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Emmendingen ist eine Stadt im Südwesten Baden-Württembergs, etwa 14 km nördlich von Freiburg im Breisgau. Sie ist die Kreisstadt und größte Stadt des Landkreises Emmendingen sowie ein Mittelzentrum für die umliegenden Gemeinden. Seit 1. Januar 1973 ist Emmendingen Große Kreisstadt. Mit den Gemeinden Freiamt, Malterdingen, Sexau und Teningen hat die Stadt eine Verwaltungsgemeinschaft vereinbart. GeografieDie Stadt liegt im Breisgau zwischen der Vorbergzone des Schwarzwaldes und dem Kaiserstuhl in der Rheinebene im Norden der so genannten Freiburger Bucht in 189 bis 368 Meter Höhe. Am Westrand von Emmendingen fließt die Elz, die bei Kappel-Grafenhausen in den Rhein mündet. NachbarstädteFolgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Emmendingen. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt: Malterdingen, Kenzingen, Freiamt (Schwarzwald), Sexau, Denzlingen, Reute (Breisgau) und Teningen. StadtgliederungDie Stadt Emmendingen besteht aus der Kernstadt, die wiederum aus den Stadtbezirken Unterstadt, Über der Elz, Mittelstadt, Oberstadt, Bürkle und Bleiche besteht, und den im Rahmen der Gemeindereform der 1970er Jahre eingegliederten Gemeinden und heutigen Stadtteile Kollmarsreute, Maleck, Mundingen, Wasser und Windenreute.
Die Stadtteile sind zugleich Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung, das heißt es gibt jeweils einen von den Wahlberechtigten bei jeder Kommunalwahl zu wählenden Ortschaftsrat mit einem Ortsvorsteher als Vorsitzendem. Jede Ortschaft hat eine Ortschaftsverwaltung, quasi ein Rathaus vor Ort. Zu einigen Stadtteilen gehören teilweise weitere separat gelegene Wohnplätze mit eigenem Namen, die meist nur sehr weinige Einwohner haben, inzwischen aber teilweise auch schon mit dem Hauptort zusammengewachsen sind. Andererseits gibt es auch neue Wohngebiete mit eigenem Namen, deren Grenzen meist jedoch nicht genau festgelegt sind. Im Einzelnen gehören folgende Wohnplätze bzw. Siedlungen zu den Stadtteilen:
RaumplanungEmmendingen bildete ein Mittelzentrum innerhalb der Region Südlicher Oberrhein. Zugehöriges Oberzentrum ist Freiburg im Breisgau. Zum Mittelbereich Emmendingen gehören neben der Stadt Emmendingen noch die Städte und Gemeinden Bahlingen am Kaiserstuhl, Denzlingen, Endingen am Kaiserstuhl, Forchheim, Freiamt, Herbolzheim, Kenzingen, Malterdingen, Reute, Rheinhausen, Riegel am Kaiserstuhl, Sasbach am Kaiserstuhl, Sexau, Teningen, Vörstetten, Weisweil und Wyhl am Kaiserstuhl des Landkreises Emmendingen. PolitikGemeinsam mit den Gemeinden Freiamt, Malterdingen, Teningen und Sexau bildet die Stadt Emmendingen seit dem 1. Januar 1975 die Verwaltungsgemeinschaft Emmendingen, deren Aufgabe im Wesentlichen die Aufstellung des Flächennutzungsplanes für die Gemarkungen der beteiligten Gemeinden ist. BürgermeisterAn der Spitze der Stadt standen ab 1590 ein Bürgermeister und zwölf Räte. Die laufenden Geschäfte besorgte der Stadtschreiber. Die Räte waren zugleich Richter, die mehrmals jährlich unter einem vom Markgraf eingesetzten Schultheißen tagten. Im 18. Jahrhundert gab es neben dem Rat und den Bürgermeistern noch Beigeordnete. Seit dem 19. Jahrhundert gibt es nur noch den Bürgermeister und den Gemeinderat. Seit der Erhebung zur Großen Kreisstadt 1973 trägt das Stadtoberhaupt die Amtsbezeichnung Oberbürgermeister. Dieser wird heute von den Wahlberechtigten für eine Amtszeit von 8 Jahren direkt gewählt. Er ist Vorsitzender des Gemeinderats. Sein allgemeiner Stellvertreter ist der 1. Beigeordnete mit der Amtsbezeichnung "Bürgermeister". Die Bürgermeister und Oberbürgermeister seit 1833 (noch lückenhaft):
