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Erlangen ist eine kreisfreie Stadt im bayerischen Regierungsbezirk Mittelfranken. Die Stadt ist Sitz des Landkreises Erlangen-Höchstadt und mit gegenwärtig mehr als 103.000 Einwohnern die kleinste der insgesamt acht Großstädte des Freistaates Bayern. Erlangen bildet zusammen mit den Städten Nürnberg und Fürth einen Städteverbund, der eines der 23 Oberzentren des Freistaates Bayern ist. Gemeinsam mit ihrem Umland bilden sie die Metropolregion Nürnberg, eine von elf Metropolregionen in Deutschland. Die Einwohnerzahl der Stadt überschritt 1974 die Grenze von 100.000, wodurch Erlangen zur Großstadt wurde. Heute wird die Stadt vor allem durch die Friedrich-Alexander-Universität und zahlreiche Niederlassungen des Elektrokonzerns Siemens AG geprägt. Man ist zudem bestrebt, die „Bundeshauptstadt der Medizin” zu werden. Ein weiter in die Geschichte zurückreichendes, aber immer noch spürbares Element ist die Ansiedlung von Hugenotten nach der Rücknahme des Edikts von Nantes im Jahre 1685. GeografieErlangen liegt am Rande des mittelfränkischen Beckens, im Wesentlichen parallel zum Fluss Regnitz und zum Main-Donau-Kanal. Nördlich der Innenstadt mündet die Schwabach von Osten kommend in die Regnitz. NachbargemeindenFolgende Gemeinden beziehungsweise gemeindefreien Gebiete grenzen an die Stadt Erlangen, sie werden im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden genannt: Mark (gemeindefreies Gebiet), Gemeinden Möhrendorf, Bubenreuth, Marloffstein, Spardorf und Buckenhof sowie das gemeindefreie Gebiet Buckenhofer Forst (alle zum Landkreis Erlangen-Höchstadt gehörend), die kreisfreien Städte Nürnberg und Fürth, die Gemeinde Obermichelbach (Landkreis Fürth) sowie die Stadt Herzogenaurach und die Gemeinde Heßdorf (beide zum Landkreis Erlangen-Höchstadt gehörend). StadtgliederungDas Stadtgebiet Erlangens wird in 20 Stadtteile eingeteilt. Dabei handelt es sich teilweise um ehemals selbständige Gemeinden, andererseits auch um neue Siedlungen, deren Bezeichnungen sich im Laufe der Zeit als Stadtteilnamen eingeprägt haben. Oft sind die Stadtteilgrenzen daher amtlich nicht festgelegt worden und die Grenzen durchaus auch fließend.
Für statistische Zwecke ist das Stadtgebiet in 39 statistische Bezirke unterteilt, die sich teilweise mit den Stadtteilen decken. Die Grenzen dieser Bezirke sind im Unterschied zu denen der Stadtteile genau definiert.
Die Bezirke werden als kleinste räumliche Einheiten für statistische Auswertungen herangezogen. So wurde von der Stadtverwaltung für jeden Bezirk ein Datenblatt über dessen Bevölkerungsstruktur angelegt, das Informationen zu Bevölkerungsanzahl, Geschlecht, Nationalität, Familienstand, Religionszugehörigkeit, Altersgruppen, Haushaltsgröße, Haushaltstyp sowie Arbeitslosigkeit enthält. Grundbuch- und vermessungsrechtlich relevant sind jedoch weder die Stadtteile noch die Bezirke, sondern nur die Gemarkungen. Die Stadt Erlangen besteht aus den folgenden Gemarkungen:
In den 1967 und 1972 im Rahmen der Gemeindereform nach Erlangen eingemeindeten Orten (Groß-)Dechsendorf, Eltersdorf, Frauenaurach (mit Neuses), Hüttendorf, Kosbach (mit Häusling und Steudach), Kriegenbrunn und Tennenlohe wurde jeweils ein Ortsbeirat eingerichtet. Die Zahl der Mitglieder des Ortsbeirats richtet sich nach der Einwohnerzahl des Stadtteils und beträgt zwischen fünf und sieben. Die Ortsbeiräte wählen aus ihrer Mitte einen Vorsitzenden. Die Ortsbeiräte sind zu wichtigen, den Stadtteil betreffenden Angelegenheiten zu hören. KlimaErlangen befindet sich in einer Übergangszone von maritimem zu kontinentalem Klima: sie ist zwar, wie bei kontinentalem Klima üblich, verhältnismäßig arm an Niederschlägen (Jahresmenge 650 mm), jedoch mit einem Jahresmittel von 8,5 °C relativ warm. Insbesondere der Burgberg schützt das Gebiet der Kernstadt vor kalter Polarluft. Dagegen sorgt der Regnitzgrund für häufigen Nebel. GeschichteAllgemeine Geschichte der StadtFrühgeschichteDas Regnitztal wurde schon in der Frühgeschichte als Duchgangsweg in Nord-Süd-Richtung genutzt. Aufgrund der relativ kargen Böden kam es jedoch kaum zu einem frühen Ackerbau und den damit verbunden Siedlungsaktivitäten. Die wenigen archeologischen Funde deuten an, dass eine stärkere Besiedlung der Raumes um Erlangen erst ca. 2000 vor Christi einsetzte. Der bekannteste Fund ist der 1913 endeckte Grabhügel nördlich von Kosbach, in dem eine große Anzahl von Bronze- und Keramikobekten gefunden wurden und dessen Steinsetzung als Kosbacher Altar in die Literatur einging. Insgesamt blieb der gesamte Raum jedoch bis etwa 1000 nach Christus vergleichsweise siedlungsleer. Von der Villa Erlangon bis zum Dreißigjährigen KriegUm das Jahr 1000 lag das heutige Erlangen am Schnittpunkt der beiden zur Diozese Würzburg gehörenden Gaue Radenzgau und Rangau, dem zum Bistum Eichstätt gehörendem Nordgau sowie dem 1007 gegründeten Bistum Bamberg. Im Jahre 1002 bestätigte König Heinrich II. die Übertragung des Kirchgutes Forchheim vom Bistum Würzburg an das Würburger Stift Haug. In dieser Urkunde wurde unter dem „Zubehör” auch das Dorf („villa”) Erlangon erwähnt, dass auf dem Gebiet des heutigen Alterlangens lag. Zusätzlich zu der Bestätigung beurkundte Heinrich II. außerdem die Schenkung zweier mittig zur Schwabach gelegene Meilenquadrate unmittelbar östlich der Regnitz. In diesem Gebiet wurde durch die Bewohner Erlangons eine noch namenslose Rodungssiedlung geschaffen. Hauptgrund für das Übergreifen der Dorfgemeinde von dem westlich gelegenen Dorf Erlangon auf die östliche Meilenquadrate war das milde Klima des dort gelegegenen Burgberges, der den Anbau von Obst und Wein begünstigte sowie die in seinen Wäldern mögliche Waldbienenwirtschaft. Die neue Siedlung entstand südlich der Schwabach, ziemlich genau um den heutigen Martin-Luther-Platz. Insbesondere der Aufstieg Nürnbergs zu einer europäischen Handelsmetropole und der damit verbundene Anstieg von Verkehr und Handel begünstigte die Entwicklung vor allen der neuen Siedlung, die ab 1348 „Großenerlang” genannt wurde. Im Gegensatz dazu stagnierte das ursprüngliche Dorf Erlangon und wurde konsequenterweise ab der zweiten Hälftedes 14. Jahrhunderts „Alterlang”, „Kleinerlang” oder „Wenigenerlang” genannt. 1361 erwarb Kaiser Karl IV. die Siedlung Großenerlang (nicht aber die ursprüngliche Siedlung Alterlang) vom Bischof von Bamberg und machte es zum Lehen des Königreich Böhmen. 1374 erhielt der Ort durch König Wenzel Marktrechte sowie eine eigene Münzstätte, 1398 das Stadtrecht. Als Vertreter der Obrigkeit fungierte ein Amtmann, der in der auf der heutige Fuchswiese errichteten Veste seinen Sitz hatte. 1402 gelangte die Stadt als Teil des Fürstentums Kulmbach (bzw. nach 1604 Fürstentum Bayreuth) an die Hohenzollern. Erlangen war die Hauptstadt des so genannten „Unterlandes” des Fürstentums, das die Gebiete bis nach Neustadt an der Aisch umfasste und vom „Oberland” um Bayreuth durch einen Landkorridor getrennt war. 1528 erfolgte der friedlich Anschluss des gesamten Markgrafentums einschließlich Erlangens an die Reformation. Weniger friedlich waren die immer wieder vorkommenden krigerischen Ereignisse, so der Hussiteneinfall im Jahre 1430, der erste und der zweite Markgrafenkrieg 1449 bzw. 1553 sowie vor allem der Dreißigjährige Krieg, in dem Erlangen fast vollständig zerstört wurde. Die Gründung der Neustadt 1686Nach dem Dreißigjährigen Krieg verödete Erlangen. Fast 20 Jahre lang war die Stadt und ihr Umland praktisch unbewohnt. Die Situation änderte sich erst 1685, als der französische König Ludwig XIV. das Edikt von Nantes widerrief, welches seinen calvinistischen Untertanen - von ihren Gegnern Hugenotten genannt - u.a. Glaubensfreitheit zugestand. Der Widerruf löste eine Flüchtlingswelle von ca. 400.000 Hugenotten in die USA, Großbritannien, der Schweiz nach in das Deutsche Reich aus. Diese Situation nutzte Markgraf Christian Ernst und bot den Flüchlingen das Recht auf Ansiedlung in Erlangen, um die Wirtschaft in seinem durch den Dreißigjährigen Krieg gebeutelten Herschaftsgebiet wieder anzukurbeln. Die ersten sechs Hugenotten erreichten Erlangen am 17. Mai 1686, etwa 1.500 folgten in mehreren Wellen. Schon bald wurde klar, dass das kleine Dorf Erlangen diese Massen nicht unterbringen konnte und eine neue Siedlung notwendig war. Als Standort der Neustadt genannten Siedlung wurde das Gebiet südlich des bisherigen Ortes Erlangen gewählt, welches aus verkehrstechnischer Sicht und wegen dem Vorhandensein von Wasserkraft durch die Regnitz als sehr geeignet erschien. Die neue Stadt wurde von dem markgräflichen Oberbaumeister Johann Moritz Richter nach den Gesichtspunkten einer idealen barocken Planstadt für etwa 7500 Familien samt Manufakturen und einer eigenen Kirche angelegt. Der Entwurf sah einen rechteckige Grundriss symmetrisch zur Hauptstraße sowie zwei große Plätze vor. Der Bau begann am 14. Juli 1686 mit dem „temple”, der Hugenottenkirche. Im ersten Jahr wurden etwa 50 der geplanten 200 Häuser fertiggestellt. Da der Zuzug der Hugenotten nicht den Erwartungen entsprach, stagnierte der weitere Ausbau jedoch und erhielt erst 1700 durch den Beschluss, ein markgräflichen Schlosses mit zugehörigem Park und Nebengebäuden zu errichten, neue Impulse. 