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Emden ist eine kreisfreie Stadt an der Mündung der Ems in die Nordsee, gegenüber dem Dollart. Mit knapp 52.000 Einwohnern ist Emden die kleinste der kreisfreien Städte Niedersachsens. Die Einwohnerinnen und Einwohner heißen Emderinnen bzw. Emder. Das Adjektiv lautet ebenfalls so: beispielsweise Emder Rathaus oder Emder Matjes. Die Stadt ist als friesischer Handelsort um das Jahr 800 entstanden und bis zum heutigen Tage wesentlich durch ihren Seehafen geprägt, der im vergangenen Jahrhundert auch die Basis für die Ansiedlung größerer Industriebetriebe wie den Nordseewerken und dem Volkswagenwerk war. Als Wirtschaftsstandort hat die einzige kreisfreie Stadt Ostfrieslands für die Region eine überragende Bedeutung. Seit 1973 ist Emden Fachhochschulstandort. Bekannt ist Emden zudem als Geburtsort der Komiker Otto Waalkes und Karl Dall, die durch ihr Wirken den sprichwörtlichen Ostfriesenwitz stark geprägt haben. Insbesondere „Otto” hat seiner Heimatstadt durch Filme und Musikalben zu größerer Bekanntheit verholfen. GeografieGeografische LageEmden liegt im Nordwesten Deutschlands in der historischen Landschaft Ostfriesland und ist die westlichste Hafenstadt Deutschlands. Die Seehafenstadt befindet sich nahe der Mündung der Ems in die Nordsee, südlich der Stadt liegt zudem die Bucht Dollart. Der Emder Hafen liegt 38 Seemeilen von der Emsmündung bei Borkum entfernt. An der Knock, die den westlichsten Punkt des Emder Stadtgebietes bildet, befindet sich der südwestlichste Punkt der ostfriesischen Halbinsel. Nahe gelegene, größere Städte sind Oldenburg (gut 70 Kilometer ostsüdöstlich), Bremen (gut 110 Kilometer ostsüdöstlich), Groningen (gut 50 Kilometer westsüdwestlich – die Strecke per Bahn oder Auto ist allerdings deutlich länger, da der Dollart umfahren werden muss) sowie Wilhelmshaven (gut 60 Kilometer ostnordöstlich). Die Landesplanung des Landes Niedersachsen weist Emden als Mittelzentrum aus. Das Einzugsgebiet variiert je nach der zu beobachtenden Funktion. Als Einkaufsstadt versorgt Emden im wesentlichen die umliegenden Gemeinden, einige davon auch nur teilweise, da hier eine Konkurrenz zu den Städten Aurich und Leer besteht. Letztgenannte haben den Vorteil, dass ihr Einzugsgebiet in alle Himmelsrichtungen reicht, während im Süden und im Westen von Emden die Ems und der Dollart die natürliche Grenze des Einzugsgebietes bilden. Ähnliches gilt für medizinische oder beratende Dienstleistungen. Als größte Stadt Ostfrieslands hat Emden trotz seiner (als Einkaufsstadt) ungünstigen Lage dennoch eine wichtige Funktion im Einzelhandel Ostfrieslands. Als Arbeitsort hingegen hat die Stadt eine überragende Bedeutung für die gesamte Region Ostfriesland und teilweise auch darüber hinaus. Das kulturelle Programm wird – zumindest bei einzelnen Veranstaltungen, etwa manchen Konzerten in der Nordseehalle – auch von Gästen besucht, die im Umland von Oldenburg, im mittleren bis südlichen Emsland oder im Nordosten der Niederlande wohnen. Zudem ist Emden oft Ziel von Touristen, die ihren Urlaub an der Küste verbringen und sich die kulturellen Sehenswürdigkeiten der Stadt anschauen.
