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Eschwege liegt als Kreisstadt des Werra-Meißner-Kreises im Nordosten von Hessen (Deutschland). GeografieDie Mittelstadt liegt in einer recht weitläufigen Flussniederung der Werra nordwestlich des Schlierbachswaldes und östlich des Hohen Meißners. Die nächste hessische Großstadt ist Kassel (ca. 45 km nordwestlich); in Niedersachsen ist dies Göttingen (ca. 40 km nördlich), ca. 10 km östlich liegt die Kleinstadt Wanfried. Das thüringische Mühlhausen (ca. 28 km östlich) ist die nächste Mittelstadt in Richtung Osten. In Richtung Süden ist die nächste hessische Mittelstadt Bad Hersfeld. NachbargemeindenEschwege grenzt im Norden an die Stadt Bad Sooden-Allendorf und die Gemeinde Meinhard, im Osten an die Stadt Wanfried (alle drei im Werra-Meißner-Kreis), im Südosten an die Stadt Treffurt (im thüringischen Wartburgkreis), im Süden an die Gemeinden Weißenborn und Wehretal, im Westen an die Gemeinde Meißner, sowie im Nordwesten an die Gemeinde Berkatal (alle vier im Werra-Meißner-Kreis). StadtgliederungNeben der Kernstadt Eschwege besteht die Stadt aus den Stadtteilen Albungen, Eltmannshausen, Niddawitzhausen, Niederdünzebach, Niederhone, Oberdünzebach und Oberhone. GeschichteSeine erste Erwähnung findet eskinivvach im Jahre 974. Dieser Name entstammt einer alten germanischen Sprache und bedeutet soviel wie die Siedlung bei den Eschen am Wasser. Sprachgeschichtlich lässt sich die Entstehung des Ortes somit auf eine Zeit vor der Eroberung durch die Franken datieren. Das war nach dem Jahr 500, spätestens um 700. Wohl noch in merowingischer Zeit entstand hier ein fränkischer Königshof, der als Grenzbefestigung über die Werrafurt nach Thüringen wachte und noch im 10. und 11. Jahrhundert bestand. Auf diese Zeit deutet noch der heilige Dionys hin, der bevorzugte Heilige der Merowinger, dem die Altstädterkirche geweiht ist. Die erste schriftliche Erwähnung findet sich in einer Urkunde von Kaiser Otto II., der darin den Königshof und die Siedlung seiner Frau Theophano als Erbe hinterlässt. Ihre Tochter Sophie gründete um 1000 auf dem Cyriakusberg ein Kanonissenstift, das dem heiligen Cyriakus geweiht wurde. Die Marktrechte erhielt der Ort um 1188, und die Stadtrechte folgten vor dem Jahr 1249. Aus dieser Zeit stammen auch die Grundlagen der bis in die Neuzeit florierenden Tuch- und Ledererzeugung. Ab 1264 gehörte Eschwege unter Heinrich I. von Hessen kurzzeitig zu Hessen. Im Jahre 1385 zog Landgraf Balthasar von Thüringen in die Stadt ein und baute 1386 eine Burg. Im Jahre 1433 fiel die Stadt wieder an die Landgrafschaft Hessen. Die Landgrafen Philipp I., Wilhelm IV. und Moritz bauten die Burg zu einem Schloss aus. Von 1627 bis 1632 war dies der Alterssitz des abgedankten Landgrafen Moritz und von 1731 bis 1755 Residenz des Landgrafen Christian von Hessen-Wanfried-(Rheinfels), einer Nebenlinie im sog. Rotenburger Quart des Hauses Hessen-Kassel). Im Dreißigjährigen Krieg wurde Eschwege an Ostern 1637 durch kaiserliche Kroaten unter General Johann von Götz geplündert und weitgehend von den gelegten Bränden verwüstet. Die Stadt erhielt im Jahre 1875 einen Bahnanschluss, als die Strecke von Bebra nach Eschwege gebaut wurde. Der Bahnhof Niederhone (ab 1938 Eschwege-West) war Kreuzungspunkt der Kanonenbahn mit der Bebraer Bahn. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 gehörte Eschwege zur Amerikanischen Besatzungszone. Die amerikanische Militärverwaltung richtete 1946 ein DP-Lager ein zur Unterbringung jüdischer so genannter Displaced Persons (DP). Das Lager, das zeitweise bis zu 3300 Menschen beherbergte, wurde im April 1949 aufgelöst. Eingemeindungen1936 wurde Niederhone eingemeindet, im Rahmen der Gebietsreform 1973 wurden die sechs anderen oben genannten Gemeinden in die Stadt eingemeindet. Einwohnerentwicklung(jeweils zum 31. Dezember)
