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Die Stadt Büdingen liegt im Wetteraukreis in Hessen, Deutschland. Ihre historische Altstadt zählt zu den besterhaltenen, mittelalterlichen Stadtanlagen Europas und ist bekannt für ihre zahlreichen Wehranlagen und die malerischen Fachwerkgebäude. GeografieGeografische LageBüdingen liegt im Osten der Wetterau am Fuße des Vogelsberges auf 160 m Höhe. Die Stadt am Seemenbach befindet sich 15 km nordwestlich der Barbarossa-Stadt Gelnhausen und etwa 40 km nordöstlich von Frankfurt am Main. Historisch zählt Büdingen zu Oberhessen. Nachbargemeinden und -kreiseBüdingen grenzt im Norden an die Gemeinde Kefenrod, im Osten an die die Stadt Wächtersbach (Main-Kinzig-Kreis), im Süden an die Gemeinden Gründau und Ronneburg (beide Main-Kinzig-Kreis), im Südwesten an die Gemeinden Hammersbach (Main-Kinzig-Kreis) und Limeshain, im Westen an die Gemeinden Altenstadt und Glauburg, sowie im Nordwesten an die Stadt Ortenberg. GeologieBüdingen liegt in einem feuchten, sumpfigen Tal. Das Schloss und die Altstadt ruhen deshalb auf jahrhundertealten Eichenbohlen, die auf Buchenpfählen aufgestelzt sind. Der Grundwasserspiegel muss deshalb konstant hoch gehalten werden, damit keine Luft an diesen Unterbau kommen kann. Stadtgliederung
Zur Stadt gehören seit der Gebietsreform 1972 die Stadtteile Aulendiebach, Büches, Büdingen, Calbach, Diebach am Haag (siehe auch Herrnhaag), Düdelsheim, Dudenrod, Eckartshausen, Lorbach, Michelau, Orleshausen, Rinderbügen, Rohrbach, Vonhausen, Wolf und Wolferborn. Gleichzeitig erfolgte die Auflösung der Kreises Büdingen und die Eingliederung der Stadt Büdingen in den Wetteraukreis. Die Zuordnung der Stadt Büdingen zum Wetteraukreis war und ist von der Bevölkerung Büdingens ungeliebt. Die bis heute schlechte Anbindung des öffentlichen Personennahverkehrs an die Kreisstadt Friedberg (Hessen) verstärkt diese Einstellung zusätzlich. GeschichteHerkunft des Namens BuodingenDer Herkunft des Namens „Büdingen” ist nicht endgültig geklärt. Ortsnamensforschern gelten zwei Möglichkeiten als wahrscheinlich. Einige Forscher sehen den Namen von „budingun”, einem Königsbericht, abgeleitet. Andere Historiker leiten den Namen von Nachkommen eines „Buodo”, die „Buodingen”, ab. Woher die Familie stammt, die sich seit mindestens 1131 „von Büdingen” nannte, ist nicht geklärt. Gesichert ist jedoch, dass deren Vorfahren große Güter in der Wetterau besaßen und dem Hochadel angehörten. Die Ur-Büdinger waren treue Anhänger der Staufer. Das Geschlecht „von Büdingen” lebte an der Grenze der Interessensbereiche der geistlichen Fürsten aus Mainz und Fulda, die etwa in der mittleren Wetterau an das Gebiet der Landgrafen von Hessen angrenzten. Über Jahrhunderte waren die Herren von Büdingen Puffer zwischen den beiden Machtblöcken, die ihre Herrschaft auszudehnen versuchten. ChronologieBereits in früher vorchristlicher Zeit war das Gebiet um Büdingen besiedelt. Als Beleg für die keltische Besiedlung der weiteren Region zählt insbesondere der archäologisch sehr bedeutende Fund des Keltenfürsten vom Glauberg aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. Wie Funde in Hirzenhain und Rinderbügen belegen, wurde hier Brauneisen verarbeitet. Nach den Alamannen, die zwischen 260 bis 500 für Düdelsheim belegt sind, folgte eine weitere Besiedlung durch die Merowinger. Auf etwa 700 datiert der Beginn der Errichtung der St.-Remigius-Kirche in Büdingen-Großendorf als eine hölzerne Eigenkirche eines unbekannten Grundherrn. Im Jahr 847 wird „Büdingen” in der Wormser Bischofschronik erwähnt, dabei ist nicht sicher, um welches Büdingen es sich handelt. Die St.-Remigius-Kirche wird etwa 1050 (jahresringchronologisch datiert) zur heutigen Gestalt umgebaut und aufgestockt. 1131 werden die Herren „von Büdingen” erstmals urkundlich erwähnt. Diese werden 1155 auch Burggrafen von Gelnhausen. Die „villa” Büdingen wird 1206 erstmals urkundlich erwähnt. Das edelfreie Geschlecht der Herren von Büdingen stirbt mit Gerlach II. vor 1247 im Mannesstamm aus Erben sind die Herren von Hohenlohe-Brauneck, von Ysenburg-Kempenich, von Trimberg, von Hohenlohe und von Ysenburg. Im Jahr 1259 findet sich die erste Erwähnung des Gerichts Büdingen. Am 26. Juli 1330 verleiht Kaiser Ludwig der Bayer Luther von Ysenburg, Herrn zu Büdingen, für seine Stadt das Marktrecht:
Ab 1442 dürfen sich die Herren von Büdingen ihres Grafentitels erfreuen. 1578 begnadet Kaiser Rudolf II. die Grafen zu Büdingen mit dem „Jubilatemarkt”. 1806 wird die Grafschaft Ysenburg-Büdingen dem Fürstentum Isenburg-Birstein einverleibt. Mit dem Wiener Kongress 1816 wird das Fürstentum Isenburg zwischen dem Großherzogtum Hessen-Darmstadt und dem Kurfürstentum Hessen-Kassel geteilt. Büdingen kommt an Hessen-Darmstadt. Graf Ernst Casimir III. wird 1840 durch Dekret des Großherzogtums in den erblichen Fürstenstand erhoben. 1353 begnadet Heinrich II., Herr zu Büdingen, seine Stadt mit dem großen „Freiheitsbrief”. Nun eigenverantwortlich für den Schutz ihrer Stadt, werden die Schützen organisiert. Die Büdinger Schützengesellschaft bezieht sich in ihrer Geschichte auf dieses Gründungsdatum. Zwischen 1480 und 1510 lässt Graf Ludwig II. einen mächtigen Mauergürtel vor die älteren Stadtmauern legen und bestückt diesen mit 22 Türmen und Halbschalen. Diese Mauern sind noch heute vollständig erhalten und eine der bedeutendsten spätmittelalterlichen Festungsanlagen Deutschlands. Nach dem Wormser Reichstag von 1521 kommt Martin Luther auf seinem Weg in sein Eisenacher Exil durch das Büdinger Land und findet im Hause Ysenburg Bewirtung. Zumindest wird dies vermutet, da die Herrschaft von Büdingen - und gemäß dem Grundsatz „cuius regio, eius religio” auch ihre Bürger - schon im gleichen Jahr zum Protestantismus konvertiert. Mit Fortschreiten der Reformationsbewegung in Deutschland wird die Stadt später sogar calvinistisch. 1576 rafft die Pest viele Bewohner dahin. 1632 wütet die Pest erneut in Büdingen. 1590 brennen bei einem Großbrand 48 Wohngebäude nebst Scheunen und Stallungen nieder. 1634 nehmen Kaiserliche Truppen (Kroaten) Büdingen ein, vertreiben die Schweden und hausen übel in der Stadt. Verschiedene Bürger erleiden den Tod. Viele Häuser brennen nieder. 1601 begründet Graf Wolfgang Ernst die Lateinschule, das heutige „Wolfgang-Ernst-Gymnasium”. Mit einem Toleranzedikt lädt 1712 Graf Ernst Casimir I. zum Anbau in Büdingen ein. In der Folge entsteht bis 1724 vor dem Untertor (Jerusalemer Tor) die Vorstadt. Hier siedeln sich Glaubensflüchtlinge aus aller Herren Länder an, wie Hugenotten, Waldenser, Inspirierte und andere Separatisten. 1822 werden Verwaltung und Justiz im Großherzogtum Hessen-Darmstadt getrennt. Büdingen wird Sitz des Landgerichtsbezirks Büdingen aus dem dann 1852 der Landkreis Büdingen hervorgeht. Im Jahr 1839 wird die Handwerkerschule (später Gewerbeschule) gegründet. Zwischen 1867 und 1868 entsteht das Mathildenhospital. 1879 wird die Vorschuß- und Kreditkasse (heute Volksbank) gegründet. Ab 1936 wird Büdingen Garnisonsstadt, ab 1945 mit amerikanischen Truppen. Ab 1739 besteht eine Postverbindung zwischen Büdingen und Frankfurt am Main: wöchentlich eine Postkutsche und zweimal ein reitender Bote. 1869–1870 wird die Eisenbahnlinie Büdingen-Gelnhausen erbaut. 1879 entsteht das neue Gymnasium mit Turnhalle und Direktorwohnung. Zwischen 1888 und 1895 baut die Stadt eine Wasserleitung und beginnt mit einer Teilkanalisierung. 1910 wird das städtische Gaswerk errichtet. 1913 erhält Büdingen elektrisches Licht. 1911 wird in der Brunostraße die neue Volksschule erbaut. Die Gründung der Landwirtschaftlichen Bezugs- und Absatzgenossenschaft fällt in das Jahr 1920. 1965 wird das Bürgerhaus der Stadt Büdingen mit Stadtbücherei eingeweiht. Das „Wappentier” der Büdinger ist der Frosch, was auf die Besiedlung des Stadtgrabens vor den Wehranlagen im Mittelalter mit Fröschen zurückzuführen ist. In vielfältigen Variationen taucht heute der Frosch in öffentlichen und privaten Publikationen und den künstlerischen Darstellungen Büdingens auf. Hexenprozesse
