Erpel in Rheinland-Pfalz


Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Neuwied
Verbandsgemeinde: Unkel
Koordinaten: 50° 35′ N, 7° 14′ O
Höhe: 56 m ü. NN
Fläche: 9,21 km²
Einwohner: 2610
Bevölkerungsdichte: 283 Einwohner je km²
Postleitzahl: 53579
Vorwahl: 02644
Kfz-Kennzeichen: NR
Gemeindeschlüssel: 07 1 38 019
Adresse der
Verbandsverwaltung:
Linzer Straße 4
53572 Unkel
Ortsbürgermeister: Edgar Neustein (CDU)

Erpel ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Neuwied im Norden von Rheinland-Pfalz.

Geografie

Geografische Lage

Der Ort liegt im Rheintal (Mittelrhein) am Rande des Naturparks Rhein-Westerwald. Die Gemeinde gehört der Verbandsgemeinde Unkel an, die ihren Verwaltungssitz in der Stadt Unkel hat.

Nachbargemeinden

Im Norden grenzt Unkel an die Ortsgemeinde, Bruchhausen im Nordosten sowie Kasbach-Ohlenberg und Linz im Süden. In der Mitte des Rheines verläuft die Grenze zu Remagen.

Geschichte

In Erpel gab es ab dem 14. Jahrhundert eine verstärkte städtische Entwicklung und ab dem Jahr 1420 erhielt die Alte Herrlichkeit Marktrechte, jedoch keine Stadtrechte. Der Wein wurde zum wichtigsten Handelsartikel. Der Weinbau hatte bis ins 20. Jahrhundert eine große Bedeutung für Erpel.

Die Ludendorff-Brücke über den Rhein nach Remagen wurde von 1916 bis 1918 erbaut, um mehr Truppen und Kriegsmaterial an die Westfront bringen zu können. Den Namen erhielt die Brücke im Jahr 1918. Kaiser Wilhelm II. gab der Rheinbrücke den Namen Ludendorff-Brücke aus Dankbarkeit gegenüber dem ersten Quartiermeister-General der Infanterie, Erich von Ludendorff.

1945: Die Eroberung der Ludendorff-Brücke, auch bekannt als Brücke von Remagen (Eisenbahn- und Fußgängerbrücke zwischen Remagen und Erpel), durch amerikanische Truppen am 7. März stellt ein wichtiges Ereignis des Zweiten Weltkriegs dar.

Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):

  • 1815 – 871
  • 1835 – 1.144
  • 1871 – 1.175
  • 1905 – 1.168
  • 1939 – 1.447
  • 1950 – 1.519
  • 1961 – 1.840
  • 1965 – 2.011
  • 1970 – 2.089
  • 1975 – 2.225
  • 1980 – 2.207
  • 1985 – 2.272
  • 1987 – 2.231
  • 1990 – 2.272
  • 1995 – 2.376
  • 2000 – 2.522
  • 2005 – 2.620
Datenquelle: Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Erpel besteht aus 20 gewählten Mitgliedern und dem in den meisten Punkten stimmberechtigten nebenamtlichen Bürgermeister als Vorsitzenden.

Sitzverteilung im gewählten Gemeinderat:

CDU SPD FWG Gesamt
2004 12 4 4 20 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 13. Juni 2004)

Sehenswürdigkeiten

Erpels mittelalterliches Ortsbild mit Resten der rechteckigen Ummauerung aus dem Jahre 1420, die Lage am Rhein und am Südfuß des Siebengebirges (Aussichtspunkt Erpeler Ley mit eindrucksvollen Basaltformationen) machen neben den zwei erhaltenen Stadttoren (Rheintor und Neutor) und dem renovierten Rathaus sein touristisches Potenzial aus.

Das barocke Rathaus mit Mansarddach und kleinem Dachreiter wurde 1780 an der Stelle eines kleineren Bürger- und Gerichtshauses aus dem Jahr 1624 von dem Maurermeister und Architekten Franz Ignaz Freeg gebaut. Von 1803 bis 1966 war es im Besitz des Kirchspiels Erpel (umfasste Bruchhausen, Niederkasbach, Heister, Orsberg und Erpel), von 1816 bis 1822 war es Residenz des Landrats des Kreises Linz. Das Rathaus wurde in den Jahren 1930, 1976 und 1990 renoviert.

