
|
Dingolfing ist die Kreisstadt des niederbayerischen Landkreises Dingolfing-Landau. GeografieDie Stadt liegt 100 Kilometer nordöstlich von München im Tal der Isar. HydrologieDie Isar durchfließt das Stadtgebiet von West nach Ost und ist seit 1957 im westlichen Teil der Stadt durch ein Wasserkraftwerk der Firma E.ON zu einem ca. 2 km langen Stausee aufgestaut. Neben der wirtschaftlichen Nutzung dient dieses Gebiet auch als Naherholungsgebiet sowie als Brutstätte für viele Wasservogelarten. Weitere Fließgewässer sind der Teisbach, der den gleichnamigen Ortsteil durchfließt, der Asenbach, aus dem Herrnholz bei Frauenbiburg kommend, der Längenmühlbach links der Isar, sowie der Stadtmühlbach, der parallel zur Isar und durch die Innenstadt fließt. Dieser Stadtbach wurde größtenteils im Zentrum unterirdisch durch Röhren geführt. StadtanlageDingolfing hat eine bemerkenswerte Stadtanlage: Die eigentliche Kernstadt mit dem Marienplatz (früher: Wollerzeile), der platzartig geweiteten Bruckstraße und die ehemalige Handwerkerzeile Lederergasse sowie der Pfarrkriche St. Johannes wird von einer Oberstadt überragt, die sich auf einer Erhebung befindet, die nach allen vier Himmelsrichtungen abfällt. Beide Stadtteile sind an ihrer einzigen historischen Verbindung, dem Steinweg, durch ein innerstädtisches Tor, den Reiserbogen geschieden. U. U. kann man in dieser Dichotomie eine Doppelgründung erkennen: Während die wittelsbachischen Herzöge in der Oberstadt Fuß faßten, versuchte sich der Bischof von Regensburg in der Unterstadt zu behaupten, ehe die Wittelsbacher im Zuge ihres Landesausbaus den Bischof im 13. Jh. aus der Stadt drängten und die Gesamtstadt in ihrer Hand vereinigten. StadtgliederungIm ursprünglichen Stadtgebiet rechts der Isar bestehen u. a. folgende Ortsteile:
Eingemeindungen
Stadtgründung (Obere Stadt) durch Herzog Otto II über der bestehenden Siedlung Dingolfing (um die Kirche St. Johannes) des Bischofs von Regensburg, durch einen militärischen Akt
Aufgrund eines Vertrags zwischen dem Herzog von Bayern und dem Bischof von Regensburg wurden beide Siedlungen zu einer Stadt verschmolzen
Eingemeindung des Gebietes links der Isar mit den Dörfern (Schwaigen) Goben, Höll, Geratsberg und Sossau
Das Stadtgebiet blieb im wesentlichen unverändert bis 1946, als der Grüblhof, bis dahin Teil der Gemeinde Loiching, eingegliedert wurde (einschließlich der Rostmühle, die nach dem aktuellen Besitzer auch als Mosermühle bekannt ist)
Der ehemalige Markt Teisbach wurde 1972 eingegliedert, einschließlich der links der Isar liegenden Gemeindeteile: Höfen (die Teisbacher Schwaige), Gaubitzhausen und Schönbühl. Der größere Teil der ehemaligen Gemeinde Frauenbiburg, mit rund 90 Prozent der Bevölkerung, wurde ebenfalls 1972 eingegliedert, mit den nördlichen Ortsteilen: Frauenbiburg, Brunn, Einöd, Kaltenberg, Mietzing, Oberbubach, Oberdingolfing, Oberholzhausen, Öd, Schermau, Unterbubach, Unterholzausen und Weinpreß (die südlichen Ortsteile wurden in die Gemeinde Marklkofen eingegliedert).
