Ebern in Bayern


Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Haßberge
Verwaltungsge-
meinschaft:
Ebern
Koordinaten: 50° 6′ N, 10° 48′ O
Höhe: 270 m ü. NN
Fläche: 95,02 km²
Einwohner: 7378
Bevölkerungsdichte: 78 Einwohner je km²
Postleitzahl: 96106
Vorwahl: 09531
Kfz-Kennzeichen: HAS (bis 1972 EBN)
Gemeindeschlüssel: 09 6 74 130
Stadtgliederung: 18 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rittergasse 3
96106 Ebern
Webpräsenz: www.ebern.de
Bürgermeister: Robert Herrmann

Ebern ist eine Stadt (mögliches Mittelzentrum) im unterfränkischen Landkreis Haßberge und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Ebern, zu der neben Ebern die Gemeinden Pfarrweisach und Rentweinsdorf

Geschichte

Bereits 1216 gehörte Ebern dem Hochstift Würzburg und wurde 1230 als „Civitas” urkundlich erwähnt. Die Stadt wurde von einer alten, von Bamberg nach Sachsen führenden Handelsstraße durchquert. Das Befestigungsrecht erhielt die junge Stadt durch Kaiser Ludwig den Bayern im Jahre 1335. Im 15. und 16. Jahrhundert wurde die starke Stadtmauer mit ihren vier erhaltenen Ecktürmen und dem mächtigen Grauturm errichtet.

1430 verwüstete ein großer Brand die Siedlung. Von 200 Gebäuden blieben nur zwei stehen. Dieser Katastrophe fiel auch die alte Pfarrkirche zum Opfer, die später als spätgotische Pseudobasilika wiederaufgebaut wurde. Der ältere Turm dürfte noch von der zerstörten Kirche stammen.

Im Bauernkrieg schlug sich die Stadt 1525 auf die Seite der Aufständischen. Nach der blutigen Niederschlagung der Revolte wurden die Rädelsführer auf dem Marktplatz enthauptet.

In den folgenden Jahrhunderten entwickelte sich das Städtchen zu einer beschaulichen würzburgischen Amts- und schließlich zu einer bayerischen Kreisstadt.

Nach der Säkularisation des Hochstiftes gelangte Ebern über das neuerrichtete Großherzogtum Toskana an das Königreich Bayern.

Der Zweite Weltkrieg endete für die Stadt 1945 mit der kampflosen Übergabe an die von Bamberg kommenden Amerikaner. Während des Krieges verlegte man einen Teil der kriegswichtigen Produktion eines großen Schweinfurter Kugellagerfabrikanten hierher.

In der Nachkriegszeit siedelten sich zahlreiche Heimatvertriebene aus dem Sudetenland und den deutschen Ostgebieten um die Altstadt an. Große Neubaugebiete entstanden, Ebern wurde Bundeswehrstandort. Durch die Gebietsreform 1972 wurde der Landkreis Ebern aufgelöst und das Kreisgebiet größtenteils dem neu entstandenen Landkreis Haßberge, andere Teile den Landkreisen Bamberg und Coburg zugeordnet.

In jüngster Zeit wurden der Bundeswehrstandort und einige Ämter aufgelöst. In den strukturschwachen Haßbergen brachte dies große wirtschaftliche Probleme mit sich.

Stadtteile

Der Kernstadt Ebern sind angegliedert die Siedlungen Sandhof und Fierst.

Weiterhin gibt es 18 Stadtteile:

  • Albersdorf
  • Bischwind a. Raueneck
  • Bramberg
  • Brünn
  • Eichelberg
  • Eyrichshof mit Rotenhan, Kurzewind und Siegelfeld
  • Fischbach
  • Frickendorf
  • Heubach
  • Höchstädten
  • Jesserndorf
  • Neuses a. Raueneck
  • Reutersbrunn
  • Ruppach
  • Unterpreppach
  • Vorbach
  • Weißenbrunn mit Gemünd und Welkendorf

Außerdem existieren noch einige Mühlen, Weiler und Gehöfte.

Politik

Stadtrat

Der Stadtrat von Ebern hat (ohne Bürgermeister) 20 Mitglieder.

CSU SPD Freie Wähler FDP Gesamt
2002 9 7 3 1 20 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 3. März 2002)

Schulische Bildung

Ebern besitzt ein Gymnasium (Friedrich-Rückert-Gymnasium), eine Realschule, eine Grundschule, eine Hauptschule, eine Meisterschule für das Schreinerhandwerk, eine Außenstelle der Berufsschule Haßfurt sowie ein Sonderpädagogisches Förderzentrum und eine Einrichtung der Lebenshilfe.

