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Bünde (plattdeutsch Buine) ist eine Mittelstadt im nordöstlichen Nordrhein-Westfalen. Sie liegt im Kreis Herford und damit im Regierungsbezirk Detmold (Ostwestfalen-Lippe). Bünde hat eine gewisse Bekanntheit als "Zigarrenstadt Deutschlands". GeografieBünde hat eine Fläche von 59,3 km². Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt 10,7 km, die Ost-West-Ausdehnung 11 km. Die Stadt liegt in der Ravensberger Mulde und wird in West-Ost-Richtung von der Else durchquert, der auch zahlreiche kleinere Bäche im Stadtgebiet zufließen. In Gewinghausen im Stadtteil Ennigloh befindet sich ein Moorgebiet. Der höchste Punkt liegt bei 175 m NN, der tiefste Punkt bei 59 m im Osten, wo die Else das Stadtgebiet verlässt. NachbargemeindenBünde grenzt im Norden an Hüllhorst im Kreis Minden-Lübbecke, im Osten an Kirchlengern, im Süden an Hiddenhausen, Enger und Spenge, im Westen an Rödinghausen und das im niedersächsischen Landkreis Osnabrück gelegene Melle. StadtgliederungDie Stadt gliedert sich in die zwölf Stadtteile:
(Stand 30. Juni 2005) BesonderesMit dem Doberg verfügt Bünde über eine der umfangreichsten Fossilienlagerstätten aus der Zeit des Oligozän nördlich der Alpen. Der Hügel im Süden der Stadt überragt seine Umgebung um etwa 30 m. Er besteht aus den Sedimenten des Oligozän-Meeres und gibt Auskunft über die Meeresfauna der damaligen Zeit. Herausragende Fundstücke sind im Doberg-Museum der Stadt Bünde zu besichtigen. Bünde ist über die Grenzen von Nordrhein-Westfalen hinaus als "Zigarrenstadt" bekannt. Zigarrenhersteller wie Arnold André und August Schuster haben zu dieser Bekanntheit beigetragen. GeschichteIm Jahre 853 wurde Bünde erstmals als "Buginithi" erwähnt. Das Stadtwappen (zwei sich die Hand reichende Ritter) spielt auf die Sachsen Hengist und Horsa an, die der Sage nach im 5. Jahrhundert an dieser Stelle einen Bund zur Eroberung Englands schlossen. Das heutige Stadtgebiet gehörte seit dem 14. Jahrhundert zur Grafschaft Ravensberg und fiel über jene 1614 an Brandenburg-Preußen. Der preußische König Friedrich Wilhelm I. verlieh dem Ort Bünde 1719 die Stadtrechte. 1816 bis 1832 war es Kreisstadt des Kreises Bünde. Der Bünder Raum als Teil der Kulturlandschaft des Ravensberger Landes wurde im 19. Jahrhundert intensiv von der Industrialisierung erfasst. Eine Besonderheit bedeutete in dieser Hinsicht die Entwicklung zu einem Zentrum der deutschen Tabakindustrie, wodurch Bünde als Zigarrenstadt bekannt wurde. Bei den Reichstagswahlen am 5. März 1933 erhält die NSDAP in Bünde 53% der Stimmen, im Amt Ennigloh, das damals selbständig neben der Stadt Bünde bestand, 44,4%. Bei den folgenden Kommunalwahlen erringen die Nationalsozialisten die absolute Mehrheit, stellen infolgedessen im Stadtrat 10 der insgesamt 18 Mandate und besetzen wichtige Amtspositionen. Es gelingt ihnen zwar nicht den amtierende Bürgermeister Dr. Moes abzulösen, sie können jedoch durch NSDAP-Beauftragte dessen politische Entscheidungen beeinflussen. 1943 finden Fliegerangriffe auf die Bahnstrecken statt, wobei auch Zivilisten getötet werden. Am 22. Februar 1944 erfolgte ein gezielter Bombenangriff auf die Stadt, dabei wurden 140 Sprengbomben und 160 Brandbomben abgeworfen. Am 2. April 1945 erreichen Teile der 5. US-Panzerdivision den Landkreis Herford, wodurch auch in Bünde die nationalsozialistische Herrschaft beendet wurde. Einen Tag später um 12 Uhr wird die Stadt Bünde und das Amt Ennigloh amerikanischen Truppen übergeben. Noch im gleichen Jahr richten die Briten in Bünde die 'Control Commission for Germany' (CCG) für ihre Besatzungszone ein. Die alte Stadt Bünde wurde durch die Gebietsreform 1969 mit dem Amt Ennigloh und einem Teil des Amts Herford-Hiddenhausen zur heutigen Stadt vereinigt. PolitikBünde hat den Status einer mittleren kreisangehörigen Stadt. StadtratIm Stadtrat gibt es seit der Kommunalwahl am 26. September 2004 folgende Sitzverteilung:
Städtepartnerschaften