GeologieDas gesamte Stadtgebiet Emdens liegt in der Marsch. Weite Teile der Stadtfläche im Westen Emdens wurden erst im 19. und 20. Jahrhundert eingepoldert und gelten als sehr fruchtbar. Auch darüber hinaus wurden viele landwirtschaftliche Flächen im Osten wie im Westen der Stadt im 20. Jahrhundert mit Schlick überspült, der bei Ausbaggerungen der Ems gewonnen wurde. Nach Trocknung dieser Flächen erfuhren diese nochmals eine Aufwertung, da der Schlick – um etwas anderes handelt es sich auch beim Polderboden nicht – als wertvoller Boden gilt. Diese Praxis wird auch derzeit noch fortgesetzt. Im Rahmen des Küstenschutzes wird Emden durch Deiche vor Sturmfluten der Nordsee geschützt. Daher verläuft zwischen der Knock im äußersten Westen und der Hafeneinfahrt der Seedeich und von der Hafeneinfahrt bis zur östlichen Grenze Emdens der Emsdeich im Emder Süden entlang. Neben künstlichen Gewässern wie Hafen, Kanälen und Sielen stellen einige hier auch als Tief bezeichnete Flüsse die erforderliche Entwässerung des nur geringfügig über Normalnull liegenden Stadtgebiet sicher. Die höchsten Erhebungen sind die künstliche im Mittelalter angelegte, zirka 7,5 Meter hohe Warft, auf der die Stadt entstand, sowie die gut 15 Meter hohe Mülldeponie, die seit Mitte 2006 zu einem Landschaftspark umgestaltet wird. GewässerEmden ist eine Stadt des Wassers. 770 Hektar Wasserfläche gibt es innerhalb der Grenzen. Ein Gutteil davon besteht aus Hafenbecken, jedoch verlaufen auch rund 150 Kilometer Kanäle durch das Stadtgebiet. Teile des Kanalnetzes sind natürliche Gewässerläufe, der Großteil hingegen ist künstlich geschaffen worden – etwa der Emder Stadtgraben, der zusammen mit dem Emder Wall einen Teil der mittelalterlichen Befestigungsanlagen bildete, oder für die Schifffahrt angelegte Kanäle wie der Ems-Seitenkanal und der Ems-Jade-Kanal. Zudem liegen zwei Seen, das Uphuser Meer und das Bansmeer, auf dem Gebiet der Stadt Emden, an einen weiteren (Hieve bzw. Kleines Meer) grenzt die Stadt an. Alle Seen sind über Kanäle mit dem Emder Hafen und dem ostfriesischen Wasserstraßennetz verbunden, wobei auf dem als Naturschutzgebiet ausgewiesenen Bansmeer Fahrverbot besteht. Das Knockster Tief verbindet Emden mit den Kanälen nördlich von Emden, das Fehntjer Tief und der Ems-Jade-Kanal mit den Kanälen östlich von Emden. Über den Ems-Jade-Kanal und weitere Abzweigungen ist eine Fahrt bis nach Oldenburg und zur Weser möglich – abschnittsweise jedoch nur mit Booten ohne höhere Aufbauten wegen niedriger Brücken. Der Emder Hafen mit der Großen Seeschleuse und der Nesserlander Schleuse bildet dabei den Durchlass von der Binnenschifffahrt zur Seeschifffahrt. KlimaEmden steht hauptsächlich im direkten Einfluss der Nordsee. Im Sommer sind die Tagestemperaturen tiefer, im Winter häufig höher als im weiteren Inland. Das Klima ist insgesamt von der mitteleuropäischen Westwindzone geprägt. Nach der Klimaklassifikation von W. Köppen befindet sich Emden in der Einteilung Cfb.
Die Temperatur des kältesten Monats liegt zwischen +18 und -3 °C. Das durchschnittliche Jahrestemperaturmittel liegt bei 8,6 °C. Die wärmsten Monate sind Juli und August mit einem Monatstemperaturmittel von 16,6 °C. Der kälteste Monat ist der Januar mit 0,8 °C im Monatsdurchschnitt. Die Niederschlagsmenge innerhalb eines Jahres liegt in Emden bei 781 mm. Der regenreichste Monat ist der Juli mit 94 mm, der regenärmste Monat ist der März mit 41 mm. Im Jahr scheint in Emden die Sonne insgesamt 1547,4 Stunden. Die größte Chance auf Sonne bekommt man im Mai. In diesem Monat sind es 212,1 Stunden Sonnenschein. Das Gegenteil im Dezember: Dann scheint die Sonne lediglich 36,7 Stunden lang. Ausdehnung des StadtgebietsDie maximale Länge von Nord nach Süd beträgt 7,7 Kilometer. Die Ausdehnung von West nach Ost beträgt maximal 20,4 Kilometer, die Stadt erstreckt sich in voller Breite entlang der Ems. Die Gesamtlänge der Stadtgrenze beträgt landseitig 43,0 Kilometer. Die Gesamtfläche beträgt 112,43 Quadratkilometer, die sich wie in oben stehender Tabelle zusammensetzen.