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Die kreisfreie Stadt Duisburg, liegt zugleich am Niederrhein und am westlichen Rand des Ruhrgebietes. Die Halbmillionenstadt ist die fünftgrößte Stadt Nordrhein-Westfalens und Oberzentrum am Niederrhein. Die Stadtgemeinde gehört zum Regierungsbezirk Düsseldorf. Die an der Ruhrmündung und dem Ausgangspunkt des Hellweges gelegene Stadt entwickelte sich bereits im Mittelalter zu einem wichtigen Handelszentrum, verlor jedoch im 13. Jahrhundert auf Grund der Verlagerung des Rheins, die die Stadt vom Strom abschloss, erheblich an wirtschaftlicher und politischer Bedeutung. Im 19. Jahrhundert wuchs sie wegen ihrer günstigen Lage entlang des Rheins und der Nähe zu den Kohlelagerstätten im Ruhrgebiet auf der Basis der Eisen und Stahl erzeugenden Industrie zu einem bedeutenden Industriestandort. Der Hafen mit seinem Zentrum im Stadtteil Ruhrort gilt als der größte Binnenhafen Europas. Er prägt das Bild der Stadt genauso wie die Eisen- und Stahlindustrie. Etwa die Hälfte des in Deutschland erzeugten Roheisens stammt aus den sechs Duisburger Hochöfen. Die traditionelle Stahlproduktion und Metallverarbeitung in Duisburg konzentriert sich zunehmend auf die Erzeugung von High-Tech-Produkten. Dennoch leidet die Stadt durch den Rückgang des Arbeitskräftebedarfs insbesondere in der Montanindustrie seit Jahrzehnten unter einer der höchsten Arbeitslosenquoten Westdeutschlands. Mit der Gründung der Gesamthochschule Duisburg im Jahr 1972 – die mittlerweile in der Universität Duisburg-Essen aufgegangen ist – hat Duisburg auch als Wissenschafts- und Hightech-Standort Profil gewonnen. Gleichzeitig bleibt die Logistik ein wichtiges ökonomisches Standbein der Stadt am Schnittpunkt von Ruhrgebiet und Rheinschiene. Name der Stadt1065: Tusburch in pago Ruriggowe (MGH Diplomata Henrici IV Nr. 172). Die erste Silbe des Namens der Stadt soll auf das germanische „dheus” zurückgehen, was soviel wie „feuchtes Gebiet” oder „Überschwemmungsgebiet” bedeutet. Duisburg bedeutet demnach „befestigter Ort im Überschwemmungsgebiet”. Eine andere Deutung geht davon aus, dass der Name sich vom altdeutschen „duis” = Hügel ableitet. Danach bedeutet Duisburg soviel wie „Burg auf dem Hügel”. Damit könnte die auf einer leichten Anhöhe über dem Rhein stehende ursprüngliche Hofanlage mit Graben, Wall und Palisadenzaun im Bereich des heutigen Rathauses gemeint sein. Duisburg ist nicht der einzige Ort in Europa mit diesem Namen. Ein heutiger Ortsteil von Tervuren in Belgien, der 1977 eingemeindet wurde, trägt denselben Namen. In der niederländischen Provinz Gelderland gibt es eine Stadt namens Doesburg. Auch ein Schiffskonvoi der italienischen Marine lautete auf den Namen Duisburg. Er wurde am 9. November 1941 von den Briten zerstört. GeografieGeografische LageDuisburg liegt am Rande des niederbergischen Hügellandes, an der Mündung der Ruhr in den Rhein. Das Stadtgebiet erstreckt sich zu beiden Seiten dieser Flüsse. Im Norden der Stadt münden die Alte Emscher und die Kleine Emscher in den Rhein. In der Landesplanung ist Duisburg als Oberzentrum eingestuft. Als rheinische Stadt gehört sie dem Landschaftsverband Rheinland (LVR) an, als Ruhrgebietsstadt ist sie Mitglied des Regionalverbands Ruhr (RVR). Höchste Erhebung der Stadt ist der Standort Haus Hartenfels mit 82,52 m über NN, der tiefste Punkt liegt mit 14,85 m über NN in Duisburg-Walsum (Kurfürstenstraße). Die mittlere Höhenlage des Stadtkerns beträgt 33,5 m über NN (Duisburg-Mitte, Königstraße/Ecke Hohe Straße). NachbargemeindenDie Stadt Duisburg grenzt im Westen und Norden an die Städte Moers, Rheinberg und Dinslaken im Kreis Wesel, im Osten an die kreisfreien Städte Oberhausen und Mülheim an der Ruhr, im Süden an die Stadt Ratingen im Kreis Mettmann, die kreisfreie Stadt Düsseldorf, die Stadt Meerbusch im Rhein-Kreis Neuss und die kreisfreie Stadt Krefeld. Die Stadt Duisburg hat sich bereits 1973 mit flussabwärts gelegenen Landkreisen zur Euregio Rhein-Waal zusammengeschlossen. Dazu gehören die niederrheinischen Kreise Kleve und Wesel, die Städte Arnheim und Nimwegen sowie einige grenznahe niederländische Provinzen. StadtgliederungDas Stadtgebiet Duisburgs besteht heute aus sieben Stadtbezirken:
Sie unterteilen sich in insgesamt 46 Stadtteile. Siehe Liste der Stadtteile und Stadtbezirke von Duisburg. GeschichteDetaillierte Informationen finden sich im Artikel Geschichte der Stadt Duisburg. Römische und nachrömische ZeitIntensive Ausgrabungen haben eine feste Besiedlung des hochwassergeschützten „Burgplatzes” bereits im ersten nachchristlichen Jahrhundert nachgewiesen. Die Römer unterhielten hier eine regelmäßige Präsenz zur Sicherung des Rheinübergangs und der Ruhrmündung, die den Legionen als Brückenkopf diente. Der „Alte Markt” war seit dem 5. Jahrhundert der zentrale Handelsplatz der Stadt, die durch ihre Lage am Hellweg und an einer Rheinfurt ausgezeichnet war. Die erste schriftliche Erwähnung Duisburgs wird auf 883 datiert, Quelle ist die Chronik des Regino von Prüm: die Normannen beziehungsweise Wikinger erobern Duisburg und überwintern hier. Aufgrund der günstigen geographischen Lage Duisburgs auf einer Hochterrasse am Zusammenfluss von Rhein und Ruhr hatte die Stadt eine strategisch wichtige Lage. Bereits um 740 wurde mit der Anlage eines Königshofes begonnen. MittelalterIm 10. Jahrhundert erfolgt der Ausbau des Königshofes zu einer Königspfalz. Belegt sind mindestens 18 Königsaufenthalte in jenem Jahrhundert. 929 findet in der Stadt eine Reichssynode statt. 1002 trifft der Erzbischof von Köln auf Heinrich II. und wählt ihn zusammen mit dem Bischof von Lüttich zum König. Im Jahre 1173 bewilligte Barbarossa die Abhaltung von jährlich zwei vierzehntägigen Tuchmessen. Bis 1290 ist Duisburg reichsfreie Stadt, dann wird sie von König Rudolf von Habsburg gegen 2000 Silbermark an den Grafen von Kleve verpfändet. In der Folgezeit wird Duisburg Mitglied der Hanse. Durch die Verlagerung des Rheins von der Stadt weg, die vor etwa 1000 Jahren geschah, und der im 13. und 14. Jahrhundert zunehmenden Verlandung des toten Rheinarms wurde die wirtschaftliche Entwicklung jedoch unterbrochen. Von der Kaufmannsstadt entwickelte sich Duisburg zur Ackerbürgerstadt. Die Duisburger Messen gehen im 14. Jahrhundert auf Frankfurt am Main über. Das Wirken von Gerhard Mercator und die Gründung der Universität im Jahre 1655 schufen die Anerkennung als „Gelehrtes Duisburg” („Duisburgum Doctum”). 1666 fällt Duisburg mit dem Herzogturm Kleve an Brandenburg 428.594 Menschen. Bis heute ist die Zahl der dort lebenden Einwohner um 21 Prozent auf knapp 340.000 gesunken. Gegenüber 1961 ist das sogar ein Verlust von 32 Prozent. Anfang der 1970er Jahre betrug der Anteil ausländischer Bürger nicht einmal sechs Prozent, heute beträgt der Anteil der Menschen mit ausländischem Pass bei etwa 15 Prozent. In den letzten zehn Jahren haben sich etwa 45.000 Menschen mit Migrationshintergrund einbürgern lassen. Insgesamt haben 159.036 Duisburger einen Migrationshintergrund (Stand 31.12.2005), was einem Anteil von etwa einem Drittel an der Bevölkerung entspricht. Siehe auch: Einwohnerentwicklung von Duisburg. StadtwappenDas Wappen der Stadt Duisburg zeigt in von Gold und Rot geteiltem Schild oben einen wachsenden, rot gezungten schwarzen Doppeladler, unten eine dreitürmige silberne gezinnte Burg. Die Stadtflagge ist weiß-rot belegt mit dem Wappen. Das Wappen wurde der Stadt am 31. Januar 1977 vom Regierungspräsidenten in Düsseldorf verliehen. Es ist jedoch bereits im Jahre 1527 bezeugt. Es kann teilweise als „redendes” Wappen bezeichnet werden, denn die Burg weist auf den Namen der Stadt hin. Der Reichsadler deutet auf die Zugehörigkeit zum Reich und weist auf die ehemalige Reichsfreiheit hin, die jedoch bereits 1290 an die Herren von Kleve verpfändet war. Das Wappen der Stadt Duisburg unterliegt einer kommunalen Wappensatzung. Zur Nutzung ist eine Erlaubnis erforderlich. StädtepartnerschaftenDie Stadt Duisburg unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:
ReligionenDuisburg gehörte im Mittelalter zum Bistum Lüttich, später zum Erzbistum Köln. 1543 wurde auf Beschluss des Rates der Stadt im evangelischen Sinne gepredigt und in den Folgejahren auch das Abendmahl in beiderlei Gestalt („Brot und Wein”) gefeiert, so dass bis 1555 die Reformation endgültig Fuß fassen konnte. Vorherrschend war das reformierte Bekenntnis. 1610 wurde in der Duisburger Salvatorkirche der Synodalverband der reformierten Gemeinden Jülich, Kleve und Berg gegründet, zu dem auch die Gemeinde in Duisburg gehörte. Die Gegenreformation konnte sich nicht durchsetzen. 