
|
Eldingen ist ein Dorf in der südlichen Lüneburger Heide und Sitz der politischen Gemeinde Eldingen am östlichen Rand des Landkreises Celle (Niedersachsen). Diese ist an Fläche die größte und an Einwohnerzahl die zweitgrößte Gemeinde der Samtgemeinde Lachendorf, zu der sie gehört. GeografieGeografische LageEldingen liegt am Südrand der Lüneburger Heide und innerhalb der Grenzen des Naturparks Südheide. Es wird von der Lutter durchquert, die im Ortsteil Bargfeld das Schmalwasser und die Köttelbeck aufnimmt, und grenzt im Südosten an die Lachte. Nachbargemeinden
GemeindegliederungEldingen besteht aus den Ortsteilen Eldingen, Bargfeld, Grebshorn, Heese, Hohnhorst, Luttern, Metzingen (mit Frembeck und Ziegelei) und Wohlenrode. Einwohnerzahlen der Orte (2005): Eldingen: 995 Bargfeld: 188 Grebshorn: 164 Heese: 54 Hohnhorst: 258 Luttern: 83 Metzingen: 360 Wohlenrode: 343 GeschichteUrkundlich wird Eldingen erstmals 1245 erwähnt. 1543 wird das Dorf evangelisch. Als Sitz der Herren von Elding, aber auch mit mehreren freien Vollhöfen (später „Meierhöfen”) und als Kirchdorf übersteht es den Dreißigjährigen Krieg mit zahlreichen Kontributionen und Plünderungen ohne Zerstörung. Das Lehnsgut geht Mitte des 17. Jahrhunderts an die Herren von der Wense über. Im Streit der Realgemeinde um Holzrechte kommt es 1668 zum „Schweinekrieg” mit dem östlichen Nachbardorf Steinhorst (ein Toter). 1849 kommt die Bauernbefreiung in Eldingen an, das Gut verliert seine Sonderrechte auf bäuerliche Dienste. 1890 brennt der Ortskern völlig ab. Die konservative, nach der preußischen Inbesitznahme des Königreiches Hannover von 1866 noch lange welfentreue Bevölkerung (Reichtagswahl 1928: 40,1 Prozent für die Deutsch-Hannoversche Partei) wählt schon 1930 überwiegend nationalsozialistisch (43,2 Prozent). 1933 kommen der Kleinbahnanschluss und bescheidenes Wirtschaftswachstum. 1943 werden zahlreiche Hamburger Bombenopfer einquartiert. Im Zweiten Weltkrieg bleiben 46 Dörfler. 1945 verhindert Friedrich Knoop die vom Volkssturm befohlene Sprengung der Lutterbrücke. Der starke Flüchtlingszustrom 1945 stellt hohe Anforderungen an die Gemeinde. Sie verliert seit 1970 durch starken Gewerberückgang ihre bisherige Funktion als zentraler Ort an Lachendorf und Celle. Sie wird durch das „Celle-Gesetz” zum 1. Januar 1973 mit den Dörfern (jetzt Ortsteilen) Bargfeld, Grebshorn, Heese, Hohnhorst, Luttern, Metzingen und Wohlenrode zur politischen Gemeinde Eldingen vereinigt und zur Samtgemeinde Lachendorf geschlagen. Das an Handwerksbetrieben, Geschäften und Gastwirtschaften 1973 immer noch recht differenzierte örtliche Gewerbe ist in allen Ortsteilen seither stark zurück gegangen, ebenso die Zahl der als Vollerwerbswirtschaft betriebenen Höfe. Jedoch ist der OT Bargfeld jetzt Sitz vierer Kleinverlage. ReligionenDie meisten Einwohner sind evangelisch. Sie gehören zum Pfarramt Eldingen der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannover mit Kirchengebäuden in Eldingen und Hohnhorst, Gemeindehaus und Kirchhof in Eldingen. PolitikGemeinderatDer Gemeinderat Eldingen setzt sich aus 11 gewählten Ratsfrauen und Ratsherren zusammen.