WahlenAm 27. August 2006 wurde in Bünde erstmals ein Bürgerentscheid durchgeführt. Initiiert wurde dieser durch eine Gruppe von Bünder Bürgern, die mit der von Rat und Bürgermeisterin geplanten Gestaltung der Fußgängerzone nicht einverstanden waren. Diese "Gegner einer Luxussanierung" befürworteten eine Wiederverwendung vorhandener Materialien wie Steine und Platten. Auch die neu geplante Topografie der Fußgängerzone "Eschstrasse" stieß nicht auf deren Zustimmung. Die von Rat und Bürgermeisterin favorisierte Lösung sieht dagegen einen aufwendigeren Umbau mit umfangreichen Veränderungen vor. Nach Meinung des Stadtrates ist dieser Umbau notwendig, um als Einkaufsstadt attraktiv zu bleiben. Bei der Abstimmung erreichten die Befürworter der weniger aufwendigen Sanierung 4722 Stimmen, dagegen und somit für den Vorschlag der Stadt stimmten 5043. Das erforderliche Quorum von 7323 wurde somit nicht erreicht. Die Wahlbeteiligung lag bei nur 26,7%. Behörden und öffentliche Einrichtungen
Kultur und SehenswürdigkeitenMuseen
Alle Museen befinden sich zentral auf der "Museumsinsel" nahe der Fußgängerzone. Bauwerke
Parks und Naturdenkmäler
SonstigesRandringhausen: Der staatlich anerkannte Erholungsort im Nordosten des Stadtgebiets dient schon seit dem 18. Jahrhundert als Kurgebiet. Zwei Kurhäuser für Moor-, Schwefel- und Bewegungsbäder sind vorhanden. Dünne: Zwischen den beiden Weltkriegen wurde die kostengünstige Dünner Lehmbrote-Bauweise entwickelt; ein Bauverfahren, bei dem ungetrocknete Lehmziegel ohne Mörtel feucht übereinander gesetzt wurden. Diese, teilweise unverputzte, Bauweise breitete sich auch wegen des angenehmen Wohnklimas innerhalb Ostwestfalens aus; zwischen 1927 und 1933 entstanden etwa 300 solcher Lehmhäuser. In Bünde steht die älteste Disco in Deutschland, die "Wilhelmshöhe". Sie wurde 1961 gegründet und ist auch noch heute im Familienbesitz der damaligen Gründer. Infrastruktur und WirtschaftVerkehrSchienenverkehrDer Bahnhof Bünde liegt an der Bahnstrecke Bad Bentheim–Minden (KBS 375), von der hier die Ravensberger Bahn (KBS 386) nach Rahden abzweigt. Im Schienenpersonenfernverkehr verkehrt hier die IC-Linie 31 Münster (Westf) Hbf – Osnabrück Hbf – Bünde – Minden (Westf) – Hannover Hbf – Berlin Ostbf. Im Schienenpersonennahverkehr wird der Bahnhof bedient durch
StraßenverkehrIm Straßenpersonennahverkehr verfügt die Stadt seit 1996 über ein Stadtbussystem mit einem eigenen Zentralen Busbahnhof am Museumsplatz in unmittelbarer Nähe zur Fußgängerzone (Rendezvous-System). Der Betreiber der Stadtbuslinien ist die Omnibus-Verkehrsgesellschaft Bollmeyer mbH & Co. KG. Der Bahnhof wird als wichtiger zweiter Umsteigepunkt der Stadt von einer Stadtbuslinie bedient. Vom ZOB am Bahnhof fahren die Regionalbusse nach Herford und Enger ab. Weitere Busse bzw. Anrufbusse bedienen Kirchlengern, Spenge und Rödinghausen. Für den gesamten öffentlichen Personennahverkehr gilt der Tarif des Verkehrsverbundes OstWestfalenLippe („Der Sechser”) und tarifraumüberschreitend der NRW-Tarif. In den Regionalzügen nach Niedersachsen gilt auch das Niedersachsenticket. Die Stadt Bünde ist über die Anschlussstellen 27 (Bünde) und 28 (Hiddenhausen) der A 30 (E 30) an das Fernstraßennetz angebunden. FahrradverkehrDie Stadt Bünde ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen. Durch das Stadtgebiet verläuft
WirtschaftGrößter Arbeitgeber in Bünde ist der Küchengerätehersteller Imperial. Aus der Blütezeit der Tabakindustrie sind noch die Traditionsunternehmen Arnold André und August Schuster in der Stadt verblieben. Traditionell sind auch die Küchenmöbelhersteller stark vertreten. Weiterhin befindet sich die bekannte Modellbau-Firma Revell mit ihrem einzigen deutschen Standort in Bünde. Außerdem hat die international namhafte Firma Werner Kammann Maschinenfabrik (Sieb- Offset- und Digitaldruckmaschinen) ihren Sitz in Bünde sowie der Spezialglashersteller Bünder Glas und eines der ältesten Tiefbauunternehmen in der Region, die Westerhold Tiefbau GmbH aus Bünde / Holsen. Bildung
VeranstaltungenJährliche Höhepunkte bilden das Frühlingsfest und der Zwiebelmarkt (am Wochenende des letzten Sonntages im September) mit reichlich Federweißer und Zwiebelkuchen. Im Dezember gibt es einen eher kleinen Weihnachtsmarkt. Weitere Veranstaltungen:
PersönlichkeitenSöhne und Töchter der StadtFolgende Persönlichkeiten sind in Bünde geboren:
Weitere PersönlichkeitenFolgende Persönlichkeiten stammen nicht aus Bünde, haben aber in der Stadt gewirkt:
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