Religionen und KonfessionenJüdische GemeindeBereits im Mittelalter lebten Juden in der Stadt (erster Nachweis 1301). Bei der Verfolgung in der Pestzeit 1348/49 wurde die jüdische Gemeinde vernichtet. 1457 wird eine "Judengasse" genannt. 1507 ist vom "vicus iudaicus" die Rede. Die Judengasse befand sich im Stadtzentrum zwischen "Kohlenmarkt" und "Neuer Steinweg". 1580 werden 30 jüdische Einwohner in der Stadt genannt. Bis Mitte des 18. Jahrhunderts nahm die Zahl auf 171 jüdische Einwohner zu (4,9 % der Gesamtbevölkerung). Die jüdischen Familien lebten zunächst fast ausschließlich vom Vieh- und Warenhandel (Textilien). Im 19. Jahrhundert entstanden zahlreiche jüdische Handels-, Gewerbe- und Industriebetriebe, die eine überaus große Bedeutung für das Wirtschaftsleben der Stadt hatten. Auch im öffentlichen Leben zeigte sich eine rege Beteiligung der jüdischen Einwohner. Die Gemeinde gehörte zum Rabbinatsbezirk Niederhessen (Kassel), hatte jedoch ein eigenes Kreisrabbinat. Die höchste Zahl jüdischer Einwohner wurde 1885 mit 549 Personen erreicht. Eine Synagoge wurde 1838 eingeweiht. Ihre Inneneinrichtung wurde beim Novemberpogrom 1938 völlig zerstört (seit 1954 ist in der ehemaligen Synagoge die neuapostolische Kirche von Eschwege). Nach 1933 ist ein Teil der jüdischen Gemeindeglieder (1933: 421 Personen) auf Grund der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert, ein größerer Teil von ihnen in die USA (80 Personen). 1941–42 wurden die letzten etwa 100 jüdischen Einwohner in die Vernichtungslager deportiert. Nach 1945 bestand für einige Jahre ein Lager für jüdische KZ-Überlebende in der Stadt (DP-Lager unter Aufsicht der UNRRA), doch sind fast alle Lagerinsassen nach Gründung des Staates Israel dorthin ausgewandert. Die wieder in Eschwege lebenden jüdischen Bewohner waren jedoch zu wenige, um auf Dauer wieder eine Gemeinde bilden zu können. PolitikStadtverordnetenversammlungDie Stadtverordnetenversammlung Eschwege zählt 37 Stadtverordnete. Die Sitzverteilung stellt sich seit der letzten Kommunalwahl am 26. März 2006 wie folgt dar:
Der Magistrat der Kreisstadt Eschwege besteht aus 2 hauptamtlichen Mitgliedern (Bürgermeister Jürgen Zick (SPD) und Stadtkämmerer Thomas Große) und 7 ehrenamtlichen Stadträten. Davon entfallen 3 Stadträte auf die SPD, 2 auf die CDU und je 1 auf FDP und FWG.Sozialdemokraten und FDP arbeiten in der Stadtverordnetenversammlung zusammen. BürgermeisterDerzeitiger Bürgermeister ist Jürgen Zick (SPD), er wurde am 15. Juni 2003 mit 60,6 % der Stimmen für weitere sechs Jahre wiedergewählt und setzte sich damit gegen zwei Gegenkandidaten durch. WappenBlasonierung: Das Wappen der Kreisstadt Eschwege zeigt eine silberne Burg mit zwei spitzbedachten Türmen auf rotem Grund. Zwischen beiden Türmen schwebt ein grüner Eschenzweig mit drei gefiederten Blättern. Zur Verwendung hat die Kreisstadt Eschwege eine Satzung zum Schutz des Stadtwappens erlassen. Städtepartnerschaften
Patenschaften bestehen zum Tender "Werra" der Bundesmarine, der BP 26 "Eschwege" der Bundespolizei See und der Lufthansa-Maschine D-ACPH "Eschwege" Kultur und SehenswürdigkeitenMuseen
BauwerkeEschwege hat noch einen mittelalterlicher Stadtkern mit geschlossener Fachwerkbebauung. Daneben gibt es folgende sehenswerte Bauten.
