Falkensee in Brandenburg


Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Havelland
Koordinaten: 52° 34′ N, 13° 6′ O
Höhe: 32 m ü. NN
Fläche: 43,26 km²
Einwohner: 38.577
Bevölkerungsdichte: 892 Einwohner je km²
Postleitzahl: 14612
Vorwahl: 03322
Kfz-Kennzeichen: HVL (alt NAU)
Gemeindeschlüssel: 12 0 63 080
Stadtgliederung: 6 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Falkenhagener Str. 43/49
14612 Falkensee
Webpräsenz: www.stadt-falkensee.de
Bürgermeister: Jürgen Bigalke (SPD)

Falkensee ist eine Mittlere kreisangehörige Stadt im Osten des Landkreises Havelland in Brandenburg.

Geografie

Geografische Lage

Falkensee ist eine Stadt am nordwestlichen Rand Berlins, im sogenannten „Speckgürtel”. Der Name der Stadt wurde nach dem Zusammenschluss zweier Siedlungen aus deren Namen Falkenhagen und Seegefeld gebildet und hängt nicht mit dem im Ort befindlichen Falkenhagener See zusammen.

Die Bevölkerungsdichte ist, gerade im Vergleich zur angrenzenden Großstadt Berlin, nicht besonders hoch. Dies liegt hauptsächlich an den ausgedehnten Wäldern, die teilweise zu Falkensee gehören und zwischen Ortsteile ragen (z.B. Spandauer Forst), sowie der eher ländlichen Bebauung.

Stadtgliederung

  • Finkenkrug
  • Falkenhagen
  • Falkenhöh
  • Seegefeld
  • Falkenhain
  • Waldheim

Geschichte

Falkensee heißt seit 1923 der Zusammenschluss der Gemeinden Seegefeld (erstmals 1265 urkundlich erwähnt) und Falkenhagen (erstmals 1336 urkundlich erwähnt).

Der Ortsteil Falkenhagen wurde immer wieder von verheerenden Bränden heimgesucht. So brannte er am 12. April 1675 vollständig nieder, 1806 wurde der nördliche Teil durch Feuer zerstört und 1822 brannte Falkenhagen erneut bis auf wenige Gebäude vollständig ab. Somit liegt die auf Papier aufgezeichnete und früher oder später verbrannte Geschichte des Ortes teilweise im Dunkeln.

1898 kaufte die Deutsche Ansiedlungsbank den Großteil des zum Rittergut Seegefeld gehörenden Landes und förderte die Besiedlung desselben. So entstanden die heutigen Ortsteile Neu-Finkenkrug, Neu-Seegefeld und Waldheim. Im selben Jahr kam der Ortsteil Falkenhain und 1902 der Ortsteil Falkenhagener See hinzu. Um 1920 erlebte die Landgemeinde Falkensee ihren ersten großen Zuzug, viele Berliner zogen hinaus „ins Grüne”.

1943 wurde im Ostteil der Stadt am Ortsrand ein Häftlingslager als Außenlager des KZs Sachsenhausen errichtet. Während der Nazi-Diktatur wurden dort bis zu 2.500 zumeist ausländische Gefangene gefangen gehalten.

1945 hatte Falkensee 32.000 Einwohner, der höchste Stand bis dato und für die nächsten 55 Jahre, da zahlreiche ausgebombte Berliner sich in das Umland retteten. Am 7. Oktober 1961, nicht einmal zwei Monate nach dem Bau der Mauer, erhielt Falkensee das Stadtrecht als davor größte Landgemeinde Deutschlands.

Seit 1992 befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen Gefangenenlagers eine Gedenkstätte mit Mahnmalen und mahnenden Kunstwerken, die teilweise von Jugendlichen aus Falkensee und der israelischen Stadt Ma'alot (es besteht seit 1990 ein Jugendaustausch der beiden Städte) zusammen erstellt wurden. Nach der Wiedervereinigung erlebte Falkensee einen regen Zuwachs der Bevölkerung, vor allem durch Neubürger aus dem Westen Berlins, und verdoppelte in kurzer Zeit seine Einwohnerzahl. Der ehemalige Todesstreifen der DDR-Grenze wurde bepflanzt und bebaut, mittlerweile (2004) ist er nicht mehr überall zu erkennen. In Falkensee ist die Botschaft von Madagaskar ansässig.

Durch Erlass des brandenburgischen Innenministers erhielt Falkensee mit Wirkung ab 1. Januar 2006 den Status einer Mittleren kreisangehörigen Stadt.

Politik

Stadtrat

Der Rat der Stadt Falkensee besteht aus 36 Räten.