1706 vernichtete ein Großbrand fast das gesamte ursprüngliche Erlangen, nun Altstadt genannt. Damit ergab sich die Gelegenheit, das barocken Entwurf der Neustadt auf die Altstadt auszudehnen und somit ein einheitliches städtebauliches Gesamtkonzept zu schaffen. Mitte des 18. Jahrhunderts war dieses im Wesentlichen abgeschlossen. Die ab 1701 nach seinem Gründer „Christian-Erlang” bezeichnete Neustadt wurde nicht nur zum Ziel der Hugenotten, sondern auch der Lutheraner und Deutsch-Reformierten. 1698 lebten etwa 1.000 Hugenotten sowie 317 Deutsche in Erlangen. Aufgrund dieser Zuwanderung wurden die Hugenotten jedoch bald zu einer französischen sprechenden Minderheit in einer deutschen Stadt. Zu einer echten Integration kam es jedoch erst 1715, als mit dem Tod Ludwig XIV. eine Rückkehr nach Frankreich endgültig unmöglich wurde und die Flüchtlingsmentalität sich in eine Einwanderermentalität wandelte. Der französische Einfluss nahm in der Folgezeit weiter ab. So wurde 1822 zum letzten Mal ein Gottesdienst in der Hugenottenkirche in französischer Sprache gehalten. Erlangen im Königreich Bayern1792 gelangte Erlangen mit der Markgrafschaft zum Königreich Preußen, 1806 durch den Sieg Napoleons unter französische Herrschaft und nach dessen Niederlage 1810 an das Königreich Bayern. 1812 wurden Altstadt und Neustadt - bis dahin weiterhin Christian-Erlang genannt - zu einer Stadt vereinigt, die den Namen Erlangen erhielt. In der Folgezeit kam es zu einem raschen Ausbau von Stadt und Infrastruktur. Vor allem die Eröffnung des Luwig-Kanals und der Eisenbahnverbindungen sowie die Garnison und die Universität gaben der Stadtentwicklung wichtige Impulse. Bereits bei der bayerischen Gemeindeform von 1818 erhielt die Stadt eine eigene Verwaltung, was man später als „kreisfrei” bezeichnete. 1862 wurde das Bezirksamt Erlangen gebildet, aus dem der Landkreis Erlangen hervorging. Erlangen nach dem Zweiten WeltkriegDen Zweiten Weltkrieg überstand Erlangen fast unversehrt. Beim Anrücken der überlegenen amerikanischen Truppen am 16. April 1945 übergab der örtliche Kommandant der deutschen Truppen, Oberstleutnant Werner Lorleberg, die Stadt kampflos und vermied so einen ebenso aussichtslosen wie verlustreichen Häuserkampf im Stadtgebiet. Lorleberg selbst, der bis zuletzt als Anhänger des nationalsozialistischen Regimes galt, kam am gleichen Tag bei der Thaler Mühle ums Leben. Ob er von deutschen Soldaten erschossen wurde, als er eine versprengte Kampfgruppe zur Aufgabe bewegen wollte, oder ob er dort nach Überbringung der Kapitulationsnachricht Selbstmord beging, ist nicht abschließend geklärt. An ihn erinnert in Erlangen der nach ihm benannte Lorlebergplatz. Nach der Übergabe der Stadt beschädigten zunächst amerikanische Panzer das letzte erhaltene Stadttor (das 1717 erbaute „Nürnberger Tor”) schwer, kurz darauf wurde es gesprengt. Dies geschah wohl auch auf Betreiben von in der Hauptstraße ansässigen Geschäftsinhabern, die ebenso wie die durchziehenden amerikanischen Truppen das barocke Tor wegen seiner relativ schmalen Durchfahrt als Verkehrshindernis empfanden. Die anderen Stadttore waren bereits im 19. Jahrhundert abgerissen worden. Bei der Kreis- und Gebietsreform 1972 wurde der Landkreis Erlangen mit dem Landkreis Höchstadt an der Aisch vereinigt. Erlangen selbst blieb eine kreisfreie Stadt und wurde Sitz des neuen Landkreises. Durch Eingliederung von Umlandgemeinden wurde die Stadt erheblich vergrößert, so dass sie im Jahre 1974 die 100.000-Einwohner-Grenze überschritt und damit zur Großstadt wurde. Im Jahr 2002 feierte Erlangen sein 1000-jähriges Bestehen. Die Geschichte der Erlanger GarnisonBis in das 18. Jahrhundert wurden die Soldaten des Markgrafen bei Einsätzen im Erlanger Raum bei Privatleuten einquartiert. Nach dem Übergang in das Königreich Bayern 1810 bemührte die Stadt sich vor allem aus wirtschaftlichen Gründen mehrfach um die Einrichtung einer Garnison, zunächst jedoch ohne Erfolg. Als 1886 die allgemeine Wehrpflicht mit der Option eingeführt wurde, gleichzeitig Militärdienst zu leisten und studieren zu können, wurde die Garnison zu einem lebenswichtigen Standortfaktor für die Stadt und vor allem für die Universität. Ein erneutes Gesuch hatte Erfolg, so dass am 12. März 1886 das 6. Jägerbatallion in Erlangen einzog. Die Truppen waren in verschiedenen städtischen Gebäuden untergebracht und nutzten u. a. den heutigen Theaterplatz für ihre Übungen. Zudem wurde im Meilwald ein Schießstand eingerichtet. Im Jahre 1877 wurde in der Bismarckstraße die erste Kaserne („Jägerkaserne”) fertiggestellt. Ein Jahre später wurde das Jägerbatallion durch ein Infanteriebatallion abgelöst. Im Jahre 1890 kam es zur Stationierung des gesamten 19. Infantierregimentes, welche den Bau der Infantanteriekaserne sowie des Exerzierplatzes nach sich zog. 1893 wurde in der Nordwestecke des Exerzierplatzes ein „Barackenkasernement” eingerichtet und ab 1897 als Garnisonslazarett genutzt. Als letztes zog 1890 das 10. Feldartillerieregiment in die Stadt, für das die Artillerekaserne errichtet wurde. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Stadt ca. 24.600 Einwohner, 1160 Studenten sowie nun insgesamt 2200 Soldaten, denen die Bevölkerung vor allem nach den militärischen Erfolgen 1870/71 gegen Frankreich eine hohe Wertschätzung entgegenbrachte. Im Ersten Weltkrieg kämpften beide Erlanger Regimenter an der Front, wobei über 3000 Soldaten ihr Leben verloren. Nach dem Krieg behielt Erlangen seinen Status als Garnisonsstadt. Da der Vertrag von Versailles eine Reduzierung des Heeres auf 100.000 Soldaten vorschrieb, verblieben jedoch nur kleinere Einheiten der neu gegründeten Reichswehr in der Stadt. Die Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht 1935 sowie die folgende Wiederaufrüstung führten auch in Erlangen zu einer massiven Erweiterung der militärischen Anlagen. So wurden die Rheinlandkaserne, die Panzerkaserne, ein Verpflegungsamt, ein Munitions- und Gerätelager sowie ein Standortübungsplatz im Reichswald bei Tennenlohe errichtet. Der Einmarsch der US-Armee am 16. April 1945 bedeutete für Erlangen nicht nur das Ende des Zweiten Weltkrieges, sondern auch das Ende als Standort für heimische Truppen. Statt dessen bezogen nun US-amerikanische Verbände die unzerstört geblieben Militäreinrichtungen, die in den Folgejahren sogar noch beträchtlich erweitert wurden: Der Kasernenbereich wurde auf 128 Hektar ausgedehnt, der Wohnbereich für die Soldaten und ihre Angehörigen auf 8,5 Hektar und der Übungsplatz in Tennenlohe auf 3240 Hektar. Im Durchschnitt waren in den 80er-Jahren etwa 2500 Soldaten sowie 1500 Angehörige in Erlangen stationiert. Die Erlanger Bevölkerung begegnete der Anwesenheit der Amerikaner von Anfang an mit gemischten Gefühlen. Zwar begrüßte man deren Schutzfunktion sowie die mit der Stationierung verbundenen Arbeitsplätze, doch waren die häufigen Übergriffe der Soldaten auf die Zivilbevölkerung sowie die zahlreichen Manöver ein ständiger Stein des Anstoßes. Zu ersten offenen Protesten kam es während des Vietnamkrieges. Diese richteten sich gegen das Übungsgelände und den Schießplatz in Tennenlohe, wo auch Atomwaffen vermutet wurden, sowie gegen die Munitionsbunker im Reichswald. Aufgrund der zahlreichen Probleme existierten bereits Mitte der 1980er-Jahre Überlegungen, die Garnison aus dem Stadtbereich zu verlagern. Nach der Öffnung der innerdeutschen Grenze 1989 verdichteten sich die Anzeichen eines bevorstehenden Abzugs. 