Erkerode in Niedersachsen


Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Wolfenbüttel
Samtgemeinde: Sickte
Koordinaten: 52° 13′ N, 10° 42′ O
Höhe: 60 – 180 m ü. NN
Fläche: 13,34 km²
Einwohner: 1021
Bevölkerungsdichte: 77 Einwohner je km²
Postleitzahl: 38173
Vorwahl: 05305
Kfz-Kennzeichen: WF
Bürgermeister: Johann-Heinrich von Henninges (CDU)

Erkerode ist eine Gemeinde im Landkreis Wolfenbüttel in Niedersachsen. Sie liegt am westlichen Rand des Höhenzugs Elm und etwa 17 Kilometer südöstlich von Braunschweig. Östlich des Ortes beginnt das ca. 3 km lange Reitlingstal, das in den Elm führt.

Geografie

Geografische Lage

Erkerode befindet sich im Südosten der Stadt Braunschweig und gehört verwaltungstechnisch zum Landkreis Wolfenbüttel. Der Ort liegt im westlichen Teil des Naturpark Elm-Lappwald, am westlichen Elmrand. Die Wabe tritt hier aus dem Reitlingstal ins Vorland über. Erkerode ist Hauptort der Gemeinde Erkerode. Die nächstgelegenen Mittelzentren sind Helmstedt, Königslutter am Elm und Wolfenbüttel.

Nachbarortschaften

* Entfernungsangaben beziehen sich jeweils auf die Entfernung bis zum Ortszentrum.

Stadt Braunschweig (15 km) Stadt Königslutter am Elm (10 km)
Gemeinde Sickte (6km
Stadt Wolfenbüttel (13 km) Ortsteil Lucklum (2 km) Reitlingstal
Gemeinde Dettum (5km) Gemeinde Evessen (2km)

Gemeindegliederung

Seit der Gebietsreform 1974 besteht die Gemeinde Erkerode aus den Ortsteilen Erkerode (660 Einwohner) und Lucklum (361 Einwohner), letzteres eine mittelalterliche Kommende des Deutschen Ritterordens. Bis dahin gehörte Erkerode zum Landkreis Braunschweig, danach wurde der Ort Bestandteil des Landkreises Wolfenbüttel.

Geschichte

Gründung

1175 wurde der Ort Erkerode erstmals urkundlich erwähnt als Erikeroth. Das Dorf zählte lange zum adligen Gericht Destedt und war seit dem 12. Jahrhundert im Besitz derer von Veltheim. Das Dorfbild wird auch heute noch von Bauernhöfen der mittelalterlichen Typen Haken- und Streckhof bestimmt. Vereinzelt findet man den Dreiseithof, der auch als „Erkeroder Typ” bezeichnet wird.

„Idioten-Anstalt” zu Erkerode

1868 gründeten der Pfarrer Gustav Stutzer aus Erkerode, der Arzt Dr. Oswald Berkhan und die Braunschweiger Bürgerin Luise Löbbecke die „Idioten-Anstalt zu Erkerode”. Sie sollte kranken und behinderten Menschen eine Heimat bieten. Wenig später bildete sich zwischen Lucklum und Sickte, vier Kilometer vom Gründungsort Erkerode entfernt, die noch heute überregional bekannte „Evangelische Stiftung Neuerkerode”.

Neuere Entwicklung des Ortes

1902 entstand die Gaststätte „Elmwarte” oberhalb des Ortskerns auf dem Elm, ein beliebtes Ausflugslokal vor allem für Braunschweiger Bürger. Von dort kann man auf rund 200 Höhenmeter weit in das Land Richtung Westen (Braunschweig) und Richtung Süden (Harz - Brocken) blicken.

