Dernau in Rheinland-Pfalz


Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Ahrweiler
Verbandsgemeinde: Altenahr
Koordinaten: 50° 32′ N, 7° 3′ O
Höhe: 124 m ü. NN
Fläche: 5,72 km²
Einwohner: 1928
Bevölkerungsdichte: 337 Einwohner je km²
Postleitzahl: 53507
Vorwahlen: 02643; 02641 (Ortsteil Marienthal)
Kfz-Kennzeichen: AW
Gemeindeschlüssel: 07 1 31 017
Gemeindegliederung: 5 Ortsteile
Adresse der
Verbandsverwaltung:
Roßberg 3
53505 Altenahr
Webpräsenz: www.dernau.de
Ortsbürgermeister: Manfred Wolff (CDU)

Dernau an der Ahr ist ein Weinort im Landkreis Ahrweiler und liegt im Norden des deutschen Bundeslandes Rheinland-Pfalz, etwa 30 km südlich von Bonn und 50 km nördlich von Koblenz am Rhein. Dernau ist mit dem Weinbau eng verbunden und das Weinanbaugebiet der Ahr gehört zu den kleinsten Deutschlands. Zugleich jedoch stellt es landesweit das größte zusammenhängende Rotweinanbaugebiet dar.

Geografie

Geografische Lage

Die Gemeinde Dernau liegt im klimatisch bevorzugten Ahrtal, am Rande der Hocheifel und in der Nähe des mittelrheinischen Siebengebirges und der Vulkaneifel um den Laacher See. Der Ort liegt auf ca. 125 m NN, die höchste Erhebung innerhalb der Gemeinde ist mit 360 m NN der Krausberg.

Nachbargemeinden

Folgende Gemeinden grenzen an Dernau: Rech im Westen, Bad Neuenahr-Ahrweiler im Osten und Grafschaft im Norden.

Gemeindegliederung

Zur Gemeinde Dernau gehört ein kleiner Teil des östlich liegenden Ortes Marienthal (der größere Teil gehört zur Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler). Dernau ist inoffiziell unterteilt in sogenannte Rotten, die das Dorf in fünf Gebiete einteilen: Baache, Hardte, Kiere, Ortesse und Pattnöcke

Geschichte

Bereits die Römer ließen sich im Ahrtal mit dem milden Klima nieder. Beim Bau der Keller des Dernauer Winzervereins im Jahre 1884 und später noch des öfteren, wurden Teile eines römischen Gutshofes (villa rustica) mit Warmwasseranlagen, Mosaiken, Badeanlage und einem Gräberfeld freigelegt, sowie Münzen aus dem 3. bis 4. Jahrhundert nach Christi gefunden. Dies scheint eine ähnliche Anlage gewesen zu sein, wie die welche heute noch in Ahrweiler am Silberberg besichtigt werden kann.

Nach dem Ende der römischen Epoche 407 wurde Dernau von den Franken (Ripuarer) besiedelt. Auch im Mittelalter war Dernau ein bevorzugter Wohnplatz. Die Reste zweier Wasserburgen mit Grabenanlagen in den Distrikten "Im Graben" und "An der Burg" waren bis in die fünfziger Jahre des letzten Jahrhunderts zu sehen.

Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 893 im Prümer Urbar. Im Prümer Güteverzeichnis wurde in diesem Jahr ein Weinbergsarial in "degernavale" oder auch "degeneranauale" mit einem Ertrag von drei Fudern Wein jährlich aufgeführt. Diese Nennung weist auf den Weinbauort Dernau, in dessen Gemarkung der Kesselinger Klosterhof im klimatisch günstigeren Tal der Ahr Wein anbaute.

Mit den Orten Mayschoss und Rech gehörte Dernau zur recht kleinen Grafschaft Saffenburg. Im Laufe Ihrer Geschichte wechselte die Saffenburg häufig Ihre Besitzer und wurde seit dem 16. Jahrhundert nicht mehr permanent bewohnt. Zur Zeit des dreissigjährigen Krieges war die Saffenburg verschiedentlich Schauplatz von Hexenprozessen.

Nachdem die Hexenjäger aus Ahrweiler und von der Saffenburg von den Schweden 1632 vertrieben waren, wurden die Dörfer Dernau, Mayschoss und Rech von deren Truppen geplündert.

Bereits ca. fünfzig Jahre vorher (1588) war Dernau von den Landsknechten des Martin Schenk von Nideggen, in der Zeit als er Bonn besetzt hielt, geplündert worden.

Die Saffenburg wurde 1704 auf Veranlassung des Herzogs von Jülich zerstört, auch um zu verhindern, daß sich in Zukunft weiterhin Söldnertruppen hier festsetzen konnten.

Das in der Gemarkung Dernau liegende Kloster Marienthal wurde 1136 gegründet, in 1632 von den schwedischen Truppen geplündert, und 1646 von den Truppen Turenne's niedergebrand. In 1699 komplett neu wieder aufgebaut, wurde das Kloster 1802 unter Napoleon im Rahmen der Säkularisierung aufgehoben. Im letzten Jahrhundert war es Teil einer staatlichen Weinbaudomäne. Dieser staatliche Weinbaubetrieb wurde 2004 von privaten lokalen Winzerbetrieben übernommen und weitergeführt bzw. weiter ausgebaut.