GemeinderatDie Kommunalwahl am 13. Juni 2004 brachte folgendes Ergebnis:
WappenDas Wappen der Stadt Emmendingen zeigt in gespaltenem Schild vorn in Gold einen roten Schrägbalken (das ist das alte badische Wappen), hinten in Blau einen silbernen gerüsteten Ritter, einen silbernen Stab in der Rechten haltend und die Linke auf das umgehängte silberne Schwert stützend. Die Stadtflagge ist weiß-blau. Das Wappen wurde bei der Stadterhebung angenommen. Es zeigt das Wappensymbol der Ortsherren (den Schrägbalken) und den Ritter, der die Wehrhaftigkeit symbolisieren sollte. Zuvor war statt des Ritters ein Pflugschar in den Siegeln abgedruckt. Anfangs stand der Ritter auf einem Dreiberg. Die heutige Darstellung wurde 1960 offiziell festgelegt. StädtepartnerschaftenEmmendingen unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:
Wirtschaft und Infrastruktur
VerkehrEmmendingen hat keinen direkten Autobahnanschluss. Die nächstgelegene Anschlussstelle gehört zu Teningen an der Bundesautobahn A 5 Karlsruhe-Basel. Durch die Stadt verläuft die Bundesstraße B 3 (Offenburg-Freiburg im Breisgau). Emmendingen liegt an der Badischen Hauptbahn von Mannheim nach Basel. Neben dem zentral gelegenen Bahnhof gibt es Haltestellen in den Ortsteilen Kollmarsreute und (Teningen-)Mundingen, ein weiterer Bahnhaltepunkt im Ortsteil Bürkle-Bleiche befindet sich in der Planung. Die Stadt gehört dem Regio-Verkehrsverbund Freiburg an. Die Elz teilt sich kurz nach dem Zusammenfluss mit Dreisam und Glotter bei Riegel in die Alte Elz und den Leopoldskanal, die beide in den Rhein münden. Der Leopoldskanal wurde Mitte des 19. Jahrhunderts zur Hochwasserentlastung gebaut. Die nächst gelegenen Flughäfen sind Lahr, Freiburg und Basel. Behörden und GerichteAls Kreisstadt ist Emmendingen Sitz der Kreisverwaltung des gleichnamigen Landkreises. Außerdem gibt es ein Finanzamt und eine Arbeitsagentur sowie ein Amtsgericht, das zum Landgerichtsbezirk Freiburg im Breisgau und zum OLG-Bezirk Karlsruhe gehört. Die Stadt ist auch Sitz des Kirchenbezirks Emmendingen der Evangelischen Landeskirche in Baden. Die Post wird 1745 erstmals als Posthalterei erwähnt. 1811 gab es eine Postexpedition und seit 1876 ein Postamt 3. Klasse. In Emmendingen befindet sich auch ein Kreiskrankenhaus und ein Zentrum für Psychiatrie Emmendingen. Des weiteren befindet sich in Emmendingen eine Polizeidirektion mit Kriminalpolizei und dem Polizeirevier Emmendingen. MedienÜber das Lokalgeschehen in Emmendingen berichtet als Tageszeitung die Badische Zeitung aus Freiburg im Breisgau und ebenfalls die Wochenzeitung Emmendinger Tor. BildungseinrichtungenBereits zwei Jahre nach Einführung der Reformation (1556) gab es in Emmendingen eine erste Volksschule. Heute bestehen neben dem Goethe-Gymnasium, das aus der 1667 gegründeten Lateinschule hervorging, die Markgrafen-Realschule, die Fritz-Boehle-Hauptschule mit Werkrealschule, die Markgrafen Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule sowie die C.