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Eitorf ist eine Gemeinde und Mittelzentrum im Rhein-Sieg-Kreis im Süden Nordrhein-Westfalens. GeografieGeografische LageEitorf ist am Mittellauf der Sieg im so genannten Auelgau gelegen. Die Gemeinde liegt zwischen Bergischem Land und Westerwald etwa 25 km östlich von Bonn und 50 km südöstlich von Köln. Die Nachbargemeinden sind im Norden die Gemeinde Ruppichteroth, im Osten die Gemeinde Windeck, im Süden die Verbandsgemeinde Altenkirchen (Westerwald) in Rheinland-Pfalz und im Westen die Stadt Hennef. Die Gemeinde wird südlich der Sieg vom namensgebenden Eipbach geteilt, nach dem außer Eipdorf auch Mühleip, Obereip und das außerhalb der Gemeinde liegende Kircheib benannt sind. Westlich davon fließt der Krabach, der die Grenze zur Kommune Hennef bildet. Im Norden der Sieg münden der Ottersbach und der Schmelzbach ein. Der Hohe Schaden ist mit 388 m die höchste Erhebung der Gemeinde. Gemeindegliederung
Klimavorherrschend Westwind, 30 % des Regens zieht in die Täler der Agger und Bröl GeschichteUrsprünglich war diese Gegend von den Sugambrern bewohnt, die von den linksrheinischen Römern vernichtend geschlagen wurden. Das Gebiet gehörte zum German Liberia, dem unbesetzten germanischen Siedlungsgebiet. Danach bildeten sich aus den ebenfalls hier siedelnden Tenkterern und anderen Völkern die Franken, hier die Ripuarier, die über den Rhein drängten und erst als Gegner der Römer, später als deren Vasallen und dann als deren Erben Frankreich und später auch ganz Deutschland beherrschten. Siedlungsneugründungen der Franken mit Endungen -ingen folgten, im Gemeindegebiet ist hierzu nur noch Köttingen ein Beispiel (danach drängten die Sachsen aus dem Norden vor, sichtbar an den Ortsnamen -hausen). Bei der Teilung des fränkischen Reiches unter Karl dem Großen gehörte diese Gegend erst zum Reich Ludwigs dem Deutschen, später bis zur Aufteilung aber auch zum Reich Lotharingen. Es bildet sich der Auelgau unter den lothringischen Ezzonen. Unter den Ottonen gehörte die Gegend zum Herzogtum Niederlothringen im Heiligen Römischen Reich. Unter Kaiser Maximilian gehörte der Rhein-Sieg-Kreis zum Niederrheinischen Kreis, der über die Maas bis Bremen reichte. Später entstand hier das Herzogtum Berg. Erstmals urkundlich erwähnt wird Eitorf in einer Urkunde von Kaiser Konrad III. im Jahre 1144, in der dem Stift Vilich bestätigt wird, aus pfalzgräflichem Erbe im Jahre 978 unter anderem die Villa Eidtorph erhalten zu haben. Neben einigen Sattelhöfen und Rittersitzen gab es die kleine Wasserburg Welterode, deren Erneuerungsbau heute noch an der Asbacher Straße steht. In Merten gab es eine alte Burg, bei der wahrscheinlich auch das erste Kloster Merten stand. Deren Standort war vermutlich in Höhe des Eisenbahneinschnitts gelegen. Die neue Burg und das neue Kloster Merten liegen wieder nebeneinander am Ortseingang von Merten. In Forst gab es wahrscheinlich eine Burg, die den Weg durch den kaiserlichen Wald nach Forstmehren (Ww.) überwachte, dort wurden vermutlich auch Münzen geprägt. Heute erinnert nur die Straßenbenennung „Zur alten Burg” an diese Überlieferung. Im 16. Jahrhundert wird Eitorf Sitz des Landgerichtes. Während des Mittelalters bis ins 19. Jahrhundert hinein ist die Haupterwerbsquelle die Vieh- und Landwirtschaft. 1616 bis 1648 tobt der Dreißigjährige Krieg auch durch Eitorf, 1631 stirbt hier jeder Dritte. 1688 bis 1697 kam es auch hier zum pfälzischen Erbfolgekrieg, 1701 bis 1714 folgt der spanische Erbfolgekrieg, 1740 bis 1748 der österreichische Erbfolgekrieg, jeweils mit Durchmarsch feindlicher oder befreundeter und Verpflegung fordernder Truppen. 