In den 1950er und 1960er Jahren entstand im Bereich zwischen dem Ortskern und der Elmwarte sowie in Hanglage zum Reitlingstal eine Bebauung mit Wochenendhäusern. Die Häuser wurden nicht nur von Kurzurlaubern aus Berlin (wegen der Nähe zum Zonengrenzübergang Helmstedt) errichtet, sondern auch von Braunschweiger Rechtsanwälten und Steuerberatern, die ihre Bungalows als Dauerwohnsitz nutzten. Daneben entstanden in den 50er Jahren an den Rändern des Ortskernes Einfamilienhäuser von Heimatvertriebenen und Übersiedlern aus der DDR. Während letztere sich in das Leben im „Altdorf” gut integrierten, blieben die Bewohner des als „Elmwarte” oder des „Hang” (scherzhaft auch „Millionenhügel” oder „Hypothekenberg”) genannten Gebietes weitgehend unter sich.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Vereine

  • Sportverein Rot/Weiß Lucklum Erkerode e.V.: Gegründet 1949, verfügt der Sportverein über mehrere Tennis- und Fussballplätze.
  • Männergesangsverein: Im Sommer 1866 kam es nach Anregung von Pastor Gustav Stutzer zum Stiftungsfest und damit zur Gründung des Männergesangvereins. Weil die Zahl der aktiven Sänger immer mehr nachgelassen hatte, ging er 1993 eine Chorgemeinschaft mit dem MGV Groß Denkte ein

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Osterfeuer: Ein Osterfeuer wird jährlich am Abend des Ostersamstags am "Westhölzchen" am Rande des Elms veranstaltet.
  • Weihnachtsmarkt: Die Jugendfeuerwehr organisiert jährlich am 1. Advent einen Weihnachtsmarkt im Ortskern am Ufer der Wabe.
  • Maibaum: Am 1. Mai 2006 wurde zum ersten Mal seit 1938 wieder ein Maibaum errichtet.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Erkerode ist durch seine Lage im Naturschutzgebiet Elm-Lappwald abseits großer Verkehrswege gelegen. Angebunden ist der Ort durch eine Kreisstraße an die etwa einen Kilometer westlich des Ortes verlaufende L625 und die etwa 7km östlich des Ortes verlaufende L290. Die L625 kreuzt nach etwa 8km die Bundesautobahn 39.

Öffentliche Einrichtungen

  • Kindergarten Erkerode:
  • Feuerwehr und Zivilschutz: 1876 wurde die Freiwillige Feuerwehr Erkerode gegründet, die seit der Gebiets- und Verwaltungsreform 1973 eine Ortsfeuerwehr in der "Freiwilligen Feuerwehr Samtgemeinde Sickte" ist. Im Jahr 1999 wurde die Jugendfeuerwehr gegründet, 2002 kam es zum Zusammenschluss der Ortsfeuerwehren Lucklum und Erkerode.

Politik

Gemeinderat

Der am 10. September 2006 gewählte Gemeinderat Erkerode besteht aus 11 Mitgliedern. Die CDU stellt 6 Mandatsträger, die SPD wird von 3 Personen vertreten und die Grünen sind mit 2 Sitzen im Rat dabei. Als Bürgermeister wurde Johann-Heinrich von Henninges (CDU) im Amt bestätigt.

Wappen

Um 1990 erhielt die Gemeinde Erkerode ein Wappen. Der Ammonit im heraldisch rechten Feld weist auf die früheren Kalksteinbrüche am Rande des Elms hin (z.B. am "Westhölzchen"). Das Wasserrad im heraldisch linken Feld erinnert an einstmals mehrere Wassermühlen an der Wabe, die durch den Ort fließt. Heute ist noch eine Mühle in Betrieb. Sie ist regional einzigartig und kann immer am Pfingstmontag beim "Deutschen Mühlentag" von der Öffentlichkeit besichtigt werden. Das Kreuz im unteren Feld symbolisiert die Deutschordenskommende im Gemeindeteil Lucklum.




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Informationsportal über Erkerode in Niedersachsen - 24.5.2012