1991 wurden die in Erlangen stationierten Truppen zum Einsatz in den Golf-Krieg abkommandiert. Nach dem Krieg begann die Auflösung des Standortes, die bis Juli 1993 vollzogen war. Am 28. Juni 1994 wurden die Liegenschaften offiziell dem Bund übergeben. Damit endete die 126-jährige Geschichte Erlangens als Garnisonsstadt. Die Geschichte der Erlanger UniversitätDas zweite, neben der Gründung der Neustadt für die Entwicklung Erlangens entscheidende Ereignis war die Gründung der Universität. Bereits zu Zeiten der Reformation existierten dazu entsprechende Pläne, doch erst 1742 stiftete Markgraf Friedrich von Bayreuth eine Universität für die Residenzstadt Bayreuth, die jedoch bereits 1743 nach Erlangen verlegt wurde. Die mit bescheiden Mitteln ausgegestatte Einrichtung fand zunächst keine rechten Anklang. Erst als Markgraf Alexander sie auf eine breitere wirschaftliche basis stellt, erhöhten sich die Studentenzahlen langsam. Dennoch blieb diese unter 200 und sank bei im Zuge der Zuteilung des Marggrafentums in das Köigreich Bayern auf ca. 80 ab. Die drohende Schließung wurde nur durch die Tatsache abgewendet, dass Erlangen die einzige lutherische theologische Fakultät des Königreiches besaß. Der Aufschwung kam wie bei den anderen deutschen Universitäten zu Beginn der 1880er Jahre. Die Studenzahlen stiegen von 344 im Jahr 1870 auf 1000 im Jahr 1890. Lagen in den Anfangsjahren die Jurastudenten vorn, so war zu Beginn der bayrischen Zeit die Theologische Fakultät am beliebtesten. Diese wurde erst 1890 von der Medizinischen Fakultät überholt. Die Zahl der orentlichen Professoren stieg von 20 im Jahre 1796 auf 42 im Jahre 1900, von denen fast die Hälfte von der Philosophischen Falultät angestellt waren, zu der auch die Naturwissenschaften zählten. Diese bildeten ab 1928 eine eigene Fakultät. 1897 wurden die ersten Frauen zum Studium zugelassen, die erste Promotion einer Frau fand 1904 statt. Nach Ihrem Gründer Margraf Friedrich und nach ihrem Förderer Margraf Alexander erhielt die Universität den Namen Friedrich-Alexander-Universität. 1818 gelangte das markgräfliche Schloss mit dem Schlossgarten in den Besitz der Universität. Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde an den Ränder des Schlossgarten mehrere größere Universitätsgebaude errichtet, so das Kollegienhaus sowie das Universitätskrankenhaus. Die Weltkriege überstand die Universität vergleichsweise unbeschadet, doch führte die von der amerikanischen Besatzungsmacht angeordnete Entnazifizierung zu Amtenthebung zahlreicher Hochschullehrer. Die enstandenen Lücken wurden u.a. durch Aufnahme von Professoren aus den ehemaligen Ostgebieten geschlossen, was zu einem Wechsel von einem überwiegend protestantischen Lehrkörper zu einem mehrheitlich katholischen führte. Die Nachkriegszeit führte zu einer weiteren Expansion, nicht nur der Studenzahlen, sondern auch der Lehrstühle. Vor allem die Zusammenarbeit mit der nach Erlangen zugezogenen Siemens AG gab dem weiteren Ausbau entscheidende Impulse und führte u.a. zum Bau des Südgeländes für die technischen und naturwissenschaftlichen Fakultäten. Die Studentenrevolte der 60er Jahre kam mit leichter Verspätung und deutlich abgeschwächt nach Erlangen. 1961 wurde die Hindenburg-Hochschule Nürnberg als Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät und 1972 die Pädagogische Hochschule als Erzeihungswissenschaftliche Fakultat integriert. Der Name der Universität wurde daraufhin in „Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg” geändert. EingemeindungenEhemals selbständige Gemeinden und Gemarkungen, die in die Stadt Erlangen eingegliedert wurden:
Vor allem die Eingemeindungen im Jahre 1972 haben wesentlich dazu beigetragen, dass Erlangen 1974 die 100.000-Einwohner-Grenze überschritt und damit offiziell Großstadt wurde. EinwohnerentwicklungIm Mittelalter und am Beginn der Neuzeit lebten nur wenige Hundert Menschen in Erlangen. Durch zahlreiche Kriege, Seuchen und Hungersnöte stieg die Einwohnerzahl nur langsam. Infolge der Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg verödete der Ort 1634 vollständig. Erst 1655 lebten mit 500 Einwohnern in Erlangen wieder so viele wie vor dem Krieg. Bis 1760 stieg die Bevölkerung auf über 8000. Durch die Hungersnöte 1770 bis 1772 sank die Bevölkerung bis 1774 auf 7724. Nach einem Anstieg bis 1800 auf 10.000 Personen ging die Einwohnerzahl Erlangens infolge der Napoleonischen Kriege bis 1812 auf 8592 zurück. Im Laufe des 19. Jahrhunderts verdoppelte sich diese Zahl bis 1890 auf 17.559. Auf Grund zahlreicher Eingemeindungen stieg die Bevölkerung der Stadt bis 1925 auf 30.000 und verdoppelte sich bis 1956 auf 60.000. Durch die Kreis- und Gebietsreform 1972 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt 1974 die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. Am 30. Juni 2005 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl” für Erlangen nach Fortschreibung des Bayerischen Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung 102.745 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern). Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1820 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes. Die Angaben beziehen sich ab 1871 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung”, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung”. Vor 1871 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.
¹ Volkszählungsergebnis ReligionenLutheraner und ReformierteDie Bevölkerung Erlangens gehörte anfangs zum Bistum Würzburg, ab 1017 zum Bistum Bamberg. 1528 wurde von Bürgermeister und Rat der erste lutherische Pfarrer verpflichtet und damit die Reformation eingeführt, so dass Erlangen über viele Jahre eine protestantische Stadt blieb. In der 1686 von Markgraf Christian-Ernst für die französischen Glaubensflüchtlinge gegründeten Neustadt gab es nur reformierte Gemeinden. Die französisch-reformierte Gemeinde gab es ab 1686 und nach der Ansiedlung von reformierten Flüchtlingen aus der deutschsprachigen Schweiz und der Pfalz wurde 1693 auch eine deutsch-reformierte Gemeinde gegründet. 1802 wurden die protestantischen Gemeinden Erlangens dem königlich-preußischen Konsistorium in Ansbach unterstellt und nach dem Übergang der Stadt an Bayern wurden sie Teil der Protestantischen Kirche des Königreichs Bayern, die zunächst lutherische und reformierte Gemeinden umfasste. Gleichzeitig wurde Erlangen Sitz eines Dekanats, das alle Gemeinden unter sich vereinigte. 1853 erhielten die reformierten Gemeinden Bayerns eine eigene Synode und 1919 trennten sie sich formell von der Protestantischen Kirche Bayerns. Seither gab es in Bayern zwei protestantische Landeskirchen, die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern und die „Reformierte Synode in Bayern rechts des Rheins”, die sich seit 1949 „Evangelisch-reformierte Kirche in Bayern” nannte. Letztere hatte in Erlangen über viele Jahre den Sitz ihres Moderamens. Durch die Vereinigung der deutsch-reformierten und der ehemals französisch-reformierten Gemeinde gab es seit 1920 in Erlangen nur noch eine reformierte Gemeinde, aber mehrere lutherische Gemeinden. Die lutherischen Gemeinden gehören heute noch zum Dekanat Erlangen, das als Dekanat für beide Konfessionen gegründet worden war und seit 1919 nur noch die lutherischen Gemeinden betreut. Es ist Teil des Kirchenkreises Nürnberg. Die reformierte Gemeinde Erlangen ist inzwischen Teil der Evangelisch-reformierten Kirche – Synode evangelisch-reformierter Kirchen in Bayern und Nordwestdeutschland. Hier gehört sie zum Synodalverband XI. Innerhalb der Lutheraner Erlangens kam es Anfang der 1990er Jahre beinahe zu einer Spaltung der Gemeinde in Bruck, da der erste Pfarrer die Charismatische Bewegung unterstützte. Mit der Gründung der „Erlanger Laien im Aufbruch (ELIA-Gemeinschaft)” 1993 fanden die Charismatiker eine eigene Organisationsform, verblieben jedoch innerhalb der lutherischen Landeskirche und damit rechtlich Teil ihrer lokalen Gemeinde. Bereits 1984 bildeten Anhänger der Pfingstbewegung in Tennenlohe die „Gemeinde am Wetterkreuz”. KatholikenSeit dem 18. Jahrhundert gab es in Erlangen auch wieder Katholiken (ab 1711 „Religions- und Gewissensfreiheit”, jedoch ohne eigene Gottesdienste). Die erste katholische Messe wurde 1784 im Altstädter Rathaus abgehalten. Ab 1786 bestand ein Kurat und 1787–1790 wurde das Bethaus Mater dolorosa erbaut. 1813 wurde die erste Pfarrei errichtet, die ab 1826 zum Dekanat Herzogenaurach gehörte. Weitere Pfarreien wurden errichtet. Sie alle gehören zum Bistum Bamberg. 1937 wurde Erlangen Sitz eines Dekanats innerhalb der Erzdiözese Bamberg. Durch Eingemeindungen von überwiegend katholischen Umlandgemeinden haben sich die Anzahl der Protestanten und der Katholiken angeglichen, so dass heute nur noch ein leichtes Übergewicht zu Gunsten der Protestanten besteht. Judentum1408 wurden erstmals Juden urkundlich in Erlangen erwähnt, 1478 auch ein Rabbi. Am 26. März 1515 beschloss der markgräfliche Landtag die Ausweisung der Juden. Dies hat vermutlich auch die Existenz der Erlanger jüdischen Gemeinde beendet. Den hugenottischen Einwohnern der Neustadt sicherte Markgraf Christian Ernst 1711 ein Niederlassungs- und Gewerbeverbot für Juden zu. Daher blieb das jüdische Leben auf Erlangens Nachbargemeinden Bruck, Baiersdorf und Büchenbach beschränkt.
