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Bruckmühl ist ein Markt im oberbayerischen Landkreis Rosenheim. Die Gemeinde gehört zum Amtsgerichtsbezirk Rosenheim im Landgerichtsbezirk Traunstein. Geografische LageBruckmühl liegt im Mangfalltal. Die Mangfall durchfließt den Ort. Nachbargemeinden sind Bad Aibling, Tuntenhausen, Baiern, Feldkirchen-Westerham und Irschenberg. OrtsteileNeben dem Hauptort Bruckmühl besteht die Gemeinde aus den Ortsteilen Bergham, Breitenberg, Buchen, Ginsham, Götting, Heufeld, Heufeldmühle, Hinrichssegen, Hirschberg, Högling, Hornau, Jenkofen, Kirchdorf am Haunpold, Linden, Maxhofen, Mittenkirchen, Nacken, Noderwiechs, Oberadlfurt, Oberholzham, Oberleiten, Oberstaudhausen, Oberwall, Oed, Orthofen, Ried, Schnürmann, Sonnenleiten, Sonnenwiechs, Stachöd, Thalham, Unterholzham, Unterleiten, Unterstaudhausen, Unterwall, Voglried, Waith, Waldheim, Weidach, Weihenlinden, Wiechs, Wolfgraben, Zum Winterblöcker. PolitikBürgermeister
WappenDer Name Bruckmühl (vormals Pruckmil) leitet sich aus zwei wesentlichen auch im Wappen sichtbaren Besonderheiten der Gemeinde ab. Es handelt sich dabei einmal um die stilisierte Brücke (Bruck) und des weiteren um das ebenfalls erkennbare Mühlrad (mühl). Beides geht auf historische Begebenheiten zurück, nämlich die Tatsache, das an der Siedlungsstelle der Gemeinde schon früh eine Brücke über die Mangfall bestand und dieser Fluss zum Betrieb einer Mühle genutzt wurde. Partnerstadt
GeschichteDie Mühle zu Bruck gilt als das erste und in der Folge auch namensgebende Gebäude der Marktgemeinde. Dabei beschreibt der Begriff lediglich die Lage des Gebäudes, nämlich die Tatsache, daß die Mühle an der Brücke über die Mangfall liegt. Wann genau die Mühle entstanden ist, ist nicht eindeutig belegt. Die erste urkundliche Erwähnung jedoch findet sich bereits in Übereignungsverträgen der Jahre 1325 und 1327. Die Chronisten gehen davon aus, dass die Mühle jedoch bereits lange vor diesen ersten urkundlichen Erwähnungen errichtet wurde und von Beginn an wirtschaftliche Bedeutung für die umliegenden Dörfer und Liegenschaften hatte. Ursprünglich dürfte die Mühle zu Bruck direkt vom Wasser der Mangfall angetrieben worden sein, obschon sie am so genannten Mühlbach lange Zeit das älteste und einzige Haus der Marktgemeinde darstellte. Erst im 17. Jahrhundert siedelte sich neben der Mühle ein zweites Haus an. Heute erinnert ein in den 1980er Jahren errichtetes Mühlrad an die Mühle, welches immer noch vom Mühlbach angetrieben wird, jedoch nurmehr symbolischen Charakter hat. Ein Hinweis auf die Bedeutung der Mühle findet sich heute noch im Wappen der Marktgemeinde Bruckmühl, nämlich der Verwendung eines stilisierten Mühlsteines. Mitte des 19. Jahrhunderts bestand Bruckmühl nur aus drei Häusern und gehörte zur politischen Gemeinde Kirchdorf. Die Eröffnung der Bahnlinie 1857 Holzkirchen-Rosenheim führte jedoch zu stetigem Wachstum des Ortes. Zunächst war die Bahnlinie erst rechts der Mangfall in Flussrichtung geplant, doch die Grundbesitzer wehrten sich dagegen und der Plan der Eisenbahnstrecke musste erneut geplant werden. Am 31. Oktober 1857 war es dann soweit und die erste Dampflok wurde auf Reise geschickt. Die Dampflok 64 518 fuhr sehr lange Zeit auf dieser Strecke. Das erste Eisenbahnunglück in der Gemeinde ereignete sich am 23. April 1915. Die Bahnschranken waren nicht geschlossen trotz des annähernden Zuges. Der Knecht vom Jodelbauern von Mittenkirchen sollte Sägemehl holen und lief unachtsam über die Gleise. Der Personenzug riss das Fuhrwerk um. Der Knecht war schwer verletzt, und die Pferde waren tot. 1926 wurde die durch Spenden erbaute Herz-Jesu-Kirche in Bruckmühl durch Kardinal Michael von Faulhaber eingeweiht. Erst 1939 wurde der Altar eingebaut. 1929 erhielt die Gemeinde ihr eigenes Schulhaus. 