[2] Die vergleichsweise geringe Einwohnerdichte von 461 Einwohnern pro Quadratkilometer und der hohe Anteil an Landwirtschaftsflächen ergeben sich aus der Kommunalreform des Jahres 1972: Damals wurden die Dörfer Wybelsum, Logumer Vorwerk, Twixlum und Petkum mit ihrem Umland (siehe Stadtgliederung) eingemeindet. Weite Teile der Flächen im Osten und im Westen der Stadt sind daher landwirtschaftlich geprägt. NachbargemeindenUnmittelbar angrenzende Gemeinden von Nordwest nach Ost im Uhrzeigersinn: Krummhörn, Hinte, Südbrookmerland und Ihlow (alle Landkreis Aurich) sowie Moormerland (Landkreis Leer). Im Süden sowie im Westen wird Emden unmittelbar von der Ems und dem Dollart begrenzt. Am gegenüberliegenden Ufer der Ems bzw. des Dollarts befinden sich die Gemeinden Jemgum und Bunde (Landkreis Leer) sowie niederländisches Gebiet, darunter die Stadt Delfzijl und die Gemeinde Reiderland. Ein Sonderfall ist die Insel Borkum: Diese gehört politisch zum Landkreis Leer. Die einzige Verbindung zum deutschen Festland führt aber über Emden, weshalb die Seehafenstadt als Schulstandort, aber auch für Dienstleistungen und die Versorgung mit Gütern eine wichtige Funktion für die Insel einnimmt. Die intensivsten Beziehungen bestehen zwischen Hinte und Emden. Hinte ist eine Vorortgemeinde, die im Wesentlichen als Schlafgemeinde dient. Der städtebauliche Übergang ist fließend. Bei der Kommunalreform 1972 war diskutiert worden, ob das heutige Gebiet der Gemeinde Hinte komplett nach Emden eingemeindet werden sollte, dies wurde jedoch verworfen. Ähnlich eng sind die Beziehungen zwischen der Gemeinde Krummhörn und Emden, auch wenn die Krummhörn (so die umgangssprachliche Bezeichnung) im Tourismus ein eigenes wirtschaftliches Standbein hat. Einwohner beider Gemeinden nutzen jedoch in der Mehrzahl Emden als Arbeits- und Einkaufsort sowie die Freizeit-Infrastruktur der Stadt. In etwas weniger starker, aber immer noch signifikanter Form gilt diese Verflechtung auch für andere, nahe gelegene Teile des Landkreises Aurich sowie die Gemeinde Moormerland im Landkreis Leer. StadtgliederungEmden hat 26 Stadtteile, die jedoch in der städtischen Einwohnerstatistik nicht alle separat aufgeführt, sondern teils zusammengefasst sind. In den vergangenen Jahrzehnten erfolgten drei Mal größere Eingemeindungen: 1928, 1945 und 1972. Besonders durch die bislang letzten Eingemeindungen im Zuge der niedersächsischen Gemeindereform 1972 wurde die Stadtfläche erheblich vergrößert. Das Stadtzentrum lässt sich in folgende Viertel unterteilen: Altstadt, Behördenviertel, Bentinkshof, Boltentor, Groß-Faldern und Klein-Faldern. Die drei größten Stadtteile sind laut Statistik der Stadt Emden das Stadtzentrum (rund 8700 Einwohner), Barenburg (rund 7000 Einwohner) und Borssum/Hilmarsum (rund 6100 Einwohner). Das Stadtzentrum Emdens ist – im Vergleich zu vielen anderen ähnlich großen oder größeren Städten – durchaus stark bevölkert. Ein Grund hierfür ist in der Wiederaufbauphase nach dem Krieg zu suchen: Viele niedergebombte Geschäftshäuser – davon kleinere Häuser, in denen Geschäft und Wohnung unter einem Dach vereint waren – wurden in der Wiederaufbauphase durch reine Wohnbauten ersetzt. Im südlichen Teil des Stadtzentrums beginnt bereits der Emder Hafen mit kleineren Umschlagplätzen und Werften. Der Emder Hafen ist mehreren Stadtteilen zuzuordnen: Port Arthur/Transvaal, Borssum, (Kolonie) Friesland und Stadtzentrum. Texte und Bilder stammen ganz oder teilweise aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht somit ganz oder teilweise unter der GNU Lizenz. Eine Liste der Autoren und Fotografen, sowie den Originaltext finden Sie hier. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