Sehenswürdigkeiten

Am Marktplatz entlang:

  • Spätgotische Stadtpfarrkirche St. Laurentius mit reicher Ausstattung (Renaissancekanzel, Epitaphien)
    • „Karner” (spätgotisches Beinhaus, Netzgewölbe)
  • Spätgotische Marienkapelle am Friedhof (schöne Barockaustattung)
  • Historisches Rathaus (Imposante Fachwerkfassade auf Sandsteinsockel)
  • Grauturm, das Wahrzeichen Eberns (Torturm mit Glockenspiel „Engel und Tod”)
  • Heimatmuseum am Grauturm
  • Marktplatzbrunnen („Gabelmann”, barocker Neptunbrunnen)
  • Rittergasse mit Amtsgebäuden:
    • Finanzamtsgebäude (ehemaliger Wohnsitz des Dichters Friedrich Rückert und seiner Eltern)
    • Ämtergebäude (ein ehemaliger Getreidespeicher; heute Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Ebern (Ebern, Rentweinsdorf, Pfarrweisach), Außenstelle Kfz-Zulassung, bis Juli 2005 Sitz des Amtsgerichtes)
  • Ehemaliges Amtsgerichtsgefängnis, später Gesundheitsamt, heute Praxen-Gemeinschaft
  • Forstamt (geschlossen)
  • Das Eberner Kegelspiel – eine Anordnung an Türmen: wird auch „Frankens schönstes Kegelspiel” genannt; ehemals acht Türme um die Stadtmauer herum angeordnet und der Stadtpfarrkirchenturm in der Mitte. Heute stehen nur noch sechs Türme (Gänseturm, Diebsturm, Grauturm, Storchenturm, Pfarrgartenturm und der Turm der Stadtpfarrkirche). Drei Türme des Kegelspiels wurden im Laufe des 19. Jahrhunderts „abgeräumt” (Spitaltorturm, Badgassenturm, Eulenturm)
  • Schloss Eyrichshof
  • Burg Rotenhan (Eindrucksvolle Felsburg)
  • Burg Rauheneck, (Raueneck), (Ortsteil Vorbach)
  • zahlreiche weitere Burgen und Schlösser im näheren Umkreis (Burg Lichtenstein, Burg Altenstein, Burg Bramberg (Haßberge), Schloss Rentweinsdorf, Schloss Gereuth, Schloss Burgpreppach und viele andere)
  • Großer Judenfriedhof

Verkehrsanbindung

Bahn

Ebern ist Endbahnhof der 18 km langen Nebenstrecke Breitengüßbach–Ebern. In Breitengüßbach schließt sie an die Hauptbahn Nürnberg–Lichtenfels an. Bis 1988 wurde die Strecke noch bis ins ca. 16 km weiter nördlich gelegene Maroldsweisach bedient. Auch nach der Schließung des Bundeswehrstandortes konnte der Personenverkehr aufrecht erhalten werden, eine Stilllegung steht – soweit bekannt – nicht zur Debatte. Im Eineinhalb- bis Zwei-Stundentakt verkehren die Züge nach Bamberg, wo Anschluss an die ICE Strecke München–Berlin besteht. Seit Herbst 2001 werden Triebzüge der DBAG Baureihe 642 eingesetzt, für die ca. 26 km lange Strecke Bamberg–Ebern beträgt die Fahrzeit 35 Minuten.

Straßenanbindung

Ebern liegt an der Bundesstraße 279 Breitengüßbach–Fulda. 18 km südlich bei Breitengüßbach besteht Anschluss zur autobahnähnlich ausgebauten Bundesstraße 173 (bald A73).

Literatur

  • Stephan Diller: Ebern im 17. Jahrhundert. Haßfurt 2005, ISBN 3-938438-04-5 .
  • Eckehard Kiesewetter: Das Ende des Zweiten Weltkrieges in Ebern und Umgebung. In: Eberner Heimatblätter. Bd. 11, Ebern 2005.
  • Die Kunstdenkmäler des Königreichs Bayern, III, 15. Bezirksamt Ebern. München 1916 (Nachdruck: München 1983, ISBN 3-486-50469-X).
  • Isolde Maierhöfer: Ebern. In: Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. 1, Nr. 15, München 1964.
  • Isolde Maierhöfer: Ebern - Bild einer fränkischen Kleinstadt. Weissenhorn 1980.



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Informationsportal über Ebern in Bayern - 24.5.2012