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| Basisdaten |
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| Bundesland: |
Rheinland-Pfalz |
| Landkreis: |
Bad Kreuznach |
| Verbandsgemeinde: |
Langenlonsheim |
| Koordinaten: |
49° 53′ N, 7° 54′ O |
| Höhe: |
102 m ü. NN |
| Fläche: |
5,81 km² |
| Einwohner: |
2406 |
| Bevölkerungsdichte: |
414 Einwohner je km² |
| Postleitzahl: |
55559 |
| Vorwahl: |
0671 |
| Kfz-Kennzeichen: |
KH |
| Gemeindeschlüssel: |
07 1 33 018 |
Adresse der
Verbandsverwaltung: |
Naheweinstraße 80
55450 Langelonsheim |
| Webpräsenz: |
www.bretzenheim.de
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| Ortsbürgermeister: |
Wolfgang Spietz |
Bretzenheim ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz (Deutschland).
Geschichte
In Bretzenheim befand sich von 1945 bis 1946 ein Rheinwiesenlager der US-amerikanischen Besatzungsarmee.
Feld des Jammers
Von April 1945 bis Jahresende 1948 befand sich in der Gemarkung von Bretzenheim ein weit über Deutschland hinaus bekanntes Kriegsgefangenenlager.
Das weite, bis zu den Weinbergen reichende Gelände hinter und beiderseits des dort aufgestellten Mahnmals „Feld des Jammers”, hatte eine Fläche von ca. 210 - 220 ha, aufgeteilt in 24 Cages (Käfige). Hunderttausende Gefangene durchliefen dieses Lager, teils um in die Heimat entlassen oder aber nach Frankreich zur Zwangsarbeit transportiert zu werden.
Die Ernährung und die hygienischen Verhältnisse in diesem Lager, eingezäunte verschlammte Wiesen unter freiem Himmel, auf denen die Gefangenen mangels Baracken in offenen Erdlöchern lebten, waren schlecht bis katastrophal. Reguläre Soldaten waren durch den Kriegsdienst meist abgehärtet und kamen mit den Bedingungen leichter zurecht. Viele Gefangene waren aber Jugendliche, Angehörige des Volkssturm, Kriegsversehrte und Verwundete. Das Lager in Bretzenheim war das schlimmste dieser Art, in dem zeitweise etwa 103.000 Kriegsgefangene waren. Hier wurden von den Amerikanern auch Soldaten der Waffen-SS gesammelt.
Die Bewachung des Lagers stand von Ende April bis 10. Juli 1945 unter dem Kommando der US-Army, der 106th Infantry Division, die auf eine Divisionsstärke von 40.000 Mann aufgestockt worden war und zusätzliche Transporteinheiten erhalten hatte, um Nahrung in die Lager zu schaffen. Die Transportkapazität reichte jedoch nicht aus, mit der Organisation der Lager war die Division völlig überfordert.
Versuche des Internationalen Roten Kreuzes den Gefangenen zu helfen, wurden von den Amerikanern abgewehrt. Dem IRK wurde der Zutritt zum Lager verwehrt, da es seitens der US-amerikanischen Besatzungsmacht nicht erwünscht war den Abgesandten des IRK die Zustände in den Lagern sehen zu lassen. Dazu kam, dass die Lebensmittelrationen der deutschen Zivilbevölkerung im Frühjahr 1945 bei ungefähr 1.000 Kalorien lagen, nicht einmal die Hälfte der zum Leben notwendigen Menge. Im April und Anfang Mai 1945 war die Versorgung nur unregelmäßig und reichte nicht, danach besserte sie sich langsam. Erst im Juni gab es annähernd ausreichende Essensportionen. Im Verlaufe von Mai und Juni erhielt das Lager Latrinen, Küchen und Krankenreviere. Dreck, Nässe, Unterernährung und unhygienische Umstände führten zu Krankheiten. Der Ausbruch von Seuchen versuchten die Amerikanern zu verhindern, indem sie das Trinkwasser chlorierten, die Gefangenen mit DDT entlausten und Seife und Toilettenpapier zur Verfügung stellten.
Von Juli 1945 bis 31.Dezember 1948, inzwischen auf 32 ha verkleinert und unter der Regie der Franzosen wurde es weiter als Kriegsgefangenenlager und ab Oktober 1945 als Durchgangslager (Depot de transit Nr.1) genutzt.
Eine erschreckend große Anzahl der Gefangenen überlebte den Lageraufenthalt nicht, starb den Hungertod, oder fiel Seuchen und Krankheiten zum Opfer. Ihre genaue Zahl wird sich nicht mehr ermitteln lassen. Zahlenangaben sind Spekulation.
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