1797 werden unter dem neuen Landesherren Napoleon Bonaparte 9.000 Männer aus dem Bergischen Land eingezogen. Vor 1806 gehört das Kirchspiel Eitorf zum Amt Blankenberg. Die flächengleiche kommunale Gemeinde war bis 1744 unterteilt in die Honschaften Eitorf, Halft, Alzenbach, Sterzenbach, Linkenbach, Obereip, Lindscheid, Irlenbach, Merten, Thielenbach und Rankenhohn. Danach gab es nur noch die den heutigen Gemarkungen entsprechenden Honschaften oder Gemeinden Eitorf, Halft, Linkenbach und Merten. 1806 wird Eitorf unter der Verwaltung von Napoleon Kantonssitz mit den Munizipalitäten Eitorf, Herchen, Ruppichteroth und Much. Es gehört zum 2. Departement Sieg (Arrondissements Siegen und Dillenburg). 1808 gehören zur Mairie Eitorf die Gemeinden Eitorf, Herchen, Leuscheid, Ruppichteroth, Ruppichteroth-Winterscheid, Scheid und Much. 1813 entsteht vorübergehend nach Napoleons Niederlage ein Generalgouvernement Berg. 1814 wird das Herzogtum Berg mit anderen Gebieten in vier Kreise aufgeteilt, die von Direktoren geführt werden. Der Kanton Eitorf gehört jetzt zum Kreis Wipperfürth und beinhaltet die Bürgermeistereien Eitorf, Herchen, Much und Ruppichteroth. 1816 gehört Eitorf zur Provinz Jülich-Kleve-Berg. Aus den Kantonen Hennef und Eitorf wird der Kreis Uckerath gegründet. 1822 entsteht aus den beiden preußischen Provinzen das Rheinische Oberpräsidium mit Sitz in Koblenz. 1825 werden die Kreise Siegburg und Uckerath zum Siegkreis vereint. 1830 wird das Rheinische Oberpräsidium in Rheinprovinz umbenannt. 1864 entsteht kurz eine eigenständige Gemeinde Merten, Eitorf wird Spezialgemeinde. 1894 besteht Eitorf aus den Gemeinden Eitorf, Merten und Halft und 65 Orten. 1894 gibt es das erste Automobil in Eitorf. Der erste Weltkrieg kostete die Gemeinde Eitorf um die 300 tote Soldaten/ Mitbürger. 1918 bis 1926 war Eitorf Grenzort nach Frankreich, da die französische Besetzungszone bis Blankenberg reichte. Seit 1969 gehört Eitorf zu dem mit Teilen des Landkreises Bonn zusammengelegten Rhein-Sieg-Kreis. Gebietsveränderungen hat Eitorf bis auf eine Grenzbereinigung im Krabachtal nicht erfahren. Allerdings wurde bei der Reform das Amtsgericht Eitorf aufgelöst. ReligionenNeben der ursprünglichen katholischen Religion hat sich aus Zuwanderern der Graftschaft Sayn (Seinsche) auch eine evangelische Gemeinde gebildet. Bis zum Holocaust gab es auch eine kleine jüdische Gemeinde, die seit 1893 einen Betsaal in der Leienbergstraße 10 und seit 1918 einen eigenen Friedhof unterhielt. Inzwischen hat sich neben einer Gemeinde Terebinthe, einer Gemeinde der Neuapostolischen Kirche und Mitgliedern der Evangelischen Freikirche und der Zeugen Jehovas auch eine große muslimische Gemeinde mit eigenem Gebetshaus etabliert. Einwohnerentwicklung
Der Anteil der ausländischen Bevölkerung in Eitorf beträgt 2005 um 14 %. PolitikGemeinderatDie 32 Sitze des Gemeinderat verteilen sich wie folgt:
(Stand: Kommunalwahl am 26. September 2004) Bürgermeister
WappenDas Wappen ist dreigeteilt. Oben links sieht man den Bergischen Löwen aufgrund der früheren Zugehörigkeit zum Herzogtum Berg. Darunter befinden sich zwei Eicheln. Diese waren bereits Bestandteil des Gerichtssiegels von 1580. Auf der rechten Seite sieht man eine Abbildung des alten Turmes. StädtepartnerschaftenEitorf unterhält Partnerschaften mit Halesworth in England und Bouchain in Frankreich. Kultur und SehenswürdigkeitenMuseen
Bauwerke
Naturdenkmäler