1861 führte der bayerische Landtag die allgemeine Freizügigkeit für Juden in Bayern ein. Damit wurde Juden die Niederlassung in Erlangen möglich. Viele jüdische Familien aus den Umlandgemeinden zogen wegen der besseren Perspektiven nach Erlangen, zugleich schrumpften die Gemeinden in Bruck, Baiersdorf und Büchenbach, wo bereits 1874 die Gemeinde aufgelöst wurde. 1867 zählte die neue Erlanger Gemeinde bereits 67 Mitglieder, die am 15. März 1873 zur eigenständigen Kultusgemeinde wurde. Die Brucker Gemeinde ging darin auf. 1891 weihte die Gemeinde einen eigenen Friedhof ein. Dagegen wurde das Rabbinat von Baiersdorf 1894 aufgelöst, nach 1900 lebten in Bruck keine Juden mehr. Der Erlanger Gemeinde gehörten dagegen profilierte Persönlichkeiten wie der Arzt und Ehrenbürger Jakob Herz und die Mathematikerin Emmy Noether an. Ersterem wurde am 5. Mai 1875 ein Denkmal errichtet, das am 15. September 1933 zerstört wurde. Eine Stele erinnert seit 1983 an diesen Vorgang mit der Inschrift: Wir denken an Jakob Herz, dem Bürger dieser Stadt ein Denkmal setzten und zerstörten. Während der nationalsozialistischen Diktatur verringerte sich bis 1938 die Zahl der Erlanger Juden zunächst von 120 auf 44 Personen. In der Reichspogromnacht wurde der Erlanger Betsaal zerstört, die Synagoge in Baiersdorf abgerissen. Am 20. Oktober 1943 wurde die letzte jüdische Einwohnerin Erlangens ins KZ Auschwitz deportiert. 77 Angehörige der jüdischen Gemeinde Erlangens wurden von den Nazis ermordet. Von den ursprünglichen jüdischen Einwohnern kehrte keiner nach Erlangen zurück. Dennoch wuchs die Zahl der Juden bis in die 1970er Jahre soweit an, dass der Verleger Shlomo Lewin die Gründung einer neuen Gemeinde plante. Am 19. Dezember 1980 wurde er mit seiner Lebensgefährtin ermordet, vermutlich durch ein Mitglied der rechtsextremen Wehrsportgruppe Hoffmann. Es kam jedoch nie zu einer Verurteilung, da der mutmaßliche Täter Selbstmord beging.[1] Nach diesem Verbrechen blieb die Gründung der Israelitischen Kultusgemeinde aus. Diese Idee gewann erst durch den Zuzug von jüdischen Auswanderern aus der ehemaligen Sowjetunion neuen Auftrieb. Am 1. Dezember 1997 entstand in Erlangen wieder eine Israelitische Kultusgemeinde, der im Jahr 2000 300 Mitglieder angehörten. Am 2. April 2000 weihte die Gemeinde einen neuen Betraum ein. IslamSeit 1980 besteht in Erlangen der Türkisch-Islamische Kulturverein Erlangen (DITIB), der auch einen Hodscha als Geistlichen beschäftigt. Seitdem entstanden auch weitere Vereine wie der Islamische Studentenverein Erlangen (1984) und die Islamische Glaubensgemeinschaft (1995). Diese drei bilden gemeinsam seit Dezember 1999 die Islamische Religionsgemeinschaft Erlangen e. V., die sich um die Durchführung islamischen Religionsunterrichtes an staatlichen Schulen kümmert. Das erste Mal in Bayern wurde 2001 an der Erlanger Pestalozzi-Grundschule das Fach „Islamisch religiöse Unterweisung in deutscher Sprache” an einer staatlichen Schule eingeführt. Richtiger „Islamunterricht” als Unterrichtsfach wurde erstmals in ganz Deutschland an der Grundschule Brucker Lache eingeführt. Neben den drei erwähnten Verbänden besteht seit 1993 auch noch der Türkische Verein für soziale Dienste. Siebenten-Tags-AdventistenSiebenten-Tags-Adventisten sind seit mindestens 1903 in Erlangen vertreten. 1995 bezogen sie in Bruck, Bierlachweg 4, das neue Gemeindezentrum. Im Jahr 2003 wurde eine weitere Gemeinde (ERlebt) gegründet, die sich in der Hindenburgstraße 46 a versammelt. Zeugen JehovasDie Zeugen Jehovas meldeten am 22. März 1923 ihre erste Versammlung in Erlangen an, die jedoch polizeilich nicht genehmigt wurde. Nach dem Verbot im April 1933 kam es zu verstärkten Repressionen, die bis zur Ermordung des Erlanger Mitglieds Gustav Heyer in der nationalsozialistischen Tötungsanstalt Hartheim am 20. Januar 1942 führten. Die Gustav-Heyer-Straße in Bruck erinnert seit 2000 daran. 1948 erfolgte die Reorganisation der Gemeinde, die sich 1975 in zwei Versammlungen teilte. 1980 errichteten die Zeugen Jehovas in Bruck einen eigenen Versammlungsraum („Königreichssaal”). Neben den oben genannten Glaubensgemeinschaften bestehen noch weitere Freikirchen und Religionsgemeinschaften in Erlangen. PolitikIn Erlangens Altstadt ist seit dem 14. Jahrhundert ein Rat nachweisbar. An der Spitze der Stadt standen zwei Bürgermeister, die alle vier Wochen wechselten. Ab 1715 gab es sogar vier Bürgermeister. In der Neustadt lag die Verwaltung zunächst beim reformierten Presbyterium. 1697 gab es vier Bürgermeister, die ein Jahr amtierten, davon drei Franzosen und ein Deutscher. Ab 1701 gab es vier Bürgermeister und acht Räte, die zwei Jahre amtierten. Danach wurde die Verwaltung mehrmals umgestaltet. Nach der Vereinigung von Altstadt und Neustadt 1812 wurde das bayerische Gemeindeedikt eingeführt. Ab 1818 wurde die Stadt von einem Bürgermeister geleitet, der ab 1918 meist den Titel Oberbürgermeister erhielt. Daneben gab es ab 1818 einen Stadtmagistrat mit zehn, ab 1900 zwölf Magistratsräten und als zweite Kammer die Gemeindebevollmächtigten mit 30, ab 1900 36 Mitgliedern. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es nur noch einen Stadtrat. 1978 zog mit Wolfgang Lederer von der Grünen Liste erstmals ein grüner Politiker in einen bayerischen Stadtrat ein. Die Bürgermeister beziehungsweise Oberbürgermeister seit 1818:
Erlangen wird derzeit von einem mehrheitlich durch CSU und FDP/FWG (Freie Wählergemeinschaft) bestimmten Stadtrat regiert. Die Bevölkerung in Erlangen ist politisch vergleichsweise aktiv und nutzt insbesondere die Möglichkeit zur direkten Demokratie, wie die hohe Zahl an Bürgerentscheiden zeigt, die in den vergangenen Jahren stattgefunden haben und alle auch die zu ihrer Wirksamkeit notwendige Wahlbeteiligung erreicht haben:
Verschiedene Organisationen sind neben den Parteien in Erlangen kommunalpolitisch aktiv. Dazu zählen Initiativen, die sich jeweils anlässlich konkreter Themen gründen (siehe insbesondere die obigen Bürgerentscheide) und anschließend wieder auflösen. Das „Altstadtforum” ist ein überparteiliches Bündnis aus 19 Organisationen (u. a. alle im Stadtrat vertretenen Parteien, Bürgerinitiativen und Vereine). Das Altstadtforum setzt sich für eine attraktive, lebenswerte und zukunftsfähige Erlanger Altstadt ein. Außerdem gibt es in Erlangen ein von den 12–18 Jahre alten Jugendlichen alle zwei Jahre gewähltes Jugendparlament. WappenDas Wappen der Stadt Erlangen zeigt im geteilten und oben gespaltenen Schild: vorne in Silber einen linksgewendeten, golden gekrönten und bewehrten roten Adler mit goldenen Kleestängeln und von Silber und Schwarz geviertem Brustschild; hinten in Silber ein golden gekrönter und bewehrter, rot gezungter schwarzer Adler mit goldener Halskrone, Kleestängeln und den goldenen Großbuchstaben E und S auf der Brust; unten in Blau über silberner Zinnenmauer wachsend ein doppelschwänziger, golden gekrönter, rot gezungter goldener Löwe. Hierbei handelt es sich um das kleine Stadtwappen). Werden die drei Teile des Wappens auf separaten Schildern dargestellt, über