1727 bildete sich auch eine lutherische Gemeinde. Beide Konfessionen vereinigten sich 1891 zur unierten Gemeinde von Duisburg. In preußischer Zeit wurde Duisburg Sitz einer Superintendentur innerhalb Rheinischen Provinzialkirche der Evangelischen Kirche in Preußen, aus der später der Kirchenkreis Duisburg innerhalb der heutigen Evangelischen Kirche im Rheinland hervorging. Walsum gehört zum Kirchenkreis Dinslaken und das linksrheinische Duisburg zum Kirchenkreis Moers. Duisburg ist Sitz der großen evangelischen Hilfsorganisation Kindernothilfe. Die nach der Reformation in Duisburg verbliebenen Katholiken gehörten weiterhin zum Erzbistum Köln. Nach dessen Auflösung 1801 kam Duisburg zum Bistum Münster. Seit 1958 gehören die Pfarrgemeinden in den damaligen Grenzen Duisburgs zum neu gegründeten Bistum Essen. Nach der 2006 erfolgten Neuordnung der Pfarreienstruktur sind dies die Pfarreien St. Norbert, St. Johann (beide Hamborn), St. Michael (Meiderich), Liebfrauen (Mitte) und St. Judas Thaddäus (DU-Süd), die jeweils aus mehreren Gemeinden bestehen. Die 18 Pfarrgemeinden des linksrheinischen Dekanats Duisburg-West und des zum Dekanat Dinslaken gehörenden Pfarrverbands Walsum, die erst 1975 nach Duisburg eingemeindet wurden, liegen im Bereich des Bistums Münster. Die evangelischen und katholischen Gemeinden in Duisburg sind Mitglied in der 1993 gegründeten Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen Duisburg. Dieser Arbeitsgemeinschaft gehören darüber hinaus die Griechisch-Orthodoxe Kirche, die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche, die Armenische Apostolische Kirche, die Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Freikirchen sowie die Apostolische Gemeinschaft an. Die jüdische Gemeinde Duisburg-Mülheim/Ruhr-Oberhausen zählt etwa 2.800 Mitglieder. Ihr neues Gemeindezentrum wurde 1999 am Innenhafen eröffnet. Etwa acht Prozent der Duisburger Bürgerinnen und Bürger bekennen sich zum Islam. In einigen Stadtbezirken Duisburgs ist der Anteil der islamischen Bevölkerung wesentlich höher. Der Neubau einer Moschee, die in Deutschland die größte ist, im Stadtteil Marxloh hat durch das integrative Konzept und durch die Zusammenarbeit von Stadt und islamischen Religionsvereinen bundesweit für Aufsehen gesorgt. Kultur und SehenswürdigkeitenDuisburg bietet ein großes Angebot an kulturellen Einrichtungen und Veranstaltungen. Herausragend wichtiges Ereignis sind die alljährlich seit 1977 (außer 2005) stattfindenden Duisburger Akzente, die sich jeweils mit einem kulturell aktuellen Thema auseinandersetzen, und das Traumzeit-Festival im Landschaftspark Duisburg-Nord. Überregional bedeutsam sind die im gesamten Ruhrgebiet stattfindende RuhrTriennale und das Klavierfestival Ruhr. Von besonderer Bedeutung sind die Stätten und Aktivitäten der Industriekultur, die dem gesamten Ruhrgebiet ein neues Gesicht geben sollen. Der Landschaftspark Duisburg-Nord, der Hafenstadtteil Ruhrort und der am Rande des Stadtzentrums gelegene Innenhafen sind die Duisburger Hauptattraktionen an der Route der Industriekultur. TheaterDas 1912 im klassizistischen Stil erbaute Theater Duisburg (Entwurf: Martin Dülfer) gilt als das kulturelle Zentrum Duisburgs. Es wird seit 1956 von der Deutschen Oper am Rhein zusammen mit den Duisburger Philharmonikern bespielt. Die Deutsche Oper am Rhein ist eine Theatergemeinschaft der Nachbarstädte Düsseldorf und Duisburg. Sie hat neben Oper und Operette/Musical auch Ballett im Programm. Bereits von 1887 bis 1921 bestand eine Theaterehe mit Düsseldorf. Diese wurde von einer eigenständigen Duisburger Oper und einer Theatergemeinschaft mit dem Schauspielhaus Bochum abgelöst, die bis 1935 bestand. Duisburg besitzt kein eigenes Schauspielensemble. Im Stadttheater werden Inszenierungen anderer Theater, insbesondere aus der Rhein-Ruhr-Region, gezeigt. Weitere Theater sind die freie Schauspielbühne „Comödie Duisburg”, das Kleinkunsttheater „Die Säule” im Dellviertel, die Kleine Bühne Friemersheim, das Kinder- und Jugendtheater „Kom´ma” in Rheinhausen sowie die Meidericher Kleinkunstbühne. Veranstaltungsorte1962 wurde die Duisburger Mercatorhalle in der Innenstadt eingeweiht. Sie ersetzte die 1887 eröffnete und 1942 zerstörte Tonhalle, die an der gleichen Stelle stand. Die Mercatorhalle galt 40 Jahre lang als die „gute Stube” der Stadt. Diese Konzert- und Veranstaltungshalle wurde 2005 abgerissen, um Platz für das City Palais zu schaffen, das unter anderem ein im Februar 2007 eröffnetes Spielcasino und die „neue” Mercatorhalle beherbergt. Der große Saal dieser Halle bietet Platz für 1750 Personen und wird im April 2007 eröffnet. Die Duisburger Philharmoniker haben in der Mercatorhalle ihre Spielstätte. Das Theater am Marientor (TaM) ist ein ehemaliges Musicaltheater („Les Miserables”) und wird heute für unterschiedlichste Bühnenveranstaltungen angemietet. Die Duisburger Philharmoniker nutzen es während der Schließung der Mercatorhalle als Ausweichquartier. Die Rhein-Ruhr-Halle in Hamborn fasst bis zu 4450 