Parks
SportAuf dem Werratalsee liegt eine in Hessen einzigartige Regattastrecke mit 6 Bahnen und 1500m Länge (es gibt Bestrebungen den See auf 2000 Meter zu verlängern). Seit einigen Jahren werden hier die Hessischen Rudermeisterschaften aus ausgetragen. Weiterhin feindete hier jährlich eine Frühjahrs- und Herbstregatta statt. Die Regatta wird vom Wasserski- und Segelclub WSSC 1969 Eschwege e.V. organisiert. Eine weitere Sportveranstaltung, der Triathlon WerraMan, wird seit 2004 durch die Stadt organisiert. Alle Wassersportveranstalltungen (u. a. der WerraMan) werden von der DLRG Ortsgruppe Eschwege-Wanfried e. V. unterstützt. Auf der Reitanlage in unmittelbarer Nähe des Werratalsees werden jährlich die Nordhessischen und schon mehrfach die Hessischen Meisterschaften im Springreiten und Dressureiten ausgetragen. Der Eschweger TSV ist der größte Sportverein im Kreisgebiet, er besteht aus neun Abteilungen, u.a. werden Handball, Tischtennis, Turnen, Schwimmen und Leichtathletik angeboten. Seit 2005 besteht auch eine Radsportabteilung. Regelmäßige Veranstaltungen
Wirtschaft und InfrastrukturVerkehrDurch die Stadt führen die Bundesstraßen B 27, B 249 und B 452. Die Stadt liegt an der RegionalBahn-Linie R7 Göttingen–Eschwege-West–Bebra–Bad Hersfeld (Siehe: Bahnstrecke Bebra–Göttingen) und gehört dem Nordhessischen Verkehrsverbund an. Die Autobahn A44 von Kassel nach Eisenach befindet sich derzeit im Bau. Ansässige UnternehmenIm Bereich des Maschinenbaus sind die Firmen Präwema Antriebstechnik GmbH (Werkzeugmaschinen), Hyco Pacoma GmbH (Hydraulikzylinder), die Thalheim Tachometerbau GmbH & Co. KG (Drehgeber) und die Georg Sahm GmbH & Co. KG (Spulmaschinen und Hochleistungswicklern für die Textilindustrie) tätig. Im bereich Haus- und Systemtechnik arbeitet die Firma Stiebel Eltron GmbH & Co.KG (Werk Eschwege) und die Friedola Gebr. Holzapfel GmbH stellt Freizeitartikel und Tisch-/Bodenbeläge her. Die Eschweger Klosterbrauerei GmbH ist eine alt eingesessene Firma, Sie braut in der Stadt seit Anfang des 19. Jahrhunderts. MedienIn Eschwege erscheint die Werra-Rundschau und der Marktspiegel. Das Lokalradio Rundfunk Meißner sendet seit 1997 von hier. Öffentliche EinrichtungenNeben den üblichen Einrichtungen einer Kreisstadt und den bereits im Kapitel "Kultur und Sehenswürdigkeiten" erwähnten Einrichtungen, gibt es die Stadtbibliothek und das Freizeitbad Espada BildungIn Eschwege gibt es die Gesamtschulen Anne-Frank-Schule und Brüder-Grimm-Schule. Weiterhin gibt es das Gymnasium Friedrich-Wilhelm-Schule (Jahrgangsstufen 5-10) und das Oberstufengymnasium. Bei den Grundschulen sind die Alexander-von-Humboldt-Schule, die Geschwister-Scholl-Schule und die Struthschule zu nennen. Eine Sonderschule (Lernhilfeschule) ist die Pestalozzischule. Berufsbildend sind die "Beruflichen Schulen des Werra-Meißner-Kreises" in Eschwege tätig. Eine Privatschule ist die Freie Waldorfschule. Weitere Aus- und Weiterbildungseinrichtungen ist das Bundespolizei - Aus- und Fortbildungszentrum Mitte, die Volkshochschule und die Familienbildungsstätte PersönlichkeitenSöhne und Töchter der Stadt
Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben
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