1948 erfolgte die Umbenennung der Gemeinde Kirchdorf in Gemeinde Bruckmühl. Am 10. Oktober 1954 wurde die evangelische Kirche eingeweiht. 1964 erfolgte die Erhebung zum Markt. Im Jahre 1972 wurde das bis dahin zum Landkreis Bad Aibling gehörige Bruckmühl dem Großlandkreis Rosenheim zugeschlagen. 1975 schloss sich die Gemeinde Holzham freiwillig Bruckmühl an, die Gemeinde Götting wurde im Jahr 1978 im Zuge der Gemeindegebietsreform eingemeindet. Wirtschaft und InfrastrukturWirtschaftDer Wirtschaftsraum Bruckmühl wurde aufgrund der verkehrsgünstigen Lage früh für die Ansiedlung von Industriebetrieben entdeckt. Entscheidenden Einfluss auf diese Entwicklung hatte die Gründung der BWB durch die Bayerische Wolldeckenfabrik Weiler, Bauer & Co., die das Werk im Jahre 1904 erwarb und ab 1913 Bayerische Wolldeckenfabrik Bruckmühl (über 800 Angestellte nach dem 2. Weltkrieg) nannte. Bis in die 1980er Jahre wurden dort unter Anderem die Decken für die Bundeswehr produziert. Nicht weniger bedeutend war die Ansiedlung der Chemischen Fabrik Heufeld, die 1858 gegründet wurde, der heutigen Süd-Chemie AG in Heufeld. Im Sinne des Chemikers Justus von Liebig widmete man sich dort der Produktion mineralischer Dünger. Der Bau des Leitzachwerks erfolgte zwischen 1911 bis 1913. Der Werkskanal der Mangfall wurde bereits 1908 erbaut. Das Turbinenhaus erst im Jahr 1911. Im Ortszentrum an der Stelle an der früher die Mühle zu Bruck stand) befindet sich der Hauptsitz der weltweit bekannten Firma Salus, die sich auf pflanzliche Arzneimittel und Tees spezialisiert hat. Nicht unweit davon liegt die Papierfabrik Neenah Gessner (vorm. Fibermark Gessner, davor: Steinbeis Gessner), die mit ihren technischen Spezialpapieren weltweiter Marktführer ist und Industriekunden auf allen Kontinenten beliefert. Nicht unerwähnt sollte der Standort der Firma Fritzmeier sein, die 1972 in die bestehenden Fabrikgebäude einer Tuchfabrik in Hinrichssegen zog. Ansässige große Unternehmen
Bildung
Sonstige EinrichtungenAltenheim; Bücherei; Familienzentrum; Kompostierungsanlage des Landkreises; Klärwerk; Schwimmbad; Wasserwerk und Wertstoffsammelstelle. Kultur und SehenswürdigkeitenMuseen und Archive
Naturdenkmäler
Bauwerke
Bauten von Peter MissoniDer italienische Architekt Peter Missoni trug in den frühen Jahren von Bruckmühl viel zum Aufbau der Gemeinde bei. Gebäude wie das Gasthaus Thurmaier (heute Brückenwirt), die Thurmaier-Villa, das Dorrerhaus (heute Galerie Markt Bruckmühl), das Stuckenhaus (ehem. Kloster der Armen Schulschwestern), sowie der alte Pfarrhof waren Werke von Missoni. Er war gleichsam Architekt und Bauleiter, weshalb bei der Errichtung der stilistisch auffälligen Gebäude hauptsächliche italienische Gastarbeiter beschäftigt wurden. Missoni arbeitete in der Tradition seines Vaters, der in Bruckmühl ebenfalls Architekt war. Eines der wohl interessantesten Bauwerke Bruckmühls dürfte das Böhmerhaus sein, das ebenfalls von Missoni entworfen wurde. Jakob Böhmer der Erbauer des Hauses beschloss, ein sehr massives Haus zu bauen, um so die Fluten der Mangfall bei Hochwasser nahezu unbeschadet zu überstehen. Das Haus ist nahezu quadratisch und zeigt viele Stilelemente der Renaissance. Deutlich erkennt man auch die klassische Formengliederung. Ganz auffällig ist der erste Stock, denn dieser wurde von aussen am prunkvollsten verziert. Es war auch die edle Etage (piano nobile). Die Abwechslung der dreieckförmigen und bogenförmigen Fenstergiebel verleihen dam Haus einen einmaligen Wiedererkennungswert. Mit einer aufwendigen Attika schließt die Fassade unter dem Dach ab. Damals war in dem Haus eine königlich-bayerische Gendarmerie Station. Vor ein paar Jahren wurde das Haus von aussen wieder sehr schön restauriert und dient nun als Mehrfamilienhaus. Regelmäßige Veranstaltungen
Literatur
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