(Stand: Kommunalwahl am 9. September 2001) WappenGespalten und rechts halbgeteilt, oben in Grün eine silberne Pflugschar, unten in Blau ein halbes rechtes silbernes Mühlrad, links in Rot ein aufrechter Löwe über einem abgesenkten Wellenbalken, beide silbern Kultur und SehenswürdigkeitenMuseenIm Ortsteil Bargfeld befinden sich das Arno-Schmidt-Museum der dort domizilierenden Arno-Schmidt-Stiftung und die Dauerausstellung der Photoinstallation „Ende des Schweinekrieges zwischen Eldingen und Steinhorst” der Fotografin Marion Gülzow (im Rahmen der Aktion „Magische Orte in der Südheide”) im Gasthof Bangemann. MusikIn der Marienkirche werden zuweilen Konzerte gegeben. BauwerkeDie Marienkirche mit ihrem gesondert stehenden Glockenturm und einem Taufstein des 13. Jahrhunderts stammt aus dem frühen 14. Jh. und weist einen Altar aus der zweiten Hälfte des 15. Jh. auf. Als Denkmal steht in Ortsmitte ein großer Findling mit der Inschrift „750 Jahre Eldingen 1995”. NaturdenkmälerGroße Teile der Gemarkung fallen in das „Naturschutzprojekt Lutter” des Landkreises Celle. SportDer Ortsteil Eldingen weist einen Sportplatz und ein Turnhalle auf, und in Eldingen wirken auch die Sportgemeinschaft Eldingen von 1957 und die Schützengesellschaft Eldingen von 1862 (Schützenkönig: 2005 Detlef Müller / 2006 Frank Bonorden). Im Ortsteil Metzingen liegt der Flugplatz „Segelfluggelände – Berliner Heide”. Der Flugtechnische Verein Metzingen e. V. betreut ihn und bildet auch Jugendliche und Erwachsene im Segelflug aus. Regelmäßige VeranstaltungenOsterfeuer sind noch allgemein üblich. Der 1891 gegründete Club Einigkeit Bargfeld veranstaltet alljährlich im Februar seinen mehrtägigen Faslam mit kostümiertem Festzug durch das Dorf und geselligen Veranstaltungen. Jährlich im Spätherbst veranstaltet die Freiwillige Feuerwehr Bargfeld ihren Bargfelder Fackel- und Laternenumzug mit Musik für Kinder und Eltern. Wirtschaft und InfrastrukturVerkehrEine Linie der Osthannoverschen Eisenbahn mit Bahnhof in Eldingen führt von Celle nach Wittingen, hat aber bis auf eine Museumsbahn den Personenverkehr eingestellt. Die B 244 von Celle durchquert die Ortsteile Luttern und Eldingen und führt östlich – wobei sie bald die B 4 kreuzt – weiter nach Wittingen. Ansässige UnternehmenIm Ortsteil Eldingen befinden sich eine Filiale der Sparkasse Celle und eine Postagentur. Öffentliche EinrichtungenEine Verwaltungsstelle der Samtgemeindeverwaltung Lachendorf amtet in der Schulstraße 11. Die Freiwilligen Feuerwehren Bargfeld, Eldingen, Hohnhorst und Metzingen sind in die Kreisfeuerwehrbereitschaft des Landkreises Celle eingebunden. BildungIm Ortsteil Eldingen liegen die Grundschule (seit vor 1765 nachgewiesen, Einzugsbereich die Ortsteile Bargfeld, Eldingen, Grebshorn, Heese, Hohnhorst), die Gerd-Wilhelm-Rotermund-Gemeindebücherei und der Kindergarten. Die anderen Ortsteile werden von der Fahrbibliothek des Landkreises Celle 14-tägig angefahren. PersönlichkeitenPersönlichkeiten, die vor Ort gewirkt habenIm damals als politische Gemeinde noch selbständigen Bargfeld lebten der Bildhauer Gotthelf Schlotter und der Schriftsteller Arno Schmidt. Literatur
Texte und Bilder stammen ganz oder teilweise aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht somit ganz oder teilweise unter der GNU Lizenz. Eine Liste der Autoren und Fotografen, sowie den Originaltext finden Sie hier. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