-F. Meerwein-Schule und die Fritz-Boehle-Grundschule als Grundschulen in der Kernstadt und weitere Grundschulen in Kollmarsreute, Mundingen, Wasser und Windenreute. Die Stadt ist ferner Träger der Karl-Friedrich-Förderschule. Der Landkreis Emmendingen ist Träger der Gewerblichen und Hauswirtschaftlich-Sozialpflegerischen Schulen und der Carl-Helbing-Schule, ehemals Kaufmännischen Schule, sowie der Eduard-Spranger-Schule für Geistigbehinderte mit Schulkindergarten für geistigbehinderte Kinder. Ferner gibt es noch die Staatliche Schule für Körperbehinderte mit Heim und die Staatliche Fachschule für Landwirtschaft Hochburg. Die Abendrealschule Volkshochschule Emmendingen, die Integrative Waldorfschule Emmendingen (gemeinsamer Unterricht von Kindern ohne und mit geistiger Behinderung) und die Schule für Gesundheits- und Krankenpflege im Landkreis Emmendingen runden das schulische Angebot Emmendingens ab. Freizeit- und SportanlagenEmmendingen hat ein Freibad und einen Skateplatz mit recht bedeutsamer, giftgrüner (Beton-)Funbox, mehrere Sport- und Veranstaltungshallen (Goethe-Halle, Hermann-Günth-Halle, Steinhalle und Fritz-Boehle-Halle, Karl-Faller-Halle, Elzhalle), die Sportanlagen des Turnerbundes und mehrere Fußballplätze (darunter den Rasen- und Hallenplatz des ZPEs und den Goethe Bolzplatz). Es gibt in der näheren Umgebung von Emmendingen sechs Fußballvereine (FC Emmendingen, FV Windenreute, SV Wasser, SV Kollmarsreute, SV Mundingen, ÜTSE Emmendingen) Windenreute, Wasser und Kollmarsreute haben allerdings in einigen Jugenden eine Spielgemeinschaft gegründet. Diese Vereine haben, bis auf ÜTSE Emmendingen, jeweils einen vereinseigenen Fußballplatz. Der FC Emmendingen hat auch noch ein Stadion (Elzstadion). Kultur und SehenswürdigkeitenMit seiner schönen Altstadt (unter anderem dem Stadttor, das Wahrzeichen der Stadt und dem Markgrafenschloß mit Stadtmuseum), der mittelalterlichen Ruine Hochburg, dem Weinanbau im Ortsteil Mundingen und anderen Sehenswürdigkeiten ist Emmendingen ein attraktiver Urlaubsort. KinoIn Emmendingen gibt es auch ein Kino (Fuchsenlichtspiele). Dieses befindet sich beim Stadttor. Außerdem befindet sich in Emmendingen das deutschlandweit einzigartige Tagebucharchiv. MuseenIn der ehemaligen Mikwe ist seit 1997 das Museum für jüdische Geschichte und Kultur Emmendingen untergebracht, das die Geschichte der Israelitischen Gemeinde der Stadt von der Gründung 1716 bis zur Vernichtung 1940 darstellt. Im Zentrum für Psychiatrie gibt es ein Psychiatrie-Museum, das die Geschichte der Emmendinger Heil- und Pflegeanstalt darstellt. In Emmendingen ist das Deutsche Tagebucharchiv zu Hause. Dieses hat sich zur Aufgabe gemacht Tagebücher, Lebenserinnerungen und Briefwechsel, die oft im Keller oder auf dem Müll verschwinden, zu erhalten. Die sehr persönlichen Aufzeichnungen sind von großer Aussage für die Öffentlichkeit, da sie historische Ereignisse und Zeitläufe nachvollziehbar machen. Die Dokumente werden zu wissenschaftlichen Forschungszwecken zur Verfügung gestellt. Für Schulklassen, Gruppen und Privatpersonen werden auf Anfrage aber auch Führungen durchgeführt. Im Stadtteil Bürkle-Bleiche gibt es einen Skulpturenweg, auf dem Bildhauerarbeiten angeschaut werden können. Galerien
