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Dallgow-Döberitz ist eine amtsfreie Gemeinde im Osten des Landkreises Havelland in Brandenburg. Der Flugplatz befand sich im nördlichen Teil des Truppenübungsplatzes. Die Fliegerschule Döberitz hob man kurze Zeit später aus der Taufe. Kurz vor dem Ersten Weltkrieg war hier das erste Fliegerbatallion Deutschlands stationiert, und Manfred von Richthofen erlernte hier das Fliegerhandwerk. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Deutschland durch den Versailler Vertrag der Besitz von Militärstreitkräften eingeschränkt. Unter anderem wurde die Luftwaffe verboten und der Flugplatz geschlossen. Doch trotz des Verbots begann wenige Jahre später erneut der Flugbetrieb, zunächst getarnt als Werbefliegerei. Auf Befehl Hitlers wurde 1936 die "Legion Condor" von Dallgow aus zur Unterstützung des faschistischen Generals Francisco Franco gegen die demokratische Regierung im spanischen Bürgerkrieg nach Guernica (Spanien) beordert. Dieser Einsatz galt als Test der deutschen Luftwaffe für den Zweiten Weltkrieg. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente der Truppenübungsplatz der Roten Armee als Übungsgelände. Im Jahre 2000 wurden, im Zuge von Renaturierungsmaßnahmen, alle verbliebenen Anlagen des Flugplatzes abgerissen. Die Heerstraße und der Truppenübungsplatz Döberitzer HeideIm ersten Jahrzehnt des vergangenen Jahrhunderts baute man auf Geheiß des Militärs die Heerstraße (heutige B5) aus. Diese diente als direkte Verbindung zwischen Berlin und dem Truppenübungsplatz. Auch nach dem Ersten Weltkrieg nutze die Reichswehr den Übungsplatz und seine Einrichtungen. Bis in den Zweiten Weltkrieg wurde der Truppenübungsplatz immer weiter ausgebaut. Das Olympische Dorf für die Sommerspiele 1936In Dallgow errichtete man in den Jahren von 1934 bis 1936 ein Olympisches Dorf, welches heute leider zu großen Teilen nur als Ruine erhalten ist und im Zuge der Gebietsreform in den 90er Jahren, unter dem Protest der Dallgower Gemeindevertretung, der Nachbargemeinde Wustermark zugeschlagen wurde - Wustermark führt nun die Olympischen Ringe im Wappen. Diese verkaufte das Gelände mit allen Liegenschaften an die DKB Stiftung für gesellschaftliches Engagement, die es noch heute besitzt und sich sowohl um den Erhalt, als auch um eine mögliche, zeitgemässe Nutzung bemüht. In den letzten Jahren wurde, unter anderem, das Haus, in dem Jesse Owens während der Spiele wohnte, rekonstruiert. Das Olympische Dorf bestand aus einem Empfangsgebäude, etwa 140 Wohnbauten, einem großen Speisehaus, dem Hindenburghaus, dem Kommandantenhaus, einer Sporthalle, einer Schwimmhalle, einer Sauna sowie einem Ärzte- und Krankenhaus. Weiterhin verfügte das Olympische Dorf über ein eigenes Wasserwerk, ein Heizkraftwerk mit angegliederter Wäscherei und eine eigene Kläranlage. Das "Speisehaus der Nationen", bestand aus 38 Speisesälen auf drei Etagen, die jeweils einer Nation zur Einnahme des Essens und der Geselligkeit dienten. Im Hindenburghaus gab es Sport- und Übungssäle und ein reichhaltiges Angebot an Unterhaltungsveranstaltungen - Theater- und Filmvorführungen, sowie die ersten Direktübertragungen ausgewählter Wettkämpfe im damals noch experimentellen Fernsehen. Die größten, noch erhaltenen Gebäude auf dem Gelände sind: das Speisehaus der Nationen (Verpflegungs- und Gemeinschaftshaus), die ehemalige Schwimmhalle und einige Mannschaftsunterkünfte. In einem guten Zustand befindet sich die Turnhalle. Viele Sportler der damaligen Olympia-Mannschaften, besonders der deutschen Männermannschaft, ließen kurz darauf im Zweiten Weltkrieg ihr Leben. Bei den Olympischen Spielen 1936 wurde der moderne Fünfkampf mit Reiten auf dem Truppenübungsplatz Döberitz eröffnet. Auch das 100 km Radrennen um den Truppenübungsplatz und die Military-Reiterkämpfe wurden im Gelände der Döberitzer Heide ausgetragen. Direkt nach Beendigung der Olympiade, wurde das Gelände zur weiteren Nutzung an die Wehrmacht übergeben, die ohnehin schon als Bauherr fungiert hatte. Hierbei wurde beispielsweise das von Werner March entworfene, elliptisch geformte Speisehaus der Nationen, zu einem Lazarett mit angegliedertem Luftkurbetrieb umgestaltet. Nach 1945 übernahm die Rote