Zeit des NationalsozialismusBüdingen war sicher keine Hochburg des Nationalsozialismus, jedoch Bestandteil des Systems und entsprechend an den organisierten Verbrechen durch staatliche Handlungen und individuelles Verhalten beteiligt. Dem Thema der NS-Zwangsarbeit in Büdingen und in den Stadtteilen widmet sich ein Text von Reiner Bajus, der in den Büdinger Geschichtsblättern veröffentlicht wurde. Unaufgearbeitet bleibt bislang der Bereich staatlichen Handelns und die persönliche Beteiligung und Schuld teilweise auch nach dem Krieg angesehener Büdinger. Erschwert werden solche Nachforschungen, da das Stadtarchiv deutliche Lücken zu dieser Zeit aufweist und die Akten der Kreisverwaltung in den 60er-Jahren weitgehend vernichtet wurden. Die offizielle Schuld lässt sich zumindest daran ablesen, dass die Stadt und ihrer damals selbstständigen Stadtteile bereits 1933 Nazigrößen wie Adolf Hitler, Paul von Hindenburg und weitere zu Ehrenbürgern ernannt haben. Auch Straßen in verschiedenen Stadtteilen wurden zu Ehren der Größen des Systems benannt. So hießen die heutige Berliner Straße „Adolf-Hitler-Straße” und die Mackensenstraße „Hermann-Göring-Straße”. Von 1933 bis 1938 kam es immer wieder zu Übergriffen auf Juden und jüdische Einrichtungen. 1938 soll der letzte Jude Büdingen verlassen haben. In Düdelsheim erschien in der Nacht des 9. November 1938 ein „Rollkomando” der SA aus Büdingen, dem sich Düdelsheimer Gefolgsleute anschlossen. Der kollektive Mob aus Büdingern und Düdelsheimern drang in die Synagoge ein, zerschlug die Scheiben und setzte die Vorhänge in Brand. Das Inventar, bestehend aus Tischen, Bänken, Pulten und anderem wurde verwüstet, auf Karren geladen, zur Marktwiese geschafft und dort unter dem Jubel einer großen Menschenmenge verbrannt. Wohnungen der noch in Düdelsheim lebenden jüdischer Bürger wurden aufgebrochen, verwüstet und teilweise geplündert. Eine 55-Jährige wurde von der Toilette gezerrt, mit Jauche bespritzt und gemeinsam mit ihrem 52-jährigen Bruder verprügelt und unter Fußtritten zum Rathaus getrieben. Dort wurde ihnen ein Sack über den Kopf gestülpt und sie mussten mit einem Besen in der Hand „tanzen”. Ein 51-Jähriger wurde von zwei Personen durch Düdelsheim geführt, während ihn ein Weiterer auf dem Genick sitzend „ritt”. Die Juden wurden dann im Rathaussaal zusammengetrieben, dort beschimpft und verhöhnt. Einigen wurden Stricke um den Hals gelegt und Mehlsäcke über den Kopf gestülpt, um sie dann am Fenster den Zuschauern „auszustellen”. [1] Eine Messingplatte am historischen Rathaus erinnert an das Schicksal der Büdinger Juden: „Den Toten zu Gedenken, den Lebenden zur Mahnung - Zur Erinnerung und zum Gedenken an unsere durch die nationalsozialistische Diktatur ihrer Existenzgrundlage beraubten verfolgen und ermordeten Mitbürger der jüdischen Gemeinde Büdingen - Wir trauern um das Leid aller Büdinger Juden” Gebietsreform 1972Als ein „besonderes Lehrstück kommunaler Fremdverwaltung” wurde die Gebietsreform im Jahr 1972 durch die Büdinger empfunden. Forciert wurde die Reform ab 1970 vor allem durch die FDP als Juniorpartner der SPD-geführten Landesregierung. Ziel war es, die Zahl der Landkreise und der selbstständigen Gemeinden deutlich zu verringern. Gemeindegebietsreform: Kreisgebietsreform: Religionen57,9 % der Einwohner (aller Stadtteile) sind evangelisch, 13,9 % römisch-katholisch und 28,2 % gehören sonstigen Glaubensgemeinschaften an oder sind konfessionslos. EinwohnerentwicklungStadtteil Büdingen