Hier wurden die typischen fünf- und sechseckigen Basaltsäulen abgebaut, die bei der Splitterung von erkaltender Lava entstehen. SportIm Zentralort gibt es einen Kunstrasenplatz, eine Tennishalle und ein Hallenbad, daneben gibt es zahlreiche Sporthallen und Sportplätze, einen Golfplatz, zwei Schießstände und zwei Gelände für Feldbogen. Es gibt in der Gemeinde zahlreiche Sportvereine, darunter fünf Fußballvereine, zwei Schützenvereine und einen Tauchverein. Regelmäßige VeranstaltungenKarnevalDer rheinische Karneval hat hier am Rand des Westerwald einen letzten Höhepunkt mit zahlreichen Karnevalssitzungen, einem Mini-Veedelszug in Eitorf-Bourauel am Sonntag und einem großen Zug in Eitorf-Zentrum am Rosenmontag. KanuwettbewerbMärz/ April richten auf der Sieg die Wasserfreunde Köln 1931 einen offenen, auch international besetzten Kanuwettbewerb zur Eröffnung der Saison aus. Es ist nach Aussage der Veranstalter der zweitgrößte in Deutschland. Eitorfer FrühlingAusstellung der ansässigen Handwerker Anfang Mai. Siegtal PurGemeinsame Veranstaltung der Siegtalgemeinden von Siegburg bis Netphen mit Sperrung für den Kraftfahrzeugverkehr und freier Fahrt für Fahrradfahrer und Skater. Die landschaftlich schöne Strecke zwischen Siegauen und Felswänden in Hennef und Windeck hat ihren Mittelpunkt in Eitorf. Fest der internationalen BegegnungDas Fest der internationalen Begegnung ist jedes Jahr an einem Samstag im Sommer. Es werden Tänze und Musik geboten. HeißluftballontreffenJedes zweite Jahr im Sommer veranstalten die Ballonfahrer Schröder ein großes Treffen der Heißluftballonfahrer. Besonderer Höhepunkt ist das abendliche Ballonglühen. KirmesDie Kirmes in Eitorf ist der größte Jahrmarkt im Rhein-Sieg-Kreis und findet am Septemberwochenende nach Michaelis statt. Abschluss ist traditionell ein großes Feuerwerk. KunstpunkteAm dritten Oktoberwochenende veranstalten Eitorfer Geschäfte des Aktivkreises, ortsansässige Maler und Bildhauer und auch Musikanten ein Wochenende der Kunst im gesamten Ortskern. HeidehüttenturnierDas jährliche Heidehüttenturnier ist eines der Wertungswettkämpfe des Deutschen Bogensportverbandes. Es wird auf dem Gelände des ehemaligen Paulinenhofes von der Windecker Bogengilde ausgerichtet. WeihnachtsmarktDer Weihnachtsmarkt findet jedes Jahr im Ortskern (Marktplatz) am ersten Adventwochenende (freitags bis sonntags) statt. SonstigeDaneben finden sich vor allem im Sommer jedes Wochenende zahlreiche Wald-, Dorf-, Straßen-, Sänger- und Vereinsfeste, darunter auch traditionelles wie Tanz in den Mai, Pfingsteier-Singen, St.-Martins-Umzüge und einen Erntedankzug. Daneben gibt es Dienstag und Freitags einen kleinen Wochenmarkt und Trödelmärkte. Wirtschaft und InfrastrukturVerkehrDie Autobahnanbindung besteht zur A 3: Richtung Köln in westlicher Richtung durch das Siegtal über die L 333 bis zur Anschlussstelle Hennef, Richtung Frankfurt am Main in südlicher Richtung bis zur Anschlussstelle Bad Honnef/Linz. Mit dem S-Bahnanschluss (S12, Düren-Köln-Au) sind die Bahnhöfe Eitorf und Eitorf-Merten zu erreichen, mit der Regional-Express-Anbindung (RE9, Aachen-Köln-Siegen/Gießen) der Bahnhof Eitorf. Die Gemeinde gehört dem Verkehrsverbund Rhein-Sieg an. Neben drei Mineralöl-Tankstellen gibt es auch eine Flüssiggas-Tankstelle. Ansässige Unternehmen
Die Arbeitslosenquote in Eitorf ist mit rund 12 % die höchste im Rhein-Sieg-Kreis. Frühere Fabrikanten
Öffentliche Einrichtungen
Bildung
Söhne und Töchter der Stadt
Weitere Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen
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