denen der zollerische Brackenkopf mit schwarz-silbernen Helmdecken zu sehen ist, dann handelt es sich um das große Stadtwappen. Die Stadtflagge ist Weiß-Rot. Der Löwe im unteren Teil des Wappens steht für die Erlanger Altstadt. Dabei handelt es sich um den luxemburgischen Löwen, der seit 1397 in den Stadtsiegeln nachweisbar ist. In der oberen Hälfte stehen der brandenburgische und der preußische Adler, welche die Neustadt Erlangens symbolisieren. Sie schmückten das Neustädter Wappen seit 1707. Die Buchstaben E und S stehen für Elisabeth Sophie, die Gattin des Markgrafen Christian Ernst. LogoSeit 1977 verwendet die Stadt Erlangen als Erkennungszeichen neben dem Stadtwappen ein 1976 von dem Münchner Designer Walter Tafelmaier entworfenes Signet mit dem Schriftzug „Stadt Erlangen. Auf quadratischem Grundriss sind in fünf vertikalen und horizontalen Reihen 24 Einzelquadrate so angeordnet, dass in der Mitte der rechten Seite ein freier Platz ausgespart bleibt. Das Logo symbolisiert den Grundriss der barocken Planstadt. Das fehlende Quadrat steht für Offenheit. StädtepartnerschaftenErlangen unterhält Städtepartnerschaften mit folgenden Städten:
Daneben bestehen weitere Partnerschaften:
Patenschaft
Die Heimatstuben der beiden Gebiete befinden sich im „Stutterheim-Palais” am Marktplatz. WirtschaftDie Wirtschaft vor Gründung der Hugenottenstadt 1686Bis zur Gründung der Neustadt im Jahre 1686 durch Markgraf Christian Ernst bestand die Wirtschaft in Erlangen praktisch ausschließlich aus der Landwirtschaft. Die Flussauen von Regnitz und Schwabach boten gute Standorte für Äcker und Wiesen, die über Wasserschöpfräder bewässert wurden. Die Flüsse selbst boten Gelegenheit zum Fischfang. Der Wald östlich der Regnitz einschließlich der dort liegenden Steinbrüche bildete über Jahrhunderte eine wesentliche Lebensgrundlage für die frühen Erlanger Bürger. Der Burgberg begünstigte durch sein Klima den Anbau von Obst und Wein. Auf Zeidelweiden wurde eine Waldbienenwirtschaft betrieben. Neben der Landwirtschaft existierte ein für den lokalen Bedarf produzierendes Kleingewerbe. So boten im Jahre 1619 ein Bader, ein Büttner, ein Glaser, ein Schlosser, ein Schmid, ein Schreiner, ein Wagner, ein Ziegler, zwei Metzger, zwei Müller, zwei Schuster, drei Zimmerleute, fünf Bäcker, fünf Schneider, fünf Steinmetzen, acht Tuchmacher sowie mehrere Wirte und Braumeister in Erlangen ihre Dienste an. Die immer wieder auftretenden kriegerischen Ereignisse erwiesen sich für die wirtschaftliche Entwicklung als verheerend. So wurde Erlangen im Dreißigjährigen Krieg vollständig zerstört, die Bevölkerung ausgelöscht oder vertrieben. Die Entwicklung der Gewerbe 1686 bis 1812Nach den desaströsen Folgen des Dreißigjährigen Krieg bemühte sich Markgraf Christian Ernst, die völlig am Boden liegende Wirtschaft wieder zu beleben. Er ließ dazu wohlhabende oder wirtschaftliche tüchtige Hugenotten anwerben und in der 1686 neu gegründeten Hugenottenstadt (Neustadt) ansiedeln. Durch diese aktive Wirtschaftspolitik wurde zunächst das Gewerbe der Strumpfwirker etabliert, ein technisch hochstehender Wirtschaftszweig, der in Deutschland nahezu unbekannt war. Daneben entwickelten sich die Hutfabrikation, die Handschuhfertigung sowie die Weißgerberei zu wichtigen Gewerbezweigen. Anfänglich fast ausschließlich in französischer Hand, wurden diese Gewerbe durch die deutsche Zuwanderung zunehmend deutsch. So befanden sich 1775 unter den insgesamt 277 Strumpfwirkermeistern nur noch 19 mit französischer Herkunft. Nur die Handschuhmacherei und die Weißgerberei blieben bis 1811 französische Monopole. Mit der deutschen Zuwanderung gelangten weitere Gewerbezweige nach Erlangen, so der Kattundruck, der auch überregionale Bedeutung gewann und Ende des 18. Jahrhunderts zu den größten Betrieben Erlangen zählte. Aufgrund der exportorientierten Wirtschaft der Hugenottenstadt galt Erlangen als „Fabrikstadt”, ein Typ, der in Franken nur noch durch Fürth und Schwabach vertreten war. Die Industrialisierung 1812–1945Die Neuordnung Mitteleuropas nach den napoleonischen Kriegen sowie die anschließende protektionistische Zollpolitik führten zum Verlust der traditionellen Absatzmärkte und damit zum Niedergang der Erlanger Gewerbe. Im Jahre 1887 war das Strumpfwirken praktisch erloschen. Ebenso verschwanden die Kattunfabriken und Hutmanufakturen. Nur Weißgerber und Handschuhmacher konnten sich noch bis in das 20. Jahrhundert halten. In der Mitte des 19. Jahrhunderts konnte sich die Erlanger Wirtschaft auf niedrigem Niveau langsam konsolidieren. Neben der Landwirtschaft, den restlichen Gewerbebetrieben sowie dem lokalen Handwerk trat zunehmend die Industrie als vierter Wirtschaftszweig in Erscheinung. Produziert wurde vor allem Bier. Die Keller im Burgberg waren für die Reifung und Lagerung der Biere hervorragend geeignet, so dass ein qualitativ hochwertiges Produkt entstand, das weltweit gefragt war. Ende 1860 exportierte Erlangen dreimal so viel Bier wie München. Die Erfindung der Kühlmaschine zu Beginn der 1880er-Jahre brachte diesem Höhenflug ein jähes Ende. Heute existieren nur noch zwei Brauereien in Erlangen. Neben der Produktion von Bier erlangte die Fertigung von Kämmen eine große Bedeutung. Mit Hilfe der ersten Erlanger Dampfmaschine wurden durch den Unternehmer Johann Georg Bücking im Jahre 1845 ca. 1,2 Millionen Kämme produziert. Damit beherrschte das Familienunternehmen den gesamten deutschen, europäischen sowie nordamerikanischen Markt. Ebenso international tätig war Emil Kränzlein mit seiner Bürstenfabrik, die vor dem Ersten Weltkrieg mehr als 400 Mitarbeiter beschäftigte und ihre Produkte weltweit vertrieb. Die Gründung der Baumwollspinnerei AG im Jahre 1880 eröffnete einen neuen Wirtschaftszweig in Erlangen. Durch mehrere Fusionen entstand 1927 die Baumwollindustrie Erlangen-Bamberg (ERBA), die vor dem Zweiten Weltkrieg über 5000 Mitarbeiter beschäftigte. Ein weiterer, für die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung Erlangens wesentlicher Betrieb war die Werkstatt des Universitätsmechanikers Erwin Moritz Reiniger, in der er ab 1876 optische und feinmechanische Geräte herstellte. 