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Die Gemeinde Brühl liegt im Rhein-Neckar-Kreis in Baden-Württemberg (Deutschland). Das ehemalige Fischerdorf am Rhein entwickelte sich in den letzten Jahrzehnten zu einer Vorstadt des nahegelegenen Mannheim, wo ein Großteil seiner Bewohner beschäftigt ist. Bekannt wurde der Ort durch die Tennisspielerin Steffi Graf. GeografieBrühl grenzt direkt an das nördlich gelegene Mannheim und den Rhein im Westen in den der Leimbach mündet. Die zu Brühl gehörende 400 ha große Halbinsel Kollerinsel gehört zu den wenigen linksrheinischem Gebieten Baden-Württembergs. Angrenzend liegen Altrip, Waldsee und Otterstadt. Im Süden befindet sich Ketsch, im Osten Schwetzingen. Die Gemeinde besteht aus den beiden Ortsteilen Brühl und Rohrhof. Geschichte976 wurde Rohrhof erstmals urkundlich erwähnt, anlässlich einer Schenkung von Kaiser Otto II. an den Bischof von Worms. 1157 war die erste Erwähnung von Brühl als „Bruowele” in einer Urkunde, die ausführt, dass der Bischof von Speyer Brühl erwirbt. Ab 1405 übten die Herren von Handschuhsheim die weltlichen Rechte aus, die sie als Lehen von Speyer und der Kurpfalz bis 1600 hatten. Das oft strittige Kondominat zwischen der Kurpfalz und Speyer wurde erst 1709 mit einem Vertrag gelöst, in dem Speyer auf die weltlichen Rechte an Brühl verzichtete. 1803 kam der Ort zu Baden. 1878 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Brühl und Rohrhof verschmolzen. Am 18. Dezember 1916 erhielt die Brühlerin Elis Walter als erste Frau den LKW-Führerschein im Großherzogtum Baden. In der NS-Zeit wurde 1938 das Geschäft der in Brühl tätigen jüdischen Kaufmannsfamilie Rhein zerstört. 1944 wurde ein Teil der Rohrhofer Gemarkung Mannheim zugeschlagen. "Leben und feiern am Rhein", ist das Motto des Gemeindejubiläums "850 Jahre Brühl" am 22.-25. Juni 2007. Mit dem Gemeindejubiläum will Brühl nach innen wie nach außen Zeichen setzen - als lebendige, offene "Wohlfühlgemeinde" am Rhein zwischen den Großstädten Mannheim und Heidelberg und im Zentrum der Europäischen Metropolregion Rhein-Neckar. Mit den Vorbereitungen für das Gemeindejubiläum 2007 wurde bereits 2005 begonnen. Einwohnerentwicklung
PolitikGemeinderat
BürgermeisterSeit 1998 amtiert Dr. Ralf Göck (SPD) als Bürgermeister. Er wurde 2006 für weitere acht Jahre gewählt. Sein Einsatz prägt vor allem das Vereinsleben seiner Gemeinde. Bisherige Gemeindeoberhäupter (nicht komplett):
WappenDie Blasonierung des Wappens lautet: In Blau ein silbernes Hufeisen. Das Hufeisen lässt sich erstmals 1496 auf einem Bildstock nachweisen. Später war es auch auf allen Gemeindesiegeln abgebildet. 1911 wurde das Wappen dann vom Generallandesarchiv offiziell verliehen. Die Farben weiß und blau gehen zurück auf das Herrschergeschlecht der Kurpfalz die Wittelsbacher. Die Flagge ist Weiß-Blau und wurde 1960 vom Innenministerium verliehen. Städtepartnerschaften
Kultur und SehenswürdigkeitenSportDie mitgliederstärksten Vereine sind der TV Brühl (Turnen, Handball, Tischtennis, Volleyball) und der FV Brühl (Fußball, Leichtathletik). FreizeiteinrichtungenBrühl verfügt über ein beheiztes Freibad sowie ein Hallenbad und das neu gestaltete Jugendzentrum im Rennerswald. Regelmäßige VeranstaltungenWichtigste Veranstaltungen des Jahres sind die beiden Fischerfeste, die Brühler Straßenkerwe und das Rohrhofer Sommerfest. Wirtschaft und InfrastrukturTraditionell lebte die Bevölkerung von der Landwirtschaft. 1840 wurde die erste Ziegelei gegründet. Befördert durch die Nachfrage des naheliegenden, wachsenden Mannheim gab es 1890 bereits sieben Ziegeleien. Nach dem ersten Weltkrieg erhielten allerdings fünf keine Konzession mehr und die letzten zwei schlossen in den 1960ern. Viele Brühler fanden auch Arbeit in den während der Industrialisierung in Mannheim entstehenden Betrieben insbesondere im Rheinauer Hafen. 1909 gründete Karl Lanz auf Brühler Gemarkung die Luftschiffbau Schütte-Lanz. Die dort gebauten Luftschiffe waren die größte deutsche Konkurrenz für die Zeppeline. Nach den Bestimmungen des Versailler Vertrags musste der Luftschiffbau 1922 eingestellt werden. Die gewonnenen Erfahrungen konnten aber für die Holzverarbeitung genutzt werden. Das Unternehmen ist heute noch in Brühl ansässig und ist mittlerweile auf den Verschalungsbau spezialisiert. Der größte Arbeitgeber in Brühl ist die HIMA. Ein Unternehmen, das Produkte für die Fabrik- und Prozessautomation entwickelt. Die meisten Brühler allerdings finden Arbeit in den umliegenden Oberzentren Mannheim, Ludwigshafen und Heidelberg und pendeln täglich an ihren Arbeitsplatz. Verkehr1905 wurde von Rheinau her ein Abzweig der Rheintalbahn gebaut. Sieben Jahre später wurde die Strecke bis Ketsch verlängert. 1966 wurden die Bahnstrecke und der Brühler Bahnhof stillgelegt. Den ÖPNV betreibt heute die Busverkehr Rhein-Neckar mit Linien nach Mannheim, Schwetzingen und Ketsch. Sie gehört dem Verkehrsverbund Rhein-Neckar an. Seit den 1960ern führt die Bundesautobahn 6 an Brühl vorbei. Über die Anschlussstelle Mannheim/Schwetzingen besteht eine direkte Anbindung. Dort kreuzt auch die Bundesstraße 36, die in die Mannheimer Innenstadt bzw. nach Süden Richtung Karlsruhe führt. MedienDie Schwetzinger Zeitung berichtet in ihrem Lokalteil über das Brühler Gemeindeleben. Das Amtsblatt, die Brühler Rundschau, wird kostenlos wöchentlich an die Haushalte verteilt. Seit 1.Oktober 2006 gibt es den "Regionalen-Informations-Kanal Brühl" im digitalen Kabelnetz. RIK Brühl sendet rund um die Uhr, in ständiger Wiederholung. PersönlichkeitenBerühmteste Einwohnerin der Gemeinde war Steffi Graf, die allerdings in Mannheim geboren wurde. Ihr Vater, Peter Graf, lebt immer noch auf dem Anwesen in der Gemeinde. EhrenbürgerDie Jahreszahlen geben den Zeitpunkt der Verleihung der Ehrenbürgerwürde wieder.
Literatur
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