Sitzplätze. In den Stadtteilen befinden sich außerdem die Rheinhausen-Halle, die Stadthalle Walsum und die Glückauf-Halle in Homberg-Hochheide. Veranstaltungsorte in der Kulisse einer stillgelegten Eisenhütte sind die Kraftzentrale (bis zu 4140 Plätze), die Gießhalle und die Gebläsehalle im Landschaftspark Duisburg-Nord. Regelmäßige Veranstaltungen finden auch in der Kulturzentrale HundertMeister am Dellplatz und im Hochfelder Pulp statt, ein 2002 zu einer mittelalterlich anmutenden Burg umgebautes Bahnhofsgebäude.. LichtspielhäuserDas Filmforum am Dellplatz ist das älteste kommunale Kino Westdeutschlands. Es besitzt ein bedeutendes filmhistorisches Archiv. Alljährlich findet hier die Duisburger Filmwoche statt. Im Sommer nutzt das Filmforum die Gießhalle im Landschaftspark Nord als Freilichtkino. Auch vor Duisburg machte das Kinosterben der 1960er Jahre nicht halt. Ursprünglich gab es in fast jedem Stadtteil ein Lichtspieltheater. Zuletzt blieben mit dem „Europa”, dem „Gloria” (jetzt ein Modegeschäft) und dem „Residenz” (im Zuge des Forum-Baus abgerissen) noch drei innerstädtische Kinozentren übrig. Auch wegen der Konkurrenz mit dem neuen UCI-Multiplex-Kino am Hauptbahnhof haben letztlich alle klassischen kommerziellen Lichtspielhäuser schließen müssen. Museen und KunstDas Wilhelm-Lehmbruck Museum – Zentrum Internationaler Skulptur ist in einem vom Sohn Lehmbrucks entworfenen Museumsbau von 1964 untergebracht. Es zeigt – ausgehend von dem Werk des Duisburger Künstlers Wilhelm Lehmbruck – eine europaweit einmalige Sammlung moderner Bildhauerkunst. Neben dem verglasten Lehmbruck-Museum befindet sich ein öffentlicher Skulpturenpark mit 40 Plastiken. Der „Dialog zwischen Museum und Außenwelt” soll sich in der angrenzenden Fußgängerzone mit seiner Brunnenmeile und den von Künstlern gestalteten U-Bahn-Stationen (unter anderem Gerhard Richter) fortsetzen. Ein auffälliges Wahrzeichen der Stadt ist der „Livesaver”-Brunnen mit einer sieben Meter hohen „Nana”-Figur von Niki de Saint Phalle. Sie steht auf einer von Jean Tinguely aus Schrottteilen konstruierten rotierenden Plattform. Ebenfalls an den in Meiderich geborenen Lehmbruck (1881-1919) erinnert ein von der Stadt Duisburg vergebenes „Wilhelm-Lehmbruck-Stipendium” für junge Künstler, dessen Stipendiaten kostenlose Wohnateliers im historischen Dreigiebelhaus zur Verfügung gestellt werden. Das Museum Küppersmühle für moderne Kunst präsentiert sich in einem von Herzog & de Meuron umgestalteten Innenhafen-Getreidespeicher. Die Sammlung Junge Kunst in den Räumen der König-Brauerei in Beeck, die Stiftung DKM am Innenhafen sowie die Cubus Kunsthalle beschäftigen sich ebenfalls mit moderner Kunst. Das Kultur- und Stadthistorisches Museum befindet sich seit 1991 in einem ehemaligen Getreidespeicher am Innenhafen. Überregional bedeutsam ist die Mercator-Schatzkammer, eine Ausstellung über das Lebenswerk des Mathematikers und Kartografen Gerhard Mercator. Im selben Gebäude untergebracht ist das Museum Stadt Königsberg, das sich der Geschichte der alten ostpreußischen Stadt widmet. Das Museum der Deutschen Binnenschifffahrt ist mit seiner umfangreichen Sammlung in einem ehemaligen Jugendstil-Hallenbad in Ruhrort/Laar untergebracht. Zum Museum gehören zwei historische Dampfschiffe, die im Ruhrorter Hafen ankern. Kleinere Museen sind das Haniel Museum in Ruhrort, das Lehrerhaus Friemersheim in Rheinhausen, das Niederrheinische Karnevalsmuseum am Mattlerbusch, das Naturwissenschaftliche Museum in Wedau, das Bienenmuseum in Rumeln-Kaldenhausen, das Radio-Museum in Ruhrort und das Bergbaumuseum Rheinhausener Bergbausammlung. Das Atlantis Kindermuseum, untergebracht in einem Innenhafen-Getreidespeicher, ist eine naturwissenschaftlich-technische Erlebniswelt. BauwerkeDas Duisburger Rathaus geht zurück auf den mittelalterlichen Könighof, der an derselben Stelle gestanden hat. Das heutige, im Stil der Frührenaissance (Historismus) errichtete Gebäude, wurde 1902 durch den Karlsruher Architekten Friedrich Ratzel fertiggestellt. Das erste Rathaus, das sich hier befand, stammte aus dem Mittelalter und wurde im Jahre 1361 zum ersten Mal erwähnt. Es wurde 1802 abgebrochen und am Ort des alten Gerichtshauses am Weinmarkt neu erbaut. 