1886 wurde daraus die Firma Reiniger, Gebbert & Schall gegründet, die bereits erfolgreich mit der Medizinischen Fakultät der Universität kooperierte. Nach der Entwicklung des Röntgengerätes 1895 durch Wilhelm Röntgen in Würzburg nahm Reiniger sofort Kontakt auf und vereinbarte die Herstellung von Röntgengeräten in seinem Erlanger Werk. 1925 erwarb die Siemens & Halske AG die Firma und gliederte ihre eigene Abteilung für Medizinische Technik ein. Vor dem Zweiten Weltkrieg arbeiteten bereits mehr als 2000 Mitarbeiter in den Erlanger Siemens-Reiniger Werken. Aus diesen Werken entstand der heutige Geschäftsbereich Medizintechnik der Siemens AG. Ebenfalls globale Bedeutung erreichte ab 1908 die Bleistiftspitzer-Industrie, die zeitweise 80 % des Weltmarktes bediente. Die Entwicklung zur Siemens-Stadt ab 1945Das Ende des Zweiten Weltkrieges hatte für die Erlanger Wirtschaft weitreichende Konsequenzen: Die beiden in Berlin ansässigen Siemens-Unternehmen Siemens & Halske (S&H) und Siemens-Schuckertwerke (SSW) hatten bereits vor dem absehbaren Zusammenbruch Maßnahmen für einen Neuanfang getroffen. Spezielle Teams (sogenannte Gruppenleitungen) sollten den Umzug nach München (S&H) und Hof (SSW) vorbereiten. Aufgrund der Nähe zur sowjetischen Zone suchte die Hofer Gruppe um Günther Scharowsky jedoch bald einen neuen Einsatzort, der nach etlichen Sondierungen im unzerstörten Erlangen gefunden wurde. Dabei spielte die Tatsache, dass mit den Siemens-Reiniger-Werken bereits ein Siemens-Standort in Erlangen existierte, eine wesentliche Rolle. Gestartet wurde am 25. Juni 1945 mit einem Voraus-Team von zwei Mann. Anfang 1946 waren es bereits 200 SSW-Mitarbeiter, die aufgrund der Raumnot auf 15 Standorte verteilt waren. Um Abhilfe zu schaffen, wurde 1948–1953 auf der damals größten Baustelle Süddeutschlands das neue Siemens-Verwaltungsgebäude errichtet (wegen seiner Farbe im Volksmund „Himbeerpalast” genannt). Für die Mitarbeiter wurden südlich davon große Wohnparksiedlungen gebaut. In den folgenden Jahren entstanden weitere Bürobauten: Das Bindelhaus (1956–1958), das Hochaus (1959–1962) sowie das Siemens-Forschungszentrum (1959–1968). In keiner anderen bayrischen Stadt wurde nach dem Zweiten Weltkrieg so viel und so lange gebaut wie in Erlangen. 1956 beschäftigte SSW über 6000 Mitarbeiter, 1966 bereits über 10.000. Die Zusammenführung der drei Siemens-Firmen SSW, SRW und S&H zur Siemens AG im Jahre 1966 bedingte einen erneuten wirtschaftlichen Schub. Allein in dem Zeitraum von 1985 bis 1995 investierte der Konzern eine Milliarde DM in den Standort Erlangen. Die Mitarbeiterzahl erreichte 1986 mit 31.000 den bisherigen Höchststand. Aufgrund von Verlagerungen nach Nürnberg-Morrenbrunn und Forchheim liegt er heute bei ca. 25.000. Neben dem Geschäftsbereich Siemens Medical Solutions (Medizintechnik) sind die Bereiche Transportation Systems (Verkehrstechnik), Power Generation (Energieerzeugung), Power Transmission and Distribution (Energieübertragung und -verteilung), Fertigungsstätten des Bereiches Automation and Drives (Automatisierungs- und Antriebstechnik) sowie zahlreiche Stabsabteilungen in Erlangen beheimatet. Nach dem Abzug der amerikanischen Truppen wurde auf dem freiwerdenden Gelände der neue Stadtteil Röthelheimpark errichtet, in dem die Siemens-Medizintechnik weitere Fertigungsstätten und Bürogebäude errichtete. Weiterhin sind zahlreiche Siemens-Töchter und Siemens-Beteiligungen in Erlangen angesiedelt, u. a. die Europazentrale der Areva NP (ehemals Framatome), eines französischen Konzerns, in dem die Siemens AG durch die Eingliederung der Sparte Nukleartechnik eine Beteiligung hält. Nicht zuletzt durch den Einfluss von Siemens gehört Erlangen zu den deutschen Großstädten mit dem höchsten Pro-Kopf-Einkommen und ist die Großstadt mit der bundesweit niedrigsten Sozialhilfequote. Schwerpunkte der aktuellen WirtschaftspolitikFörderung von Existenzgründungen und innovativer TechnologienDie Förderung von Fortschritt und Innovation sowie die Schaffung eines investionsfreundlichen Umfeldes haben in Erlangen eine lange Tradition. So wurde bereits 1985/86 zusammen mit den Städten Fürth und Nürnberg das Innovations- und Gründerzentrum Nürnberg-Fürth-Erlangen GmbH (IGZ) in Tennenlohe gegründet. Dieses wurde 2003 durch das Innovationszentrum Medizintechnik und Pharma (IZMP) ergänzt, welches insbesondere Existensgründer und innovative Firmen aus den Gebieten Medizintechnik, Pharmaforschung sowie Bio- und Gentechnologie unterstützt. Bereits im März 2006 wurde der Grundstein für eine erste Erweiterung des IZMP gelegt. Darüber hinaus wurde die Erlangen AG als Zusammenschluss von Wissenschaft und Wirtschaft mit dem Ziel gegründet, systematisch und konsequent neue Wissensressourcen zu erschließen, Wege in neue Märkte aufzuzeigen und die positiven Differenzierungsmerkmale des Standortes international zu vermarkten. Als Ergebnis der langjährigen Bemühungen zur Förderung neuer, innovativer Technologien wurde Erlangen im Jahre 1998 als erste bayrische Großstadt mit dem Titel Wirtschaftfreundlichste Gemeinde von der bayrischen Staatsregierung ausgezeichnet. Medizin und MedizintechnikMit seinen 22 Universitätskliniken, dem Klinikum am Europakanal sowie dem Waldkrankenhaus St. Marien besitzt Erlangen weltweit die höchste Dichte an Krankenhäusern. Zusammen mit der Friedrich-Alexander-Universität, dem Siemens-Geschäftsbereich Medical Solutions sowie über 100 mittelständischen Firmen wurde ein einmaliges Kompetenzzentrum für Medizin, Medizintechnik und Pharma gebildet. Beinahe jeder vierte Arbeitnehmer verdient heute sein Brot in den Bereichen Medizintechnik und Gesundheit. Dieser Standortvorteil soll zukünftig weiter ausgebaut werden. Die Stadt hat sich das Ziel gesetzt, Bundeshauptstadt der medizinischen Forschung, Produktion und Dienstleistung zu werden. Um auch die umliegendene Region in diese Anstrengungen mit einzubeziehen, wurde das MEDICALvalley gegründet. Infrastruktur und VerkehrStraßenverkehrDie Lage Erlangens an der Verbindungsstraße Nürnberg-Bamberg hat schon in frühen Zeiten die Entwicklung der Stadt positiv beeinflusst. Bereits 1653 wurde für die Reit- und Botenpost der Fürsten Thurn und Taxis eine Poststation eingerichtet. Die Gründung der Neustadt 1686 ließ den Verkehr kräftig ansteigen, so dass bereits 1708 mit der Pflasterung der städtischen Straßen begonnen wurde. Nach 1900 begann der motorisierte Verkehr in Erlangen seinen Siegeszug: Im Jahre 1905 wurden bereits acht Motorräder und zwei PKW registriert. 1912 wurde die erste Buslinie nach Nürnberg eröffnet. 1925 existierte pro 100 Einwohner ein Kfz, 1939 waren es bereits 20. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann die Massenmotorisierung, die das Stadtbild entscheidend veränderte: Der Ludwigskanal wurde zugeschüttet und an seiner Stelle der Frankenschnellweg (A 73) gebaut. Die Nebenbahnen verschwanden, um Platz für den Ausbau des Straßennetzes zu schaffen. Der Trend zur autogerechten Stadt erreichte um 1970 seinen Höhepunkt. Durch die einsetzende Umweltbewegung wurde eine Wende erreicht und einige schon geplante Bauvorhaben wie die Überquerung des Regnitzgrundes durch den Kosbacher Damm nicht mehr ausgeführt. Statt dessen wurde der öffentliche Nahverkehr sowie der Fahrradverkehr ausgebaut und gefördert und die Innenstadt durch die Einrichtung einer Fußgängerzone vom Autoverkehr befreit. Nichtsdestotrotz gab es seitdem immer wieder Straßenbauprojekte, die zu teilweise erheblichen Diskussionen und Protesten geführt haben bzw noch führen. Dazu gehören u. a.:
Die Frage, ob diese zentrale Straße im neuen Stadtteil Röthelheimpark zwei- oder vierspurig ausgebaut werden sollte, wurde sehr kontrovers diskutiert. Gegner des vierspurigen Ausbaus argumentierte man, dass der Ausbau zu einem erheblichen Anstieg des Durchgangsverkehrs vor allem in Ost-West-Richtung führen würde. Durch einen Bürgerentscheid im Jahre 2004 wurde schließlich die Entscheidung für den vierspurigen Ausbau getroffen.