Armee das Gelände und führte weitreichende Umstrukturierungen durch. Unter anderem wurden die ehemaligen Sportlerhäuser unterkellert und mit seitlichen Aussenkaminen versehen, da die originale Fernheizung offensichtlich nicht instand zu setzen war. Weiterhin wurden zahlreiche Sichtachsen, des natürlich gestalteten Geländes, welches sich um eine zentrale Dorfaue und einen (weitgehend verlandeten) Waldsee gruppiert, von Plattenbauten verschandelt, in welche, nach Fertigstellung, die in den Sportlerhäusern untergebrachten Mannschaften umzogen. Die verlassenen Gebäude wurden entweder zugemauert oder abgerissen. Trotz aller Bemühungen, zumindest den aktuellen Bestand an Gebäuden zu sichern, fielen in den letzten Jahren sowohl der Dachstuhl des Schwimmbades, als auch das Blockhaus, der am Waldsee gelegenen Finnischen Sauna - der ersten, in Deutschland jemals errichteten - Brandstiftungen Jugendlicher zum Opfer. Vom Pfahlbau des Blockhauses verblieb nur noch das Fundament, das Schwimmbad überlebte zwar, ist jedoch auf Grund der eingetretenen Schäden, baupolizeilich gesperrt. Das Gelände des Olympischen Dorfes steht inzwischen unter Denkmalschutz und ist vom 1. April bis zum 31. Oktober für Besucher geöffnet. Eingehende Führungen, die auch die Besichtigung ausgewählter Gebäude einschliessen, finden an den Wochenenden und nach Vereinbarung statt. Besondere Erwähnung verdient das alljährliche sporthistorische Treffen, das jedes Jahr am Vorabend der Eröffnung des ISTAF (Internationales Stadionfest) auf dem Gelände stattfindet und - neben tausenden Besuchern - zahlreiche prominente Sportler aus Vergangenheit und Gegenwart anzieht. Veranstaltungstermine 2007: 16. Juni: Jesse Owens Memorial Staffel 07. Juli: Open Air Konzert im Innenhof des Speisehauses der Nationen (Nabucco) 09. September: Tag des offenen Denkmals 15. September: DKB Cup (Vorabend des ISTAF) Das Dorf Döberitz1945 wurden mit der Bodenreform in der DDR über 4000 ha des Truppenübungsplatzes Döberitz enteignet und als Land an die sogenannten Neubauern verteilt. Das Dorf Döberitz im Zentrum der Heide wurde bis dato besiedelt und landwirtschaftlich genutzt. 1957 enteignete die Rote Armee die Einwohner und schleifte das Dorf. Das Dorf Döberitz ist endgültig von den Landkarten verschwunden. Reste und Fundamente stehen noch, sind aber unzugänglich, da das Dorf sich in der Kernzone des ehemaligen Übungsgeländes befindet. Die alte Dorfstraße ist noch zu großen Teilen erhalten und beginnt hinter dem Dallgower Sperlingshof. Der NaturschutzparkAuch nach dem Abzug der ehemaligen sowjetischen Truppen ist die Döberitzer Heide zum großen Teil noch Sperrgebiet. Nur wenige Gebiete wurden beräumt. Die Döberitzer Heide ist seit 1997 Naturschutzgebiet, das die Heinz-Sielmann-Stiftung Anfang 2004 erworben hat, um dort einen großen Naturschutzpark einzurichten. Wirtschaft und InfrastrukturSeit Herbst 2003 besitzt die Gemeinde Dallgow-Döberitz ein Gewerbegebiet auf dem Gelände des ehemaligen Truppenübungsplatzes. Die ehemalige Militärfläche wurde mit Mitteln der EU und des Bundes aufwendig munitionsbereinigt, da sie sich auf dem Gebiet einer ehemaligen Schießbahn befindet. Das Gelände hat eine Größe von 23 Hektar und ist für die Gewerbeansiedlung hergerichtet. Zur Erstellung des Gewerbegebietes wurden 37 Gebäude abgerissen und 30.000 m² Schutt entsorgt. Gewerbe in Dallgow und Seeburg: ein großes Einkaufszentrum in unmittelbarer Nähe zur B5, diverse Hotelbetriebe, mehrere Autohäuser, Handel und diverse Gewerbetreibende. VerkehrDurch die Gemeinde führt die Bundesstraße 5 und eine Bahnlinie nebst Bahnhof. BildungDas mit dem Umzug im Februar 2005 in ein neues, mit dem Brandenburgischen Architektenpreis ausgezeichnetes Gebäude umgezogene Marie-Curie-Gymnasium hat eine naturwissenschaftliche Prägung. Es handelt sich bei dem neuen Gebäude um den einzigen Neubau eines Gymnasiums in Brandenburg von Kai Biermann und Erhard Cielewitz, ISBN 3-86153-371-5 Texte und Bilder stammen ganz oder teilweise aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht somit ganz oder teilweise unter der GNU Lizenz. Eine Liste der Autoren und Fotografen, sowie den Originaltext finden Sie hier. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||