  • CDU 13 Sitze
  • SPD 10 Sitze
  • Bündnis 90/Die Grünen 4 Sitze
  • FDP 2 Sitze
  • Bündnis F.see 2 Sitze
  • Linkspartei 5 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 26. Oktober 2003)

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Falkensee hat eine Autobahnanbindung an den Berliner Ring. Der Berliner Flughafen Tegel liegt ca. 30 Minuten entfernt. Mehrere Straßen führen in Nachbarorte und nach Berlin sowie Potsdam. Es bestehen Busverbindungen in Richtung Potsdam und Berlin und dem weiteren Umland.

An das Eisenbannetz wurde Falkensee bereits 1846 angeschlossen. Der erste Bahnhof mit dem Namen Seegefeld wurde provisorisch 1848, endgültig 1860 eröffnet. Falkensee gehörte seit 1921 zum Berliner Vororttarif. Trotz vieler früheren Pläne wurde Falkensee erst am 14. August 1951 an das Berliner S-Bahnnetz angeschlossen. Nach dem Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961 war die Stadt wieder vom Stadtschnellbahnverkehr abgekoppelt. Falkensee war nur über den Berliner Außenring für Berliner zu erreichen.

Erst am 26. Mai 1995 wurde der Lückenschluss der Fernbahnverbindung Berlin - Hamburg zwischen Albrechtshof und Berlin-Spandau fertig gestellt. Seit Mai 1997 ist der Abschnitt elektrisch betrieben. Übernahmen zuerst nur Regionalbahn-Züge den Verkehr, werden und seit 24. Mai 1998 Regionalexpress-Züge als Nahverkehrszüge über Falkensee wieder direkt über Spandau und weiter in die Berliner Innenstadt geführt. Ein Teil der Züge aus Richtung Norden fuhr anstatt über der östlichen Berliner Außenring über den westlichen und dadurch auch über Falkensee nach Berlin und stellte damit ein dichtes Zugangebot sicher. Diese bis 28. Mai 2006 verkehrenden RE-Züge konnten die S-Bahn bisher provisorisch ersetzen, sind aber nach Eröffnung des neuen Berliner Hauptbahnhofes nun ersatzlos entfallen.

Die seit 1990 geplante S-Bahn wurde bislang wegen anderer Prioritäten im Berliner Netz zurück gestellt, geriet aber jetzt wegen größerer Probleme im Eisenbahn-Nahverkehr wieder in den Mittelpunkt der Planung. Neben der starken Zunahme des Fahrgastaufkommens im Nahverkehr und Wegfall der Transrapid-Planung Berlin - Hamburg, konnte jetzt auch die Wirtschaftlichkeit der S-Bahn-Verlängerung Spandau - Falkensee und der Bau eigener vom übrigen Bahnbetrieb unabhängiger Gleise nachgewiesen werden.

Besonders dringlich erscheint der S-Bahnbau auch durch die Zunahme der ICE-Züge nach Hamburg, deren Takt verdichtet wurde. Dieses hohe Zugaufkommen führt immer wieder zu gegenseitigen Behinderungen im Betriebsablauf. Eine Entscheidung über den S-Bahnbau soll noch 2006 erfolgen, nachdem sich die Qualität von Regionalbahn und Regionalexpress immer mehr als unzureichend erwiesen hat.

Ansässige Unternehmen

Größtes Unternehmen ist das Fiege Logistikzentrum am Bahnhof Seegefeld, das aus den ab 1995 hier beheimateten Herlitz-Werken hervorging. Ansonsten ist die Falkenseer Wirtschaft durch viele klein- und mittelständische Unternehmen der Nahversorgung geprägt.

Medien

In Falkensee sind Lokalredaktion der Tageszeitung Märkische Allgemeine Zeitung und des Brandenburger Wochenblatts beheimatet. Daneben gibt es eine Vielzahl von kleinen Anzeigenblättern.

Öffentliche Einrichtungen

Neben dem Sitz der Stadtverwaltung im Rathaus verfügt Falkensee über eine Stadtbibliothek. Auch andere Einrichtungen der Kreisverwaltung des Landkreises Havelland sind inzwischen in Falkensee beheimatet. Hinzu kommt eine Vielzahl von Sportstätten.

Bildung

In Falkensee gibt es zehn Schulen:

  • Adolf-Diesterweg-Grundschule
  • Ephraim-Lessing-Grundschule
  • Erich-Kästner-Grundschule
  • Geschwister-Scholl-Grundschule
  • Europagrundschule am Gutspark
  • Förderschule Bildung
  • Oberschule "Erich Weinert"
  • Oberschule "Friedrich Engels"
  • Gesamtschule "Immanuel Kant" mit gymnasialer Oberstufe
  • Lise-Meitner-Gymnasium



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Informationsportal über Falkensee in Brandenburg - 24.5.2012