Die Einstellung der Sekundärbahn Erlangen-Gräfenberg führte dazu, dass der Osten Erlangens nur noch unzureichend durch öffentliche Nahverkehrsmittel erschlossen ist. Zudem wurde die Weiterführung des vierspurigen Ausbaus der Werner-von-Siemens-Straße durch das Zollhausviertel Richtung Osten durch Anwohnerproteste gestoppt. Heute ist die Straße für den Durchgangsverekhr gesperrt, nur Anwohner und Busse dürfen dort verkehren. Dies hat jedoch zur Folge, dass der Osten Erlangens auch auf der Straße schlecht zu erreichen ist. Während des Berufsverkehrs kommt es zu häufigen Staus entlang der Kurt-Schuhmacher-Straße sowie im Ortsbereich von Buckenhof. Um hier für die Anwohner eine Entlastung zu schaffen, plant das Bauamt Nürnberg eine Verbindung der Kurt-Schumacher-Straße und der Staatsstraße 2243 südlich von Buckenhof (Südumgehung). Diese Straße würde durch den Buckenhofer Forst führen, ein beliebtes Naherholungsgebiet der Erlanger. Zusätzliche Probleme ergeben sich aus der Tatsache, dass ein Vogelschutzgebiet und ein Wasserschutzgebiet durchquert werden müsste. Die Gegner der Südumgehung propagieren als Alternative den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs durch Realisierung der Stadt-Umland-Bahn. Heute liegt Erlangen verkehrsgünstig an zwei Bundesautobahnen und einer Bundesstraße:
Schienengebunder VerkehrMit der Eröffnung der Bahnlinie Nürnberg-Bamberg am 25. August 1844 kam die Eisenbahn nach Erlangen. Der Zugang zu dem überregionalen Eisenbahnverkehr führte zu einen Sprung in der Verkehrsentwicklung. Am 17. November 1886 wurde die Sekundärbahn Erlangen-Gräfenberg und am 16. April die Lokalbahn Erlangen-Bruck–Herzogenaurach eröffnet. Der Verkehr auf der Bahnlinie Nürnberg-Bamberg wuchs nach der Wiedervereinigung 1991 rasant an. Mit der Einrichtung der ICE-Linie München-Berlin erhielt Erlangen Zugang zum ICE-Netz und damit eine schnelle Verbindung in die beiden Metropolen. Mit der Eröffnung der geplanten Schnellfahrstrecke Nürnberg–Erfurt wird sich die Reisezeit nach Berlin weiter verringert. Folgende Relationen werden über Erlangen bedient:
Demgegenüber konnten die beiden Nebenbahnen im Wettbewerb mit dem Straßenverkehr nicht bestehen: Am 16. Februar 1963 fand die letzte Fahrt auf der Strecke nach Gräfenberg statt, 1968 wurde der Personenverkehr nach Herzogenaurach eingestellt, Güterverkehr findet nur noch nach Frauenaurach zum Großkraftwerk Franken II statt. Eine Wiederbelebung des schienengebundenen Nahverkehrs wurde zunächst 1977 durch den Vorschlag der Siemens AG diskutiert, über eine ca. 7,5 km lange H-Bahn-Strecke die wichtigsten Siemens-Standorte mit dem Bahnhof zu verbinden. Die H-Bahn, eine der Wuppertaler Schwebebahn ähnliche Konstruktion, fuhr bereits seit 1976 erfolgreich auf einer Versuchsanlage auf dem Siemens-Forschungsgelände in Erlangen. Die Strecke sollte vom Erlanger Gerätewerk über Büchenbach-Nord zum Großparkplatz und von dort durch einen Tunnel bis zur Schuhstraße und anschließend oberirdisch bis zur Siemens-Hauptverwaltung führen. Die von der Stadtverwaltung zusätzlich gewünschten Strecken hätten aufgrund der engen Platzverhältnisse den Abbruch ganzer Häuserzeilen notwendig gemacht. Im November 1978 entschied sich der Stadtrat mit knapper Mehrheit gegen die Durchführung des Projektes. Die Idee, das Umland Erlangens durch ein schienengebundenes Verkehrssystem besser anzubinden, wurde jedoch nicht aufgegeben und führte Anfang der 1990er-Jahre zu dem von allen Fraktionen getragenen Konzept der Stadt-Umland-Bahn (StUB). Im Jahre 1995 erfolgte der Grundsatzbeschluss der Stadt Erlangen, der Stadt Forchheim sowie des Landkreises Erlangen-Höchstadt zum Bau und Betrieb des dazu vorgesehenen S-Bahn-Grundnetzes auf den Gleisen der Fernbahn. Das weitere Umland sollte über straßenbahnähnliche Verbindungen angeschlossen werden. Interessanterweise war auch die Anbindung von Herzogenaurach und Eckenthal/Gräfenberg wieder vorgesehen, die durch die Einstellung der beiden Lokalbahnen 20 Jahre früher verloren gegegangen war. 1997 erhielt das Projekt einen schweren Rückschlag, als es wegen finanzieller und bautechnischer Risiken nicht in die staatlichen Förderprogramme aufgenommen wurde. Eine Realisierung ist aufgrund der fehlenden Finanzmittel vorerst nicht in Sicht. Einzig die beschlossene S-Bahn-Verbindung soll bis 2010 fertiggestellt und eröffnet werden. SchiffsverkehrObwohl Erlangen an der Regnitz liegt, konnte sich dort aufgrund der zahlreichen, für die Mühlen eingerichteten Wehre sowie der Wasserschöpfräder kein Schiffsverkehr entwickeln. Erst die Eröffnnung des Ludwig-Donau-Main Kanals im Jahre 1843 brachte den Schiffsverkehr nach Erlangen. Nach anfänglichem Erfolg verlor der für kleine, von Pferden gezogene Schuten ausgelegte Kanal (Treidelverkehr mit seinen über 100 Schleusen bald Marktanteile an die aufkommende Eisenbahn und erzielte ab 1863 nur noch Verluste. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde der Betrieb eingestellt. Der Abschnitt zwischen Nürnberg und Erlangen wurde Anfang der 1960er-Jahre aufgefüllt und als Trasse für den Frankenschnellweg genutzt. Die Idee, Main und Donau mit einem Kanal zu verbinden und so eine Wasserstraße von der Nordsee bis in das Schwarze Meer su schaffen, wurde jedoch nicht fallengelassen. Bereits 1959 begannen die Arbeiten an dem neuen, wesentlich größerern und leistungsfähigeren Main-Donau-Kanal (Europakanal). Am 30. Oktober 1970 erreichte der Kanal Erlangen, 1992 wurde er in seiner vollen Länge eröffnet. Erlangen erhielt einen Hafen, in dem im Jahre 2000 ca. 450.000 Tonnen Güter umgeschlagen wurden. FlugverkehrEine internationale Flugverkehrsanbindung besteht über den Flughafen Nürnberg. Öffentlicher NahverkehrDen ÖPNV versorgen mehrere Stadt- und Überlandbuslinien der Erlanger Stadtwerke (ESTW) und des Omnibusverkehr Franken (OVF) sowie deren Subunternehmen, die alle in den Verkehrsverbund Großraum Nürnberg integriert sind. Die Buslinien führen fast alle durch das Stadtzentrum. Zentrale Knotenpunkte sind der Hugenottenplatz mit dem ca. 100 Meter entfernten Bahnhofplatz sowie die Haltestelle Hauptpost. Pläne für eine als Stadt-Umland-Bahn bezeichnete Stadtbahn nach Nürnberg-Thon, Neunkirchen am Brand sowie Herzogenaurach wurden Anfang der 1990er-Jahre aufgestellt aber 1997 von der Regierung von Mittelfranken aufgrund finanzieller Bedenken abgelehnt. Erlanger Stadtwerke und kommunale BetriebeDie Erlanger Stadtwerke haben ihren Ursprung in der 1858 gegründeten „Erlanger Gasgesellschaft AG”, welche mit einem eigenen Gaswerk die Gasversorgung der Stadt sicherstellte. 1915 wurde der Betrieb umbenannt in „Städtische technische Werke Erlangen”. Im Jahre 1939 wurde daraus ein Eigenbetrieb der Stadt Erlangen unter der Firmenbezeichnung „Stadtwerke Erlangen”, 1967 eine Eigengesellschaft unter dem Namen „Erlanger Stadtwerke AG”. Alleiniger Anteilseigner der Gesellschaft ist die Stadt Erlangen. Die Stadtwerke versorgen Erlangen mit Elektrizität, Wärme, Erdgas und Wasser, betreiben das Hallenbad Frankenhof, errichten und betreuen die Straßenbeleuchtungs- und Verkehrssignalanlagen und sind zuständig für die Umsetzung des Stadtverkehrs in Erlangen. Neben den Stadtwerken betreibt die Stadt Erlangen eine Reihe von kommunalen Betrieben zur Errichtung und Wartung von Infrastrukturobjekten. Dazu gehören u.a.
Bildung und KulturForschung
Theater
Museen
MedienAls Tageszeitung sind die „Erlanger Nachrichten” konkurrenzlos. Den überregionalen Mantel liefern die „Nürnberger Nachrichten”, deren Verlag „Verlag Nürnberger Presse Druckhaus Nürnberg” beide Zeitungen herausgibt. Der Erlanger Lokalteil wird zwar von einer eigenen Lokalredaktion in Erlangen betreut, aber seit 1999 vollständig in Nürnberg gedruckt. Mit der Monatszeitung „Was Lefft”, später kam der Untertitel „Worte statt Taten” hinzu, gab es seit Januar 1976 ein links ausgerichtetes Stadtmagazin, das lokalpolitische Themen und Fragen der Internationalen Politik behandelt. Anfang des neuen Jahrtausends beschloss der Trägerverein die Gründung der „raumzeit” als neue linke Monatszeitung für den Großraum Nürnberg-Fürth-Erlangen. Sie erscheint seit 2005 nur noch im Internet. Beim Trägerverein fand am 20. April 2005 eine Hausdurchsuchung wegen Verunglimpfung des Staates und seiner Symbole statt. Im Schaufenster hing ein Plakat, bei dem in der Fußzeile ein dem Wappen Baden-Württembergs ähnliches Symbol, das statt der drei Löwen drei Schweine zeigte. Das Verfahren wurde ergebnislos eingestellt. „Straßenkreuzer” ist eine Obdachlosenzeitschrift für den Großraum Nürnberg-Fürth-Erlangen, die im freien Straßenverkauf verbreitet wird. Daneben gibt es noch eine ganze Reihe von Zeitschriften, die sich meist an einen eingeschränkten Publikumskreis wenden. Je nachdem, wer hinter diesen Zeitschriften steht, kann Inhalt, Aufmachung, Erscheinungsintervall und Verbreitung sehr unterschiedlich sein. Das Spektrum reicht vom Amtsblatt der Stadt Erlangen