Die letzte Gebietsstandsänderung erfolgte 1979, als die Gemeindeteile Achatzstall und Neuhausen, die 1972 aus der aufgelösten Gemeinde Frauenbiburg nach Marklkofen eingegliedert wurden, auf Wunsch der Bevölkerung zur Stadt Dingolfing kamen. Diese beiden Gemeindeteile sind nicht wie das übrige Stadtgebiet unter der Telefonvorwahl 08731 zu erreichen, sondern unter 08732, wie etwa Frontenhausen und Marklkofen. GeschichteDingolfing feierte im Jahr 2001 das 750-jährige Jubiliäum der Stadtgründung, wenngleich die Ansiedlung deutlich älter ist.Jungsteinzeitliche Siedlungen innerhalb und ausserhalb der Altstadt sind nachgewiesen. Nachweislich fanden im 8. Jh. zur Zeit des agilofingischen Herzogtums Kirchensynoden in Dingolfing statt. Im Jahre 1274 wurde Dingolfing das Stadtrecht verliehen. Nach der dritten bayerischen Landesteilung gehörte Dingolfing zuerst zum Straubinger Teilherzogtum und fiel mit dessen Ende 1425 an Linie Bayern-Ingolstadt. Mit deren Aussterben wiederum (1447) gelangte Dingolfing unter die Herrschaft der sog. "Reichen Herzöge" von Bayern-Landshut und verblieb dort bis auch diese Linie des Hauses Wittelsbach 1503 mit Georg von Landshut im Mannesstamm erlosch. Der Landshuter Erbfolgekrieg sicherte der Münchener Linie der Wittelsbacher den Großteil des Landshuter Erbes, darunter auch Dingolfing, das damit zum nunmehr wiedervereinigten gesamtbayerischen Herzogtum gehörte. Während des Spätmittelalters, insbesondere während der Zugehörigkeit zum Landshuter Teilherzogtum erlebte die Stadt eine wirtschaftliche Blütephase, wovon die stattliche Kirche St. Johannes (1467 - Grundsteinlegung) Zeugnis ablegt. Nach wirtschaftlichem Niedergang im 17. Jh. und einer schwedischen Besatzung und Plünderung im Dreißigjährigen Krieg brachte der Österreichische Erbfolgekrieg 1743 eine Katastrophe über die Stadt. Im Zuge von Kampfhandlungen zwischen feindlichen österreichischen Truppen einerseits und den verbündeten Franzosen andererseits gingen große Teile der Stadt in Flammen auf. Die Stadt konnte sich von diesem Schlag nur sehr langsam erholen und versank in weitgehende Bedeutungslosigkeit. Den Zweiten Weltkrieg überstand die Stadt ohne Schäden. Lediglich die Brücke über die Isar wurde von der abziehenden Wehrmacht gesprengt. Die Industrialisierung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die in Dingolfing mit den Namen der Firmen Glas und BMW verbunden ist sowie der Zuzug zahlreicher Heimatvertriebener brachten der Stadt neuen Aufschwung. Politik
Städtepartnerschaften
Kultur und SehenswürdigkeitenRegelmäßige Veranstaltungen
Sehenswürdigkeiten
Eine bekannte Sehenswürdigkeit ist die Herzogsburg, ein ehem. herzoglich-bayer. Verwaltungsgebäude aus der Zeit der Reichen Herzöge des Landshuter Teilherzogtums. Sie gilt als einer der bedeutendsten Profanbauten der Spätgotik in Niederbayern. Sie wurde vor einigen Jahren renoviert und beherbergt ein Museum mit Objekten zur Vor- und Frühgeschichte, zur Stadtgeschichte 16. bis 20. Jh., zur Handwerksgeschichte 16. bis 20. Jh. Mobiliar, Kleidung. Werkzeug und Gerät zur ländlichen Arbeit und zur allgemeinen Zeitgeschichte. Darunter auch eine Spezialsammlung: Bilder und Zeichen der Volksfrömmigkeit. Im Erdgeschoss ist heute auch das Trauungszimmer für standesamtliche Hochzeiten untergebracht. Das Dachgeschoss beherbergt einen großen Veranstaltungssaal mit Galerie - hier finden Konzerte und Ausstellungen statt. Die historisierende Fassadenbemalung, die im Zuge der Renovierung auf das zuvor sichtbare Backsteinmauerwerk aufgebracht wurde, ist eine freie Nachempfindung ohne historische Vorlage und nicht unumstritten!
