandleader, Komponist und Musikproduzent James Last (Hans Last).




Texte und Bilder stammen ganz oder teilweise aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht somit ganz oder teilweise unter der GNU Lizenz. Eine Liste der Autoren und Fotografen, sowie den Originaltext finden Sie hier.

Informationsportal über Bremen in Bremen - 24.11.2017