Elterlein in Sachsen


Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Regierungsbezirk: Chemnitz
Landkreis: Annaberg
Verwaltungsge-
meinschaft:
Geyer
Koordinaten: 50° 35′ N, 12° 52′ O
Höhe: 620 m ü. NN
Fläche: 45,87 km²
Einwohner: 3256
Bevölkerungsdichte: 71 Einwohner je km²
Postleitzahl: 09481
Vorwahl: 037349
Kfz-Kennzeichen: ANA
Gemeindeschlüssel: 14 1 71 090
Stadtgliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 28
09418 Elterlein
Webpräsenz: www.elterlein-stadt.de
Bürgermeister: Karl Weinhold (CDU)
Lage der Stadt Elterlein im Landkreis Annaberg

Elterlein ist eine erzgebirgische Kleinstadt im Landkreis Annaberg in Sachsen.

Geografie

Elterlein liegt im Oberen Erzgebirge. Die Stadt breitet sich sternförmig von dem auf einem Hochplateau liegenden Marktplatz ausgehend, ansteigend in Richtung Schatzenstein und nach drei Seiten abfallend bis an die den Ort umgebenden Auen am Schlangengraben und Schwarzbach, aus.

Ortsteile

  • Elterlein mit Burgstädtel
  • Schwarzbach (Eingemeindung 1996)
  • Hermannsdorf (Eingemeindung 1999)

Nachbargemeinden

  • Zwönitz (Stadt)
  • Geyer (Stadt)
  • Tannenberg
  • Schlettau (Stadt)
  • Scheibenberg (Stadt)
  • Markersbach
  • Raschau
  • Grünhain-Beierfeld (Stadt)

Höchste Erhebung

  • Schatzenstein (760 m über NN)

Geschichte

Elterlein

Der Ort lag im Mittelalter an einem wichtigen Handelsweg, der Salzstraße zwischen Halle und Prag. Erstmals wurde das Elterlein 1406 urkundlich erwähnt. Angaben, wonach der Ort bereits 1118 bestand, sind nicht belegt. Auch die Ersterwähnung als Stadt ist erst für das 15. Jahrhundert, 1483, schriftlich belegt.

Elterlein gewann vor allem durch den im Erzgebirge aufblühenden Bergbau (Großes Berggeschrey) rasch an Bedeutung. Um 1500 besaß die Stadt ein eigenes Bergamt für seine Zechen. Mitte des 19. Jahrhunderts ging der Bergbau auch in Elterlein zurück. Doch noch heute sind zahlreiche Zeugnisse des Altbergbaus zu finden. Neben Stollen-Mundlöchern, Halden und Tagebrüchen, der idyllisch gelegene Schwarze Teich, der Ende des 16. Jahrhunderts zusammen mit dem künstlichen Steingraben zum Betrieb einer Zeche angelegt worden ist.

Durch den Bergbau entstanden schon früh verarbeitende Gewerbe, wie Mühlen, Hammer- und Hüttenwerke. Während der Industrialisierung im 19. Jahrhundert war Elterlein ein Zentrum des Nagelschmiedeaufstandes, der sich gegen die Errichtung neuer Fabriken richtete.

Durch mehrere ausgedehnte Stadtbrände (in den Jahren 1662, 1676, 1719, 1861 und 1868) wurde Elterlein oft schwer zerstört.

Schwarzbach

Im Jahr 1240 ist das Waldhufendorf Schwarzbach erstmals in einer Übereignungsurkunde an das Kloster Grünhain urkundlich erwähnt.

Hermannsdorf

Hermannsdorf ist ein vermutlich um 1200 besiedeltes und 1460 erstmals urkundlich erwähntes Waldhufendorf. Auch hier prägte bis ins Jahr 1873, neben der Landwirtschaft, besonders der Bergbau über Jahrhunderte das Leben und hinterließ sichtbare Zeichen wie den Seifengrund mit zwei mächtigen Raithalden.

Partnerstädte

  • Belm
  • Remshalden

Religion

In Elterlein gibt es:

  • drei Gemeinden der Evangelisch-Lutherische Landeskirche
    • St. Laurentiuskirche Elterlein
    • Dorfkirche Schwarzbach
    • St. Michaeliskirche Hermannsdorf
  • innerhalb der Evangelischen Landeskirche die Landeskirchliche Gemeinschaft
  • eine Evangelisch-methodistische Gemeinde


Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke / Ausflugsziele / Erholung

  • Sankt-Laurentiuskirche Elterlein (Grundsteinlegung 1481; Grundsteinlegung des neuen Turmes 1889)
  • Sankt-Michaeliskirche Hermannsdorf (erbaut 1611) mit Pollerorgel
  • Fachwerkhäuser im oberen Ortsteil von Hermannsdorf
  • Kursächsische Postmeilensäule von 1729 in Elterlein
  • Barbara-Uthmann-Denkmal in Elterlein
  • Schatzenstein
  • Naturschutzgebiet "Hermannsdorfer Wiesen" und "Schwarzer Teich"

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Dengelfest im OT Schwarzbach (im Juni)
  • Sternwanderung zum Schatzenstein (erster Samstag im Oktober)
  • Kirchweihfest in Elterlein (zweiter Sonntag im September)
  • Weihnachtsmarkt in Elterlein (1. Advent)
  • Turmblasen vom Turm der Sankt-Laurentiuskirche Elterlein (an jedem Adventssonntag)

Freizeit

  • Wandern
  • Reiten
  • Bowling


Panorama von der Friedrich-August-Höhe (717 m ü. NN) in Richtung Elterlein mit Blick auf Pöhlberg (832m ü.NN), Bärenstein (897 m ü. NN), Scheibenberg (807 m ü. NN), Fichtelberg (1215 m ü. NN) und das Oberbecken des Pumpspeicherwerkes Markersbach (848 m ü. NN) (von links).

Wirtschaft und Infrastruktur

An die Tradition des schon früh existierenden verarbeitenden Gewerbes anknüpfend ist Elterlein heute, gemessen an der Zahl der hier tätigen Personen und des Gesamt- sowie Auslandsumsatzes, einer der regional bedeutsamsten Industriestandorte. Größter Arbeitgeber ist die Automobilzulieferindustrie.

Elterlein liegt an einem Autobahnzubringer für das Obere Erzgebirge. Er bietet eine schnelle Verbindung zwischen der A 72 (AS Stollberg-West) und der B101 (bei Scheibenberg).

Persönlichkeiten

  • Wolfgang Uhle (1512–1594), geboren in Elterlein, bekannt als Pestpfarrer von Annaberg
  • Christian Lehmann (1611–1688), geboren in Königswalde, Kindheit und erste Anstellung als Hilfsgeistlicher in Elterlein, einer der bedeutendsten Altchronisten des Erzgebirges



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Informationsportal über Elterlein in Sachsen - 24.5.2012