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Duderstadt ist eine Stadt im Landkreis Göttingen in Niedersachsen, nahe der Landesgrenze zum Freistaat Thüringen. GeografieDuderstadt liegt im Untereichsfeld im südlichen Harzvorland. Etwa 10 km südöstlich der Stadt liegt das thüringische Ohmgebirge, rund 20 km nordöstlich der Harz. WappenDas Duderstädter Wappen geht auf ein seit 1255 nachweisbares Stadtsiegel zurück. Es zeigt in rotem Feld übereinander zwei schreitende, herschauende goldene Löwen, von der Wappenurkunde Leoparden genannt, mit blauen Zungen. Das Wappen ist dem Siegel des damaligen Landesherrn Albrechts I. von Braunschweig nachgebildet. Auch nach dem Übergang in Mainzische Landesherrschaft (Mitte des 14. Jahrhunderts) blieben die Löwen das Zeichen der Stadt und die Farben Blau und Gold die Stadtfarben. GeschichteMittelalterDuderstadt wurde am 16. September 929 erstmals urkundlich erwähnt. 974 kam der Ort an das Stift Quedlinburg, das ihn 262 Jahre verwaltete. 1237 wurde Duderstadt als Lehen an den Landgrafen Heinrich Raspe von Thüringen gegeben, nur 10 Jahre später kam es als Lehen an Otto das Kind, einem Enkel Heinrichs des Löwen. Duderstadt blieb etwa ein Jahrhundert unter welfischer Herrschaft. Zu Beginn dieser Zeit, in den Jahren um 1250, ist es zur Stadt geworden. Gefördert von den Braunschweiger Herzögen erlebte es einen anhaltenden Aufschwung. So wurde die junge Stadt im Spätmittelalter zu einem bedeutenden, wohlhabenden Ort. Dies nicht zuletzt durch seine Lage an der Kreuzung zweier wichtiger Handelsstraßen: einer Nord-Süd-Route, die „Nürnberger Straße”, von Italien zu den Hansestädten in Nordeuropa sowie einer West-Ost-Verbindung aus dem belgischen Raum über Köln und Leipzig weiter nach Osteuropa. Die Duderstädter Kaufleute betrieben einen weitreichenden Handel; nachgewiesen sind Reisen bis nach Nowgorod. In den Jahren 1334 bis 1366 traten die welfischen Herzöge der Linie Grubenhagen Duderstadt wegen notorischen Geldmangels schrittweise an die Erzbischöfe von Mainz ab. Für die Stadt begann damit eine Zeit von etwa 450 Jahren Mainzer Herrschaft. Unter den neuen Landesherren setzte sich der Aufstieg der Stadt fort. Sie wuchs über den Ring der Befestigungsanlagen hinaus, ihr wirtschaftliches und politisches Gewicht nahm zu. In den Jahrzehnten um 1400 konnte Duderstadt ein beachtliches Territorium (ca. 115 km²) mit 16 Dörfern erwerben. Mit etwa 4000 Einwohnern war Duderstadt damals fast so groß wie Hamburg. Durch die Verlagerung der Handelsstraßen und dem Niedergang der Hanse im 15. Jahrhundert kam es zu Stagnation und schließlich wirtschaftlichem Abschwung. Seit 1450 nahm die Einwohnerzahl spürbar ab, die Finanzlage wurde schwieriger. Trotz dieser Krise konnte die Stadt noch respektable Leistungen erbringen: ein neuer Befestigungsring entstand, die Kirchen wurden vollendet. Das heutige Stadtbild gehört fast in seiner Gesamtheit der Zeit an, die vom wirtschaftlichen Rückgang gekennzeichnet war. So war die positive Kehrseite dieser Medaille, dass sich Duderstadt bis heute ein überwiegend mittelalterliches Stadtbild aus Fachwerkhäusern bewahren konnte, wie es in dieser Geschlossenheit nur noch selten zu finden ist. NeuzeitBis zum 30jährigen Krieg konnte die Lage insgesamt wohl noch als nicht ungünstig bezeichnet werden. Doch katastrophale Einbrüche durch Kriege (insbesondere den 30jährigen Krieg 1618–1648 und den Siebenjährigen Krieg 1756–1763), Krankheitsepedemien und schließlich die zunehmende Abgrenzung der umliegenden Staaten verhinderte eine kontinuierliche Aufwärtsentwicklung. Im 19. Jahrhundert geriet Duderstadt endgültig in eine Randlage. Von 1816 bis 1866 lag die Stadt an der neuen Grenze zwischen Hannover und Preußen, die mitten durch das Eichsfeld führte. Als mit dem Bau der Eisenbahn die neuen Verkehrslinien entstanden, blieb Duderstadt abseits der Hauptlinien. Erst Jahrzehnte später erhielt es Anschluss an das Eisenbahnnetz; durch eine Strecke, die nur lokale Bedeutung hatte. Ab 1885 bildete die Stadt mit den zur preußischen Provinz Hannover gehörenden Dörfern des Untereichsfeldes den Landkreis Duderstadt. Mit dem endgültigen Verlust der ursprünglich günstigen Verkehrslage waren grundlegende Weichenstellungen erfolgt. Die Standortbedingungen waren und blieben für die Industrie in Duderstadt äußerst ungünstig. Neue Arbeitsplätze entstanden in unzureichendem Maß, nur wenige Betriebe konnten sich auf Dauer halten. Die Entstehung von Wandergewerben, Saisonarbeit in anderen Städten und starke Abwanderung waren