über Stadtteilzeitungen bis zu Mitteilungsblättern der Kirchengemeinden. Beispiele für unterschiedliche Stadtteilzeitungen sind die professionell gestaltete „Altstadtzeitung” des Altstadtforum Erlangen und das aus gedruckten losen Blättern bestehende „Puzzle” aus Büchenbach. Mit „Radio Downtown” gab es ab dem 1. Februar 1987 einen eigenen Hörfunksender für Erlangen, der sich mit einem zunächst neunstündigen Programm, das später auf 16-Stunden ausgeweitet wurde, etablierte. Die Frequenz UKW 95,8 teilte sich Radio Downtown mit dem freien Radiosender Radio Z aus Nürnberg. Populär war „Radio Downtown” besonders wegen seines breiten Raumes für Bands aus Franken. Über die Regionalcharts konnten sich Bands und Musiker wie Fiddler's Green, Throw That Beat In The Garbagecan, Merlons, J.B.O., die Wellucken Allstars oder auch Kevin Coyne ein breiteres Publikum erschließen. Die Frequenz wurde schließlich am 3. Dezember 1995 von der NRJ Group für den Radiosender Energy Nürnberg übernommen. SportSchon länger bietet die SchwimmsportGemeinschaft Erlangen von 1981 (SSG 81 Erlangen) die Grundlage für sportliche Erfolge. Die Zwillingsbrüder Björn und Bengt Zikarsky holten 1996 bei den Olympischen Spielen Bronze. Die Nürnbergerin Hannah Stockbauer wurde 2004 dreifache Schwimmweltmeisterin. Auch der Nachwuchs holt immer wieder deutsche Jugendtitel. Die Sportschwimmhalle im Röthelheimbad wurde 2004 auf Betreiben des Oberbürgermeisters Siegfried Balleis auf den Namen „Hannah-Stockbauer-Halle” getauft. Allerdings fanden das nicht nur viele Bürger und Stadtratsmitglieder übertrieben, auch Stockbauer selbst konnte sich damit nicht recht anfreunden. Regelmäßige Veranstaltungen
Internationales Figurentheater-Festival, Internationaler Comic-Salon und Erlanger Poetenfest galten um das Jahr 2000 herum aus finanziellen Gründen als existenzbedroht. Zumindest die letzteren beiden Veranstaltungen haben sich – auch durch neue Sponsoring-Konzepte – ihrer städtischen Unterstützung jedoch inzwischen versichern können, zumal besonders der Internationale Comic-Salon für Rekordumsätze in Hotellerie und Gastronomie sorgt. UmweltschutzDer Umwelt- und Naturschutz genießt in Erlangen seit Beginn der Umweltbewegung in Deutschland Ende der 1960er Jahre einen hohen Stellenwert. Eine Reihe nationaler und internationaler Auszeichnungen belegen den Erfolg der Anstregungen. So wurde der Stadt 1988 der Titel „Partner des Europäischen Umweltjahres 1987/88” verliehen sowie 1990 und 1991 der Titel „Bundeshauptstadt für Natur- und Umweltschutz”. Das Jahr 2007 wurde von der Stadtverwaltung zum Umweltjahr unter dem Motto „natürlich ERLANGEN” ausgerufen. VerkehrBereits in den 70er Jahren wurde mit einer fahrradfreundlichen Verkehrspolitik der Grundstein für den hohen Anteil des Fahrrads am Gesamtverkehr gelegt. In der gesamten Bevölkerung ist das Fahrrad ein verbreitetes Verkehrsmittel. Radfahrende Anzugträger mit Aktentasche sind kein ungewöhnlicher Anblick. Früher stritten Erlangen und Münster regelmäßig um den Titel der fahrradfreundlichsten Stadt Deutschlands. Mit dem Einsatz von Erdgasbussen im öffentlichen Nahverkehr haben auch die Erlanger Stadtwerke einen Beitrag zur Reduzierung von CO2-Emmissionen und Feinstaub geleistet. Natur- und LandschaftsschutzAuf dem Gebiet der Stadt wurden zwei Gebiete als Naturschutzgebiete (NSG) erklärt und genießen damit gemäß Artikel 7 des Bayerischen Naturschutzgesetzes den höchsten Schutz für Pflanzen und Tiere. Dies sind:
In direkter Stadtnähe liegt zudem das mit 934 ha größte mittelfränkische Naturschutzgebiet, der Tennenloher Forst. Das schon seit Ende des 19. Jahrhunderts bis in die 1990er Jahre als Schieß- und Standortübungsplatz genutzte Gelände ist eines der letzten großflächigen Sandökosysteme Süddeutschlands. Im Jahre 2003 wurde hier ein 50 ha großes Freigehege für eine Herde von Urwildpferden (Przewalski-Pferde) eingerichtet. Als weitere Naturschutzgebiete sind in der Diskussion:
Neben den Naturschutzgebieten existieren in Erlangen 21 Landschaftsschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von 3538 ha. Im Unterschied zum Natuschutzgebiet steht bei diesen der Schutz der speziellen Landschaft und ihres Erholungswertes sowie die Erhaltung eines leistungsfähigen Naturhaushaltes in Fokus. Dazu gehören:
Die von Bebauung freigehaltenen Regnitzwiesen sorgen dafür, dass die Hochwasser, die häufig im Herbst und späten Winter auftreten, gefahrlos verlaufen können. Bedingt durch die weitläufigen Regnitzwiesen konnte sich eine große Storchenpopulation bilden. Die Horste in Bruck, Eltersdorf und Frauenaurach sind regelmäßig belegt. Seit einigen Jahren brütet ein Storchenpaar sogar in unmittelbarer Nähe zur Innenstadt auf dem Kamin der Brauerei Steinbach. In den Aurachwiesen im Südwesten von Erlangen wurde im Jahr 2004 ein historisches Wasserschöpfrad wieder in Betrieb genommen. Etwa 10 weitere Wasserschöpfräder befinden sich nördlich von Erlangen bei Möhrendorf. Diese seit dem 15. Jahrhundert fast unverändert und vollständig aus Holz erbauten Räder waren früher in sehr großer Zahl am gesamten Verlauf der Regnitz zwischen Fürth und Forchheim verbreitet. Die wuchtigen Holzkonstruktionen, die an Mühlräder erinnern, werden heutzutage von ehrenamtlichen Helfern zu Beginn der Sommersaison aufgestellt und am Ende der Saison abgebaut und eingelagert. Zum Teil werden sie heute zur Bewässerung von Feuchtbiotopen genutzt, die dem Erhalt der Nahrungsgrundlage für die zahlreichen in diesem Gebiet heimischen Weißstörche dienen. SehenswürdigkeitenHistorische Bauwerke
Kirchen
Denkmäler
Brunnen
Öffentliche Gärten
Wichtige Plätze
Wichtige Friedhöfe
Sonstige Sehenswürdigkeiten
Sonstiges Erwähnenswertes und MerkwürdigkeitenBundesweit bekannt wurde Erlangen durch das Lied „Wissenswertes über Erlangen” von Foyer des Arts (1981). In diesem Text von Max Goldt muss der Name „Erlangen” als Platzhalter für eine beliebige, spießige und mittelmäßige deutsche Stadt herhalten. Im Liedtext finden sich keine direkten Bezüge zu den realen Gegebenheiten in Erlangen – mit einer Ausnahme: Erlangen liegt tatsächlich nicht im Sauerland. Die Titelzeile wird von Journalisten oft als Schlagzeile für Artikel benutzt, die irgendetwas mit Erlangen zu tun haben. Das Erlanger Baby: Ein Vorfall am Universitätsklinikum im Jahre 1992 brachte Erlangen in die bundesweiten Schlagzeilen. Nach dem Verkehrsunfall einer 19jährigen Schwangeren wurde diese trotz ihres Hirntodes künstlich am Leben erhalten um den Fötus zu retten. Die Maßnahme blieb ohne Erfolg, der Fötus starb einige Tage später bei einem Spontanabort. Wegen der breiten öffentlichen Debatte über den Fall wählte die Gesellschaft für deutsche Sprache den Ausdruck Erlanger Baby zu einem der Wörter des Jahres 1992. Von Einheimischen gern zitiert wird eine Passage aus Karl Mays Roman „Durch das Land der Skipetaren”: Einem Orientalen, dem der Held Kara Ben Nemsi darin begegnet, fällt zu Deutschland als allererstes die Stadt „Elanka” (Erlangen) ein, in der angeblich selbst Säuglinge mit Bier gepäppelt würden. Tatsächlich genoss Erlangen – das einst fast 30 Brauereien beherbergte und, schon sehr früh an das deutsche Eisenbahnnetz angeschlossen, Bier wie Braustoffe fleißig exportierte – im 19. Jahrhundert einen internationalen Ruf als Stadt des Gerstensaftes. Noch heute zeugen hiervon amerikanische und schwedische Biersorten, die unter dem Namen „Erlanger” verkauft werden. Von den besagten 30 Brauereien sind allerdings heute nur noch zwei übrig: Steinbach und Kitzmann. Grund dafür war (neben den Wirtschaftskrisen der 20er Jahre) u. a., dass die Erlanger Brauer den ausstoßsteigernden Innovationsschub der modernen Kühltechnik verschliefen. Dieweil in München bereits elektrisch gekühlt wurde, verließen sie sich auf die bewährten Kellergewölbe ihres Burgbergs. Auffallend an Erlangen ist auch die hohe Zahl an studentischen Verbindungen. Es gibt 18 schlagende und nicht-schlagende, politische und unpolitische Vereinigungen männlicher Studenten. Der Name Erlangen entspringt der Zusammensetzung von Erlen (Baumart) und Anger (Wiesengrund). PersönlichkeitenEine ausführliche Liste der Ehrenbürger der Stadt Erlangen, von dem ersten Bürgermeister bis hin zu Aufsichtsratvorsitzenden der Siemens AG, siehe Liste der Ehrenbürger von Erlangen Söhne und Töchter der StadtPersonen, die in Erlangen geboren sind, unabhängig von ihrem späteren Wirkungskreis:
Weitere bekannte Personen mit Bezug zu ErlangenEine ganze Reihe bekannter Personen hat zumindest eine Zeit lang in mehr oder weniger wichtiger Funktion in Erlangen gelebt. Viele davon kamen zum Studium oder zur Lehre.
Siehe auch
Literatur
QuellenTexte und Bilder stammen ganz oder teilweise aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht somit ganz oder teilweise unter der GNU Lizenz. Eine Liste der Autoren und Fotografen, sowie den Originaltext finden Sie hier. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
