Dürnau in Baden-Württemberg


Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Göppingen
Koordinaten: 48° 39′ N, 9° 38′ O
Höhe: 543 m ü. NN
Fläche: 5,37 km²
Einwohner: 2092
Bevölkerungsdichte: 390 Einwohner je km²
Postleitzahl: 73105
Vorwahl: 07164
Kfz-Kennzeichen: GP
Gemeindeschlüssel: 08 1 17 017
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 16
73105 Dürnau
Webpräsenz: www.duernau.de
Bürgermeister: Friedrich Buchmaier

Dürnau ist eine Gemeinde im Landkreis Göppingen in Baden-Württemberg.

Geografie

Dürnau liegt am Rande der schwäbischen Alb, etwa 10 km südlich der Kreisstadt Göppingen.

Nachbargemeinden

Die Gemeinde grenzt in Norden an Göppingen und Heiningen, im Osten an Gammelshausen, im Süden an Gruibingen und im Westen an Boll.

Geschichte

Die Entstehung Dürnaus dürfte in die jüngere Ausbauzeit des 9. bis 13. Jahrhunderts fallen. Der Ort wird als Durnon erstmals 1275 im liber decimationis erwähnt. Die Niederadelsfamilie der Dürner von Dürnau, standen im 13. bis 15. Jahrhundert vermutlich als Ministerialien im Dienst der Grafen von Aichelberg. 1339 wird Dürnau württembergisch. 1479 verkauft Graf Ulrich den Ort an die Herren von Zillenhardt. Nach dem Aussterben der Herren Zillenhardt im frühen 17. Jahrhundert, fiel das Dorf an die Degenfeld. 1684 wurde der Ort an Kurbayern veräußert. 1711 erwarben die Degenfeld zunächst die eine Hälfte, 1771 die andere Hälfte zurück.

Aufgrund des Reichsdeputationshauptschlusses und der damit verbundenen Mediatisierung wird Dürnau 1806 erneut württembergisch. Dort wird es dem Oberamt Göppingen eingegliedert und gelangt mit der Kommunalreform 1938 zum Landkreis Göppingen.

Religionen

Seit der Reformation ist Dürnau evangelisch geprägt. Erst seit 1963 gibt es wieder eine römisch-katholische Kirche im Ort, die aber zur Kirchengemeinde Boll gehört. Zuvor war es den Katholiken im Ort gestattet, in der evangelischen Kirche Gottesdienste zu feiern.

Einwohnerentwicklung

Die Einwohnerentwicklung zwischen 1837 und 2004.

Datum Einwohner
1837 668
1907 508
17. Mai 1939 458
13. September 1950 801
27. Mai 1970 1514
31. Dezember 1983 1520
31. Dezember 2000 2033
31. Dezember 2005 2092

Politik

Seit 1970 gehört Dürnau dem Gemeindeverband Raum Bad Boll an.

Bürgermeister und Gemeinderat

Bürgermeister ist Friedrich Buchmaier. Im aktuellen Gemeinderat haben die Freie Wählervereinigung und die Unabhängige Wählervereinigung jeweils fünf Sitze.

Wappen

Das Gemeindewappen zeigt ein schwarzes Horn mit gelber Fessel auf weißem Schild. Es geht aus dem ehemaligen Ortsadel der Herren von Dürnau hervor, und wurde im Jahre 1923 angenommen. Die daraus abgeleiten Flaggenfarben Schwarz-Weiß wurden am 18. Februar 1959 vom Innenministerium verliehen.

Wirtschaft und Infrastruktur

Bildungseinrichtungen

Dürnau verfügt über eine gemeinsame Grundschule und zwei gemeinsame Kindergärten mit Gammelshausen.

Freizeit- und Sportanlagen

Dürnau ist im Besitz von zwei Sportplätzen, zwei Tennisanlagen sowie einem Basketballfeld und einem Hartplatz. Für Jugendliche steht in Dürnau ein Jugendhaus zur Verfügung. Außerdem gibt es in Dürnau auch eine Sporthalle und ein Lehrschwimmbad, das auch für Privatpersonen geöffnet hat.

Verkehr

Dürnau ist über eine Landstraße von Gammelshausen und Boll zu erreichen. Mit der Gemeinde Heiningen ist Dürnau über einen Feldweg verbunden, der für den öffentlichen Verkehr allerdings nicht zur Durchfahrt freigegeben ist. Die Anschlussstelle Aichelberg der Autobahn A 8 liegt etwa 7 km entfernt. Dürnau war außerdem Haltepunkt der Voralbbahn, deren Betrieb 1989 eingestellt wurde. Seither ist Dürnau durch eine Buslinie u.a. mit der Kreisstadt Göppingen verbunden. Es existierte einmal eine Materialseilbahn zum Steinbruch am Kornberg bei Gruibingen.

Sehenswürdigkeiten

Ein restaurierter Marstall mit Schlossbrücke, Wassergraben und ein Schlosskeller erinnern an das einstige Wasserschloss aus dem 12. Jahrhundert.

Evangelische Kirche St. Cyriakus mit Halbmond auf der Kirchtumsspitze, welcher als Beutestück aus Kriegszügen des Christoph Martin von Degenfelds gegen die Türken stammt. Christoph Martin von Degenfeld liegt in dieser Kirche begraben, sein Epitaph kann dort besichtigt werden.

Südlich der Gemeinde liegt ein Obstlehrpfad und der Schwäbische Sprüche-Weg.

Dürnau hat beim Landeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden - Unser Dorf hat Zukunft” im Wettbewerb 1999-2001 eine Silbermedaille erhalten.

Museen

Im Torbogen des ehemaligen Schlosses befindet sich heute ein Glasmuseum, das die wechselvolle Geschichte der früher am Ort ansässigen Glashütte Gralglas bezeugt.

Persönlichkeiten

Christoph Martin Freiherr von Degenfeld (* 1599 in Eybach; † 13. Oktober 1653), bedeutender Feldherr

Literatur

  • Konrad Theiss: Der Kreis Göppingen. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1978, ISBN 3-8062-0374-1



Texte und Bilder stammen ganz oder teilweise aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht somit ganz oder teilweise unter der GNU Lizenz. Eine Liste der Autoren und Fotografen, sowie den Originaltext finden Sie hier.

Informationsportal über Dürnau in Baden-Württemberg - 24.5.2012