BauwerkeDas Markgrafenschloss ist ein Renaissance-Bau mit achteckigen Treppenturm an der Nordseite. Das Gebäude war ursprünglich ein Hof des Klosters Tennenbach und wurde 1588 von Jakob III. von Baden-Hachberg (1577-1590) erworben, der es zu einem Schloss umgestaltete. 1590 fand in einem daneben liegenden Gebäude, dem Kapitelsaal, das berühmte Emmendinger Religionsgespräch statt. Zunächst als Residenzzeit genutzt, diente das Schloss als Amtssitz für die Landvögte der Markgrafschaft Hachberg, später als Burgvogtei. 1833 wurde die Stadt Besitzerin des Schlosses und richtete darin ein Spital ein. Heute ist hier im Markgrafenschloss ein städtisches Museum untergebracht. Das Schlosserhaus kam 1588 als Gremppischer Hof in den Besitz der Markgrafen von Baden und war seit dieser Zeit Wohnsitz des obersten Beamten der Markgrafschaft Hachberg. Das Gebäude wurde mehrfach umgebaut, zeigt heute noch deutlich den barocken Stil jedoch auch die starken baulichen Eingriffe, die im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts vorgenommen wurden. Johann Georg Schlosser, Goethes Schwager, erwarb das Gebäude 1774 als Privathaus und bewohnte es bis 1787. Auf einer Gedenktafel am Gebäude wird an seine damals berühmten Gäste in diesem Haus erinnert, so unter anderem an Herzog Karl August von Weimar, Jakob Michael Reinhold Lenz, Johann Georg Jacobi und Johann Caspar Lavater. Goethe, dessen Schwester Cornelia mit Schlosser verheiratet war, weilte hier in den Jahren 1775 und 1779. Etwas außerhalb der Stadt (ca. 1 km westlich des Ortsteils Windenreute) gibt es noch eine guterhaltene Burg Burg Hochburg (Hachberg), die zu den größten Burgruinen in Deutschland zählt. Die Klosterkapelle Tennenbach ist neben dem früheren Wirtschaftsgebäude (heute Gasthaus Engel) das letzte erhaltene Gebäude des ehemals ausgedehnten Areals des Zisterzienseklosters Tennenbach. Sie diente vor der Auflösung des Klosters 1806 als Spitalkapelle. Das gotische Kleinod aus der Mitte des 13. Jahrhunderts liegt in einem Seitental des Brettentals in landschaftlich reizvoller Umgebung. Der Eichbergturm ist ein Aussichtsturm auf dem 369 m hohen Eichberg oberhalb der Stadt. Der Turm überragt den über 30 m hohen Eichenwald mit seiner Kanzel um 10 Meter und mit der Spitze um 17 Meter. Er ist der höchste Aussichtsturm des Landkreises Emmendingen. Von der Turmkanzel aus bietet sich ein großartiger Rundblick über die nähere Umgebung, den gesamten Schwarzwaldkamm bis zum Isteiner Klotz, den Schweizer Jura, die Vogesenkette und den Kaiserstuhl. Die Aussichtskanzel wurde aus Eichenholz gefertigt und sitzt auf den sechs Douglasienstämmen, die zusammen mit einem oberen Plattformrahmen einen Pyramidenstumpf bilden. Das Treppenhaus ist ein filigraner Zylinder aus Profilstahl und Baustahlgewebe, mit 240 Stufen aus Eichenholz. Der Turm, von einem 1999 gegründeten Verein errichtet, wurde am 17. September 2005 der Stadt Emmendingen übergeben und ist nun der Öffentlichkeit zugänglich. Die evangelische Stadtkirche, zum ersten Mal 1236 erwähnt - in vorreformatorischer Zeit eine Martinskirche mit dem Patrozinium am 11. November -, wurde nach der Zerstörung 1424 zwischen 1430 und 1434 wiederaufgebaut. Erhalten blieb hiervon der Chor. 1813-15 wurde die Kirche umgebaut und 1858/59 wurde der Turm angebaut. Nochmalige Erweiterungen gab es 1903-05. Die katholische Kirche St. Bonifatius wurde 1863 erbaut und 1894-96 sowie 1911-13 erweitert. Sie hat einen gemalten spätgotischen Flügelaltar 1473 von Friedrich Herlin. In den Stadtteilen gibt es folgende Kirchen: PersönlichkeitenSöhne und Töchter der Stadt
Weitere Persönlichkeiten
Literatur
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