1843 wurde dieses Rathaus abermals durch einen Neubau an der heutigen Stelle ersetzt. Seit 1878 befindet sich auf der Mitte des Burgplatzes vor dem Rathaus der Mercatorbrunnen. Die neben dem Rathaus stehende Salvatorkirche befindet sich ebenfalls auf dem Gelände des Königshofes. Hier stand erstmals im 9. Jahrhundert eine Kirche. Nach einem Brand im 13. Jahrhundert wurde 1415 der Neubau fertiggestellt. Seit 1571 ist die am Innenhafen gelegene Salvatorkirche evangelisch. In die benachbarte katholische Karmelkirche von 1961 sind Teile der im Krieg zerstörten Minoritenkirche von 1271 integriert worden. Zuvor gehörte diese Klosterkirche in den Komplex der im Krieg zerstörten ältesten katholischen Stadtkirche, der Liebfrauenkirche. Rathaus, Salvatorkirche und Liebfrauenkirche bildeten vor dem 2. Weltkrieg die typische Dreit-Türme-Silhouette der Stadt. Die Liebfrauenkirche wurde nach dem Krieg an anderer Stelle inmitten des neuen Duisburger Stadtzentrums am Stadttheater wiederaufgebaut. Die Glasfenster, Baldachin und zahlreiche andere Einrichtungsgegenstände der Liebfrauenkirche stammen aus der Vatikankirche der Brüsseler Weltausstellung von 1958. 1153 wurde die Marienkirche als erste Niederlassung des Johanniterordens in Deutschland errichtet. Der heutige klassizistische Bau geht zum größten Teil auf das Jahr 1802 zurück. Seit dem 16. Jahrhundert ist die Kirche evangelisch. Die Abtei Hamborn mit der Abteikirche St. Johann Baptist im Norden der Stadt geht auf das 11./12. Jahrhundert zurück, ein Vorgängerbau ist von 900. Die Abtei gehört zum Prämonstratenser-Orden. Die spätromanische katholische Pfarrkirche St. Dionysius in Mündelheim wurde 1221 erbaut. Das 1999 fertiggestellte Jüdisches Gemeindezentrum (Architekt: Zvi Hecker) liegt im Innenhafen unweit der in der Pogromnacht 1938 zerstörten alten Synagoge von 1875. Sie gilt als ein herausragendes Beispiel zeitgenössischer skulpturaler Architektur. Mit der Ditib-Merkez-Moschee in Marxloh entsteht zur Zeit die größte Moschee Deutschlands, die ein 34 Meter hohes Minarett und ein 23 Meter hohes silberfarbene Kuppeldach haben wird. Der Gebetsraum soll Platz für 1.200 Gläubige bieten. Das am Rande des Innenhafens gelegene Dreigiebelhaus, errichtet 1536, ist das älteste noch erhaltene Wohngebäude Duisburgs. Der ältere Gebäudeteil des Amts- und Landgerichts Duisburg wurde 1876 im Stil der Neo-Renaissance fertiggestellt (Architekt: Paul Thoemer). Die von Herzog & de Meuron 1999 zum Museum umgebaute Küppersmühle von 1909 ist der architektonisch bedeutsamste Teil der Speicherzeile im Innenhafen. Zwischen 1981 und 1991 wurden 23 Ziegel-Rundbauten – „Keksdosen” – (Architekten: Peter Poelzig u.a.) errichtet. Sie sind die markantesten Gebäude der in Neudorf am Rande des Duisburger Stadtwaldes gelegenen Universität. Das im Universitäts-Stadtteil gelegene „Haus der Wirtschaftsförderung”, das Technologiezentrum und das Mikroelektronikzentrum wurden 1992 bis 1996 von Norman Foster errichtet. SportDuisburg ist Sitz des Landessportbunds Nordrhein-Westfalen, des deutschen Kanu-Verbandes, des Westdeutschen- Fußball und Leichtathletikverbandes sowie weiterer überregionaler Sportverbände. Gleich drei große Vereine haben die Duisburger Fußballtradition begründet: der Duisburger SV (der 1964 mit dem TuS Duisburg 48/99 zu Eintracht Duisburg fusionierte), die Sportfreunde Hamborn 07 und der Meidericher Spielverein. Nur letzterer hat 1963 den Sprung in die neue Bundesliga geschafft; dort erfolgte zwei Jahre später die Umbenennung in MSV Duisburg. Nach dem Umbau des alten Wedaustadions steht seit 2005 die moderne MSV-Arena mit einem Fassungsvermögen von 31.500 Zuschauern zur Verfügung. Ehemaliger Deutscher Meister und Pokalsieger ist der Frauen-Bundesligist FCR 2001 Duisburg (vormals FC Rumeln-Kaldenhausen). Der Eissportverein Duisburg „Die Füchse” spielt in der DEL. Im linksrheinischen Rheinhausen ist der traditionsreiche Handball-Regionalligist und ehemalige Bundesligist OSC 04 Rheinhausen beheimatet. Die Duisburg Ducks sind siebenmaliger Deutschen Meister im Inline-Skaterhockey und dreimaliger Europapokalgewinner. Die RESG Walsum ist im Rollhockey mit 16 Titeln deutscher Rekordmeister. Der Amateur Schwimm Club Duisburg (ASCD) gehört zu den besten Vereinen in der Deutschen Wasserball Liga. Der 1. BC Duisburg ist einer der erfolgreichsten Vereine der deutschen Bowling-Bundesliga. TuRa 88 ist in der Trampolin-Bundesliga vertreten. Bekannt geworden ist die Sportstadt Duisburg unter anderem durch die Ausrichtung von Kanu- und Ruderweltmeisterschaften auf der Regattaanlage an der Duisburger Wedau (siehe Sportpark Wedau), der Universiade 1989 sowie der World Games 2005. Erholung, Freizeit und VergnügenDer 1934 als Tierpark gegründete Zoo Duisburg gilt mit seinem Delfinarium und selten gezeigten Tieren wie Koalas, Wombats, Fossas und Flussdelfine als eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Duisburg. Er ist der meistbesuchte Zoo Nordrhein-Westfalens. Der Landschaftspark Duisburg-Nord auf dem Gelände eines ehemaligen Hüttenwerkes wurde im Rahmen der Internationale Bauausstellung Emscher Park (IBA) zu einem rund 200 Hektar großen Park neuen Typs entwickelt und bietet zahlreiche Freizeitmöglichkeiten wie Klettern in alten Erzbunkern oder Tauchen im Gasometer. Immer noch die herausragende Duisburger Sehenswürdigkeit sind die Duisburg-Ruhrorter Häfen. Sowohl der alte Ortskern des Hafenstadtteils Ruhrort als auch der Innenhafen wurden im Zuge der IBA Emscher Park saniert. Im Frühjahr, Sommer und Herbst starten ab Steiger Schwanentor im Innenhafen mehrmals tägliche Hafenrundfahrten durch Europas größten Binnenhafen. Das Duisburger Nachtleben findet rund um den Innenhafen in teilweise historischen Speichergebäuden statt. Im Universitätsviertel mit der ältesten Duisburger Studentenkneipe Finkenkrug, die die größte Bierauswahl Nordrhein-Westfalens besitzt, und am Dellplatz findet man eine abwechslungsreiche Kneipenlandschaft. Bedeutend für das gesellschaftliche Leben sind die Kirmes des Beecker Schützenvereins und der Duisburger Karneval. Der Sportpark Wedau, die Sechs-Seen-Platte und der Duisburger Stadtwald sind als großes zusammenhänges Gebiet die wichtigste Grün- und Erholungsfläche der Stadt. An der Grenze zu Oberhausen lädt der Revierpark Mattlerbusch mit der Niederrhein-Therme zu Freizeitaktivitäten ein. Neben einer Vielzahl an Parks und Seen sind das Rheinhausener Toeppersee-Gebiet, der Baerler Busch sowie insbesondere die Ufer- und Auenlandschaft des Rheins wichtige Erholungsflächen. Infrastruktur und WirtschaftVerkehrDuisburg ist ein internationales Handels- und Logistikzentrum und hat einen optimalen Anschluss an das Straßen-, Schienen- und Wasserstraßennetz. Mit dem unmittelbar hinter der Stadtgrenze gelegenen Rhein-Ruhr-Airport „Düsseldorf International”, der sieben Bahnminuten vom Duisburger Hauptbahnhof entfernt liegt, gibt es zudem eine direkte Flughafenanbindung. Häfen Der Duisburger Hafen „duisport” gilt als der größte Binnenhafen Europas und als Sehenswürdigkeit der Stadt. Er besitzt einen Seehafen-Status, da mit flussgängigen Seeschiffen im Linienverkehr Häfen in Europa, Afrika und im vorderen Orient bedient werden, und umfasst ein Freihafen-Gelände. Der Hafen ist ein sogenannter Seehafen-Hub. Der Mittelpunkt des Hafens liegt noch heute im Bereich der Ruhrmündung, wo bereits zu Beginn des 18. Jahrhunderts der erste Ruhrorter Hafen geschaffen wurde. Jährlich werden dort rund 40 Millionen Tonnen Güter aller Art umgeschlagen. Über 20.000 Schiffe laufen pro Jahr den Hafen an. Kernstück sind die öffentlichen Hafenanlagen mit einer Ausdehnung von 740 Hektar, 21 Hafenbecken von über 180 Hektar ergeben eine Uferlänge von 40 Kilometer. Dazu kommt noch das Logport Logistic Center Duisburg mit 265 Hektar Fläche. Etliche Unternehmen verfügen darüber hinaus über private Hafenanlagen, so dass der Gesamtumschlag bei über 90 Millionen Tonnen liegt. Zum Vergleich: Hamburgs Umschlag liegt bei 115 Millionen Tonnen. Straßen und Schiene Schon vor über fünftausend Jahren zogen Reisende durch das Duisburger Gebiet und über die Rheinfurt zum Hellweg. Heute ist Duisburg ein Verkehrsknotenpunkt von europäischer Bedeutung, das durch zahlreiche Straßen, Schienenwege und Brücken erschlossen ist. Die ältesten Brücken sind die Eisenbahnbrücke Hochfeld–Rheinhausen, deren Vorläufer bereits 1873 entstanden ist, und die Friedrich-Ebert-Brücke zwischen Ruhrort und Homberg, die auf 1907 zurück geht. In den 1930er Jahren wurde Duisburg durch die heutige A 3 (E 35) an das Autobahnnetz angeschlossen. Weitere Autobahnen sind die A 40 (E 34) (Ruhrschnellweg), die A 42 (Emscherschnellweg), die Stadtautobahn A 59 (Nord-Süd-Achse), die A 57 im Westen und die A 524 als südliche Anbindung an das Kreuz Breitscheid. Das Kreuz Kaiserberg (A 3/A 40) wurde als „Spaghettiknoten” berühmt. Bereits 1846 wurde Duisburg durch die Cöln-Mindener Eisenbahn an das Bahnnetz angeschlossen. 1886 entstand der erste „Centralbahnhof” an der Stelle des heutigen Hauptbahnhofes, dessen Gebäude 1934 im Stile des Funktionalismus errichtet wurde. Er ist ein bedeutender Fernbahnhof, der unter anderem ICE-Linienverbindungen in Richtung Amsterdam, Berlin und München anbietet. Der zweitgrößte Duisburger Bahnhof, Rheinhausen, besitzt eine RegionalExpress-Anbindung. Darüber hinaus verfügt Duisburg über 15 kleinere Stationen, die von RegionalBahnen der DB, der Prignitzer Eisenbahn oder der S-Bahn angefahren werden. Diese Verbindungen bilden zusammen mit einer Stadtbahn-Linie, welche von der Duisburger Verkehrsgesellschaft AG (DVG) und der Rheinbahn AG betrieben wird, das Grundgerüst des Öffentlichen Nahverkehrs in Duisburg. Die früher als D-Bahn bezeichnete Überland-Straßenbahn nach Düsseldorf wurde im Innenstadtbereich zu einer U-Bahn ausgebaut, die 1992 eröffnet wurde. 