Die Hochbrücke ist eine hohe, auf fünf Jochen errichtete Backsteinbrücke, die 1612 vollendet wurde. Der bayerische Herzog und nachmalige Kurfürst Maximilian I. hatte den Bau durch einen Nachlass der Stadtsteuer gefördert. Das Bauwerk überbrückt den Asenbach und stellt eine der drei Zufahrten zur Oberen Stadt dar. Das Stadtbild Dingolfings wurde seit dem späten 19. Jahrhundert durch den Abbruch der Stadttore (mit Ausnahme des Wollertores), die weitgehende Niederlegung der Stadtmauern und innerstädtische Gebäudeabbrüche verändert, so dass die Stadt heute durch ein weitgehend beliebiges Erscheinungsbild gekennzeichnet ist. Zahlreiche innerstädtische Baumaßnahmen der zurückliegenden Jahrzehnte taten ein Übriges. Die Anlage eines Straßentunnels in die Obere Stadt, der als kleinstädtisches Prestigeprojekt gelten kann, führte zu einer deutlichen und irreversiblen Störung der historischen Topographie im Nordostbereich der Oberen Stadt/Steinweg. Die Erhaltung dreier historischer Handwerkerhäuser in der Lederergasse, war das Ergebnis langwieriger, kontroverser und z.T. polemischer Debatten, nachdem auch hier der Abriss bereits beschlossen schien. Das Caprima ist das einzige Bad im Ort. Es gliedert sich in ein Hallenbad und einen Außenbereich. Es besitzt ca. 5 große Schwimmbecken, 2 Kinderbecken und "alle Temperaturen von 0 bis 95 Grad" (Konrad Ritzinger), eine Sauna und zwei Rutschen. Es ist im Außenbereich im mediterranen Stil gestaltet und bietet außerdem eine große Liegewiese sowie 2 Sprungbretter. Wirtschaft und InfrastrukturVerkehr
Ansässige UnternehmenGrößter Arbeitgeber für die Stadt und ihr Umland ist das BMW-Werk, das ab 1967 am Stadtrand entstand und mit rund 22.000 Arbeitnehmern (Stand November 2005) die Bevölkerung des Standorts weit übersteigt. Dingolfing ist der weltweit größte von insgesamt 24 Produktionsstandorten der BMW Group. Durch die Ansiedelung von BMW wurde Dingolfing zu einer der reichsten Gemeinden in Deutschland. Hervorgegangen ist dieses Werk aus der Übernahme der Firma Hans Glas, die in den 1950er Jahren vor allem durch ihr Modell Goggomobil bekannt geworden war. Zweitgrößter Arbeitgeber, mit über 250 Beschäftigten, ist die SAR elektronic. Das Unternehmen ist als Software und Automatisierungsdienstleister vorwiegend in der Automobilindustrie tätig. Drittgrößter Arbeitgeber, mit über 200 Beschäftigten, ist der örtliche Betrieb der Firma Develey. Der Betrieb beliefert u.a. McDonalds europaweit mit Saucen. Daneben werden in Dingolfing Möbel industriell gefertigt. Bekannt sind die Biere der Brauerei Wasserburger. Das Starkbier "Tassilator" gilt als eines der besten seiner Art in Bayern. Söhne und Töchter der Stadt
Texte und Bilder stammen ganz oder teilweise aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht somit ganz oder teilweise unter der GNU Lizenz. Eine Liste der Autoren und Fotografen, sowie den Originaltext finden Sie hier. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