Das Neutor wurde um 1420 erbaut und war Teil einer als Ringmauer errichteten zweiten Befestigung nach Erweiterung des Ortskerns nach Norden. Das Linzer Tor im Süden und das Schleidentor östlich vom Marktplatz sind nicht erhalten, das Rheintor aus dem frühen 13. Jahrhundert wurde um 1589 mit dem Fronhof überbaut. Südlich am Rhein sind noch Reste eines Rundturms erhalten.

Die um 1230 erbaute Kirche St. Severinus vereint frühromanische und frühgotische Bauabschnitte in sich, der Turm stammt von einer älteren einschiffigen Kirche, vermutlich aus dem 10. Jahrhundert. Der Turm enthält auch die große Osannaglocke aus dem Jahr 1388. Die Kirchenfenster im Chor wurden im 15. Jahrhundert vergrößert, weitere Umbauten erfolgten im 18. Jahrhundert. Nach einer Legende nahm das ältere Gotteshaus die Gebeine der Heiligen drei Könige auf, als der Erzbischof Rainald von Dassel sie 1164 von Mailand nach Köln brachte. Daran erinnern die drei Kronen im oberen Feld des Ortswappens.

Wirtschaft und Infrastruktur

Brauerei, Handwerk, Handel und Dienstleistungen. Der Massentourismus ist weitgehend an Erpel vorbeigegangen.

Verkehr

Erpel ist Haltepunkt für die Regionalbahn 27 (Mönchengladbach–Köln–Koblenz) auf der rechten Rheinstrecke.

Die B 42 verläuft durch Erpel und verbindet es mit den Städten in Richtung Bonn (Unkel, Bad Honnef, Königswinter) und in Richtung Koblenz (darunter Bad Hönningen, Neuwied). Die Trasse wurde von August 2001 bis Juli 2002 höhergelegt, um die Anzahl der Sperrungen wegen Hochwassers zu verringern. Die Höherlegung war sehr umstritten, weil ein Teil der Stadtmauer zugebaut wurde.

Nach Remagen auf der anderen Rheinseite besteht tagsüber eine Fährverbindung.

Veranstaltungen

  • Karneval: Eröffnung der Karnevalssession durch die Erpeler Veedelsmöhnen am ersten Sonntag im November, mit einem Veedelsfrühschoppen im Bürgersaal Erpel.
  • Möhnensitzung jedes Jahr an Weiberfastnacht (Schwerdonnerstag) um 15.11 Uhr; Karnevalszug am Karnevalssonntag ab 15 Uhr.
  • Rhein in Flammen: am ersten Samstag im Mai. Großfeuerwerke und Schiffsrundfahrt von Linz am Rhein entlang Erpel, Unkel, Remagen, Rheinbreitbach, Rheininsel Nonnenwerth bei Bad Honnef, Bad Godesberg, Königswinter zur Bonner Rheinaue bei Bonn.
  • Kirmes: Jeweils am dritten Wochenende im Juni (von Freitag bis einschließlich Montag). Samstag Tag der Junggesellen mit Festumzug, Montag Festumzug/Bürgerfrühschoppen.
  • Weinfest: Jeweils am Wochenende mit dem dritten Sonntag im September (von Freitag bis einschließlich Montag). Mit Festumzug/Blumenkorso am Sonntag um 15 Uhr. Montags Besuch der Remagener Weinkönigin mit Gefolge.

Literatur

  • Martina Rohfleisch: Zwischen Rhein und Wingert. Lese-, Bilder- und Wanderbuch für Bruchhausen, Erpel, Rheinbreitbach und Unkel. edition Wolkenburg, Rheinbreitbach 2004, ISBN 3-934676-13-8.
  • Hans Vogts, überarb. von Paul-Georg Custodis: Erpel am Rhein. Zahlreiche Illustrationen, graphische Darstellungen. ISBN 3-88094-828-3
  • Ulrich Ritzerfeld: Rheinischer Städteatlas Lfg XIII. Nr 69. Erpel. Habelt, R, 1998, ISBN 3-79271-730-1



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Informationsportal über Erpel in Rheinland-Pfalz - 24.5.2012