2000 wurde diese Stadtbahn-Linie mit der Fertigstellung eines Tunnels unter Ruhr und Häfen bis nach Meiderich verlängert. Darüberhinaus betreibt die DVG Straßenbahnverbindungen Richtung Hamborn, Walsum/Dinslaken, Hüttenheim und Mülheim an der Ruhr sowie zusammen mit der Niederrheinische Verkehrsbetriebe AG zahlreiche Buslinien. Im Eisenbahngüterverkehr ist Duisburg nach Stilllegung seiner Rangierbahnhöfe Duisburg-Wedau und Duisburg Hbf/Güterbahnhof kein Eisenbahnknoten mehr, aber es besteht nach wie vor der „Gemeinschaftsbetrieb Eisenbahn und Häfen” bei der ThyssenKrupp AG als Europas größte Werksbahn. Seit 1999 steuert die Deutsche Bahn AG aus der Betriebszentrale in Duisburg-Duissern den Bahnverkehr in Nordrhein-Westfalen. siehe Duisburg Hauptbahnhof. UnternehmenDuisburg ist bis heute das bedeutendste Zentrum der Stahlindustrie in Mitteleuropa und verfügt über die größte Ausdehnung an Produktionsstätten dieses Bereichs weltweit. Mittlerweile stehen sämtliche der sechs im Ruhrgebiet betriebenen Hochöfen in Duisburg. Etwa die Hälfte des in Deutschlands erzeugten Roheisens und ein Drittel des Rohstahls werden in Duisburg produziert. Steinkohle wird mittlerweile nur noch auf der Zeche Walsum abgebaut. Eine Vielzahl von Schachtanlagen, die zumeist im Duisburger Norden und dem heutigen Duisburger Westen lagen, sind seit den 1950er und frühen 1960er Jahren längst geschlossen. Durch den Strukturwandel in der Stahlindustrie kam es zu einem erheblichen Arbeitsplatzabbau. Noch in den 1960er Jahren zählte die Stadt zu jenen mit den höchsten Pro-Kopf-Steuereinnahmen in der Bundesrepublik. Gab es damals noch fast 70.000 Stahlarbeiter, so sind heute davon lediglich 16.000 übrig geblieben. Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze ist so von knapp 280.000 auf nur noch 150.000 gesunken, so dass die Stadt heute noch in Folge dessen unter einer überdurchschnittlichen Arbeitslosigkeit leidet. Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze entspricht nicht einmal einem Drittel der Einwohner Duisburgs. Damit liegt die Stadt auf dem gleichen Niveau wie Essen (0,3 Arbeitsplätze pro Einwohner). In der Nachbarstadt Krefeld beispielsweise kommen 0,67 Arbeitsplätze je Einwohner. Sie hat damit absolut sogar mehr Arbeitsplätze als Duisburg. Täglich pendeln 70.000 Arbeitnehmer nach Duisburg, während es 60.000 ins Duisburger Umland zieht. Die meisten Auspendler, etwa 15.000, haben ihren Arbeitsplatz in Düsseldorf, wo die Duisburger auch die größte Einpendlergruppe stellen. Ihre ehemalige Funktion als zentrale Einkaufsstadt weit über ihre Grenzen hinaus hat die Stadt weitestgehend verloren. Seit Jahren wird ein Abfluss von Kaufkraft beklagt. Mit unter 100.000 Quadratmetern verfügt die Duisburger Innenstadt über eine vergleichsweise geringe Handelsfläche. Zur Zeit allerdings entstehen neue Handelsflächen, die die Quadratmeterzahl um etwa ein Fünftel erhöhen wird. Heute prägen die chemische und die Papierindustrie, Unternehmen des Anlagen-, Maschinen- und Schiffbaus, Hersteller von Präzisionsinstrumenten sowie bekannte Unternehmen der Nahrungs- und Genussmittelindustrie die Wirtschaftsstruktur der Stadt. Traditionell in Duisburg ansässig sind auch große Dienstleistungsunternehmen aus den Bereichen Handel, Verkehr und Logistik. Eine wichtige Funktion im Strukturwandel hat die Logistik. So entstand beispielsweise mit dem „Logport” ein neues internationales Logistikzentrum. Dort stand bis 1993 das durch den Rheinhausener Arbeitskampf bundesweit bekannt gewordene Krupp-Stahlwerk. Bereits 1987 wurde in Neudorf das Mikroelektronische Zentrum gegründet. Im heutigen „Tectrum” werden in den früher von Daimler genutzten Gebäuden sowie in den den von Norman Foster entworfenen zwei Neubauten Büroräume, Produktions- und Laborflächen für Unternehmen aus allen Bereichen der Elektronik und ihrer Anwendungen angeboten. Erste Erfolge im Bereich des Aufbaus einer mittelstandsorientierten Gründungskultur entstand mit der Ansiedlung der microTEC Gesellschaft für Mikrotechnolgie mbH. Im Jahr 2006 ist die Anzahl der im „Tectrum” ansässigen Unternehmen bereits auf über 50 Unternehmen gestiegen. Die Unternehmen