In den Jahren 1960 bis 1972 wurde zwischen Dernau und Ahrweiler der so genannte Regierungsbunker erbaut. Er diente den damaligen Verfassungsorganen aus Bonn als Ausweichsitz für den Verteidigungsfall. Nach Ende des Kalten Krieges wurde die Anlage nicht mehr benutzt und es wurde 2006 beschlossen, einen kleineren Teil in ein Museum des Kalten Krieges umzuwandeln, dessen Eröffnung für 2007 vorgesehen ist. Die übrigen Teile der Stollenanlage sollen zugemauert werden.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

  • Pfarrkirche und alte Sylvesterkapelle
  • Ruine des Marienthaler Augustinerinnenklosters
  • Krausbergturm auf dem Krausberg
  • Alte Winzerhäuser im Ortskern
  • Alter Kirchhof mit alten Basaltgrabsteinen an der Nordseite der Kirche
  • Jüdischer Friedhof an der Strasse zur Grafschaft/Esch
  • Alte Bruchsteinbrücke über die Ahr von 1717
  • Urigster Teil des Rotweinwanderweg von Dernau nach Mayschoss

Kulinarische Spezialitäten

  • Weine der Region, im wesentlichen trocken ausgebaute Spätburgunder
  • Bachforelle der Ahr
  • Wildgerichte aus den Wäldern der angrenzenden Eifel
  • „Döpcheskooche”

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Dernau ist Sitz der Ahrwinzergenossenschaft „Ahrwinzer” und Wohnort einer Vielzahl von erfolgreichen jungen Winzern, die in den vergangenen Jahren den guten Ruf des Ahrweins weiter bekannt gemacht haben. Daneben finden sich hauptsächlich Kleinbetriebe wie Einzelhandel, Fachgewerke, Werkstätten. Einen breiten Raum nimmt der Gastronomiebereich und das Beherbergungswesen ein, von Straußwirtschaften über Gasthöfe und Restaurants bis hin zur einfachen Einkehrmöglichkeit des Eifelvereins auf dem Krausberg. Das reichlich vorhandene Angebot an Unterkünften reicht von Privatzimmern über Gästehäuser und Frühstückspensionen bis hin zu einfachen Hotels. Auch Ferienwohnungen werden vereinzelt angeboten.

Landwirtschaft

Größte Weinbaugemeinden
im Anbaugebiet
Rang unter allen
rheinland-pfälzischen
Weinbaugemeinden
nach Rebfläche
Bestockte
Rebfläche
Rebsorten
Weißwein Rotwein
ha %
Ahr   544 11,7 88,3
Bad-Neuenahr-Ahrweiler 54 284 6,9 93,1
Dernau 201 106 8,8 91,2

Dernau ist erheblich geprägt vom Weinbau und mit 106 Hektar bestockter Rebfläche zweitgrößte Weinbaugemeinde der Ahr. Es werden hauptsächlich Rotweinreben angepflanzt. Die Einzellagen der Gemeinde sind:

  • Hardtberg, 30,00 Hektar
  • Pfarrwingert, 10,00 Hektar
  • Schieferlay, 21,00 Hektar
  • Burggarten, 24,00 Hektar
  • Goldkaul, 50,00 Hektar

Verkehr

Schienenverkehr

Der Bahnhof Dernau liegt an der Ahrtalbahn (KBS 477) Remagen–Ahrbrück, auf der im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) die Rhein-Ahr-Bahn (RB 30) verkehrt.

Durchgeführt wird der Schienenpersonennahverkehr von der DB Regio Südwest, die für die Rhein-Ahr-Bahn Diesel-Triebwagen der DB Baureihe 643 für Geschwindigkeiten bis zu 120 km/h einsetzt.

Für den Öffentlichen Schienenpersonennahverkehr auf der Rhein-Ahr-Bahn gilt sowohl der Tarif des Verkehrsverbunds Rhein-Mosel (VRM) als auch des Verkehrsverbunds Rhein-Sieg (VRS) sowie tarifraumüberschreitend der NRW-Tarif.

Straßen

  • Mit dem Kfz von Norden:
    • Variante 1 – größere Kfz: A 61 – Vom Autobahnkreuz Meckenheim bis zum Autobahndreieck Bad Neuenahr-Ahrweiler. Dort auf die A 573 bis zur Abfahrt Ahrweiler / Altenahr. Weiter über die B 267 bis Dernau.
    • Variante 2 – kleinere Wagen und Motorräder: Vom Autobahnkreuz Meckenheim über die A 565 Richtung Altenahr. Nachdem die Autobahn in die B 257 übergegangen ist nach etwa 2 km links abbiegen und der Beschilderung Dernau folgen (kurvige schmale Streckenführung mit tollen Aussichtspunkten).
  • Mit dem Kfz von Süden über die A 61 bis zum Autobahndreieck Sinzig. Dort auf die A 571 bis zum Autobahnende. Weiter über die Bundesstraße 267 Richtung Altenahr bis Dernau.

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Dreitägiges Winzerfest am letzten September-Wochenende des Jahres
  • Bergfest auf dem Krausberg, jährlich am 1. Mai
  • Junggesellenfest, jährlich von Christi Himmelfahrt bis zum darauf folgenden Sonntag
  • Sommerfest, jährlich am ersten oder zweiten Juli-Wochenende
  • Martinsmarkt der regionalen Genüsse, jedes Jahr am zweiten November-Wochenende
  • Volkslauf auf dem Rotweinwanderweg (wechselnde Termine)
  • Rallye Köln-Ahrweiler, jedes Jahr am zweiten November-Wochenende (führt durch Dernau)

Bekannte Persönlichkeiten

  • Malerfamilie Leyendecker ( Johann Josef, Paul Josef und Matthias) malen und wohnen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Paris und Bonn.



Texte und Bilder stammen ganz oder teilweise aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht somit ganz oder teilweise unter der GNU Lizenz. Eine Liste der Autoren und Fotografen, sowie den Originaltext finden Sie hier.

Informationsportal über Dernau in Rheinland-Pfalz - 24.5.2012