die Folge. Zur Zeit der Hitlerdiktatur war das Eichsfeld im Gegensatz zur Umgebung nie eine Hochburg des Nationalsozialismus. Noch bei den Reichstagswahlen am 5. März 1933 erhielt die NSDAP im Kreis Duderstadt nur 26% der Stimmen (zum Vergleich: Göttingen 51%, Reichsdurchschnitt 44%). Doch hat das Abseitsstehen der Mehrheit der Bevölkerung nicht verhindern können, dass auch hier die Mittel der Diktatur zum Einsatz kamen, Gegner des Regimes verfolgt wurden und nach Deutschland deportierte Ausländer und Häftlinge von Konzentrationslagern Zwangsarbeit leisten mussten. Von November 1944 bis April 1945 unterhielt das KZ Buchenwald in Duderstadt ein Außenkommando, in dem 755 jüdische Ungarinnen Zwangsarbeit leisten mussten. Auch in Duderstadt hat die kleine jüdische Gemeinde nicht überlebt. In der sogenannten Reichskristallnacht vom 9. auf den 10. November 1938 war ihre Synagoge in der Christian-Blank-Straße zerstört worden. Ein Gedenkstein auf dem Stadtwall erinnert heute an dieses Ereignis. Nach dem Krieg rückte Duderstadt durch die Schließung der Grenze zwischen Bundesrepublik und DDR schließlich in eine extreme Randlage. Es ist trotzdem gelungen, wichtige Industriebetriebe in Duderstadt anzusiedeln. Auch ist die Eingliederung Tausender von Vertriebenen und Flüchtlingen geglückt. 1973 kam Duderstadt mit fast allen anderen Gemeinden des Landkreises Duderstadt zum neu gebildeten Landkreis Göttingen. Am 10. November 1989 wurde um 0:35 Uhr der Schlagbaum am Grenzübergang Gerblingerode nach Westen geöffnet. Bis zum Nachmittag kamen mehr als 6000 DDR-Bürger in über 1500 Fahrzeugen nach Duderstadt, bis zum Jahresende wurden es 700.000 Menschen. Die Sage von der NamensgebungDrei Brüder haben Duderstadt gebaut und als sie damit fertig gewesen sind, haben sie der Stadt auch einen Namen geben wollen, haben sich aber nicht darüber einig werden können, wer von ihnen einen solchen geben sollte, und der erste hat zum zweiten gesagt: »Gib du der Stadt den Namen«, und der hat zum ersten gesagt: »Gib du der Stadt den Namen«, und ebenso hat der's wieder zum dritten gesagt, und der hat's ihm mit denselben Worten zurückgegeben und da haben sie sich kurz entschlossen und die Stadt Duderstadt geheißen. PolitikZusammensetzung des Rates der Stadt Duderstadt
Bürgermeister
Mitglied im Niedersächsischen Landtag
Wirtschaft
Bedeutende Unternehmen:
VerkehrDuderstadt liegt an der Bundesstraße 247 und ist Ausgangspunkt der Bundesstraße 446. Etwa 15 km südlich von Duderstadt verläuft die A 38 (Göttingen-Halle-Leipzig), rund 30 km westlich die A 7. Die Bahnlinie Wulften–Duderstadt (Inbetriebnahme am 31. Oktober 1889) wurde am 26. Juli 1974 stillgelegt. Die Bahnlinie Duderstadt–Leinefelde (Inbetriebnahme am 1. September 1897) wurde nach dem Zweiten Weltkrieg auf dem Teilstück Duderstadt–Teistungen eingestellt und in der DDR bzw. Thüringen auf dem Teilstück Teistungen–Leinefelde bis zum 9. Juni 2001 fortgeführt. Von 1907 bis 1931 hatte Duderstadt mit einer mehrjährigen Unterbrechung auch Anschluss an die Gartetalbahn, einer Schmalspurbahn, nach Göttingen, die den Betrieb bis Ende der 1950er Jahre dann nur noch von Göttingen aus bis Rittmarshausen führte. Staatliche EinrichtungenDurch die unmittelbare Nähe zur ehemaligen innerdeutschen Grenze beherbergt Duderstadt eine Abteilung der Bundespolizei (ehem. Bundesgrenzschutz, BGS) mit 500 Beschäftigten. Nach mehrfacher Umstrukturierung, wobei auch der Standort in Frage gestellt wurde, konnte sie 2006 ihr 50-jähriges Bestehen feiern. Bildungseinrichtungen
Städtepartnerschaften
StadtgliederungDie Stadt Duderstadt umfasst neben Duderstadt noch 14 Anfang der 1970er Jahre eingemeindete Ortsteile (siehe Navigationsleiste unten und Karte der Ortsteile Duderstadts). Kultur und SehenswürdigkeitenDuderstadt als ehemalige Großstadt des Mittelalters besitzt eine Altstadt mit 500 Fachwerkhäusern. Im Rahmen der niedersächsischen »Landesausstellung Natur im Städtebau« 1994 wurde der gesamte Altstadt-Bereich umfangreich saniert. Besonders hervorzuheben sind das historische Rathaus (eines der ältesten in Deutschland), die beiden großen Kirchen (St. Cyriakus und St. Servatius), die ca. 3,5 km lange Ringwallanlage und der Westerturm, bekannt für seine gedrehte Spitze. PersönlichkeitenSöhne und Töchter der Stadt
Sonstige mit der Stadt verbundene Persönlichkeiten
Ehrenbürger der Stadt
SonstigesKulinarische SpezialitätenDuderstadt bzw. das Eichsfeld sind unter anderem für folgende Spezialitäten bekannt:
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