Stadt BüdingenSeit der Gebietsreform
Kultur und SehenswürdigkeitenBauwerkeBüdingen wird oft als das Rothenburg Hessens bezeichnet. Im historischen Stadtkern finden sich Fachwerkhäuser, die zum Teil mehrere hundert Jahre alt sind. Zumeist ist das Erdgeschoss jedoch in massivem Sandstein gehalten, was seinerzeit dem Brandschutz diente. Sehenswert ist die gut erhaltene mittelalterliche Befestigungsanlage der Stadt: Große Teile der Stadtmauer, der Wehrtürme und Stadttore sind erhalten und teilweise begehbar. Eine besondere Attraktion ist das Untertor (auch bekannt als Jerusalemer Tor) mit vorgelagerter Brücke, vollendet im Jahr 1503. Die Überlieferung besagt, dass dieses Tor nach der Pilgerreise eines Sohnes des Grafen Ludwig als Kopie des Jerusalemer Schafstores erbaut wurde. Das Büdinger Schloss, ein aus dem 16. Jahrhundert stammender staufischer Wachtbau war ursprünglich eine Wasserburg. Die Herren von Büdingen bezeichneten ihn jedoch schon immer als Schloss. Noch heute wohnt dort die Familie Fürst zu Ysenburg und Büdingen. Der Schlosshof ist für Besucher frei zugänglich. Die Gebäude selbst können in geführten Besichtigungen erkundet werden. Direkt hinter dem Schloss befindet sich der weitgehend öffentliche Schlosspark, der den Büdingern heute als Naherholungsziel dient. Das älteste Ganzsteingebäude der Stadt ist das Steinerne Haus. Es hatte mit seiner burgartigen Mauer die Aufgabe, den wichtigen Brückenkopf am Mühltor zu sichern und ist integraler Bestandteil der Stadtbefestigung. Das historische Rathaus war das Zentrum des Marktes Büdingen und diente als Markthalle, Tanz- und Spielhaus und im Obergeschoss als Hochgericht. Heute beherbergt es das „Heuson-Museum” und den Sitzungssaal der Stadtverordnetenversammlung. Museen
Regelmäßige Veranstaltungen
Aktuelles
PolitikDer Magistrat setzt sich aus dem Bürgermeister Erich Spamer, Erstem Stadtrat Manfred Hix sowie den ehrenamtlichen Stadträten Kristiane Adler, Christel Pfeiffer und Norbert Mäser (CDU), Lutz Höritzsch und Bernd Leitner (SPD), Heinrich Geiß und Reiner Marhenke (FWG/FDP) und Jürgen Nettelbeck (Grünen) zusammen. Bei der Kommunalwahl am 26. März 2006 ergab sich folgende Sitzverteilung in der Stadtverordnetenversammlung:
Siehe auch: Liste der Bürgermeister und Stadtverordnetenvorsteher ab 1800
StädtepartnerschaftenDie Stadt Büdingen pflegt Städtepartnerschaften mit Städten aus Belgien, Frankreich, Tschechien, den USA und Brandenburg:
Der ehemalige Kreis Bruntál war der Partnerkreis des Wetteraukreises in der Region Mährisch-Schlesien/Tschechien. Auf der Suche nach einer Partnerstadt hat 1999 der damalige Bürgermeister Bruntáls (Freudenthal) Petr Kreici auf den Rat von Landrat Gnadl Kontakt mit der Stadt Büdingen aufgenommen. Im April 2000 besuchte eine offizielle Delegation unter der Leitung von Bürgermeister Bernd Luft die Stadt Bruntál. Bald wurden die entsprechenden Beschlüsse in den Stadtparlamenten gefasst. Eine mehr als 100 Teilnehmer umfassende Gruppe aus Büdingen besuchte Ende April 2001 Bruntál. Der Inhalt der Partnerschaft ist die Aussöhnung der Völker untereinander, die Aufarbeitung der gemeinsamen Geschichte, Vereinskontakte sowie private Begegnungen und der Kulturaustausch.
Zwischen der evangelischen Kirchengemeinde Herzberg in Brandenburg liegt bei ca. 60 Prozent. Die Color Chemie hat Tochterunternehmen und Niederlassungen in Bonn, Österreich, Frankreich und Polen. Bildungseinrichtungen
Ämter
Freizeit- und Sportanlagen
PersönlichkeitenEhrenbürger
Ehrenbürger (Düdelsheim)
Söhne und Töchter der Stadt
Weitere Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen:
Literatur
Siehe auch
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