sollen mit industriellen Anwendungen von Mikro- und Nanotechnologien, sowie Informationstechnologien eine Basis für neue Arbeitsplätze in Duisburg bilden. Die Universität Duisburg-Essen sowie die angegliederten Institute bieten dabei direkte Anknüpfungspunkte. Etwa ab Mitte der 1990er Jahre entwickelte Duisburg auch den Bereich unternehmensorientierter Dienstleistungen und wurde zu einer Art „Hochburg” für Callcenter. Große Unternehmen wie die Deutsche Bahn AG, Citibank und Dresdner Bank, aber auch der Internetdienstleister AOL sowie die sanvartis GmbH (ehemals Gesundheitsscout24) betreiben Callcenter in Duisburg zur bundesweiten Abdeckung ihrer Servicerufnummern. Hier finden mittlerweile gut 5000 Mitarbeiter einen Arbeitsplatz. Bedeutende Großbetriebe und Unternehmen in Duisburg
MedienZwei Tageszeitungen versorgten die Duisburger in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts: die 1851 gegründete, 1941 untergegangene Rhein- und Ruhrzeitung und der Duisburger General-Anzeiger, der bis in die 1960er Jahre das wichtigste Tagesblatt für Duisburg und die Region blieb. Im Zuge der Konzentration im Pressewesens verschwand auch er. Über das aktuelle Tagesgeschehen berichten heute die Duisburger Lokalredaktionen der beiden Tageszeitungen „Westdeutsche Allgemeine” (WAZ) und „Neue Ruhr Zeitung” (NRZ), deren Zentralredaktionen sich in Essen befinden, sowie die „Rheinische Post” (RP) mit Hauptsitz in Düsseldorf. Außerdem gibt es WAZ-Stadtteilredaktionen (in Kooperation mit der NRZ) in Hamborn und Huckingen, eine RP- und eine NRZ-Stadtteilredaktion (in Kooperation mit der WAZ) in Rheinhausen. 1990 ging Radio Duisburg als erster Lokalsender in NRW auf Sendung. Der WDR ist seti 2007 mit dem neuen Regionalstudio Duisburg am Innenhafen vertreten. Von hier aus wird im WDR-Fernsehen die „Lokalzeit aus Duisburg” produziert. Sie versorgt die Region Niederrhein mit lokalen Fernsehnachrichten und -berichten. Seit 2005 strahlt der Duisburger Sender Kanal Avrupa europaweit ein türkischsprachiges Fernsehprogramm aus. Der erste private lokale Fernsehsender in NRW, Studio 47, begann seinen Sendebetrieb – vorerst nur über Kabel – 2006. Bildung und ForschungDuisburg blickt auf eine jahrhundertealte Bildungstradition zurück. Mit dem Landfermann-Gymnasium besitzt die Stadt eine der ältesten Schulen in ganz Deutschland, deren Wurzeln auf die bereits vor 1280 als Schola Duisburgensis gegründete ehemalige Lateinschule zurückreichen.
BibliothekenMit fast 1.000.000 Medienbeständen zählt die Duisburger Stadtbibliothek zu den großen Stadtbüchereien Deutschlands. In den 1970er Jahren gab es ein umfangreiches Zweigstellennetz, das neben sechs Stadtbezirksbibliotheken auch viele Stadtteilbibliotheken umfasste. Im Zuge der Sparmaßnahmen sind heute sieben Stadtbezirksbibliotheken und sechs Stadtteilbibliotheken übrig geblieben - die Zentralbibliothek in der Innenstadt verfügt über eine vergleichsweise umfangreiche Sammlung türkischsprachiger Literatur. Seit 1970 findet hier auch die Internationale Kinder- und Jugendbuchaussstellung (IKiBu) statt. Von besonderer Bedeutung sind auch die Universitätsbibliothek der Universität Duisburg-Essen und das Archiv der Stadt Duisburg. PersönlichkeitenDer mittelalterliche Geograph Gerhard Mercator, der 1594 in Duisburg gestorben ist, war einer der bedeutendsten Bürger der Stadt. Auch die Industriellen August Thyssen und der in Ruhrort geborene Franz Haniel haben Duisburg im 19. und 20. Jahrhundert entscheidend geprägt. Berühmtester Duisburger Künstler ist der 1881 in Meiderich geborene Wilhelm Lehmbruck. Der bedeutendste Politiker, der mit Duisburg in Verbindung steht, ist Karl Jarres, der fast 20 Jahre lang – von 1914 bis 1933 – Duisburgs Oberbürgermeister war und von 1923 bis 1925 das Amt des Reichsministers des Innern bekleidete. Bei der Reichspräsidentenwahl 1925 erhielt Jarres im ersten Wahlgang die meisten Stimmen, zog jedoch im zweiten Wahlgang seine Kandidatur zugunsten von Hindenburg zurück. Horst Schimanski, ein fiktiver Duisburger Kriminalkommissar, den Götz George seit 1981 verkörpert und der bis heute als Ruheständler aktiv ist, zählt zu den wichtigsten zeitgenössischen Duisburger Figuren. Literatur
Weitere Literaturangabe finden sich unter Duisburg (Literatur). Texte und Bilder stammen ganz oder teilweise aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht somit ganz oder teilweise unter der GNU Lizenz. Eine Liste der Autoren und Fotografen, sowie den Originaltext finden Sie hier. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
